KI für Schulkinder: 25 nützliche Prompts + Tipps

Wie man KI richtig für Schulaufgaben einsetzt, Chatbot-Antworten auf ihre Richtigkeit checkt und seine persönlichen Daten schützt.

] KI für Schulaufgaben: 25 hilfreiche Prompts + Tipps

Künstliche Intelligenz hat sich von einer technologischen Sensation zu einem ganz gewöhnlichen Werkzeug entwickelt und wird von Kindern schon in der Grundschule verwendet. Kindern die Nutzung von KI zu verbieten, wäre etwa so sinnvoll, als hätte man vor 20 Jahren Suchmaschinen oder Wikipedia verboten.

Wir erklären, wie Chatbots wirklich funktionieren und wie du deinem Kind beibringen kannst, KI als Lernhilfe zu verwenden und dabei das selbstständige Denken nicht zu verlernen.

Erkläre deinem Kind (und dir selbst) die Funktionsweise von KI

Bevor du deinem Kind etwas über Künstliche Intelligenz erzählen willst, solltest du selbst verstehen, wie sie tatsächlich funktioniert und wo ihre Grenzen liegen.

Die meisten bei Kindern (und Erwachsenen) beliebten Chatbots sind sogenannte Large Language Models. LLMs werden von Forschern trainiert, damit sie Muster in riesigen Mengen von Texten erkennen. Das Modell zerlegt Text in kleine Einheiten, sogenannte Token (ein Token kann eine Wortfolge, ein Satzzeichen, ein einzelnes Wort oder Zeichen oder ein ganzer Satz sein), und sagt dann voraus, welches Token am wahrscheinlichsten als Nächstes kommt.

Beispiel: Wie GPT-3.5 und GPT-4 einen Text in Token aufteilen

Dieses Beispiel zeigt, wie die Modelle GPT-3.5 und GPT-4 Nachrichten in Token zerlegen Quelle

Dasselbe passiert, wenn sich ein Chatbot mit einem Menschen unterhält. Ein Sprachmodell kann nicht selbstständig folgern. Es berechnet, welche Wörter und Ausdrücke am wahrscheinlichsten aufeinanderfolgen, und generiert eine passende Antwort. Darum geben Chatbots manchmal unvollständige oder völlig falsche Antworten, ganz unabhängig davon, wie oft die Modelle aktualisiert oder trainiert werden. Ein anschauliches Beispiel: Noch vor zwei Jahren versicherten beliebte Chatbots selbstsicher, dass das Wort „strawberry“ nur zwei „r“ enthält. Solche Fehler werden Halluzinationen genannt.

Viele Chatbots können auch im Internet recherchieren. In diesem Fall bezieht die KI Daten aus externen Quellen, generiert die Antwort aber anhand ihrer eigenen internen Algorithmen. Die Suchergebnisse können aus veralteten Beiträgen, Werbung, Boulevardzeitungen und anderen fragwürdigen Quellen stammen.

Hilf deinem Kind, KI sinnvoll einzusetzen

Erkläre, welche Fehler KI machen kann

Wir haben bereits gesehen, dass Künstliche Intelligenz nicht vor Fehlern gefeit ist. Leider sind Halluzinationen nicht das einzige Problem. Selbst wenn ein Chatbot mit korrekten Informationen arbeitet, kann er diese irreführend darstellen. Beispielsweise durch Auslassungen, das Setzen falscher Schwerpunkte oder fragwürdige Schlussfolgerungen. Das Ergebnis kann von Faktoren abhängen, an die ein Nutzer bei seiner Frage gar nicht denken würde.

Auch die verwendete Sprache kann die Antwort beeinflussen. Die wichtigsten Modelle werden überwiegend mit Daten in Englisch trainiert. Darum erbringen diese Systeme in der Regel in Englisch eine bessere Leistung. Ein KI-Modell könnte beispielsweise eine auf Englisch gestellte Frage richtig beantworten. Wird dieselbe Frage aber auf Serbisch gestellt, fällt die Antwort möglicherweise falsch aus. Dieser Unterschied tritt am häufigsten in Bereichen wie Naturwissenschaften, Medizin, Technologie und Recht auf. Dafür gibt es einfach wesentlich mehr hochwertige Materialien auf Englisch, auf die das Modell zurückgreifen kann.

Eine weitere Besonderheit von Chatbots: Sie werden schlechter, je mehr Informationen du ihnen gibst. Studien haben gezeigt, dass es für die KI schwieriger ist, Details zu verfolgen, Informationen aus verschiedenen Teilen einer Konversation zu verknüpfen und komplexe Fragen zu beantworten, je mehr Text und Daten ein Modell verarbeiten muss. Ein todsicheres Mittel, um Halluzinationen auszulösen: Lade ein ganzes Buch in einen Chatbot hoch und stelle detaillierte Fragen dazu.

