Neue Onlinebedrohungen in der digitalen Kindererziehung

Im digitalen Zeitalter ändern sich die “Regeln” zur Kindererziehung fortwährend. Eltern müssen neue Methoden finden, um Ihre Kinder im vernetzten Alltag? großzuziehen.

Als ich in der Mittelstufe war, hat ein Freund von mir einen Computer gekriegt und wenig später hat er dieses coole Programm namens AOL gehabt und das machte seine Wohnung schlagartig zum neuen Treffpunkt. Wir konnten alle möglichen Dinge sehen und dabei zuschauen, wie Bilder langsam laden, und dabei hoffen, dass niemand anrufen würde. Das war Mitte der Neunzigerjahre — also noch nicht wirklich lange her.

Seitdem hat sich die Technik erheblich weiterentwickelt und Informationen, für die es einst große Opfergaben an die Telekommunikationsgötter gebraucht hat, hat man jetzt in einem Bruchteil von Sekunden zur Hand — im wahrsten Sinne des Wortes. Das Mobilgerät, das in meine Tasche passt, ist zweifelsohne mächtiger als ein ganzes Heer von den Computern, vor denen wir uns im Wohnzimmer von meinem Freund zusammengedrängt haben.

Auch wenn es amüsant ist, in Erinnerungen an die guten alten Zeiten zu Schwelgen — nun da ich selbst Kinder habe, die mit der neuen Technologie groß werden, wie es sich Orson Welles und George Lucas nur vorstellen konnten, habe ich eine andere Einstellung dazu.  Das Problem für Eltern besteht darin, dass es keine Spielanleitung zur Kindererziehung in diesem vernetzten Zeitalter gibt.

Die Generation unserer Eltern kann uns zwar einige Tipps geben, aber wenn es um Themen wie Facebook und Bildschirmzeit geht, dann basieren ihre Ratschläge nicht auf Erfahrung, sondern sind vielmehr eine Meinung.

Was können wir also tun?

Vor ein paar Wochen habe ich mir einen Vortrag von Lance Spitzner vom SANS Institute angehört. In seiner Präsentation hat er eine der größten Herausforderungen der heutigen Kindererziehung angesprochen, und das vorherrschende Sicherheitsverständnis in Bezug auf die Erziehung kritisiert: wir schützen Gefühle, aber keine Daten. Regelmäßige Leser dieses Blogs wissen, dass es uns um Privatsphäre und Datenschutz geht, aber was Eltern betrifft, so wissen wir alle, dass Emotionen mitunter stark beeinflussen, wie wir reagieren (oder überreagieren), wenn es um die Erziehung unserer Kinder geht.

Drei Hauptbedrohungen

Spitzner hat auch die drei Hauptbedrohungen für Kinder, die in der heutigen Welt aufwachsen, umrissen.

Fremde: perverse Stalker, sexuelle Erpressung („Sextortion“), Betrug

Freunde: Cybermobbing, üble Streiche, sexuelle Erpressung, schlechte Vorbilder

Selbst: exzessives Teilen von persönlichen Informationen, Sexting, Mobbing, Downloaden/Uploaden illegaler Inhalte

Was kann ich dagegen tun? 

Der vielleicht interessanteste Ratschlag für Eltern, der im Vortrag gegeben wurde, war zugleich überraschend, da es sich um etwas handelt, was unsere Eltern mit uns gemacht haben und deren Eltern ebenso: miteinander sprechen.

Mit Kommunikation meine ich natürlich nicht, Ihrem Kind einen Tweet zu schicken oder einen Post auf dessen Facebook-Pinnwand zu hinterlassen. Stattdessen meine ich, miteinander zu reden. Legen Sie Ihr Handy beiseite und setzen Sie durch, dass Ihr Kind es Ihnen gleichtut. Ich weiß, dass es unter Umständen sowohl für Sie, als auch für Ihr Kind sehr schwierig sein kann, aber es lohnt sich.

Indem Sie tatsächlich miteinander reden und Ihrem Kind als Mentor dienen, können Sie ihm zeigen, was im Internet akzeptabel ist und was nicht. Und Sie sollten es Ihrem Kind leicht machen, zu Ihnen zu kommen, wenn es sich schlichtweg wie ein Kind verhalten und einen Fehler gemacht hat.

Die Wahrscheinlichkeit ist groß, dass Sie selbst entweder als Jugendliche im Internet oder unlängst auf Napster oder The Pirate Bay etwas gemacht haben, was Sie nicht hätten tun sollen — insofern wäre es nur logisch, davon auszugehen, dass Ihre Kinder auch Fehler machen könnten. Wenn Sie als Mentor gesehen werden, werden Ihre Kinder keine Schwierigkeiten damit haben, zu Ihnen zu kommen, wenn es um Dinge wie Cybermobbing geht und sie nicht wissen, wie sie sich verhalten sollen.

Tipps zur digitalen Kindererziehung

Reden Sie häufig mit Ihren Kindern über Technologie. Es geht hier nicht um die Geschichte von den Bienchen und den Blümchen und das damit verbundene Gespräch, vor dem es allen Eltern graut und von dem sie hoffen, es nur einmal führen zu müssen. Sie sollten mit Ihren Kindern regelmäßig über Technologie sprechen — das kann auch bedeuten, dass Sie sich dumm stellen und sie bitten, Ihnen dabei zu helfen, ein Snapchat-, Tumblr– oder Facebook-Konto zu eröffnen.

Indem Sie Ihren Kindern zeigen, dass Sie sich auf sie verlassen und sich auch etwas von ihnen erklären lassen, bauen Sie gegenseitiges Vertrauen auf. Sie können sie auch über Cyberbedrohungen und Sicherheitsschwachstellen aufklären, von denen Sie hören oder auf diesem Blog oder auf Threatpost lesen.

Setzen Sie Grenzen. Wenn Sie diese Gespräche mit Ihren Kindern führen, setzen Sie klare Grenzen. Machen Sie ihnen auch bewusst, welche Konsequenzen es haben könnte, wenn sie sich an Orten bewegen, die nicht für sie geeignet sind, oder Technologien benutzen, die sie nicht verwenden sollten.

Nutzen Sie die Ressourcen, die Ihnen zur Verfügung stehen. Wie bereits erwähnt, machen wir alle das Gleiche durch, wenn es um das Thema Kindererziehung im digitalen Zeitalter geht. Es gilt für uns alle Learning by Doing, und wir alle machen Fehler dabei. Warum also nicht die Ressourcen nutzen, die uns einige Unternehmen und Organisationen zur Verfügung stellen, und die uns eine Hilfe sein können. Denken Sie auch daran, dass nicht alle den gleichen Erziehungsstil haben und das ist auch in Ordnung — picken Sie sich das heraus, was für Sie und Ihre Familie am besten ist.

Falls es passieren sollte, dass die Situation außer Kontrolle gerät — besonders wenn es um Cybermobbing oder Pädophile geht — denken Sie daran, dass Ihnen lokale Strafverfolgungsbehörden zur Seite stehen und helfen.

Letztendlich werden Sie es überstehen, so wie es auch unsere Eltern geschafft haben. Es stimmt sicher, dass sich das Spielfeld verändert hat, aber alle Eltern haben Sorgen. Wir wollen das Beste für unsere Kinder. Außerdem gibt es auch Technologien wie Kaspersky Safe Kids, die Eltern als zusätzliche Sicherheitsmaßnahme zum Schutz vor ungewünschten Eindringlingen und schmutzigen Inhalten dienen, oder die dabei helfen können, ein verlorenes oder gestohlenes Mobilgerät wiederzufinden.

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