Laut dem Radicati-Bericht zu E-Mail-Statistiken 2015 soll die Anzahl weltweiter E-Mail-Benutzer bis 2019 auf nahezu drei Milliarden steigen. Darüber hinaus sagt der Bericht voraus, dass Nutzer pro Tag 96 – statt wie 2014 noch 88 – Nachrichten erhalten werden. Durch die Allgegenwärtigkeit und anhaltende Zunahme von E-Mails ist Ihr Konto ein verlockendes Ziel für Hacker. Wenn Ihr E-Mail-Konto gehackt wird, können Sie Folgendes unternehmen, um der Lage Herr zu werden.

What To Do If Your Email Account Has Been Hacked

1. Führen Sie einen Virenscan durch

Wie im FTC-Handbuch zu E-Mail-Hacks angegeben, sollten Sie nach einem E-Mail-Hack zunächst einmal einen umfassenden Virenscan durchführen. Wichtig ist, dass Sie keinen schnellen Scan, sondern eine tief gehende Untersuchung durchführen, um sämtliche Malware sowie unerwünschte Anwendungen zu finden und zu beseitigen – einschließlich Trojanern, Spyware und Keyloggern, die Ihre Tastaturanschläge aufzeichnen, selbst nachdem der Hack erkannt wurde. Hacker wollen nicht einfach nur Zugang zu Ihrem Konto, damit sie Ihren Freunden peinliche Nachrichten senden können: Sie suchen nach Möglichkeiten, Ihnen Geld zu entwenden oder Kreditkartenbetrug zu begehen. So greifen Hacker beispielsweise Unternehmen an, die regelmäßig elektronisch Beträge überweisen. Sobald ein E-Mail-Konto gehackt wurde, können sie eigene, nicht autorisierte Überweisungen tätigen. Laut FBI-Beschwerdezentrum für Internetkriminalität erlitten Unternehmen trotz Netzwerkschutzmaßnahmen und IT-Teams in den letzten zwei Jahren Verluste von 747 Millionen US-Dollar. Bei etwaigen Hacks Ihrer E-Mail-Konten sollten Sie den Virenscan frühestmöglich durchführen. Sie müssen sicherstellen, dass Ihr Computer sauber ist, bevor Sie Änderungen an vertraulichen Informationen vornehmen. Ansonsten riskieren Sie einen erneuten Angriff.

2. Ändern Sie Ihre Passwörter

Sobald Ihr Computer frei von Malware ist, müssen Sie Ihr Passwort ändern. Wenn Sie den Zugang zu Ihrem Konto verloren haben, müssen Sie sich hierzu direkt an den E-Mail-Anbieter wenden, Ihre Identität bestätigen und eine Passwortrücksetzung beantragen. Wählen Sie ein neues Passwort aus, das sich deutlich von Ihrem alten unterscheidet, und stellen Sie sicher, dass es keine Abfolgen wiederholter Zeichen oder Zahlen enthält. Sehen Sie auch von Passwörtern ab, die eine offensichtliche Verbindung zu Ihrem Namen, Geburtstag oder ähnlichen persönlichen Details aufweisen. Denn Hacker können solche Informationen für gewöhnlich einfach finden und nutzen diese für ihre ersten Versuche, auf das Konto zuzugreifen. Legen Sie komplexe (mithilfe einer Mischung von Buchstaben, Zahlen und Sonderzeichen) und mindestens 15 Zeichen lange Passwörter fest, und verwenden Sie niemals dasselbe Passwort für mehrere Konten.

3. Denken Sie an Ihre anderen Online-Services

Darüber hinaus ist es unerlässlich, auch die Passwörter Ihrer anderen zahlungsbasierten Konten, wie z. B. Amazon, Netflix, Kreditkartenunternehmen und sogar Ihre lokale Bücherei, zu ändern, um Hacker daran zu hindern, auch auf diese Konten zuzugreifen. In einigen Fällen liegt das Problem hierbei in der Verwendung des immer selben Passworts für verschiedene Seiten, doch auch unterschiedliche Passwörter reichen nicht immer aus, wenn sich in Ihrem Konto E-Mails befinden, die direkt zu den verknüpften Online-Anbietern führen.

4. Benachrichtigen Sie Bekannte

Credit.com gibt an, dass es sich auch empfiehlt, Freunden, Familie und Bekannten in Ihrer E-Mail-Kontaktliste von dem Hack zu berichten. Denn während die Angreifer die Kontrolle über Ihr Konto hatten, hätten sie Dutzende oder gar Hunderte E-Mails mit schädlichem Anhang an jeden Ihrer Bekannten senden können, um so Zugang zu neuen Opfern zu erlangen. Wenn Sie Ihre Kontakte warnen, können sie Schritte unternehmen, um ihre Geräte zu schützen.