Darum solltest du nicht nur die KI-Antworten hinterfragen, sondern auch deine eigenen Fragen. Chatbots versuchen oft, dem Nutzer zu gefallen, und passen ihre Antworten so an, dass sie der Ansicht des Nutzers entsprechen. Wird ein Chatbot beispielsweise gefragt „Warum ist die Erde überbevölkert?“ und „Warum ist die Erde nicht überbevölkert?“, so können die Antworten sehr unterschiedlich ausfallen. Die Antwort basiert immer auf der Annahme, die in einer Frage enthalten ist. Eine aktuelle Studie ergab, dass sogar die fortschrittlichsten Sprachmodelle in 26 bis 42 % aller Fälle falsche Prämissen nicht infrage stellen.

KI soll beim Lernen helfen, aber nicht das Lernen übernehmen

Viele ehemalige Schüler wissen: Abschreiben ist eine Kunst für sich, die außergewöhnliche Fähigkeiten erfordert und bei der man sich zumindest ein bisschen (und manchmal sogar recht intensiv) mit dem Stoff auseinandersetzen muss. Heutzutage droht leider auch diese Kunst zu verschwinden: Die Versuchung, eine in Sekundenschnelle erstellte Antwort abzuschreiben, ist einfach übermächtig. Aber Chatbots sind nicht unbedingt gute Schüler.

In einer Studie mussten drei populäre Chatbots eine Chemieprüfung ablegen. Die Ergebnisse wurden mit denen echter Schüler von 2009 bis 2023 verglichen. Die Schüler schnitten besser ab. Chatbots geben manchmal richtige Antworten, gelangen jedoch aufgrund einer Kette von Denkfehlern dorthin. Ihre Antworten können genauso gut falsch sein.

Darum solltest du deinem Kind erklären, dass es eine Sackgasse ist, sich von KI Aufsätze schreiben oder mathematische Gleichungen lösen zu lassen, ohne die Lösungen sorgfältig zu überprüfen. Zudem wird man im Arbeitsleben nach tatsächlichen Fähigkeiten und Kenntnissen beurteilt. Und Chatbots können nicht dabei helfen, echtes Fachwissen vorzutäuschen. Anders ist es bei der Erklärung schwieriger Themen und der Fehleranalyse. Dabei kann KI wirklich helfen, ohne dem Lernen im Weg zu stehen. Hier einige Beispiele:

Wenn ein schwieriges Thema erklärt werden soll

  • „Erkläre dieses Thema in einfachen Worten: {Thema einfügen}“
  • „Erkläre dieses Thema an einem praktischen Beispiel: {Thema einfügen}
  • „Hier ist der Abschnitt, den ich nicht verstehe: {Text einfügen}. Erkläre mir das Schritt für Schritt“
  • „Erkläre dieses Thema zuerst in einfachen Worten, dann in der Fachsprache: {Thema einfügen}
  • „Hier ist eine Frage: {Frage einfügen}. Gib mir keine fertige Antwort. Stelle mir Leitfragen, damit ich die Antwort selbst finden kann“

Mathematik und andere exakte Wissenschaften

  • „Gib mir einen Hinweis für den ersten Schritt, aber löse nicht die ganze Aufgabe: {Aufgabe einfügen}
  • „Schau dir meine Lösung an und sag mir, wo mein Fehler liegt, aber korrigiere ihn nicht selbst: {Aufgabe und Lösung einfügen}
  • „Gib mir eine ähnliche Aufgabe zum Üben: {Aufgabe einfügen}
  • „Hier ist meine Antwort: {Antwort}. Stelle mir Fragen, damit ich überprüfen kann, ob ich die Aufgabe richtig gelöst habe“
  • „Erkläre, warum diese Formel hier passt: {Aufgabe einfügen}

Aufsätze und schriftliche Aufgaben

  • „Stelle mir fünf Fragen zu diesem Thema, damit ich mir eine eigene These und Argumente überlegen kann: {Thema einfügen}
  • „Hier ist ein Entwurf für meinen Aufsatz. Versuche, logische Lücken und Stellen zu finden, die nicht ausführlich genug sind: {Textentwurf einfügen}
  • „Schau dir meine Aufsatzgliederung an und sag mir, was fehlt: {Aufsatzgliederung einfügen}“
  • „Markiere in meinem Text unklare Stellen, aber schreibe sie nicht um: {Text einfügen}
  • „Stell dir vor, du wärst ein erfahrener Lehrer und versuchst, meine Argumentation infrage zu stellen: {Text einfügen}

Sprachen lernen

  • „Führe ein Gespräch mit mir auf {Sprache einfügen} mit Niveau A2. Korrigiere meine Fehler, nachdem ich geantwortet habe“
  • „Gib mir fünf Sätze mit dieser Grammatikstruktur, die ich übersetzen soll: {grammatikalische Struktur einfügen}
  • „Erkläre diese Grammatikregel und gib mir einige Beispiele: {Grammatikregel einfügen}
  • „Ich schreibe einen Satz, und du sagst mir, ob er falsch ist. Gib mir bei Fehlern zuerst einen Hinweis und zeige mir die richtige Version erst nach dem zweiten Versuch. {Satz einfügen}
  • „Schreibe einen kurzen Dialog auf {Sprache einfügen} , in dem ich als Gesprächspartner antworten muss“

