Was kann beim Laden des Smartphones schon schiefgehen?

6 Mai 2013

Moderne Smartphones benötigen so viel Energie, dass das tägliche Laden des Akkus oft nicht ausreicht. Werden sie intensiv genutzt, muss man auch tagsüber oft nach Stromquellen suchen und das Gerät wann immer möglich aufladen. Auf den ersten Blick gibt es daran nichts Beängstigendes. Das Smartphone wird eingesteckt und lädt – wie eine Taschenlampe oder eine elektrische Zahnbürste, richtig? Doch es gibt beim Laden des Smartphones einige Gefahren, die Sie kennen sollten.

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Diebstahl

Das offensichtlichste Risiko ist, dass das Smartphone in eine Steckdose, einen PC-Anschluss oder eine andere Energiequelle gesteckt wird. Zu Hause oder im sicheren Büro ist das auch kein Problem, doch an anderen Orten ist ein unbeaufsichtigtes Smartphone in der Steckdose gewissen Risiken ausgesetzt. Natürlich lassen kaum Menschen ihr Smartphone beim Laden in einem Café oder am Flughafen unbeaufsichtigt liegen, beim Laden auf einem Büroschreibtisch oder im Auto dagegen schon eher. Das führt oft zu Diebstahl des Telefons (eventuell bei einem Einbruch), deshalb ist es besser, den Ladevorgang zu unterbrechen und das Handy später weiter zu laden, als dass es gestohlen wird. Wenn das nicht möglich ist, sollten Sie es zumindest so gut wie möglich verstecken. Legen Sie zum Beispiel Kabel und Zettel, einen Schal oder eine Jacke darüber. Die zuverlässigste Möglichkeit sind die speziellen, automatischen Ladestationen, die immer öfter zu finden sind. Jede davon ist ein Schließfach, in dem Anschlusskabel zum Laden verschiedener Smartphones zu finden sind. Und auch in modernen Hotels findet man in den Zimmersafes oft Steckdosen.

Datenlecks

Wenn Sie Ihr Smartphone am PC aufladen, oder es mit einem USB-Anschluss in einem Auto oder in einem Flugzeug verbinden, denken Sie daran, dass dann neben dem Strom auch Daten übertragen werden können. Das ist kein Problem, wenn Sie das Handy an Ihren eigenen PC anschließen, doch bei fremden PCs sowie allen Arten von „On-Board-Entertainment“-Systemen sollten Sie vorsichtig sein. Die Einstellungen der Smartphones sind hierbei unterschiedlich – oft verbinden sie sich automatisch per PTP oder MTP und der verbundene PC kann auf alle Daten des Smartphones zugreifen. Das ist vor allem ärgerlich, wenn Sie vertrauliche Fotos auf Ihrem Smartphone gespeichert haben. Denn es kommt öfter vor als man denkt, dass Fotos direkt hochgeladen werden – der automatische Upload von Fotos ist bei vielen Foto-Programmen, aber auch bei Dropbox und ähnlichen Diensten, eine Standardeinstellung.

Wenn sich das Smartphone automatisch verbindet, während es im Wechselmedium-Modus (UMS, Massenspeicher) ist, kann der PC auf alle Daten im internen Speicher des Telefons zugreifen. Neben Dokumenten und vielen anderen Dateien können das verschiedene Sicherungskopien sein, die von den installierten Apps erstellt wurden.

Diese Probleme umgehen Sie am einfachsten und effektivsten, wenn Sie das Smartphone vor dem Laden komplett ausschalten und es während dem Laden auch ausgeschaltet lassen. In diesem Fall läuft darauf nur der Prozess zum Laden des Akkus (wenn das Handy an eine Stromquelle angeschlossen wird), und eventuell wird der entsprechenden Bildschirmschoner angezeigt – sonst nichts. Wenn Sie das nicht tun möchten, da Sie online bleiben müssen, sollten Sie die Einstellungen Ihres Smartphones genau überprüfen. Wenn das Smartphone beim Anschließen an einen PC oder in den Einstellungen danach fragt, mit welchem Modus es an einen PC angeschlossen werden soll, wählen Sie am besten die Option „Nur Laden“, so dass Sie andere kurzzeitige Einstellungen je nach Bedarf wählen können. Bei manchen Smartphones können Sie auch einen Schutzcode einschalten, der eingegeben werden muss, um eine PC-Verbindung aufbauen zu können. Für manche Android-Smartphones gibt es Apps, die so einen Schutz ebenfalls einrichten können.

