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Was sind Fake News?

Als Fake News werden Falschmeldungen oder irreführende Informationen bezeichnet, die sich den Anschein von seriösen Nachrichten geben. Grundsätzlich unterscheidet man zwei Arten von Fake News:

  1. Bewusst verfälschte Geschichten: Es werden bewusst Dinge veröffentlicht, von denen die Veröffentlichenden wissen, dass sie nicht der Wahrheit entsprechen. Ziel ist es, die öffentliche Meinung zu manipulieren oder Leser auf eine bestimmte Webseite zu locken.
  2. Geschichten, die in Teilen stimmen, im Großen und Ganzen aber nur ungenau wiedergegeben sind. Das kann daran liegen, dass der Autor entweder die Fakten nur unzureichend recherchiert hat oder bestimmte Aspekte übertrieben darstellt, um seine eigene Sicht der Dinge zu unterstreichen.

Falschmeldungen sind kein neues Phänomen – der englische Begriff „Fake News“ wurde bereits im 19. Jahrhundert verwendet – aber das Internet und die sozialen Medien haben ihre Entstehung und Verbreitung grundlegend verändert. Vor dem Aufkommen des Internets wurden Nachrichten meist von vertrauenswürdigen Medien verbreitet, deren Journalisten an einen strengen Verhaltenskodex gebunden waren. Mit dem Internet entwickelten sich neue Wege der Veröffentlichung, Verbreitung und Rezeption von Nachrichten mit relativ wenigen Regularien oder redaktionellen Standards. Viele Menschen beziehen ihre Nachrichten heute aus den Social Media und anderen Online-Quellen, wobei es nicht immer ganz einfach ist festzustellen, was davon glaubwürdig und was gefälscht ist.

Arten von Fake News

Je nach Intention derer, die sie erstellen, gibt unterschiedliche Arten von Fake News. Zum Beispiel:

Clickbaits (dt. „Klickköder“)

Reißerische Schlagzeilen steigern die Auflage, empörende oder bizarre Geschichten und verzerrte Bilder werden im Internet vielfach angeklickt und geteilt. Als Clickbaits oder Klickköder werden Berichte bezeichnet, die darauf ausgelegt sind, mehr Besucher auf eine Webseite zu locken und die Werbeeinnahmen der Webseitenbesitzer in die Höhe zu treiben – oft auf Kosten des Wahrheitsgehalts.

Propaganda

Diese Bezeichnung bezieht sich auf Falschmeldungen oder verzerrte Darstellungen, mit denen das Publikum in die Irre geführt werden soll, um eine politische Agenda oder eine einseitige Sichtweise zu propagieren.

Mangelnde Recherche

Gelegentlich haben Journalisten nicht die Zeit, um vor der Veröffentlichung alle Fakten einer Story zu überprüfen. So können aus echten Fehlern sehr schnell Fake News werden. Vertrauenswürdige neue Quellen korrigieren allerdings Fehler in ihrer Berichterstattung und machen ihren Lesern transparent, wenn etwas nicht den Tatsachen entspricht.

Irreführende Schlagzeilen

Manchmal ist ein Bericht zwar dem Grunde nach wahr, aber die Leser sollen mit einer sensationslüsternen oder reißerischen Schlagzeile zum Anklicken verleitet werden. Auch das kann sich zu Fake News ausweiten, da sehr häufig nur die Überschrift und kleine Ausschnitte eines Artikels in den Social Media gezeigt werden, wo sie sich rasend schnell verbreiten.

Hochstaplerische Inhalte

Bei dieser Art von Fake News werden falsche, erfundene Geschichten unter dem Deckmantel einer vermeintlich seriösen Nachrichtenquelle veröffentlicht, um die Leserschaft zu täuschen oder in die Irre zu führen.

Satire oder Parodie

Manchmal werden Falschmeldungen um des Unterhaltungswerts willen veröffentlicht. Witz, Ironie oder Übertreibungen sind in der Satire ein beliebtes Stilmittel, um sich über aktuelle Meldungen oder Prominente lustig zu machen. Dabei geht es weniger um eine Irreführung des Publikums, da diese Beiträge nicht als ernst zu nehmende Meldungen gemeint sind. Zu den erwähnenswerten deutschsprachigen Satire-Webseiten gehören die heute-show und das Magazin Royale.

