Online-Tracker machen Geräusche

Das Programm Googerteller erzeugt jedes Mal einen kurzen Ton, wenn ein Browser mit einem Werbe-Tracker interagiert.

Googerteller macht Tracking hörbar

Wir alle wissen sehr gut, dass wir online verfolgt werden. Trotzdem ist das Ausmaß der Überwachung immer wieder haarsträubend – jedenfalls, wenn es anschaulich dargestellt wird. Trockene Fakten wie „Dein Browser hat sich in der letzten Stunde mit 456 Werbe-Trackern verbunden“ sorgen kaum für Aufmerksamkeit. Bei solchen Zahlen fehlt einfach der Kontext. Sie verbinden unsere Online-Aktionen nicht konkret mit deren unsichtbaren Folgen. Aber wie wäre es, wenn wir das Online-Tracking irgendwie sichtbar machen könnten – oder hörbar? Genau das tat die Musikerin Jasmine Guffond vor ein paar Jahren …

Der Sound des Google-Trackings

Sie entwickelte die Browser-Erweiterung Listening Back, die jedes Mal einen Ton abspielt, wenn der Browser eine Cookie-Datei speichert, ändert oder löscht. Da solche Ereignisse praktisch jede Benutzeraktion begleiten, ist das Ergebnis sehr anschaulich und hört sich zugleich ziemlich bizarr an.

Eine ähnliche Idee hatte der niederländische Programmierer Bert Hubert, der für die Entwicklung von PowerDNS, einer Software für DNS-Server, bekannt ist. Beim Studium von Netzwerkaktivitätsprotokollen fiel ihm immer wieder auf, wie oft Websites mit Google (und auch mit anderen Websites) kommunizieren. Dies inspirierte ihn zu einem kleinen Programm, das er Googerteller nannte.

In der Originalversion piepste das Programm jedes Mal, wenn eine Verbindung zu Google hergestellt wurde. Das Ergebnis war beeindruckend – hör dir einfach an, wie es klingt. So tönt es zum Beispiel beim Besuch auf der offiziellen Jobbörse der niederländischen Regierung, die Stellenangebote von Geheimdiensten präsentiert.

Fast bei jedem Klick auf dieser Website gehen Informationen an Google – und der Nutzer erhält keinerlei Warnung.

Mehr Tracking – mehr Geräusche

Bert Hubert begnügte sich jedoch nicht mit Google, sondern fügte Googerteller auch Adressen hinzu, die zu Facebook und einer Reihe anderer „beliebter“ Online-Tracker gehören. Dann besuchte er einige Websites, die das Online-Tracking viel stärker missbrauchen als beispielsweise die Jobbörse der niederländischen Regierung. Die Ergebnisse sind wirklich erstaunlich.

Leider ist Googerteller nur als Quellcode auf GitHub verfügbar. Aber jeder, der Online-Tracking mit eigenen Ohren hören will, kann das Programm auf seinem Computer kompilieren und ausführen. Hier gibt es den ursprünglichen Googerteller-Code für Linux, macOS und andere X-Systeme und hier ist eine „von Fans erstellte Version“ für Windows – GoogeDotTeller. Wenn du Googerteller nicht selbst kompilieren möchtest, kannst du dieses von Googerteller inspirierte Plug-in für Mozilla Firefox verwenden (hier ist der Quellcode).

Die oben erwähnte Browser-Erweiterung Listening Back ist weiterhin in den offiziellen Erweiterungsshops verfügbar – sowohl für Google Chrome als auch für Mozilla Firefox. Technische Kenntnisse sind dafür nicht notwendig – einfach installieren und los geht’s.

Genieße die Stille

Wenn du lieber keine Tracker hören möchtest, die Informationen über dich sammeln, sondern diese aktiv blockieren willst, haben wir genau das Richtige für dich – unsere Funktion „Schutz vor Datensammlung“. Sie wirkt effektiv gegen Tracker für Online-Werbung. Diese Funktion ist in allen unseren Abos für Privatanwender verfügbar: Kaspersky Standard, Kaspersky Plus und Kaspersky Premium.

Denk aber daran, die Einstellungen zu überprüfen: Im Standardmodus werden Tracker vom „Schutz vor Datensammlung“ nur erkannt und gezählt. Der Sperrmodus muss manuell aktiviert werden. Sobald du die Funktion aktiviert hast, kannst du Googerteller oder Listening Back starten und vergleichen, wie sich dein Browser mit und ohne Schutz anhört.

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