Vireninfektion

Diese Bedrohung ist nicht so erheblich, doch sollten Sie auch daran denken. Ein Android-Smartphone mit eingeschaltetem Debugging-Modus kann über den USB-Anschluss Administrator-Befehle empfangen, zudem können in diesem Fall oft Apps installiert werden, inklusive schädlicher Apps. Jedes Smartphone, das im Festplatten-Modus läuft, funktioniert wie ein USB-Stick oder eine externe Festplatte, und ein infizierter PC kann Viren auf das Telefon kopieren. Das ist für das Smartphone selbst zwar nicht schädlich, doch können darüber beim nächsten Anschluss an PCs weitere Computer infiziert werden.

Sich zu schützen ist hier recht einfach – Sie brauchen nur den Debugging-Modus auszuschalten (Sie finden diesen bei Android normalerweise unter Einstellungen/Anwendungen/Entwicklung) und sicherzustellen, dass das Installieren von Apps aus unbekannten Quellen verboten ist (Einstellungen/Anwendungen). Zudem sollten Sie den UMS-Verbindungstyp (abnehmbare Datenträger) auf Smartphones möglichst nicht nutzen (nicht nur unter Android) und eher MTP oder PTP verwenden. Eine Smartphone-Sicherheits-Software mit Antiviren-Komponente ist für den Schutz vor dieser Bedrohung ebenfalls hilfreich.

Passen Sie auf, was Sie ‚essen‘

Ein unpassendes Ladegerät kann eine ganze Menge komplizierter und sehr unschöner Konsequenzen für ein Smartphone haben. Experimente zeigen zwar, dass die meisten Smartphones von jedem Ladegerät mit passendem Anschluss geladen werden können – doch funktioniert das Laden dabei meist nicht einwandfrei und dauert zu lange. Dabei kann es vorkommen, dass der Akku nicht ganz geladen wird, überhitzt, oder das Smartphone ausschaltet oder neu startet. Das kann zu Datenverlust führen und das Smartphone sogar dauerhaft beschädigen. Das klingt zwar nach Horrorgeschichte, passiert aber recht häufig, vor allem bei aktuellen Geräten mit hohem Stromverbrauch.

Ein Hinweis: Alle Smartphones, die per USB geladen werden, haben eine Versorgungsspannung von 5 Volt. Die Stromstärke eines Ladegeräts kann von 500 bis 1.500 mА reichen, neuere Modelle starten meist bei 1.000. Sie müssen sich nicht genau an diese Angaben halten, doch wenn Sie ein fremdes Ladegerät verwenden, sollten Sie die normale Stromstärke nicht über das Doppelte überschreiten.

Das Einfachste ist natürlich, „nur das mitgelieferte Ladegerät“ zu benutzen, so wie es vom Hersteller empfohlen wird. Im echten Leben ist das aber nicht immer möglich. Wenn Sie also ein fremdes Ladegerät zum ersten Mal benutzen, sollten Sie sich an folgende Regeln halten:

  • Am sichersten ist es, das Smartphone während des Ladens auszuschalten.
  • Nehmen Sie das Smartphone während der ersten 20 Minuten alle fünf Minuten in die Hand. Wenn es unnatürlich heiß ist, stecken Sie das Ladegerät sofort aus! Denken Sie aber daran, dass gerade moderne Smartphones beim Laden oft heiß werden – das ist ganz normal. Sie sollten daher wissen, wie heiß Ihr Smartphone beim normalen Laden wird, damit Sie feststellen können, ob es mit einem fremden Ladegerät überhitzt.
  • Wenn Sie das Smartphone während des Ladens nicht ausschalten können oder wollen, sollten Sie Maßnahmen ergreifen, um sich vor Datenlecks zu schützen – Tipps finden Sie oben.
  • Wenn Sie Ihr Smartphone während des Ladens benutzen, etwa mit GPS-Navigation oder weil Sie ein Video ansehen, denken Sie daran, regelmäßig die Hitzeentwicklung des Smartphones und die Akkuanzeige zu prüfen – aktuelle Modelle verbrauchen oft mehr Energie als durch das Laden hinzukommt. Ist dies der Fall, benötigen Sie ein stärkeres Ladegerät.