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Romance Scam: In Deutschland grassiert Liebesbetrug über Messenger

15. Juni 2026

Mit 47 Prozent am häufigsten verbreitete Betrugsmethode in der Bundesrepublik

  • Betroffene in Deutschland verlieren im internationalen Vergleich doppelt so viel bei Betrug über WhatsApp und Co.
  • Messenger-Betrug kostet die Weltwirtschaft bis zu 189 Milliarden Euro

Betrug über WhatsApp, SMS und soziale Netzwerke trifft Verbraucher längst mitten im Alltag – und ist professionell organisiert [1]. Cyberkriminelle nutzen vertraute Kommunikationskanäle, persönliche Ansprachen und scheinbar harmlose Alltagssituationen, um Verbraucher gezielt zu täuschen. Besonders auffällig: In Deutschland liegt Romance Scam, also Liebesbetrug beziehungsweise Betrug durch den Aufbau einer persönlichen Beziehung, mit 47 Prozent deutlich vor anderen Betrugsformen und weit über dem weltweiten Durchschnitt von 27 Prozent. Für Betroffene bleibt es selten bei einem Schreckmoment: Laut Kaspersky erbeuten Betrüger durch Messenger-Betrug hierzulande im Schnitt 1.180 Euro pro Person. Weltweit summieren sich die Schäden potenziell auf bis zu 189 Milliarden Euro, wenn nur zehn Prozent der rund drei Milliarden Messenger-Nutzer betroffen wären.

Hinter alltäglich wirkenden Scam-Nachrichten über WhatsApp, SMS oder Facebook stehen laut den Sicherheitsexperten von Kaspersky organisierte Betrugsnetzwerke, die im industriellen Maßstab und mit hoher Schlagkraft agieren. In Deutschland zeigt sich das besonders deutlich beim sogenannten Romance Scam, also Liebesbetrug beziehungsweise Betrug durch den Aufbau einer persönlichen Beziehung: Mit 47 Prozent ist diese Betrugsform hierzulande am weitesten verbreitet und liegt deutlich über dem weltweiten Wert von 27 Prozent.

Zu den weiteren häufigen Betrugsformen zählen gefälschte Versand- beziehungsweise Paketbenachrichtigungen (in Deutschland 34 Prozent, 38 Prozent weltweit), Anlagebetrug (30 Prozent in Deutschland, 37 Prozent weltweit) und die Imitation bekannter Marken (23 Prozent in Deutschland, 31 Prozent weltweit). Betrug über Messenger-Dienste spielt sich also längst nicht mehr an den Rändern des Internets ab, sondern auf jenen Plattformen, denen Menschen am meisten vertrauen und die sie täglich nutzen.

Messenger-Betrug kostet Weltwirtschaft bis zu 189 Milliarden Euro

Diese Nähe zum Alltag macht die Maschen der Cyberkriminellen nicht nur besonders schwer erkennbar, sondern auch wirtschaftlich folgenschwer. Laut Kaspersky-Studie erbeuten Betrüger pro betroffener Person durchschnittlich 1.180 Euro (1.369 US-Dollar) in Deutschland und weltweit 630 Euro (733 US-Dollar); Geld, das andernfalls für wesentliche Ausgaben wie Lebensmittel oder Energierechnungen zur Verfügung stünde.

Einzeln betrachtet, mögen diese Verluste in einer Bilanz gering wirken – in der globalen Summe sind sie jedoch verheerend. Weltweit nutzen rund drei Milliarden Menschen Messenger-Apps [2]; wären lediglich zehn Prozent von ihnen betroffen, summierten sich die Schäden auf rund 189 Milliarden Euro (219 Milliarden US-Dollar); und dabei handelt es sich angesichts der rasch zunehmenden, plattformübergreifenden Betrugsmaschen um eine eher vorsichtige Schätzung.

Hohe Dunkelziffer verschleiert Ausmaß von Messenger-Betrug

Das tatsächliche Ausmaß (des wirtschaftlichen Schadens) bleibt jedoch größtenteils im Verborgenen. Nur rund ein Viertel der Betroffenen weltweit und 30 Prozent in Deutschland meldet die Tat der Polizei, 18 Prozent (weltweit 23 Prozent) informieren die eigene Bank. Ein Großteil der Verluste taucht damit weder in offiziellen Kriminal- noch in Wirtschaftsstatistiken auf.

Das könnte mitunter auch daran liegen, dass es sich um eine recht neue Betrugsmasche handelt: So ereignete sich die Hälfte aller Fälle (in Deutschland 48 Prozent, 52 Prozent weltweit) in den vergangenen fünf Monaten. Und dabei handelt es sich nicht um einmalige Vorkommnisse: mehr als ein Viertel der Befragten (30 Prozent in Deutschland, 28 Prozent weltweit) wurde drei Mal oder noch häufiger ins Visier genommen – ein Hinweis darauf, dass sich Gelegenheitsbetrug zu wiederholter, industrialisierter Kriminalität wandelt.

