Tipps für Eltern: Sechs Dinge, die Sie NICHT auf Sozialen Netzwerken tun sollten

Begehen auch Sie als Eltern diese sechs Online-Sünden? Wenn ja, sollten Sie damit aufhören – wir sagen, warum.

Als ich aufgewachsen bin, war es mir oft genug peinlich, wenn meine Eltern vor zukünftigen Ex-Freundinnen oder Freunden Fotoalben mit Bildern aus meiner Kindheit herausholten.

In den Alben fanden sich Fotos von mir mit komischen Gesichtern, irgendwelchen Albernheiten und allerlei peinlichen Situationen. Das sollten nur die Eltern sehen, in ihrem Fotoalbum und in der Privatsphäre ihres Hauses.

Schneller Vorlauf in die Gegenwart. Wir leben in einer Zeit, in der wir fast ununterbrochen mit dem Web verbunden sind und unsere Fotos direkt auf Internetseiten wie Facebook und Instagram veröffentlicht werden. Die großen Fotoalben der Vergangenheit sind zu digitalen Identitäten geworden, die mit unseren Konten und Profilen verknüpft sind.

Als Social-Media-Profi (und Vater), der viel Zeit auf Sozialen Netzwerken verbringt, muss ich mich allerdings oft wundern, wie viel cooler sich viele Menschen online darstellen und wie sie ihren Kindern einige Qualen in deren zukünftigem Leben auferlegen.

Soziale Netzwerke haben es für uns einfach gemacht, unser Leben, besondere Momente und Erinnerungen mit Freunden und Bekannten zu teilen. Der Nachteil ist, dass das Teilen so einfach ist und wir Menschen oft kein zweites Mal darüber nachdenken, mit wem wir etwas teilen.

Und gerade peinliche Fotos können später gegen unsere Kinder verwendet werden – und zwar von jedem, der irgendwie in deren Netzwerk fällt. Sicher, wir haben uns ja selbst für diese Netzwerke angemeldet – aber haben das auch unsere Kinder? Als Eltern (aber auch als Freunde und Verwandte) müssen wir uns ansehen, was wir veröffentlichen und endlich aufhören, Dinge zu veröffentlichen, die unsere Kinder später einmal verfolgen können. Aufhören sollten wir vor allem mit den folgenden sechs Dingen:

https://twitter.com/willyhamm/status/291860235960860672

1. Machen Sie Ihr Profil nicht öffentlich

Heben Sie Ihre Hand, wenn Sie möchten, dass der schmierige Typ aus Ihrer Straße Fotos Ihrer jüngsten Tochter ansieht. Ich bin mir ziemlich sicher, dass jetzt nicht viele die Hand gehoben haben.

Wenn Sie aber Ihr Facebook- oder Instagram-Profil als „öffentlich“ eingerichtet haben, kann jeder Ihre hochgeladenen Fotos ansehen. Es ist nicht nur dumm, sein Profil so einzurichten, sondern auch verantwortungslos.

Jeder kann schließlich die Privatsphäre-Regeln für seine Sozialen Netzwerke so einstellen, wie er will. Sie sollten diese daher so einstellen, dass nur Menschen Zugriff auf Ihr Profil haben, die Sie wirklich kennen. Und Sie können auch die Privatsphäre-Einstellung für einzelne Beiträge ändern, und wenn Sie etwas über Ihre Kinder veröffentlichen, sollten Sie hierbei ganz genau aufpassen.

2. Teilen Sie nicht die Kinderfotos anderer

Was mich immer wieder ärgert, ist, wenn Menschen Gruppenfotos machen und sie in Sozialen Netzwerken teilen. Eltern haben das Recht, zu wissen, wer Fotos ihrer Kinder sehen und kommentieren kann. Wenn Sie nicht möchten, dass solche Fotos in Sozialen Netzwerken auftauchen, ist das ihr gutes Recht – und daran sollten sich auch andere halten.

Mich persönlich nervt, wenn Familienmitglieder Fotos meiner Kinder veröffentlichen und jemand, den ich gar nicht kenne, diese Fotos kommentiert. Ganz im Ernst: Ich kenne dich nicht, warum kommentierst du also ein Foto meines Kindes? Ich habe das schon mit Familienmitgliedern besprochen und auch schon böse Kommentare an Menschen geschickt, die Dinge geschrieben haben, die nicht in Ordnung waren.

