Durchschnittlicher Schaden in Deutschland bei rund 1.180 Euro und damit der höchste Betrag in allen untersuchten Regionen
- Die Hälfte aller Angriffe innerhalb von 30 Minuten erfolgreich
- Neue Kaspersky-Studie zeigt erstmals, wie schnell, kostspielig und emotional belastend Messaging-Betrug ist
Ob WhatsApp, SMS oder Facebook – Messenger-Dienste sind auch bei Online-Betrügern zunehmend beliebt. Laut einer aktuellen und weltweit durchgeführten Studie von Kaspersky [1] verzeichnen Nutzer in Deutschland mit durchschnittlich rund 1.180 Euro (1.369 US-Dollar; weltweit 733 US-Dollar) die höchsten finanziellen Schäden durch Messaging-Betrug. Dabei werden die Betroffenen geschickt unter Druck gesetzt: So wurden bei 44 Prozent der analysierten Fälle in Deutschland (weltweit 52 Prozent) bereits innerhalb einer halben Stunde Geld oder persönliche Daten entwendet. In der Bundesrepublik zählen insbesondere E-Mail-Adressen, Geburtsdaten und vollständige Namen zu den am häufigsten abgegriffenen Daten.
Die aktuelle Kaspersky-Untersuchung quantifiziert erstmals, wie schnell, kostspielig und emotional belastend Messaging-Betrug inzwischen geworden ist – auch durch den Einsatz von KI. Cyberkriminelle nutzen dabei alltägliche Nachrichten, um innerhalb weniger Minuten an Geld und persönliche Daten ihrer Opfer zu gelangen. Dies bringt nachhaltige finanzielle und psychische Folgen für die Betroffenen mit sich.
Eine einzige, vertrauenswürdig wirkende Nachricht kann demnach weltweit zu einem durchschnittlichen Verlust von bis zu 733 US-Dollar (ca. 630 Euro) pro betroffener Person führen; in Deutschland steigt dieser Wert auf rund 1.180 Euro (1.369 US-Dollar) – der höchste Betrag aller untersuchten Regionen.
Hinter den alltäglich wirkenden Nachrichten steht laut den Sicherheitsexperten ein weltweit organisiertes Betrugskartell, das im industriellen Maßstab und mit hoher Schlagkraft agiert – und mithilfe von KI Familienmitglieder, Freunde sowie vertrauenswürdige Marken imitiert.
Betrug über Messenger: Das schnellste Delikt der Gegenwart?
Von beruflichen E-Mails über Familien-Chats bis hin zu Versandbenachrichtigungen: Messenger-Dienste sind ein Herzstück der alltäglichen Kommunikation geworden. Gleichzeitig entwickeln sie sich zum am stärksten missbrauchten Angriffsvektor für Betrug. Dabei beginnen die meisten Fälle auf beliebten Plattformen. Laut der Kaspersky-Studie gehören WhatsApp, SMS/iMessage und Facebook global wie in Deutschland zu den Top-3.
Auffällig ist insbesondere die Geschwindigkeit, mit der die Angriffe ablaufen. 44 Prozent aller Betroffenen in Deutschland (weltweit sind es 52 Prozent) übergaben Geld oder persönliche Daten innerhalb von 30 Minuten; einer von sieben Betroffenen sogar in weniger als fünf Minuten – schneller, als man ein Taxi bestellt oder geduscht hat.
Dabei beschränken sich Cyberkriminelle selten auf eine Plattform. Nahezu zwei Drittel der analysierten Betrugsversuche weltweit (63 Prozent) und in Deutschland (65 Prozent) erstrecken sich über mehrere Kanäle – etwa von SMS zu WhatsApp oder von WhatsApp zu Telegram – und imitieren so den Verlauf alltäglicher Konversationen im privaten und beruflichen Umfeld, um nicht aufzufallen.
„Betrüger nutzen vertraute Kontexte, bekannte soziale Situationen und etablierte sprachliche Konventionen, damit Betroffene ihre Entscheidungen im Moment für rational und vernünftig halten“, erläutert Dr. Elisabeth Carter, forensische Linguistin und Kriminologin an der Kingston University London. „Tatsächlich konstruieren sie jedoch falsche Realitäten, in denen genau diese Entscheidungen finanziellen und psychischen Schaden verursachen. Eine solche Scheinrealität ist schwer als solche zu erkennen, solange man sich in ihr befindet. Familie und Freunde sollten daher eng eingebunden und über das eigene Online-Verhalten informiert werden – denn von außen lassen sich Unstimmigkeiten deutlich leichter feststellen.“
„Diese neue Welle von Messaging-Betrug zeigt, dass betrügerische Nachrichten von alltäglicher Kommunikation kaum noch zu unterscheiden sind“, kommentiert Marc Rivero, Lead Security Researcher im Global Research & Analysis Team (GReAT) bei Kaspersky. „KI beschleunigt diese Entwicklung zusätzlich, da sich Marken, vertraute Stimmen und Beziehungen damit in großem Umfang überzeugend imitieren lassen. Reines Bewusstsein reicht als Schutz daher nicht mehr aus. Nutzer müssen Risiken früher erkennen, bevor sie zu vorschnellen Entscheidungen gedrängt werden. Die Kombination aus einfachen Gewohnheiten – etwa innezuhalten und Kontaktdaten unabhängig zu prüfen – mit verlässlichen Sicherheitslösungen, die Bedrohungen in Echtzeit erkennen und blockieren, ist entscheidend für einen wirksamen Schutz.“
Teils mehrmals betroffen
Laut der Kaspersky-Studie haben 51 Prozent der Betroffenen weltweit (in Deutschland: 43 Prozent) Geld verloren und 43 Prozent (in Deutschland 46 Prozent) persönliche Informationen wie Telefonnummern, E-Mail-Adressen, Adress- oder Zugangsdaten. In Deutschland zählen insbesondere E-Mail-Adressen (33 Prozent), Geburtsdaten (29 Prozent) und vollständige Namen (28 Prozent) zu den am häufigsten abgegriffenen Daten.
