Cybermobbing: Einschätzung eines Jugendlichen

Es sind erschreckende Ergebnisse, zwei Drittel aller Kinder, Jugendlichen und jungen Erwachsenen in Deutschland haben Angst vor Cybermobbing. Bereits circa 40 Prozent sind Opfer dieses Phänomens geworden, sie wurden von

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Es sind erschreckende Ergebnisse, zwei Drittel aller Kinder, Jugendlichen und jungen Erwachsenen in Deutschland haben Angst vor Cybermobbing. Bereits circa 40 Prozent sind Opfer dieses Phänomens geworden, sie wurden von anderen Internetnutzern im Netz auf das Übelste beschimpft, bloßgestellt, beleidigt oder belästigt. Was früher noch ein Tabu-Thema an deutschen Schulen und Arbeitsplätzen war, wird heute offen kommuniziert, aber zu oft auf die leichte Schulter genommen. Die folgende Infografik zeigt zudem: 17 Prozent der Kinder wurden bereits Opfer von Cybermobbing.

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War es ein Spaß unter Jugendlichen, oder doch eine ernsthafte Beleidigung?

Oftmals befindet man sich auf einem schmalen Grad zwischen einem lockeren Witz unter Freunden und tatsächlichem Mobbing. War es ein Spaß unter Jugendlichen, oder doch eine ernsthafte Beleidigung? Was für den vermeintlichen Täter ein lustiger Spruch ist, kann für das Opfer bereits eine hohe psychische Belastung bedeuten. Denn keiner kann in einen Menschen hineinschauen und dessen Gefühle nachempfinden. Besonders für uns Jugendliche ist es schwierig den Verlauf der Grenze zu finden; wir merken meist gar nicht, dass wir unseren Gegenüber verletzt haben. Doch kommt dieses Fehlverhalten zu oft vor, kann sich der Gegenüber berechtigt gemobbt fühlen.

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Ab wann ist Mobbing Mobbing?

Dazu sagt die Psychologin und Cybermobbing-Expertin Dr. Stephanie Pieschl gegenüber wissen.de: „Erst wenn sich ein Mensch durch Gemeinheiten im Internet belastet oder gestört fühlt, ist das Cybermobbing.“ Nichtsdestotrotz kann man an einigen Faustregeln erkennen, ob es sich um Mobbing handelt:

  • Häufigkeit
  • Dauer
  • Kräfteungleichgewicht
  • und Machtlosigkeit

Eine ausführliche Erklärung der vier Merkmale findet man auf der Seite der Bundeszentrale für politische Bildung.

Im Internet können plötzlich wildfremde User andere fertigmachen.

Welche Arten von Cybermobbing gibt es?

Obgleich kann Cybermobbing viele verschiedene Arten annehmen. Ähnlich zu den vielen verschiedenen Möglichkeiten, die das Internet bietet, sind auch die verschiedenen Methoden zu mobben vielfältig. Denn hier können nicht nur Schüler andere Schüler mobben, sondern plötzlich wildfremde User andere fertigmachen. Diese Mobbing-Attacken können nicht nur direkt in Form von Hasskommentaren, Nachrichten oder die Verbreitung von Fotos erfolgen, sondern auch indirekt und schleichend stattfinden. Das Ausgrenzen von Personen aus bestimmten Gruppen, die unwahrheitsgemäße Verbreitung von Lügen, oder der ungeahnte Identitätsklau, sind dabei Mittel zum Zweck.

Lesetipp: Alle zehn verschiedenen Arten von Cybermobbing findet Ihr auf dem englischen Blog von Kaspersky.
Solltet Ihr die Informationen lieber auf Deutsch lesen wollen, gibt es hier den alternativen Artikel.

Videotipp: Das folgende Video zeigt einen illustrativen Cyber-Mobbing-Fall.

Obwohl das Internet für uns kein Neuland ist, unterschätzen wir Jugendlichen die Gefahren des Internets.

Beleidigungen im Internet – die schlimmere Form von Mobbing?

Letztendlich unterscheidet sich Cybermobbing kaum von Mobbing und kann entweder in Kombination oder nacheinander folgend auftreten. Was auf dem Schulhof, also im realen Leben, startet, wird ebenso im Internet fortgeführt. Nur mit einem feinen, aber ausschlaggebenden Unterschied: Alle Posts, Tweets und Fotos im Social-Network sind online verfügbar. Im Gegensatz zur Schule können Millionen von Menschen die Beleidigung lesen und aktiv mitwirken, und das auch noch durch den anonymen Schutz des Internets. Zudem kommt erschwerend dazu, dass sich Inhalte des World Wide Webs nur schwer oder gar nicht entfernen lassen. Obwohl das Internet für uns kein Neuland ist, unterschätzen wir Jugendlichen die Gefahren. Besonders Cybermobbing kann ungeahnte Ausmaße annehmen und sogar bis zum Suizid führen, wie bereits 2012 der tragische Fall Amanda Todd gezeigt hat. Denn Cybermobbing ist schon lange kein Kavaliersdelikt mehr, sondern eine perfide Form von Gewalt.

Die Anfänge von Cybermobbing müssen sofort im Keim erstickt werden, um Schäden zu verhindern.

Wie erkenne ich, ob mein Freund gemobbt wird?