Hochrangige Politiker tendieren dazu, Berichte als „Fake News“ zurückzuweisen, obwohl diese wahrheitsgemäß und gut recherchiert sind. Da der Begriff „Fake News“ sehr weitläufig ist und von unterschiedlichen Menschen sehr unterschiedlich ausgelegt wird, ist er auch umstritten. Im Jahr 2018 untersagte die britische Regierung die Verwendung des Begriffs in offiziellen Papieren oder Dokumenten mit der Begründung, dass seine Definition zu wenig aussagekräftig sei. Stattdessen bevorzuge man für Falschmeldungen Begriffe wie „misinformation“ („Fehlinformationen“) und „disinformation“ („Desinformation“):

  • Desinformation: Bewusst falsche oder irreführende Berichte, die häufig aus finanziellen oder politischen Motiven in Umlauf gebracht werden.
  • Fehlinformationen: Dieser Begriff bezieht sich ebenfalls auf eine falsche oder irreführende Berichterstattung, wobei in diesem Fall der Vorsatz fehlt.

Wie funktionieren Fake News?

Fake News werden häufig über eigene Webseiten verbreitet, die häufig wie authentische Nachrichtenquellen aufbereitet sind, um glaubwürdig zu wirken. Untersuchungen zufolge werden falsche Behauptungen besonders rasant über die sozialen Medien verbreitet, meist sogar schneller als echte Nachrichten. Ihre schnelle Ausbreitung ist auch darauf zurückzuführen, dass sie mit ihrer reißerischen Aufmachung viel Aufmerksamkeit auf sich ziehen und Emotionen wecken – weswegen es in den Artikeln oft um groteske Behauptungen oder Berichte geht, die Wut oder Angst schüren.

Feeds in den sozialen Medien priorisieren Inhalte nach Beliebtheit, das heißt, wie häufig ein Beitrag geteilt und geliked wird, und weniger aufgrund ihres Wahrheitsgehalts oder der gründlichen Recherche. Auch dadurch wird die Verbreitung von Clickbaits, Übertreibungen und Fehlinformationen gefördert. Da die Unternehmen hinter den sozialen Medien immer noch als Plattformbetreiber und nicht als Publizisten gelten, unterliegen sie nicht denselben rechtlichen Verpflichtungen wie traditionelle Verlagshäuser. Das könnte sich allerdings mit der Entwicklung der politischen und juristischen Lage ändern.

Darüber hinaus tragen Social Media-Bots zum Aufkommen von Fake News bei, da sie massenweise Artikel erstellen und verbreiten können, ohne dass die Quellen jemals geprüft würden. Bots, von denen einige auf die Verbreitung von Fehlinformationen programmiert sind, können gefälschte Online-Konten anlegen, die dann Follower, Anerkennung und Autorität erlangen.

Trolle sind Internetnutzer, die gezielt auf Krawall aus sind oder Menschen verärgern, und damit zur Verbreitung von Fake News beitragen. Diese Art von Fake News kann auch politisch motiviert und finanziert sein. In diesem Zusammenhang tauchen häufig die Begriffe „Trollfarmen“ oder „Trollfabriken“ auf, womit institutionalisierte Gruppen von Trollen gemeint sind, die versuchen die politische Willensbildung zu beeinflussen.

Fake News treten gelegentlich auch in Form von Deepfakes auf. Dabei handelt es sich um gefälschte Videos, die mit digitaler Software oder lernfähigen Systemen bearbeitet und durch Gesichtertausch (engl. Face Swapping) entfremdet werden. Bilder werden zu ganz neuem Filmmaterial zusammengestellt, in dem Ereignisse oder Aktionen gezeigt werden, die nie stattgefunden haben. Die Ergebnisse können sehr überzeugend aussehen und sind kaum mehr als Fälschungen zu erkennen.

Fake news examples

Beispiele für Fake News

Fake News im Zusammenhang mit Corona

Die Covid-19-Pandemie bot einen fruchtbaren Boden für falsche Informationen im Internet. Die ganze Krise hindurch gab es zahlreiche Beispiele von Fake News. Ein besonders hartnäckiges Beispiel für Fake News in sozialen Medien war die Behauptung, dass die 5G-Technologie die Verbreitung des Virus gefördert habe – angeblich weil 5G das Immunsystem schwächt und das Virus über Funkwellen kommuniziert. Daran war kein Wort wahr und öffentliche Stellen haben diese Behauptung immer wieder dementiert, trotzdem wurde sie immer wieder geteilt.

