Drei Möglichkeiten, einen Handy-Spion zu enttarnen

Drei Möglichkeiten, eine Überwachungs-App auf Ihrem Smartphone aufzuspüren.

Auf den ersten Blick mögen Spionage-Apps wie etwas aus einem Thriller erscheinen, das für hochrangige Politiker, prominente Geschäftsleute und Prominente von Bedeutung ist, nicht für normale Menschen. In Wirklichkeit müssen Sie aber nicht Jeff Bezos sein, um von jemandem verfolgt zu werden. Es könnte sein, dass Ihr Arbeitgeber (oder Ihre bessere Hälfte) wissen möchte, was Sie außerhalb des Büros (oder zu Hause) so treiben.

Falls Sie den Verdacht haben, dass jemand Sie über Ihr Smartphone ausspioniert – oder auch wenn Sie es nicht vermuten – nutzen Sie diese Tipps, um den Dingen auf den Grund zu gehen.

So können Sie selbst einen Handy-Spion aufspüren

Spionage-Apps haben sicher gute Fähigkeiten, sich zu verbergen, aber die meisten verraten ihre Anwesenheit auf die eine oder andere Weise. Mobile Daten, die schneller als erwartet aufgebraucht werden, oder der Akku, der ähnlich schnell leer wird, sind zwei nicht zu übersehende Warnzeichen. Falls Sie eines der beiden Probleme bemerken, seien Sie auf der Hut und überprüfen Sie, welche Apps die Ressourcen Ihres Telefons verbrauchen. Die Einstellungen, die Sie benötigen, haben je nach Gerät unterschiedliche Namen; suchen Sie nach etwas wie Datennutzung bzw. Batterie.

Falls das Gerät W-LAN, mobiles Internet oder Geolokalisierung aktiviert, obwohl Sie sie ausgeschaltet haben, sehen Sie sich an, welche Apps Daten verbrauchen und auf Ihren Standort zugreifen. Weitere Informationen finden Sie in unserem Beitrag über das Überprüfen von Android-Berechtigungen oder auf der Webseite von Apple über iOS-Berechtigungen.

Falls Sie auf Ihrem Android-Telefon nichts finden, aber trotzdem den Verdacht haben, dass jemand Sie ausspioniert, überprüfen Sie, welche Apps Zugriff auf die Barrierefreiheit haben (Einstellungen -> Barrierefreiheit). Mit der Zugriffsberechtigung können Apps andere Programme ausspionieren, Einstellungen ändern und eine Menge anderer Dinge tun, die den Benutzer betreffen. Das macht die Berechtigung sehr nützlich für Spionageprogramme. Wenn wir sagen, dass die Zugriffsberechtigung eine der potenziell gefährlichsten Berechtigungen in Android ist, dann meinen wir das auch wirklich so. Geben Sie diese Art von Zugriff Ihrem Antivirenprogramm, aber sonst nichts.

So finden Sie einen Handy-Spion mit Kaspersky Internet Security für Android

Keine Lust auf ein manuelles Suchen und Entfernen? Besitzer von Android-Geräten sollten sich unsere mobile Sicherheitslösung ansehen. Kaspersky Internet Security für Android entlarvt alle Verräter, und selbst dann, wenn Sie die kostenlose Version haben.

Aufgrund des rechtlich umstrittenen Status von Stalkerware stufen viele Sicherheitslösungen einige Problem-Apps als Nicht-Virus ein. Sie werden aber trotzdem eine Warnung darüber erhalten, also lesen Sie Antiviren-Warnungen immer sorgfältig.

Allerdings hat diese Methode auch einen Nachteil: Einige Überwachungs-Apps benachrichtigen ihre Besitzer, falls ein Antiviren-Schutz auf dem Gerät installiert ist. Falls Sie befürchten, von einem eifersüchtigen Ehepartner verfolgt zu werden, ist es vielleicht besser, ihn nicht über Ihren Verdacht zu informieren. Um Benutzern zu helfen, einen Spion zu erkennen, ohne sich selbst zu verraten, haben wir einen mobilen Spycatcher namens TinyCheck entwickelt. TinyCheck funktioniert gleichermaßen gut für Android und iOS.