Dabei lässt sich Cybermobbing bereits im Anfangsstadium erkennen und auch bekämpfen. Sollte man bemerken, dass ein Freund, Mitschüler oder Verwandter sein Verhalten schlagartig verändert, muss Hilfe her. Anzeichen hierfür sind, wenn ein Opfer

  • sich zurückhaltend verhält,
  • die Lust an der Kommunikation verliert,
  • sich von der Außenwelt isoliert,
  • aggressiv reagiert,
  • viele Ausreden oder unerklärliche körperliche Beschwerden hat
  • oder die eigene Situation herunterspielt.

Auf den Online-Profilen der Geschädigten finden sich oft Hasskommentare mit beleidigendem Inhalt, wildfremde Personen kommentieren auf einmal Bilder und Posts und die Onlinenutzung der jeweiligen Person verändert sich drastisch. Dies sind alles Anzeichen für Cybermobbing Treten diese Symptome auf, sollte man sich sofort mit der betroffenen Person unterhalten, denn die Anfänge von Cybermobbing müssen sofort im Keim erstickt werden, um Schäden zu verhindern.

Sollte die Person bereits massiv gemobbt werden, ist es immer ratsam, einen Experten zu befragen. Wie Ihr euch Hilfe holen könnt, findet Ihr zum Beispiel beim Bündnis gegen Cybermobbing  oder Klicksafe.

Welche Auswirkungen hat Cybermobbing?

Cybermobbing verursacht nicht nur weitreichende soziale und emotionale Schäden, sondern kann auch körperliche Auswirkungen haben. Opfer fühlen sich wertlos, nutzlos und halten den Druck der Gesellschaft nicht mehr Stand. Jugendliche können so in eine tiefe Depression stürzen, die letztendlich von der Selbstverletzung bis hin zum Suizid reichen kann.

Wer mehr über die Folgen von Mobbing und Cybermobbing erfahren will, kann sich hier darüber informieren oder den nachfolgenden Film anschauen.

Wie kann ich Opfern helfen?

  • In der Regel ist es wichtig, auf Mobbingopfer aktiv zuzugehen, über deren Probleme zu reden und nach Möglichkeit, eine erste emotionale Stütze zu bieten.
  • Dennoch ist es ratsam, immer den Rat und die Meinung eines Experten hinzuzuziehen. Die kostenlose Telefon-Seelsorge-Hotline ist 24 Stunden anonym erreichbar und hilft bei jeder Art von Problemen. Dort kann man mit geschultem Personal über seine Probleme reden.
  • Ebenso ist es wichtig, sich dem Problem zu stellen und offen zu agieren. Auch wenn es oftmals schwerfällt, sollte man sich öffnen und seine Probleme der Familie und Freunden schildern, diese können gemeinsam mit Dir das Erlebte aufarbeiten und weitere Schritte einleiten.
  • Natürlich kann man auch die üblichen Stellen, wie die Polizei aus Deiner Umgebung oder den Kreisjugendring Deiner Stadt hinzuziehen, diese haben speziell auf Mobbing geschulte Mitarbeiter
Cyberwissen ist Macht!

Videotipp: Auch YouTube-Star LeFloid hat sich schon intensiv mit dem Thema Cybermobbing beschäftigt und erklärt unter anderem, warum es Mobber und Täter gibt und ob man von Cybermobbing oder Cyberbullying spricht.

Wie kann ich mich vor Cybermobbing schützen?

Es gibt nie eine hundertprozentige Garantie, kein Opfer von Cybermobbing zu werden. Durch einfache, aber wirkungsvolle Methoden ist es möglich, die Gefahr zu senken. Wie immer gilt auch hier:

  • Gebe nie zu viel von Deinem Privatleben im Internet preis.
  • Kontrolliere genau Deine Privatsphäreneinstellungen und Deine Freunde.
  • Kontrolliere lieber dreimal, mit wem oder was Du im Internet machst.
  • Und spreche im Internet niemals öffentlich über deine Sorgen und Probleme.
  • Auch gilt: „Wissen ist Macht!“ Informiere Dich bitte vorab genauestens über mögliche
    Gefahren im Internet und werde Dir dieser bewusst.

Lesetipp: Weitere Fakten findet Ihr graphisch, kurz und knackig hier zusammengefasst. Auch geben die folgenden Cybermobbing-Fälle, die tatsächlich passiert sind, einen guten Einblick, wie Cybermobbing aussehen kann.


Bild_Marvin_Schittko_klÜber den Autor:
Marvin Schittko sammelte bereits erste Erfahrung als Moderator, Reporter oder Produzent. Mit der Mitgründung des lokalen Radiosenders VaterstettenFM hat er sich einen kleinen Traum erfüllt Mittlerweile arbeitet er bei vielen Redaktionen und Projekten mit und ist unter anderem im erweiterten Vorstand der Jugend Presse Bayern e.V. Wenn Marvin mal nicht in die Schule geht, treibt er gerne Sport, trifft sich mit Freunden, engagiert sich für Vereine und Aktionen, macht Musik oder eben irgendetwas mit Medien. Eines verliert er dabei nie aus den Augen: Spaß an der Sache und Humor.

Hinweis Bildquellen: Die Bildrechte liegen alle bei Kaspersky Lab, bis auf das Autorenbild (Quelle: Marvin Schittko)

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