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60 Prozent der Fertigungsunternehmen streben vollständige Digitalisierung an

29. Juli 2026

Getrennte Zuständigkeiten erschweren die Integration von OT-Sicherheit

  • Fast 60 Prozent rechnen mit Schäden von mehr als einer Million US-Dollar je Cybervorfall
  • Produktionsunterbrechungen dauern durchschnittlich 15 Stunden

Fertigungsunternehmen setzen sich ehrgeizige Digitalisierungsziele. Laut einer weltweiten Studie von Kaspersky und VDC Strategy [1] wollen 60 Prozent der befragten Unternehmen innerhalb der kommenden zwei Jahre einen vollständig digitalisierten Produktionsbetrieb erreichen. Produktionsstandorte entwickeln sich dadurch zunehmend zu cyberphysischen Systemen, bei denen die Verantwortlichkeiten hinsichtlich Schutz und Verwaltung nicht eindeutig geklärt sind: So verwaltet bei 59 Prozent die IT-Abteilung die Sicherheitsrichtlinien. Diese berücksichtigt jedoch häufig nicht ausreichend die Anforderungen des Produktionsbetriebs. Dadurch können Angriffsflächen entstehen, die ein erhebliches wirtschaftliches Risiko bergen: Fast 60 Prozent der Befragten rechnen bei einem einzelnen Cybervorfall mit Schäden von mehr als einer Million US-Dollar.

Fertigungsunternehmen modernisieren ihre Anlagen, um eine sicherere, effizientere und wirtschaftlichere Produktion zu ermöglichen. Laut der aktuellen Studie von Kaspersky und VDC Strategy stehen dabei messbare betriebliche Vorteile im Fokus: Für 24 Prozent der Befragten weltweit ist die Steigerung der Produktionsleistung oder -effizienz ein zentraler Treiber, für 15 Prozent die Senkung der Betriebs- oder Produktionskosten. Im Allgemeinen erwarten 60 Prozent der Fertigungsunternehmen, innerhalb der kommenden zwei Jahre vollständig digitalisiert zu sein. Derzeit stufen sich erst 9 Prozent entsprechend ein.

Cyberrisiken werden zum Produktionsrisiko

Im Zuge der Digitalisierung werden Anlagen in der Fertigung, Produktionslinien und der gesamte Betrieb am Produktionsstandort mit Plattformen wie MES (Manufacturing Execution Systems), SCADA (Supervisory control and data acquisition) – einer Kontrollsystemarchitektur, bestehend aus Computern, Netzwerkkommunikation und grafischen Nutzeroberflächen zur Überwachung von Maschinen und Prozessen – sowie sogenannten Historian-Systemen zur Speicherung von Prozessdaten vernetzt. Dadurch entwickeln sich ganze Produktionsstandorte zu cyberphysischen Systemen; die Cyberangriffsfläche wächst. Fast 60 Prozent der befragten Fertigungsunternehmen rechnen bei einem Cybervorfall mit Schäden von mehr als einer Million US-Dollar. Denn: Cybervorfälle können Produktionslinien verlangsamen, unfertige Erzeugnisse sperren, Rückverfolgbarkeitsaufzeichnungen unbrauchbar machen oder die Produktion vollständig zum Erliegen bringen. Produktionsunterbrechungen dauern laut Umfrage durchschnittlich 15,3 Stunden und gehören neben nicht eingehaltenen Lieferverpflichtungen und Vertragsstrafen zu den größten Verlusttreibern für Unternehmen. Diese Kosten fallen häufig stärker ins Gewicht als die forensische Untersuchung selbst. Damit wirken sich Cybervorfälle unmittelbar auf die Unternehmensleistung aus. Sie können die Gesamtanlageneffektivität (Overall Equipment Effectiveness, OEE) verringern, Personalressourcen belasten und Lieferketten beeinträchtigen. Vor der Wiederaufnahme der Produktion muss zudem sichergestellt werden, dass Prozessparameter, Qualitätsaufzeichnungen und Rückverfolgbarkeitsdaten weiterhin verlässlich sind.