So finden Sie einen Handy-Spion mit TinyCheck

Ursprünglich haben wir TinyCheck entwickelt, um Opfern von häuslicher Gewalt zu helfen, aber wir haben schnell gemerkt, dass es für jeden von Nutzen sein kann. Die aktuelle Version erfordert allerdings etwas technisches Know-how und die Bereitschaft, an der Hardware herumzubasteln.

Denn TinyCheck wird nicht auf einem Smartphone, sondern auf einem separaten Gerät installiert, etwa einem Raspberry Pi-Mikrocomputer. Dieses separate Gerät muss so konfiguriert werden, dass es als Vermittler zwischen dem Router und dem mit dem WLAN verbundenen Gerät fungiert – aber der Lohn für diese Arbeit ist die Gewissheit, dass jegliche Spyware auf dem Telefon unsere Software niemals sehen kann.

Sobald die Software installiert ist, durchläuft der gesamte Internetverkehr TinyCheck. Dieser analysiert die Daten in Echtzeit. Falls Ihr Smartphone zum Beispiel viele Daten an einen bekannten Spyware-Server sendet, wird TinyCheck Sie benachrichtigen. So sieht das dann in der Praxis aus:

Detaillierte technische Voraussetzungen und Anleitungen zur Einrichtung von TinyCheck finden Sie auf der GitHub-Seite der Lösung

Nachtrag zu TinyCheck für die „Nichtwissenden“

Falls Sie denken, dass ein Raspberry Pi etwas ist, das man in einer Bäckerei kaufen kann, sind Sie wahrscheinlich besser dran, wenn Sie einen IT-Profi bitten, TinyCheck für Sie zu konfigurieren. Besser noch: Suchen Sie sich jemanden, den Sie kennen und dem Sie zu 100 Prozent vertrauen. Sie sollten es natürlich vermeiden, jemanden zu fragen, von dem Sie vermuten, dass er mit der Spyware in Verbindung steht. Sollten Sie ihm Zugang gewähren, wird er die App wahrscheinlich auf eine Whitelist setzen, damit sie nicht auf dem Radar von TinyCheck erscheint.

So vermeiden Sie Überwachung

Falls eine der oben genannten Methoden Spyware auf Ihrem Smartphone zutage fördert, überlegen Sie es sich zweimal, bevor Sie sie löschen. Die Person, die sie installiert hat, wird es bemerken, und das könnte die Sache noch schlimmer machen. (Die Deinstallation des Programms könnte auch Beweise löschen, die Sie später brauchen könnten.)

Wie bei allen Aspekten der Sicherheit sollten Sie zuerst Schutzmaßnahmen ergreifen. Falls Sie beispielsweise von einem potenziell gewalttätigen Partner verfolgt werden, sollten Sie sich an eine Beratungsstelle für Opfer häuslicher Gewalt wenden, bevor Sie etwas mit der Spionage-App unternehmen (Informationen finden Sie hier).

In manchen Fällen ist es einfacher, Ihr Smartphone komplett zu ersetzen und dann sicherzustellen, dass niemand Spionage-Apps auf dem neuen Gerät installieren kann:

  • Schützen Sie Ihr Smartphone mit einem starken Passwort, das Sie niemals an Ihren Partner, Freunde oder Kollegen weitergeben;
  • Installieren Sie sofort eine zuverlässige Sicherheitslösung, und scannen Sie das Gerät regelmäßig;
  • Ändern Sie die Passwörter für alle Ihre Konten und geben Sie diese auch nicht an andere weiter;
  • Laden Sie Apps nur von offiziellen Quellen wie Google Play oder dem App Store herunter.

Weitere Informationen über Spyware und den Umgang mit ihr finden Sie bei der Coalition Against Stalkerware, die Organisationen für häuslichen Missbrauch und die Sicherheits-Community zusammenbringt.

Tipps

Router-Schutz für MikroTik-Benutzer

Aktualisieren Sie RouterOS des MikroTik-Routers und überprüfen Sie die Einstellungen, um sich vor dem Botnet Mēris zu schützen und ggf. Malware von einem bereits infizierten Router zu entfernen.