US-Präsidentschaftswahlen 2016

Fake News und Fehlinformationen wurden während den US-Wahlen im Jahr 2016 zu einem großen Thema, als über das gesamte politische Spektrum hinweg falsche und irreführende Behauptungen aufgestellt wurden. Einer Analyse zufolge soll ein Großteil dieser Fake News bei diesen Wahlen von Teenagern in Mazedonien in Umlauf gebracht worden sein, die feststellten, dass sie mit immer mehr überparteilichen Storys immer mehr Klicks generieren konnten und immer häufiger geteilt wurden, was ihnen im Ergebnis viel Geld einbrachte.

Bombenanschlag auf den Boston-Marathon

Nach dem Bombenanschlag auf den Boston-Marathon im Jahr 2013 kursierten im Internet falsche Behauptungen, dass es sich dabei um einen vorgetäuschten Anschlag durch die US-Regierung gehandelt habe. Terroristische Ereignisse weltweit ziehen sehr häufig Verschwörungstheorien nach sich. Häufig wird behauptet, dass es sich um reine Verschleierungstaktik handelt und dass ein Staat die Fäden zieht oder eine groß angelegte Verschwörung im Gange ist, um die Verantwortung auf andere zu schieben oder das eigentliche Vorhaben zu verdecken.

Kim Jong-un – der „Sexiest Man Alive“?

Im Jahr 2012 erschien auf der Satire-Webseite „The Onion“ ein Artikel, dass der nordkoreanische Diktator Kim Jong-un zum „Sexiest Man Alive“ gewählt worden sei. Darin hieß es weiter, dass „der aus Pjöngjang stammende Frauenschwarm der Traummann einer jeden Frau“ sei. Dabei zeigte sich, dass Satire in unterschiedlichen Kulturkreisen durchaus zu missverstanden werden kann: Mehrere chinesische Medien (darunter die Online-Version der Zeitung der Kommunistischen Partei Chinas) brachten entsprechende Meldungen, als habe es sich dabei um einen Tatsachenbericht gehandelt.

Welche Gefahren bergen Fake News?

Viele Menschen treffen wichtige Entscheidungen – wie zum Beispiel, wen sie wählen sollen oder welche medizinische Behandlung bei bestimmten Krankheiten angeraten ist – aufgrund dessen, was sie in den Nachrichten gelesen haben. Deshalb ist eine verlässliche Berichterstattung so wichtig. Mögliche Gefahren von Fake News:

  • Wenn Menschen nicht mehr zwischen realen Meldungen und Fake News unterscheiden können, kann es in Bezug auf soziale und politische Themen zu Verwirrung und Missverständnissen kommen. Wenn dadurch der Eindruck entsteht, dass man „nichts mehr von dem glauben kann, was man so liest“, dann nimmt das allgemeine Vertrauen in seriöse Nachrichtenquellen ab.
  • Falsche und irreführende Berichte über medizinische Behandlungen oder schwere Krankheiten wie Krebs oder Covid-19 können zu eklatanten Fehleinschätzungen im Gesundheitsschutz führen.
  • Fake News sind meist darauf ausgelegt, soziale Konflikte zu schüren und Öl ins Feuer zu gießen. Wenn auf den verschiedenen Seiten einer Auseinandersetzung jeder seine eigenen „Fakten“ kreiert, verschärft sich die Spaltung der Gesellschaft weiter, was auch Wahlergebnisse beeinflusst kann.
  • An Hochschulen und Universitäten werden Studenten dazu angehalten, für ihre Seminararbeiten seriöse Informationsquellen zu verwenden. Studenten, die ihre Informationen aus zwielichtigen Quellen beziehen, könnten schlechtere Noten erhalten.

So erkennen Sie Fake News

Woran erkennt man aber nun Fake News auf Facebook und anderen Social Media-Seiten? Wie verhindert man als Student, dass man Fake News auf den Leim geht? Oder wie entgeht man dem Risiko, unwissentlich Desinformationen online zu teilen? Im Folgenden haben wir ein paar Tipps zusammengestellt, woran man Desinformationen oder Webseiten mit Fake News erkennt, und warum man sich gut überlegen sollte, was man teilt:

