Sextortion im Internet: eine Bedrohung für jeden, besonders für Jugendliche

2 Aug 2016

Erpressung ist ein uraltes Verbrechen, und moderne Technologien helfen dabei – wie bei so vielen anderen Dingen –  sich extrem auszubreitet. Kriminelle bestehlen ihre Opfer auf sehr viele Arten, aber Hacking-Mtiteilungen, wie Textnachrichten und Webcams sind gnadenlos effizient, wenn es um eine sehr persönliche Art von Verbrechen geht – dem sogenannten Sextortion.

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Sextortion, oder sexuelle Erpressung, ist die Androhung, intime Informationen über das Opfer zu veröffentlichen, es sei denn, das Opfer zahlt dem Täter Geld. In diesem digitalen Zeitalter können die Informationen Ausschnitte von sexuellen Textnachrichten (Sexts), intime Fotos, und selbst Videos umfassen. Die Täter fordern für gewöhnlich Geld, aber manchmal geht es ihnen um brisantes Material — schicken Sie mir mehr oder ich werde Sie bloßstellen.

Vielleicht ist das Interessanteste an Sextortion, dass die große Mehrheit der Opfer Jugendliche sind — die nicht dafür bekannt sind, mit Geld um sich werfen zu können; aber sie stellen erstklassige Opfer für Sextortion dar.

Die Teenagerzeit ist dazu da, um herauszufinden, wie neue Kontakte geknüpft und gepflegt werden können – und das üblicherweise ohne Anleitung. Jugendliche beginnen auch damit, ihren eigenen Weg einzuschlagen und Autorität in Frage zu stellen, aber sie müssen noch lernen, die Folgen zu verstehen.

Das Ergebnis kann der Traum eines Cyberkriminellen sein: Viele Informationen sind letztendlich nicht gesichert, obwohl sie Menschen gehören, die emotional verletzbar sind und eine hohe Scham haben. Vielleicht sind deshalb 70% der Opfer Jugendliche. Die meisten Opfer sind weiblich, jedoch sind auch männliche Erwachsene nicht geschützt.

Die Täter können Accounts hacken oder versuchen, sich das Vertrauen des potentiellen Opfers zu erschleichen und es dazu zu bringen, das belastende Material direkt zu verschicken. Der nächste Schritt ist die Drohung, die Informationen zu veröffentlichen.

Die Opfer gehorchen. Sie schämen sich oft und haben Angst vor einer öffentlichen Bloßstellung, da, wenn sie um Hilfe bitten, sie ihre Geheimnisse offenbaren müssten, die sie so verzweifelt versuchen, geheim zu halten. Und Jugendliche sind sehr verletzlich. Sextortion kann zu ernsthaften psychologischen Traumata oder sogar zu Selbstmordversuchen führen.

Wie bei vielen Problemen, mit denen Teenager zu kämpfen haben, ist die Kommunikation der Schlüssel, und sie kann auch eine Herausforderung darstellen. Jedoch ist es ebenfalls ein technologisches Problem, und wir haben ein paar Tipps für Ihre Sicherheit, und die Ihrer Kinder.

Wie Sie sich selbst und Ihre Kinder vor Sextortion schützen

1. Alles, was online geteilt wird, kann öffentlich gemacht werden; erklären Sie dies Ihren Kindern. Es könnte von Hackern oder dem vertrauten Empfänger veröffentlicht werden — oder von jemanden, der den Computer oder das Telefon der vertrauten Person hackt — sobald etwas online ist, kann es auch geteilt werden. Das Chatten mit Unbekannten kann das Risiko erhöhen, also betrachten Sie alles, was Sie online versenden, als öffentlich und lesbar – für jeden, von Ihrem besten Freund, über Ihre Lehrer, bis hin zu Ihren Großeltern.

2. Achten Sie auf Ihre Cybersicherheit. Verwenden Sie sichere Passwörter und Zwei-Faktoren-Authentifizierung, um Ihre sozialen Netzwerke, Messaging-Programme und E-Mails zu schützen. Beachten Sie, dass Kaspersky Internet Security Ihre Webcam vor unerlaubten Zugriff schützt.

3. Bleiben Sie beim Thema Bedrohungen auf dem neusten Stand. Verbrechen, wie Sextortion sind jedermanns Problem. Teilen Sie Informationen zu Bedrohungen – Vorsicht ist besser als Nachsicht.

4. Sprechen Sie mit Ihren Kindern über Internetbetrug und Cyberkriminelle. Ja, es kann schwierig sein, mit Ihren Kindern über Sex und Sextortion zu sprechen, das ist uns bewusst. Finden Sie heraus, wie ihre Schule mit Cybersicherheit und der Erziehung dazu umgeht – vielleicht haben sie nützliches Material, um das Thema zuhause besprechen zu können.