Ihr Konto wurde also gehackt. Und jetzt?

Was Sie tun können, wenn eines Ihrer Konten gehackt wurde: Wie Sie den Schaden minimieren, Ihre digitale Komfortzone wiederherstellen und dabei vermeiden, über den Tisch gezogen zu werden.

Herauszufinden, dass eines Ihrer Accounts gehackt wurde, kann ziemlich stressig sein. Besonders, wenn es sich um ein Konto handelt, das Sie aktiv nutzen, um mit Freunden zu chatten, Einkäufe zu tätigen oder um Dateien zu speichern.

Statt emotional zu reagieren, ist es in diesem frühen Stadium wichtig, einen kühlen Kopf zu bewahren und sich auf die Minimierung der Auswirkungen zu konzentrieren. Retten Sie Ihr Geld und Ihre Daten, schützen Sie Ihre Freunde vor Betrügern und gewinnen Sie die Kontrolle über Ihr Konto zurück, denn damit machen Sie den Schaden rückgängig oder halten ihn zumindest auf. In diesem Beitrag erklären wir Ihnen, was Sie im Fall der Fälle tun müssen.

Wenn Sie sich überhaupt nicht mehr anmelden können

Erst wenn man sich plötzlich nicht mehr einloggen kann, begreifen Benutzer, dass sie gehackt wurden. Das liegt daran, dass Hacker in vielen Fällen als erstes das Passwort ändern, um das Opfer aussperren und die vollständige Kontrolle über das gestohlene Konto erlangen.

Keine Panik: Sie können immer noch viel tun. Atmen Sie tief durch. Es ist wichtig, alles schnell zu erledigen und Prioritäten zu setzen.

  • Versuchen Sie, Ihr Passwort zurückzusetzen. Wenn Sie schnell genug handeln, hatten die Angreifer möglicherweise noch keine Zeit, Ihre E-Mail von Ihrem Konto zu trennen.
  • Warnen Sie so viele Personen vor Ihrem gehackten Konto wie nur möglich. Nehmen Sie Kontakt mit Freunden und Verwandten auf. Veröffentlichen Sie eine Nachricht in Ihren sozialen Netzwerken. Wenn Ihre Freunde wissen, dass Ihr Konto gehackt wurde, ist die Wahrscheinlichkeit geringer, dass sie auf die Tricks der Betrüger hereinfallen, da Angreifer in Ihrem Namen Anfragen senden werden. So kann es sein, dass die Angreifer einen Notfall vorgaukeln und nach Geld bitten.
  • Rufen Sie Ihre Bank oder Ihren Finanzdienstleister an, wenn die Betrüger ein Konto in einem Zahlungssystem oder ein Konto mit einer verknüpften Kreditkarte gehackt haben.
  • Scannen Sie Ihren Computer mit einer Antiviren-Software, um sicherzustellen, dass er frei von jeglicher Malware ist, die zum Stehlen von Passwörtern verwendet werden könnte.
  • Erstellen Sie eine Liste der wichtigsten Dienste im Zusammenhang mit Ihrem gehackten Konto stehen. Erinnern Sie sich an alle Dienste, bei denen Sie das gehackte Konto als Anmeldeoption nutzen, sowie alle Dienste, die E-Mails zum Zurücksetzen des Passworts an das gehackte Konto senden.
  • Versuchen Sie sich in die Dienste einzuloggen, die mit dem gehackten Konto in Verbindung stehen, um sie zu trennen.
  • Ändern Sie die Passwörter für alle verknüpften Konten sowie für alle Dienste, für die Sie dasselbe Passwort wie für das gehackte Konto verwendet haben. (Es lohnt sich auch, die Sicherheitsfragen für andere Dienste zu ändern, wenn es die gleichen sind, die Sie für das gehackte Konto verwendet haben. Besser noch, Sie sollten auch eine Zwei-Faktor-Authentifizierung einrichten).
  • Setzen Sie sich mit dem Support der jeweiligen Dienste in Verbindung und verwenden Sie die Kontowiederherstellungsfunktion, um den Zugriff auf das betroffene Konto wiederherzustellen. Hier finden Sie die weiterführende Links für Facebook, Google, Instagram und Twitter.

 

Was tun, wenn Sie eine Benachrichtigung über „verdächtige Aktivitäten“ erhalten haben?