  1. Quellen überprüfen:
    Der erste Blick sollte stets der Webadresse gelten: Webseiten mit gefälschten Inhalten haben oft Rechtschreibfehler in der URL oder nutzen weniger herkömmliche Domänen-Erweiterungen wie „.infonet“ oder „.offer“. Informieren Sie sich im „Über uns“-Bereich, wenn Sie eine Webseite noch nicht kennen.
  2. Autorenschaft überprüfen: 
    Recherchieren Sie, aus wessen Feder ein Bericht stammt. Gibt es den Autor überhaupt, hat er einen guten Ruf, ist er fachlich versiert und verfolgt er eventuell bestimmte Ziele? Versuchen Sie herauszufinden, welche Motivation hinter einem Artikel steht.
  3. Andere Quellen prüfen:
    Berichten auch andere, seriöse Nachrichtensendungen oder Medienorgane über die Geschichte? Werden in dem Artikel glaubwürdige Quellen zitiert? Professionelle, weltweit tätige Nachrichtenagenturen haben redaktionelle Vorgaben und umfangreiche Ressourcen, um Fakten gegenzuprüfen. Wenn sie über etwas berichten, dass ist das ein gutes Zeichen.
  4. Wahren Sie eine kritische Grundhaltung:
    Viele Fake News sind geschickt aufgesetzt und sprechen Emotionen wie Angst oder Wut an. Behalten Sie immer eine kritische Distanz, fragen Sie sich selbst: Warum wurde dieser Bericht geschrieben? Werden darin bestimmte Meinungen oder Strömungen unterstützt? Soll ich durch Klicken auf eine andere Webseite geleitet werden?
  5. Faktencheck:
    Glaubwürdige Nachrichten enthalten viele Fakten, wie Zahlen, Statistiken, Expertenmeinungen etc. Wenn diese fehlen, sollten Sie das kritisch hinterfragen. In Falschnachrichten werden häufig falsche Datums- oder Verlaufsangaben gemacht. Es könnte sich daher lohnen zu prüfen, wann der Artikel veröffentlicht wurde. Ist der Artikel neu oder bereits überholt?
  6. Kommentare lesen:
    Auch wenn ein Artikel oder Video echt ist, können die Kommentare darunter noch gefälscht sein. Nicht selten werden Links oder Kommentare zu Webinhalten von Bots automatisch generiert oder von Personen geschrieben, die für die Verbreitung irreführender oder verwirrender Informationen bezahlt werden.
  7. Die eigenen Vorurteile hinterfragen:
    Jeder von uns hat Vorurteile und diese könnten eventuell Ihre Reaktion auf einen Artikel beeinflussen. Soziale Medien können so genannte Echokammern schaffen, indem Ihnen immer wieder Berichte vorgeschlagen werden, die Ihre bestehenden Surfgewohnheiten, Interessen und Meinungen verstärken. Je mehr wir uns aus unterschiedlichen Quellen informieren, desto wahrscheinlicher ist es, dass wir die richtigen Schlüsse ziehen.
  8. Ernsthaftigkeit einer Mitteilung prüfen:
    Satire-Webseiten sind beliebt, und nicht immer ist so ganz klar, ob ein Bericht nicht vielleicht einfach nur als Witz oder Parodie gemeint ist. Vergewissern Sie sich, ob die von Ihnen besuchte Webseite für Satire oder humorige Inhalte bekannt ist.
  9. Bilder auf Authentizität prüfen:
    Bilder, die in den sozialen Medien veröffentlicht werden, könnten bearbeitet oder manipuliert worden sein. Mögliche Anzeichen hierfür sind Zerrbilder, bei denen gerade Linien im Hintergrund wellig erscheinen, aber auch merkwürdige Schatten, gezackte Kanten oder eine zu perfekt wirkende Hautstruktur. Denken Sie außerdem daran, dass ein Bild zwar korrekt sein kann, aber trotzdem in einem irreführenden Kontext verwendet wird. Mithilfe von Tools wie die Rückwärts-Bildersuche von Google lässt sich nachvollziehen, woher ein Bild stammt und ob es verändert wurde.
  10. Fakten gegenprüfen:
    Zu den bekanntesten Webseiten für Faktenchecks gehören:
    1. Snopes
    2. PolitiFact
    3. Fact Check
    4. BBC Reality Check

Fake News haben nur eine Chance, wenn sie von anderen erneut gepostet, getwittert oder anderweitig verbreitet werden. Wenn Sie sich nicht sicher sind, ob ein Artikel authentisch ist oder nicht, sollten Sie innehalten und es sich zwei Mal überlegen, ob Sie ihn teilen. Um beim Surfen auf Nummer sicher zu gehen, sollten Sie eine Antiviren-Lösung wie Kaspersky Total Security installieren, die Sie vor Hackern, Viren, Malware und anderen Online-Bedrohungen schützt.

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