Internetsicherheit – ein wichtiges Erziehungsthema für uns Erwachsene und Kinder

„Mama, da gab es einen Jungen, der sich den Bauch aufgeschnitten hat, um herauszufinden ob darin ein Fernseher ist, so wie bei den Teletubbies.“ Als mein Sohn mir das erzählt,

„Mama, da gab es einen Jungen, der sich den Bauch aufgeschnitten hat, um herauszufinden ob darin ein Fernseher ist, so wie bei den Teletubbies.“

Als mein Sohn mir das erzählt, bin ich erst einmal baff. Woher hat er das? Hat er irgendwelche Boulevardzeitungen gelesen, hat sich das ein Klassenkamerad ausgedacht? Auf meine Nachfrage erfahre ich, dass seine Informationsquelle das Internet war. Irgendwo hat er beim Daddeln an meinem Handy diese furchtbare, haarsträubende Geschichte gehört.

Es folgt ein längeres Gespräch mit ihm darüber, woher wir Informationen bekommen können und was eine gute, sichere Quelle (im Internet) ist. Ich muss ihm, wohlgemerkt als Bloggerin und Social-Media-Fan, erklären, dass nicht alles, was wir im Netz finden wahr, sicher oder gut ist.

Bei mir bleibt eine große Unsicherheit. Reicht ein Gespräch aus für eine gute Aufklärung über die Gefahren im Internet?

Eines ist auch klar: Das Internet bietet enorme Chancen. Sich schnell Informationen zu beschaffen für die Schule und später auch im Studium und Beruf, im Internet zu „surfen“, sich per Social Media mit Menschen verbinden. Sogar erfolgreiche Karrieren fangen im Internet an und bei so manchem Kind heißt heute der sehnlichste Berufswunsch nicht mehr „Pilot“, sondern „YouTuber“.

Gleichzeitig werden mir die möglichen Gefahren umso bewusster, je mehr sich meine Kinder für dieses Medium interessieren und auch kompetenter darin werden. Sie wachsen ja schließlich als „Digital Natives“ auf. Natürlich weiß ich, wie wichtig es ist, sie frühzeitig an die Möglichkeiten des Internets heranzuführen. Aber sie einfach unkontrolliert in die virtuelle Welt der Erwachsenen eintauchen lassen – das möchte ich nicht. Wie Eltern mit dem Thema „Cybersicherheit für Kinder“ umgehen, zeigt diese Grafik sehr gut.

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Die Zahlen sind interessant, denn die meisten Eltern setzen auf das Gespräch oder begrenzen einfach die Zeit der Kinder vor PC, Tablet und Co. Dort finde ich mich auch wieder. Immerhin 20 Prozent der von Kaspersky Lab befragten Eltern tun gar nichts. Hier ist sicherlich noch Optimierungsbedarf vorhanden.

46 Prozent der acht bis 16 Jährigen versuchen, vor ihren Eltern zu verbergen, was sie im Internet unternehmen.

Wenn wir Eltern manchmal wüssten: Der sogenannte „Cyber Gap“

Dass Kinder und Teenager sich gerne Räume erobern, zu denen Erwachsene keinen Zutritt haben, ist nichts Neues. Diese Räume sind auch wichtig, jedoch sollten sie nie gefährlich sein. Es war nie leichter als heute, sich als Kind Zugang zu jugendgefährdenden Inhalten zu verschaffen. Wie wenig Ahnung viele Eltern von den Internetaktivitäten haben, beschreiben Experten mit dem Begriff digitale Kluft beziehungsweise „Cyber Gap“. Die Umfrage „Growing up Online 2016“ von Kaspersky Lab und iconKids & Youth hat ergeben, dass 46 Prozent der acht bis 16 Jährigen versuchen, vor ihren Eltern zu verbergen, was sie im Internet unternehmen.

Dem gegenüber steht die erschreckende Zahl von 70 Prozent der Eltern, die nicht wussten, dass sich ihre Kinder Gefahren im Internet aussetzten. Viele Mütter und Väter sind zu unbedarft und sprechen ihren Kindern das Vertrauen aus – während diese munter Videos ansehen und Seiten besuchen, die ihren Eltern bestimmt nicht gefallen. Den Browserverlauf löschen, heimlich ins Internet gehen oder Passwörter benutzen, die den Eltern unbekannt sind, das sind nur einige Methoden, Internetaktivitäten geheim zu halten.

Wenn der Internetkonsum überhandnimmt und Kinder und Teenager nur noch „online“ leben, kann dies den familiären Frieden stark negativ beeinflussen. Während Kinder Angst haben, etwas im Internet zu verpassen und bei Gesprächen auf dem Schulhof dann keine Ahnung zu haben, sind Eltern besorgt, dass das Leben ihrer Kinder nur noch digital abläuft. Tatsächlich ist die Sorge nicht unbegründet, wie man in dieser Infografik sehen kann.

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Dabei ist Gaming und Filme anschauen für Jungen besonders wichtig, für Mädchen Instant Messaging und Chatten. Die Kinder frühzeitig über soziale Medien und Gefahren wie Mobbing aufmerksam zu machen, ist dabei sehr wichtig.