Wir leben in einer seltsamen Welt; man kennt nie die Intentionen oder die persönliche Situation anderer Menschen. Möchten Sie die Person sein, die einem gewalttätigen Elternteil den entscheidenden Tipp gibt, wo sich ihre Familie vor ihm versteckt?

3. Erstellen Sie kein Profil für Ihr Kind

Es gibt da eine Frau, die ich bei Facebook wirklich entfreunden musste. Der Grund war, dass sie bei Facebook ein Profil für ihr Kind angelegt hatte und es laufend in jedem Beitrag taggte. Es hat aber schon seinen Grund, warum man ein bestimmtes Alter haben muss, um ein Profil beim weltgrößten Sozialen Netzwerk anlegen zu können.

https://twitter.com/AlexisMG13/status/355842079194218498

Von dem ganzen Sicherheitsding abgesehen: Kinder sollten sich selbst dafür entscheiden dürfen, ob sie ihre Daten den Werbetreibenden zur Verfügung stellen wollen, oder nicht.

4. Behalten Sie das Bad Ihrer Kinder für sich

Auch wenn Ihre Kinder total süße Dinge tun, wenn sie in der Badewanne sitzen, sollten Sie das dennoch für sich behalten. Sie möchten ja auch nicht, dass Menschen so private und persönliche Dinge von Ihnen sehen, oder? Und nur weil die privaten Dinge der Kinder noch etwas weniger ausgeprägt sind, heißt das nicht, dass sie jeder auf der Welt sehen können muss.

https://twitter.com/FOX10NewsNow/status/634042766218018816

Es gibt schließlich auch Menschen, die sogar Geld dafür zahlen, solche Fotos sehen zu können. Als verantwortungsbewusste Eltern sollten wir unseren Kindern also ihre Privatsphäre gönnen.

5. Kein Kinder-Shaming

Vor ein paar Jahren war auf einmal das so genannte Dog Shaming in. Viele hielten das für lustig und es provozierte so viele Likes, Shares und Kommentare, dass sich jemand dachte, er könnte das doch auch mit seinen Kindern machen.

Um ihre Kinder öffentlich zu beschämen, wenn sie etwas falsch machen, nehmen manche Eltern ein Foto ihres Kindes, wie es ein Schild hält, oder öffentlich bestraft wird. Manche Leute lachen da. Andere kommentieren. Der Urheber des Fotos bekommt damit seine soziale Bestätigung – sein Internet-High-Five. Die Indiskretion des Kindes wird mit Menschen geteilt, die es vielleicht niemals treffen wird – ob das dann wirklich eine öffentliche Schmähung ist?

Und eine Lektion lernt man daraus auch nicht. Das Video wurde ein Internet-Hit, aber nicht aus den Gründen, die man meinen könnte.

Das fasst es ganz gut zusammen.

6. Mobbing-Futter

Als ich in den 1980er und 1990er Jahren aufgewachsen bin, gab es auch Mobber. Jeder kannte sie und versuchte, ihnen aus dem Weg zu gehen. Leider haben wir viele unserer Aktivitäten ins Internet verlegt und dadurch verlernt, erst einmal durchzuatmen, bevor wir bestimmte Dinge sagen – schlimme Dinge. Es scheint keine Woche zu vergehen, in der man nicht davon hört, dass Online-Mobbing zu einem Selbstmord geführt hat.

Genau wie Rowdys von Gestern, sind Online-Rowdys abhängig von Angst und Manipulation. Doch online ist es noch einfacher und cooler, sich über jemanden lustig zu machen.

Ein Kollege hat mir erzählt, wie ein Vater eines anderen Kindes an der Schule seiner Kinder einen Vortrag gehalten hat, doch beim Öffnen seines Computers sah man ein peinliches Foto seines Kindes – natürlich war das für dessen Mitschüler sehr belustigend. Man kann sich nur vorstellen, dass dieser Vortrag für das Kind alles andere als toll war – in der Klasse saßen vielleicht nur 30 Kinder, aber das tut dennoch weh. Und wenn das Foto online gewesen wäre, wäre das Ganze noch viel schlimmer geworden.

Die Lehre daraus ist, dass man keine Dinge veröffentlichen sollte, die für das Kind später peinlich sein könnten, außer man hat ein sehr eingeschränktes Publikum. Doch das ist im Internet kaum der Fall. Deshalb weisen wir darauf hin, immer an die Zukunft des Kindes und auch an die schlechten Sicherheitsmaßnahmen von Sozialen Netzwerken zu denken.

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