„Betrüger nutzen vertraute Kontexte, bekannte soziale Situationen und etablierte sprachliche Konventionen, damit Betroffene ihre Entscheidungen im Moment für rational und vernünftig halten“, erläutert Dr. Elisabeth Carter, forensische Linguistin und Kriminologin an der Kingston University London. „Tatsächlich konstruieren sie jedoch falsche Realitäten, in denen genau diese Entscheidungen finanziellen und psychischen Schaden verursachen. Für viele Nutzer ist eine solche Scheinrealität schwer zu erkennen, insbesondere wenn man mittendrin steckt. Familie und Freunde sollten daher eng eingebunden und über das eigene Online-Verhalten informiert werden – denn von außen lassen sich Unstimmigkeiten deutlich leichter feststellen.“

Alt und Jung gleichermaßen betroffen

Betroffen sind dabei nicht nur ältere Generationen: So zeigen die Daten der Studie eine nahezu gleichmäßige Verteilung zwischen Gen Z, Millennials und Gen X. Über alle Befragten hinweg fallen Millennials weltweit jedoch am ehesten auf Anlage- oder vermeintliche Finanzchancen herein (40 Prozent). Anders als frühere Generationen sehen sich Millennials mit hohen Immobilienpreisen und geringer finanzieller Sicherheit konfrontiert – Versprechen auf schnellen Wohlstand scheinen daher besonders verlockend zu wirken. Cyberkriminelle nutzen diese finanziellen Ängste und den Wunsch nach Stabilität gezielt aus.

„Messenger-Betrug kostet Haushalte, die ohnehin unter finanziellem Druck stehen, schmerzhaft Geld“, erklärt Marc Rivero, Lead Security Researcher im Global Research & Analysis Team (GReAT) bei Kaspersky. „Der von uns analysierte, hochgradig organisierte und industrialisierte Betrugsansatz trifft Nutzer weltweit derzeit mit hoher Geschwindigkeit und in großem Umfang – und das über jeden erdenklichen Messaging-Kanal. Angesichts von Milliarden Messenger-Nutzern weltweit lassen sich die wirtschaftlichen Folgen kaum mehr ignorieren. Um das Risiko zu verringern, sollten unaufgeforderte Nachrichten über offizielle Kanäle verifiziert werden, bevor persönliche Informationen oder Geld weitergegeben werden – und die Sicherheitssoftware sollte auf allen Geräten aktuell gehalten werden. Zugleich können Unternehmen in Erkennungs- und Überwachungsfunktionen investieren, die Markenimitationen frühzeitig identifizieren und entfernen.“

Kaspersky-Tipps gegen Messenger-Betrug

  • Über digitale Betrugsmaschen informiert bleiben: Sich selbst und das eigene Umfeld über gängige Messenger-Betrugsmaschen und Warnsignale aufklären, damit alle wachsam bleiben.
  • Eine umfassende Sicherheitslösung wie Kaspersky Premium [3] nutzen, die in Echtzeit vor schädlichen Links und Phishing-Versuchen schützt.
  • Ein Passwort-Manager wie Kaspersky Password Manager [4] speichert Passwörter sicher und füllt Zugangsdaten geräteübergreifend automatisch aus.

 

Weitere Informationen sind verfügbar unter https://media.kasperskydaily.com/wp-content/uploads/sites/92/2026/05/27050022/The_Great_Messaging_Heist_Report_2026_by_Kaspersky.pdf


[1] https://media.kasperskydaily.com/wp-content/uploads/sites/92/2026/05/27050022/The_Great_Messaging_Heist_Report_2026_by_Kaspersky.pdf  / Die Umfrage wurde im April 2026 von Censuswide im Auftrag von Kaspersky durchgeführt. Befragt wurden 2.806 von Messaging-Betrug Betroffene im Alter von 16 bis 61 Jahren in Europa (Deutschland mit 252 Befragten, Vereinigtes Königreich, Frankreich, Italien, Spanien, Portugal, Griechenland, Serbien), Nordamerika (USA) sowie Afrika (Marokko, Senegal, Elfenbeinküste). Die globale Hochrechnung basiert auf rund drei Milliarden Nutzern von Messaging-Apps weltweit (https://www.businessofapps.com/data/messaging-app-market/).

[2] https://www.businessofapps.com/data/messaging-app-market/

[3] https://kas.pr/re3t

[4] https://www.kaspersky.de/password-manager


Nützliche Links:

 

Romance Scam: In Deutschland grassiert Liebesbetrug über Messenger

Mit 47 Prozent am häufigsten verbreitete Betrugsmethode in der Bundesrepublik
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Über Kaspersky

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