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Urlauber im Visier: Fast 270.000 Cyberangriffe mit bekannten Reisemarken

30. Juli 2026

Handbuch „Kaspersky Safe Travel Insights“ verbindet Reisetipps mit Hinweisen zu digitalen Risiken

  • Mehr als 262.000 Angriffsversuche im Namen bekannter Transportunternehmen
  • Emirates und Uber dienen besonders häufig als Köder
  • Gefälschte Ryanair- und Booking.com-Seiten wollen Zahlungsdaten, Zugangsdaten und Geld abgreifen

Ob Flug, Fahrdienst oder Hotel: Cyberkriminelle missbrauchen bekannte Reisemarken, um an Geld und sensible Daten zu gelangen. Zwischen dem ersten Quartal 2025 und dem ersten Quartal 2026 registrierte Kaspersky insgesamt 268.077 Angriffsversuche im Umfeld großer Transport-, Reise- und Buchungsplattformen. Allein 262.663 Angriffe entfielen auf Transportunternehmen – davon 61 Prozent auf gefälschte Emirates- und 37 Prozent auf imitierte Uber-Angebote. Zugleich zeigen gefälschte Ryanair- und Booking.com-Seiten, wie professionell Betrüger inzwischen Zahlungsdaten, Zugangsdaten und Geld von Reisenden abgreifen. Trojaner und Banking-Trojaner zählen dabei zu den häufigsten Bedrohungen. Im Leitfaden „Kaspersky Safe Travel Insights“ ergänzen Mitarbeiter des Cybersicherheitsexperten die Analyse um praktische Sicherheitstipps für Urlauber und persönliche Reiseempfehlungen.

Wer eine Reise bucht, wechselt häufig zwischen Fahrdienst-Apps, Webseiten von Fluggesellschaften und Online-Reisebüros – meist unter Zeitdruck, um keine Angebote zu verpassen. Diese Kombination aus Dringlichkeit, Vertrauen in bekannte Marken und dem häufigen Wechsel zwischen verschiedenen Plattformen schafft ideale Voraussetzungen für Cyberkriminelle und ihre Betrugsversuche. Sie imitieren unter anderem beliebte Transport- und Reisedienstleister, fälschen Webseiten, manipulieren Apps oder verbreiten betrügerische Angebote.

Brands großer Transportunternehmen als Hauptziel

Kaspersky analysierte Cyberbedrohungen, die zwischen dem ersten Quartal 2025 und dem ersten Quartal 2026 im Namen bekannter Reise- und Transportmarken verbreitet wurden. Untersucht wurden Angriffe, die sich unter anderem als Emirates, Uber, BlaBlaCar, Expedia, Bolt, Qatar Airways, Air France, Lufthansa, Kayak, Singapore Airlines, Turkish Airlines, British Airways, Wizz Air, Trip.com, Skyscanner oder Ryanair ausgaben. Insgesamt identifizierte Kaspersky 262.663 Angriffsversuche im Zusammenhang mit diesen Marken. Mit einem Anteil von 61 Prozent entfielen die meisten davon auf Angriffe, die die Fluggesellschaft Emirates imitierten, gefolgt vom Fahrdienst Uber mit 37 Prozent. Damit nutzten nahezu alle erkannten Angriffe in dieser Kategorie das Erscheinungsbild dieser beiden reichweitenstarken und bei Reisenden für Buchungen und Zahlungen sehr beliebten Marken.

Bei ihren Angriffen scheinen Cyberkriminelle vor allem Zahlungs- und Bankdaten im Visier zu haben. Unter den Dateien und Objekten, die im Zusammenhang mit Transportunternehmen erkannt wurden, waren Trojaner mit 30,5 Prozent die häufigste Bedrohungsart. Weitere 22,5 Prozent entfielen auf Banking-Trojaner. Diese Schadprogramme sind darauf ausgelegt, Bankzugänge und Zahlungsinformationen zu stehlen. Cyberkriminelle, die sich als Fluggesellschaft oder Fahrdienst ausgeben, haben es daher häufig nicht nur auf Buchungs- oder Kontaktdaten abgesehen, sondern direkt auf das Geld der Reisenden.

Zu den von Kaspersky-Experten entdeckten Betrugsmaschen gehört auch eine Phishing-Seite, die Ryanair imitiert und mit angeblichen Entschädigungszahlungen für Flugausfälle wirbt. Betroffene erhalten zunächst eine Nachricht, in der ihnen eine Rückzahlung versprochen wird. Um das Geld zu erhalten, sollen sie anschließend ihre Zugangsdaten eingeben oder eine geringe „Bearbeitungsgebühr“ bezahlen. Dabei erzeugen die Betrüger Zeitdruck: Das vermeintliche Angebot würde bereits nach wenigen Sekunden ablaufen. Eine solche künstliche Dringlichkeit ist ein deutliches Warnsignal. Denn seriöse Entschädigungsansprüche erfordern keine Entscheidung innerhalb weniger Sekunden und Fluggesellschaften verlangen keine Vorauszahlung, um eine Rückerstattung zu bearbeiten.

Reise-, Unterkunfts- und Buchungsplattformen: geringeres, aber reales Risiko

Darüber hinaus untersuchte Kaspersky Bedrohungen, bei denen die Reise-, Buchungs- und Unterkunftsplattformen Booking.com, TripAdvisor, Agoda, Airbnb und Viator imitiert wurden. Im Untersuchungszeitraum registrierten die Kaspersky-Lösungen 5.414 Angriffsversuche im Zusammenhang mit diesen Marken. Auch in dieser Kategorie waren Trojaner die häufigste Bedrohungsart: Sie machten 54,6 Prozent aller erkannten Fälle aus. Konten bei Reiseplattformen sind für Cyberkriminelle besonders attraktiv, da sie neben persönlichen Informationen auch Zahlungsdaten, Buchungsverläufe und Nachrichtenverläufe mit Unterkunfts- oder Aktivitätsanbietern enthalten.