Wissenstests

  • „Stelle mir 20 Fragen zu diesem Thema: {Thema einfügen}. Stelle eine Frage nach der anderen und zeige die Antwort nicht sofort an“
  • „Erkläre nach jeder Antwort nur, was ich falsch gemacht habe“
  • „Beginne mit fünf einfachen Fragen und stelle dann fünf schwierige Fragen“
  • „Mache die Fragen jedes Mal schwieriger, wenn ich richtig antworte“
  • „Sag mir basierend auf meinen Fehlern, welche Themen ich wiederholen sollte“

KI-Antworten gemeinsam auf Fakten prüfen

Erkläre deinem Kind, dass es den Chatbot-Antworten nicht blind vertrauen darf. Auch nicht, wenn die KI andere Quellen zitiert. Außerdem sollte man einen Chatbot nicht darum bitten, seine eigene Arbeit zu überprüfen. Die Chance ist groß, dass dieselben Fehler zweimal gemacht werden oder sich die Fehler sogar häufen.

Nehmt eine beliebige Chatbot-Antwort und geht sie gemeinsam durch, zerlegt sie in einzelne Aussagen und stellt Fragen dazu. Woher stammt dieses Datum oder jene Zahl? Zitiert die KI eine bestimmte Person, Publikation oder Studie? Stammt das Zitat tatsächlich von dieser Person? Wenn der Chatbot einen Link enthält, öffne ihn und überprüfe, wie genau die KI den Inhalt wiedergegeben hat.

Und wenn du schon dabei bist, schau dir die Qualität der Quelle an. Wenn etwas sehr emotional geschrieben ist oder kühne Behauptungen aufgestellt werden, ohne sie zu belegen, solltest du an anderer Stelle nach Informationen zu suchen.

Sicherheit für dein Kind und seine Benutzerkonten

Alles, was dein Kind mit einem Chatbot teilt, landet auf den Servern des jeweiligen Unternehmens und wird standardmäßig für das weitere Training des Modells genutzt. In den letzten Jahren haben wir gesehen, dass selbst die größten Unternehmen nicht gegen Programmfehler und Datenlecks immun sind. Wie kannst du das Risiko eines Datenverlusts verringern und das Benutzerkonto deines Kindes schützen? Hier sind einige einfache Regeln:

  • Erkläre deinem Kind, dass KI kein privates Tagebuch ist. Sage ihm, dass es seinen Namen, seine Privatadresse, seine Schule und andere vertrauliche Informationen nicht an einen Chatbot weitergeben soll.
  • Passe die Privatsphäre-Einstellungen des Chatbots an. Deaktiviere die Datenspeicherung und alle Funktionen zur Optimierung und zum Training des Modells. Heißer Tipp: Lies unsere ausführlichen Anleitungen zu den Privatsphäre- und Sicherheitseinstellungen von ChatGPT und DeepSeek.
  • Sorge für ein sicheres Passwort. Für die meisten Chatbots ist ein Benutzerkonto erforderlich. Damit das Passwort deines Kindes nicht gehackt wird, lege ein sicheres Passwort fest, das nur für diesen Account verwendet wird. Egal, ob das bisherige Passwort der klassischen Formel „Geburtsname der Mutter plus Geburtsjahr“ folgt oder beliebte Meme-Wörter wie „Skibidi“ verwendet: Solche Passwörter lassen sich sehr schnell knacken. Sich Passwörter selbst auszudenken und auswendig zu lernen, ist out. Verwende besser einen Passwort-Manager mit Verschlüsselung, der Passwörter generiert und speichert.
  • Aktiviere die Zwei-Faktor-Authentifizierung. Dies ist eine zusätzliche Hürde, falls jemand versucht, das Konto deines Kindes zu hacken. Als zweiten Faktor solltest du keine Telefonnummer verwenden, sondern Anmeldecodes, die in einem Passwort-Manager automatisch generiert und aktualisiert werden.
  • Verwende einen Anti-Phishing-Schutz. Riskant sind nicht nur gefälschte Websites, die sich als legitime KI-Dienste ausgeben. Chatbots geben den Nutzern manchmal Links zu Phishing-Websites (gefälschte Seiten, die persönliche Informationen stehlen). Kaspersky Premium blockiert den Zugriff auf verdächtige Websites und verhindert, dass Betrüger die Daten und das Geld deiner Familie stehlen.
  • Kontrolliere, was dein Kind im Internet macht. Neben einem Passwort-Manager und dem Schutz vor Malware und Phishing beinhaltet Kaspersky Premium auch Kaspersky Safe Kids. Damit kannst du die Kindersicherung einrichten, unerwünschte Inhalte einschränken und überwachen, wie viel Zeit dein Kind online verbringt.

Hier findest du weitere Infos zum Schutz von Kindern im Internet und in der Schule:

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