Viele Online-Dienste warnen ihre Benutzer, wenn ihre Konten bei bestimmten wichtigen Aktionen verwendet werden. Zu den Aktionen können die Änderung des Passworts, die Verknüpfung einer neuen Telefon- oder E-Mail-Adresse mit dem Konto und die Anmeldung von einem neuen Gerät oder Standort aus gehören. Wenn Sie einer dieser Aktionen nicht durchgeführt haben und trotzdem eine solche Nachricht erhalten haben, sollten Sie sich Sorgen machen.

  • Versuchen Sie, sich in Ihr Konto einzuloggen, aber verwenden Sie nicht die Links in der Benachrichtigungsmail. Phishing-Nachrichten, die nach Anmeldedaten jagen, können sehr ähnlich wie offizielle Konto-E-Mail-Benachrichtigungen aussehen. Am besten geben Sie die Adresse manuell in Ihren Browser ein oder öffnen die App.
  • Überprüfen Sie Ihren Anmeldeverlauf, wenn das Konto dies zulässt, und melden Sie alle anderen Geräte sofort ab, wenn Sie unbekannte Geräte oder Orte auf der Liste sehen.
  • Überprüfen Sie alle Kontodaten einschließlich E-Mail-Adresse, Telefonnummer und Sicherheitsfragen.
  • Ändern Sie Ihr Passwort. Stellen Sie dabei sicher, dass es stark ist und sich wesentlich vom alten Passwort unterscheidet. Wenn Sie befürchten, dass Sie Ihr neues Passwort vergessen könnten, verwenden Sie einen Kaspersky Password Manager, um alle Ihre Passwörter sicher aufzubewahren.
  • Ändern Sie das Passwort für alle Konten, bei denen Sie das kompromittierte Passwort verwendet haben, sowie in Konten, die mit dem kompromittierten Login verbunden sind (z. B. Konten in allen Online-Shops, in denen Sie sich über ein sozialen Netzwerk angemeldet haben).

Was tun, wenn Sie eine Erpresser-Mail erhalten haben

Manchmal melden sich Angreifer und behaupten, in Ihr Konto eingedrungen zu sein, Ihren Computer mit schrecklicher Malware infiziert zu haben, Sie mit Ihrer eigenen Webcam sie aufgenommen haben, Ihre Nachrichten kopiert zu haben oder ähnliches. Die Übeltäter drohen in der Regel damit, die gesammelten Daten zu veröffentlichen, wenn Sie kein Lösegeld zahlen.

Tatsächlich ist es jedoch unwahrscheinlich, dass jemand Ihr Gerät gehackt hat und Sie ausspioniert. Man weiß, dass Betrüger Erpresser-Mails für alle vorstellbaren Umstände versenden, auch an solche Adressen, die in einigen Spam-Datenbanken aufgeführt sind. Wenn Sie auf Nummer sicher gehen wollen, ändern Sie das Passwort für das Konto, das angeblich gehackt wurde. Es ist sowieso keine schlechte Idee, ab und zu das Passwort zu erneuern. Auch hier gilt: Wenn Sie befürchten, dass Sie Ihr neues Passwort vergessen könnten, installieren Sie Kaspersky Password Manager der sich alles für Sie merkt.

Fallen Sie den Hackern nicht zum Opfer

Natürlich ist es am besten, Betrüger von Anfang an von Ihren Konten fernzuhalten. Stellen Sie daher sicher, dass Ihre Konten geschützt sind, auch wenn Sie nicht das Opfer eines Hacks sind. Sie können nämlich immer angegriffen werden. So schützen Sie sich:

  • Verwenden Sie sichere und einzigartige Passwörter.
  • Aktivieren Sie die Zwei-Faktor-Authentifizierung.
  • Installieren Sie eine zuverlässige Schutzlösung auf allen Geräten. Es ist wichtig, eine Lösung zu wählen, die nicht nur Malware abfängt, sondern Sie auch warnt, wenn die Zugangsdaten für einen von Ihnen genutzten Dienst leakt wurden.

 

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Aktualisieren Sie RouterOS des MikroTik-Routers und überprüfen Sie die Einstellungen, um sich vor dem Botnet Mēris zu schützen und ggf. Malware von einem bereits infizierten Router zu entfernen.