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Cybererziehung: Begleiten, Reden und ein Vorbild sein

Cybererziehung muss sehr früh ansetzen: Die ersten Gehversuche im Netz machen Kinder heute in der Regel schon im Vorschulalter. Dabei sollten Eltern sie unbedingt begleiten und auch später immer wieder einmal über die Schulter schauen. So eignen sich die Kinder nach und nach das nötige Wissen zum „technischen“ Umgang mit dem Internet an und gleichzeitig ergeben sich ganz unkompliziert Gelegenheiten für aufklärende Gespräche rund um das Thema „Cybersicherheit“. Hier ein interessantes Expertengespräch bei ARD „Alpha“ zum Thema Medienethik in Bezug auf Kinder und Jugendliche:

Eine komplette Abschottung der Kinder von Internet und sozialen Medien ist kaum umsetzbar und auch realitätsfern. Wir als Eltern können die Kids nicht fern halten von der digitalen Welt, gleichwohl ist es wichtig darauf zu achten, den Kindern aufzuzeigen, dass das analoge Leben genauso, wenn nicht spannender ist. Auf die Balance kommt es an.

Zitat (mein Sohn): „Mama, jetzt leg‘ das Handy weg, wir frühstücken!“
Ich: „Aber ich muss das schnell noch für Instagram fotografieren.“

Wie so oft als Eltern, ist es auch im Bereich der Cybererziehung wichtig, ein gutes Vorbild abzugeben. Das klappt nicht immer, aber immer öfter 😉 Wenn ich als Mutter verantwortungsvoll mit dem Daten und Fotos meiner Kinder umgehe und selbst nicht 24/7 vor dem Bildschirm sitze, werden das meine Kinder auch nicht tun.

Vertrauen ist gut – Kontrolle auch: Der duale Cybererziehungsansatz

„Kontrolle“ hat für viele moderne Eltern einen unangenehmen Beigeschmack von Nachspionieren. Trotzdem empfehlen Experten, dass Eltern die Passwörter der E-Mail-Konten und Social Accounts ihrer Kinder kennen sollten. Nicht unbedingt, um tagtäglich „Big Brother“ zu spielen, sondern einfach, weil Kinder – wenn sie jederzeit mit einem Besuch ihrer Eltern rechnen müssen – einen deutlich bewussteren Umgang mit dem Internet an den Tag legen. Dies sollte aber immer in Absprache mit dem Kind passieren.

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Neben Vereinbarungen zwischen Eltern und Kindern helfen Zeitschaltregeln und Kinderschutz-Tools, die im PC installiert werden können, um den Internetkonsum zu reglementieren. Spezielle Software-Programme sperren automatisch Seiten mit jugendgefährdenden oder pornographischen Inhalten, wie zum Beispiel Kaspersky Safe Kids. Mit diesem Tool können Eltern zeitliche und inhaltliche Grenzen setzen und werden darüber hinaus informiert, wenn Ihre Kinder unerwünschte Kontakte hatten. Statistiken über das Nutzungsverhalten der Kinder kann dann Anlass für offene Gespräche zwischen Eltern und Kindern sein.

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Zusammenfassung: Tipps und Empfehlungen für sichere und kompetente „Cyberkids“:

  • Bleiben Sie im Gespräch mit Ihren Kindern, interessieren Sie sich für die Interessen Ihrer Kinder im Netz
  • Etablieren Sie zusammen mit den Kindern feste Regeln für Zeiten vor dem Bildschirm
  • Unterstützen Sie ein gesundes „analoges“ Leben ihrer Kinder mit Hobbys außerhalb des Internets
  • Seien Sie aufmerksam bezüglich geheimer Aktivitäten Ihrer Kinder im Netz, bei kleineren Kindern sollte man immer dabei sein, wenn Tablet und Computer benutzt werden
  • Kennen Sie die Zugänge (Passwörter, Nutzenden) Ihrer Kinder für Computer und Co.
  • Checken Sie die Abbuchungen Ihrer Kreditkarte und Handy-Rechnungen
  • Statt den eigenen Namen oder sogar die Wohnadresse preiszugeben, sollten Kinder sich lieber einen lustigen Nickname zulegen.
  • Reden Sie mit ihren Kindern darüber, dass das Netz nichts vergisst und welche Fotos angebracht sind und welche nicht
  • Erklären Sie die Wichtigkeit der Geheimhaltung von Passwörtern
  • Warnen Sie Ihre Kinder vor der Gefahr, mit Fremdem im Internet Kontakt aufzunehmen. Ihre Kinder sollten bei Kontaktaufnahmen von Fremden immer ihre Eltern informieren.
  • Last but noch least: Erklären Sie Ihren Kindern, was Selbstschutz ist. Dass man also auch einfach weggucken oder wegklicken sollte, wen man selbst ein schlechtes Gefühl hat.

Wem die Cybersicherheit und ein vertrauensvolles Miteinander in der Familie am Herzen liegen, muss einen schwierigen Balance-Akt bewältigen: Sind Eltern zu nachlässig, machen sie es ihren Kindern leicht, sich von der virtuellen Welt der unbegrenzten Möglichkeiten und Gefahren in ihren Bann ziehen zu lassen. Agieren sie zu restriktiv, riskieren sie, dass immer mehr Heimlichkeiten eine Mauer zwischen ihnen und ihrem Kind errichten. Dazu kommt, dass Regeln immer wieder dem Alter der Kinder angepasst werden müssen. Es hilft, im Gespräch bleiben und auch gemeinsam das Internet zu nutzen, wie beispielsweise beim Anschauen von lustigen Videos. Das Internet kann und soll ja auch Spaß machen!

Weiterführende Linktipps zum Thema Cybererziehung:

Über die Autorin: Nina Massek ist der Meinung, dass man der Lebensaufgabe Kind am besten mit Humor begegnet. Die selbst betitelte mütterliche Satirikerin bloggt auf Frau Mutter über aktuelle Familienthemen. Nina Massek ist „Boom Blog Member“, Buchautorin und Teil der „Brigitte MOM Blogs“.

Hinweis Bildquellen: Die Bildrechte liegen alle bei Kaspersky Lab, bis auf das Autorinnenbild (Quelle: Anne Kreuz)

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