5. Ändern Sie Ihre Sicherheitsfragen

Zwar war das Passwort der wahrscheinlichste Angriffsvektor, jedoch sind die Hacker möglicherweise auch durch Beantwortung Ihrer Sicherheitsfrage in Ihr Konto gelangt. Laut neuesten Google-Forschungen wählen viele Benutzer die gleiche Antwort auf häufige Sicherheitsfragen. So antworten beispielsweise 20 Prozent der amerikanischen Benutzer auf die Frage nach ihrem Lieblingsgericht mit „Pizza“. Um Ihr E-Mail-Konto besser zu schützen, sollten Sie darüber hinaus bei der Passwortwiederherstellung die Multi-Faktor-Authentifizierung nutzen, die bereits von vielen Unternehmen angeboten wird. Hierbei kommen sekundäre E-Mail-Adressen oder Textnachrichten zum Einsatz, da Sicherheitsfragen alleine nicht ausreichend sind.

6. Melden Sie den Angriff

Wenn Sie es nicht bereits getan haben, wenden Sie sich an Ihren E-Mail-Anbieter, und melden Sie den Hack. Das ist wichtig, selbst wenn Sie durch den Hack nicht den Zugriff verloren haben, da die Anbieter das betrügerische Verhalten so besser verfolgen können. Darüber hinaus kann Sie Ihr E-Mail-Anbieter möglicherweise unterstützen, indem er Informationen zum Ursprung oder der Art des Angriffs bereitstellt.

7. Erstellen Sie ein neues E-Mail-Konto

Manchmal lohnt es sich nicht, auf verbrannter Erde neu anzufangen. Wenn das nicht der erste Hack Ihres E-Mail-Kontos war oder wenn Ihr Anbieter keine Schritte unternimmt, um die Menge an Spam zu reduzieren, die Sie erhalten, sollten Sie über einen Wechsel nachdenken. Suchen Sie nach einem Service, der ihre E-Mails standardmäßig verschlüsselt und für den Fall eines Angriffs einen zuverlässigen Kundensupport anbietet.

8. Kontaktieren Sie Kreditauskunfteien

Betrüger wissen, dass sie mit einer persönlichen Note oft die erste Verteidigungslinie überwinden, und laut Hubspot weisen E-Mails, die von einem Konto mit Namen gesendet werden, eine deutlich höhere Click-Through-Rate auf. Betrüger versuchen zunächst einmal, persönlichen Kontakt herzustellen und Sie zur Preisgabe Ihrer privaten Informationen zu bewegen, bevor Sie Ihre Konten hacken und Einkäufe mit Ihrer Kreditkarte tätigen. Die Reichweite der Hacker ist oft deutlich größer als ein einfacher E-Mail-Hack. Deshalb empfiehlt es sich, eine Kreditauskunft wie TransUnion oder Equifax einzusetzen, um Ihre Konten auch Monate nach dem Hack zu überwachen.

9. Untersuchen Sie Ihre Optionen für Identitätsschutz

Wenn Sie gehackt wurden, können Sie auch auf einen Service zum Schutz Ihrer Identität zurückgreifen. Diese Services bieten in der Regel Echtzeitüberwachung Ihrer E-Mail- und Online-Shop-Konten an – neben Informationen zur Kreditwürdigkeit und persönlicher Unterstützung im Falle eines Identitätsdiebstahls. Oft sind mit diesem Schutz hohe Kosten verbunden. Deshalb sollten Sie nach Unternehmen Ausschau halten, die eine tadellose Bilanz vorweisen können, und sicherstellen, dass Sie nicht auf falsche Services von Kriminellen hereinfallen, die wieder nur Ihre privaten Daten stehlen wollen.

10. Sorgen Sie für absolute Sicherheit

Führen Sie auf allen verbundenen Geräten, einschließlich Laptop, Tablet und Smartphone, einen Virenscan durch, um sicherzustellen, dass Angreifer die Lücke zwischen den Plattformen nicht überwinden konnten, um Ihre Geräte zu infizieren. Unternehmen Sie auch Schritte, um die Cloud zu schützen, da diese möglicherweise ebenfalls private Daten enthält. Darüber hinaus ist es unerlässlich, grundlegende Antiviren-Lösungen hinter sich zu lassen und zu einer dauerhaft aktiven Rundum-Lösung für Internetschutz zu wechseln, die neue und unbekannte Bedrohungen frühzeitig blockiert und Ihre Online-Aktionen aktiv schützt, anstatt Ihren Computer einfach hinterher zu bereinigen.

Wenn Sie einen E-Mail-Hack feststellen, befolgen Sie diese 10 Schritte, um die Kontrolle zurückzuerlangen und künftige Probleme zu vermeiden.