Messaging-Betrug ist selten ein einmaliges Ereignis: Mehr als ein Viertel der Betroffenen weltweit gibt an, in den vergangenen sechs Monaten drei Mal oder häufiger Ziel eines Angriffs geworden zu sein. Dies zeigt, dass dieselben Personen wiederholt ins Visier geraten, sobald Cyberkriminelle erkennen, dass diese leicht überrumpelt werden können.
Der KI-Effekt: Generationsübergreifende Betroffenheit und langfristige emotionale Folgen
Messaging-Betrug trifft nicht mehr nur unerfahrene oder ältere Nutzer. Die Daten zeigen, dass sich die Betroffenen über mehrere Generationen hinweg, von Gen Z bis Gen X, verteilen. Wenn Angriffe in hoher Geschwindigkeit über vertraute Kanäle erfolgen, bieten weder Erfahrung noch digitale Kompetenz verlässlichen Schutz.
Maßgeblich verantwortlich für diese Entwicklung ist der Einsatz von KI. Schlecht formulierte Nachrichten oder offensichtliche Warnsignale gehören zunehmend der Vergangenheit an. Mehr als zwei Drittel der Betroffenen weltweit (66 Prozent weltweit, 74 Prozent in Deutschland) gehen davon aus, dass bei dem Angriff KI eingesetzt wurde – etwa in Form KI-generierter Nachrichten, synthetischer oder geklonter Stimmen sowie Deepfake-Bilder und -Videos.
Auch die emotionale Belastung wirkt lange nach. So berichten Betroffene zum Zeitpunkt der Befragung am häufigsten von Wut (47 Prozent weltweit, 43 Prozent in Deutschland), Frustration (33 Prozent weltweit, 32 Prozent in Deutschland) und Bestürzung (30 Prozent weltweit, 38 Prozent in Deutschland).
Kaspersky-Empfehlungen zum Schutz vor Messaging-Betrug
Kaspersky empfiehlt bewusste Verhaltensweisen mit technischen Schutzmaßnahmen zu kombinieren.
- Vor jeder Reaktion innehalten: Nachrichten, die zu schnellem Handeln, Zahlungen oder zur Herausgabe persönlicher Daten auffordern, sind ein deutliches Warnsignal. Bereits eine kurze Pause unterbricht die Dynamik des Angriffs.
- Identitäten unabhängig verifizieren: Angaben über sichere Verifizierungswege gegenprüfen, Profile abgleichen und im Zweifel zusätzliche Identitätsnachweise einfordern.
- Konten mit starken Passwörtern absichern: Individuelle Passwörter pro Konto sind essenziell. Ein Passwort-Manager wie Kaspersky Password Manager [2] unterstützt bei deren Erstellung und Verwaltung und sorgt dafür, dass bei der Kompromittierung eines Kontos nicht weitere Zugänge gefährdet sind.
- Auf verdächtige Links und Benachrichtigungen achten: Die meisten Angriffe erreichen Betroffene über Links in Messaging-Diensten oder im E-Mail-Postfach, die seriös wirken. Sicherheitslösungen wie Kaspersky Premium [3] überwachen Geräteaktivitäten, erkennen verdächtiges Verhalten und blockieren schädliche Links, bevor Schaden entsteht.
Weitere Informationen sind verfügbar unter Kaspersky Daily (https://www.kaspersky.de/blog/the-great-messaging-heist/33514/) sowie im vollständigen Forschungsbericht „The Great Messaging Heist – Exposing the global scam cartels exploiting everyday messages, 2026“: https://media.kasperskydaily.com/wp-content/uploads/sites/92/2026/05/27050022/The_Great_Messaging_Heist_Report_2026_by_Kaspersky.pdf
[1] https://media.kasperskydaily.com/wp-content/uploads/sites/92/2026/05/27050022/The_Great_Messaging_Heist_Report_2026_by_Kaspersky.pdf / Die Umfrage wurde im April 2026 von Censuswide im Auftrag von Kaspersky durchgeführt. Befragt wurden 2.806 von Messaging-Betrug Betroffene im Alter von 16 bis 61 Jahren in Europa (Deutschland mit 252 Befragten, Vereinigtes Königreich, Frankreich, Italien, Spanien, Portugal, Griechenland, Serbien), Nordamerika (USA) sowie Afrika (Marokko, Senegal, Elfenbeinküste).
[2] https://www.kaspersky.de/password-manager
Nützliche Links:
- Kaspersky Premium: https://kas.pr/re3t
- Kaspersky Password Manager: https://www.kaspersky.de/password-manager
- Kaspersky Daily: https://www.kaspersky.com/blog/