Bei einer von Kaspersky identifizierten Betrugsmasche landen Betroffene auf einer täuschend echt wirkenden Buchungsseite, die Booking.com imitiert. Dort werden sie aufgefordert, persönliche Informationen und Zahlungsdaten einzugeben, um eine vermeintliche Reservierung abzuschließen. Tatsächlich wird jedoch kein Zimmer gebucht. Die Betroffenen erhalten keine Bestätigungs-E-Mail und das gezahlte Geld geht direkt an die Betrüger. Da die gefälschte Webseite den tatsächlichen Buchungsprozess sehr genau nachbildet, fällt der Betrug häufig zunächst nicht auf. Im schlimmsten Fall bemerken Reisende erst bei ihrer Ankunft am Zielort, dass keine Reservierung für sie vorliegt.

„Reise-Brands vereinen drei Faktoren, die sie für Cyberkriminelle besonders attraktiv machen: Vertrauen, Zeitdruck und regelmäßige Zahlungsvorgänge“, fasst Evgeny Kuskov, Lead Security Researcher bei Kaspersky, zusammen. „Wer einen Flug, eine Unterkunft oder eine Fahrt bucht, handelt häufig schnell, vergleicht Angebote in mehreren Tabs und reagiert besonders aufmerksam auf vermeintliche Sonderangebote oder dringende Kontomeldungen. Unsere Daten zeigen, dass ganz unterschiedliche Anbieter betroffen sind – vom Fahrdienst bis zur internationalen Fluggesellschaft. Cyberkriminelle nehmen damit das gesamte Spektrum digitaler Reisedienstleistungen ins Visier.“

Kaspersky-Tipps für einen cybersicheren Urlaub

  • Direkt über offizielle Websites oder Apps buchen: Links zu Buchungen oder angeblichen Reservierungen in E-Mails, SMS oder Social-Media-Nachrichten meiden. Stattdessen empfiehlt sich der direkte Aufruf der Website oder App der Fluggesellschaft, des Fahrdienstes oder der Buchungsplattform.
  • URL vor der Eingabe von Zahlungsdaten prüfen: Phishing-Seiten, die Fluggesellschaften, Transportunternehmen oder Buchungsplattformen imitieren, verwenden häufig täuschend ähnliche Internetadressen, deren Abweichungen auf den ersten Blick kaum auffallen.
  • Bei auffallend günstigen Angeboten vorsichtig sein: Besondere Skepsis ist geboten, wenn ein Angebot sofortiges Handeln verlangt oder ungewöhnliche Zahlungsmethoden wie Überweisungen oder Geschenkkarten voraussetzt.
  • Starke und einzigartige Passwörter verwenden: Für Reise- und Transportkonten individuelle Passwörter nutzen und, sofern verfügbar, eine Multi-Faktor-Authentifizierung aktivieren.
  • Apps ausschließlich aus offiziellen App-Stores herunterladen: Vor der Installation von Reise- und Transport-Apps Bewertungen sowie die angeforderten Berechtigungen prüfen.
  • Bank- und Kreditkartenabrechnungen kontrollieren: Nach einer Reisebuchung Kontobewegungen regelmäßig kontrollieren und unbekannte Abbuchungen umgehend melden.
  • QR-Codes nur aus vertrauenswürdigen Quellen scannen: Vor dem Öffnen die hinterlegte Internetadresse und die Zahlungsinformationen sorgfältig prüfen. Apps oder Dateien aus QR-Code-Links nur herunterladen, wenn deren Echtheit zweifelsfrei bestätigt ist. Der sichere QR-Code-Scanner in Kaspersky Premium [2] überprüft in QR-Codes hinterlegte Links und warnt, wenn eine schädliche oder Phishing-Website erkannt wird.
  • Schutz vor Phishing- und Betrugsseiten einsetzen: Sicherheitslösungen wie Kaspersky Premium [2] bieten KI-gestützten Schutz, um Phishing-Websites und betrügerische Zahlungsseiten zu erkennen, bevor sensible Daten eingegeben werden.
  • Öffentliche WLAN-Netze nur mit zusätzlichem Schutz nutzen: Eine VPN-Lösung wie Kaspersky VPN [3] nutzen, die die Internetverbindung verschlüsselt und damit zusätzlichen Schutz beim Zugriff auf Reisedienste, E-Mails und Online-Konten bietet.

Handbuch mit Insider-Tipps zu sehenswerten Orten und landestypischen Speisen

Darüber hinaus bietet das Handbuch „Kaspersky Safe Travel Insights“ persönliche Empfehlungen von Kaspersky-Mitarbeitenden aus aller Welt zu sehenswerten Orten, landestypischen Speisen und besonderen Erlebnissen in ihren Heimatländern. Zugleich sind darin Informationen zu digitalen Risiken an verschiedenen Reisezielen – von reisebezogenem Phishing und Zahlungsbetrug bis hin zu unsicheren öffentlichen WLAN-Netzen – enthalten.

 

[1] https://kas.pr/travel_guide_de  

[2] https://kas.pr/re3t

[3] https://www.kaspersky.de/vpn-secure-connection


Nützliche Links:

 

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