OT-Sicherheit muss Teil der Betriebssteuerung werden

Fertigungsunternehmen benötigen zum Schutz eine dedizierte Sicherheitsstrategie, die IT und OT umfasst. In der Praxis wird dies jedoch häufig durch getrennte Zuständigkeiten zwischen IT, OT und Produktion erschwert. So verwaltet bei 59 Prozent der befragten Unternehmen die IT-Abteilung die Sicherheitsrichtlinien. Diese berücksichtigen jedoch häufig nicht ausreichend die konkreten Anforderungen des Produktionsbetriebs. Zudem nennen 44 Prozent der Befragten die Verwaltung zahlreicher Sicherheitstools und 38 Prozent Schwierigkeiten bei der Installation von Patches in OT-Umgebungen als Herausforderung. Cybersicherheit muss in die täglichen Abläufe von Produktions-, Entwicklungs- und Qualitätsteams eingebunden werden, um die Betriebssicherheit wirksam zu stärken und sich ständig weiterentwickelnde Bedrohungen abzuwehren.

„Mit der zunehmenden Vernetzung von Fertigungsumgebungen geht es bei Cybersicherheit nicht mehr allein darum, zusätzliche Schutzmechanismen einzuführen, sondern die Verfügbarkeit, Widerstandsfähigkeit und Integrität von Produktionsprozessen sicherzustellen“, kommentiert Andrey Strelkov, Head of Industrial Cybersecurity Product Line bei Kaspersky. „Das Ziel ist es, betriebliche Auswirkungen zu minimieren und die Wiederherstellung zu beschleunigen, anstatt sich ausschließlich auf die Verhinderung von Angriffen zu konzentrieren. Kaspersky bietet ein einheitliches Ökosystem, das IT-, OT- und IIoT-Sicherheit integriert und es Fertigungsunternehmen ermöglicht, die digitale Transformation sicher voranzutreiben. Diese Strategie trägt zur Aufrechterhaltung der Betriebskontinuität bei und senkt die langfristigen Kosten für Cybersicherheit.“

Kaspersky-Empfehlungen für einen resilienten OT-Betrieb

  • Regelmäßige Sicherheitsüberprüfungen der OT-Systeme durchführen, um Schwachstellen und Fehlkonfigurationen frühzeitig zu erkennen und zu beheben.
  • Eine kontinuierliche Schwachstellenbewertung und -priorisierung etablieren. Kaspersky Industrial CyberSecurity [2] liefert kontextbezogene Informationen zu OT-spezifischen Bedrohungen und unterstützt die zentrale Erkennung und Abwehr komplexer Angriffe im industriellen Netzwerk.
  • Zeitnahe Updates und Patches für kritische Komponenten installieren, soweit technisch möglich; andernfalls geeignete kompensierende Maßnahmen einführen, um das Risiko schwerwiegender Vorfälle zu reduzieren.
  • EDR-Lösungen wie Kaspersky Next EDR Expert [3] implementieren, die Bedrohungen frühzeitig erkennen und blockieren können.
  • Kompetenzen im Bereich Incident Response und OT-Security ausbauen, indem Mitarbeiter sowohl im IT- als auch im OT-Bereich spezialisierte OT-Sicherheitstrainings [4] erhalten.

 

Die vollständige Studie von Kaspersky und VDC Strategy „Cyber Resilience, Built for Manufacturing“ ist verfügbar unter https://kas.pr/z3kg

 

[1] https://kas.pr/z3kg

[2] https://www.kaspersky.de/enterprise-security/industrial-cybersecurity

[3] https://www.kaspersky.de/next

[4] https://www.kaspersky.de/enterprise-security/cyber-security-training#ics


Nützliche Links:

 

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