Facebook startet Messenger Kids

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Anfang der Woche kündigte Facebook ein spannendes neues Produkt namens Messenger Kids an. Die Leiterin des Produktmanagements Loren Cheng schrieb darüber in einem Blogpost:

„Heute wird in den USA eine kleine Vorschau unserer neuen App, Messenger Kids, präsentiert, die es Kindern leichter macht, sicher mit ihrer Familie und ihren Freunden über Video zu kommunizieren und Textnachrichten auszutauschen. Nachdem wir mit unzähligen Eltern, Verbänden wie National PTA und Elternexperten in den USA gesprochen haben, war uns klar, dass wir eine Messaging-App entwickeln müssen, die es Kindern erlaubt, mit ihren Liebsten zu kommunizieren und die gleichzeitig die Kontrolle bietet, die Eltern gerne hätten.“

Was genau ist Facebook Messenger Kids?

Messenger Kids ist eine eigenständige von Facebook entwickelte App. Ich möchte Sie an dieser Stelle daran erinnern, dass Nutzer normalerweise 13 Jahre alt sein müssen, um Facebook nutzen zu können. Bei Messenger Kids ist dies nicht der Fall; es gibt keine Altersbegrenzung. In den USA ist die App momentan für iPad, iPod Touch und iPhone im App Store erhältlich.

Weiterhin heißt es im Blogpost:

„Messenger Kids schaltet keine Anzeigen und die Informationen Ihrer Kinder werden auch nicht zu Anzeigezwecken verwendet. Die App ist kostenlos und es gibt keine In-App-Käufe. Zudem wurde die App so konzipiert, dass sie mit dem Children’s Online Privacy Protection Act (COPPA, deutsch: „Gesetz zum Schutz der Privatsphäre von Kindern im Internet“) konform ist.“

In der Theorie klingt die App gut. Ich weiß, dass meine Kinder es lieben, mit Filtern und den Video-Add-Ons für den Video-Chat herumzuspielen. In Zusammenarbeit mit einigen Kollegen haben wir die Funktionen der App getestet.

Der Aufbau der App ist relativ simpel. Das Interessante an der App ist, dass sie das Teilen von Inhalten direkt über Facebook autorisiert und keine Berechtigungen vom Gerät einfordert. Zudem können dem Interface mehrere Kinder hinzugefügt werden. Wenn ein Kind einen Kontakt hinzufügen möchte, erhält ein Elternteil eine Benachrichtigung über Facebook Messenger, in der es um seine Zustimmung gebeten wird.

Ist Facebooks Messenger für Kinder sicher?

Im Großen und Ganzen scheint die Umgebung sehr steril und sicher zu sein. Die Kamerafilter ähneln denen von Snapchat und die GIF-Auswahl ist für Kinder geeignet.

Einen möglichen Nachteil, über den wir gesprochen haben, könnten die fehlenden Textfilter darstellen. Wenn ein Kind seine Eltern zum Beispiel darum bittet, all seine Klassenkameraden hinzuzufügen, die beispielsweise auch Messenger Kids verwenden, könnte die App für Kinder eine weitere Möglichkeit sein, sich gegenseitig zu schikanieren oder zu mobben. Da sich die App derzeit noch in der Betaversion befindet, könnte Facebook diesen möglichen Makel jedoch noch vor der Veröffentlichung der eigentlichen App beheben.

Über die Möglichkeit des Mobbings müssen Eltern offen mit ihren Kindern sprechen. Die App ist für Kinder unter 13 Jahren gedacht; es ist also jede Menge Vertrauen erforderlich – zwischen den Kindern, ihren Eltern und den Freunden, mit denen sie verbunden sind. David Emm, Mitglied bei Kaspersky Labs GReAT, empfiehlt folgende Tipps, um mit der Nutzung der App zu beginnen (den vollständigen Post mit weiteren Tipps können Sie hier finden):

  1. Sprechen Sie mit Ihren Kindern über potenzielle Gefahren.
  2. Ermutigen Sie Ihre Kinder, über ihre Online-Erfahrungen zu sprechen, vor allem über alles, das ihnen Unwohlsein verursacht oder ihnen bedrohlich vorkommt. Der Schutz von Kindern vor Cyberrowdies ist vor allem auf Smartphones eine Herausforderung, da sie dort auf so viele Arten angegriffen werden können, und oft ohne, dass es die Eltern mitbekommen. Gehen Sie mit Cybermobbing um, wie Sie es auch mit Mobbing im täglichen Leben tun würden: Ermutigen Sie Ihre Kinder, offen mit einem Erwachsenen darüber zu sprechen, wenn sie unpassende oder drohende Nachrichten erhalten. Telefonnummern und Kontakte in Apps können blockiert werden, wenn darüber unpassende Inhalte kommen und Ihr Kind sich dabei unwohl fühlt.
  3. Legen Sie klare Grundregeln fest, was Ihre Kinder online tun können und was nicht, und erklären Sie, warum Sie diese Regeln festgelegt haben. Sie sollten diese Regeln auch immer wieder neu bewerten, wenn Ihre Kinder älter werden.

Eine letzte Sache bleibt noch zu erwähnen: Eltern müssen mit ihren Kindern darüber reden, was diese teilen dürfen und was nicht, um Albtraumszenarien, wie zum Beispiel die sexuelle Erpressung (auch Sextortion genannt) zu vermeiden.