Gezielte Phishing-Angriffe auf produzierende Unternehmen

Die Angreifer wollen erst ein bisschen plaudern. Dann wird es ernst mit der Phishing-Attacke.

Gezielte Phishing-Angriffe auf produzierende Unternehmen

Wir haben eine neue gezielte Phishing-Kampagne identifiziert, bei der Cyberkriminelle versuchen, Produktionsunternehmen anzugreifen. Der Angriff umfasse mehrere Stufen: Bevor der Phishing-Link gesendet wurde, schickten die Angreifer geschäftliche Anfragen, um ihre Opfer abzulenken. Die Texte dieser E-Mails werden offenbar von großen Sprachmodellen generiert. Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung dieses Artikels dauert der Angriff noch an. Daher unsere Empfehlung: Wachsam bleiben!

Phishing-Schema

Die Angreifer versuchen, sich als potenzielle Kunden auszugeben. Die E-Mails stammen von Adressen, die bei kostenlosen E-Mail-Diensten registriert sind. Solche Adressen sind nicht von vorneherein verdächtig und werden oft für geschäftliche Korrespondenz genutzt, insbesondere von kleinen Unternehmen. Unabhängig von der Muttersprache des Opfers (wir haben Angriffe auf Unternehmen in Russland, der Tschechischen Republik, Malaysia und Ägypten entdeckt) sind die Nachrichten der Angreifer immer in Englisch verfasst.

In der ersten E-Mail fragen die Angreifer nach den angebotenen Produkten und beziehen sich dabei auf echte Produktnamen. Dies weist auf gründliche Vorbereitung hin: Die Angreifer senden keine identischen E-Mails an produzierende Unternehmen mit ähnlichen Profilen, sondern recherchieren sorgfältig nach öffentlich verfügbaren Informationen über konkrete Opfer. Wenn jemand auf die erste E-Mail antwortet, geht die Unterhaltung weiter. Das eigentliche Ziel der Angreifer sind Anmeldeinformationen für geschäftliche E-Mail-Konten. Zur Vorbereitung werden manchmal mehrere Nachrichten ausgetauscht. Zur Ablenkung erkundigen sich die Kriminellen nach Details oder stellen zusätzliche Fragen. Meist kommt der Phishing-Link jedoch schon mit der zweiten E-Mail.

Die Angreifer senden ausführliche Spezifikationen des Produkts, für das sie sich interessieren, fragen, ob das Produkt gemäß einer Skizze graviert werden kann, oder bringen das Opfer unter einem anderen Vorwand dazu, eine angehängte Datei zu öffnen.

Eine Kette von E-Mails, die mit einem Phishing-Link endet

Eine Kette von E-Mails, die mit einem Phishing-Link endet

Phishing-Webseite

In Wirklichkeit gibt es gar keine Datei. Die Phishing-Website, die sich öffnet, wenn das Opfer auf den Link klickt, ahmt einen bekannten Cloud-Dienst nach, auf dem PDF-Dokumente bearbeitet werden können. Die „Download“-Schaltfläche führt zu einem Anmeldeformular. Dort wird das Opfer aufgefordert, seine geschäftliche E-Mail-Adresse und sein Passwort einzugeben, um auf die vertrauliche Datei zuzugreifen. Dies geschieht natürlich aus „Sicherheitsgründen“. Wenn ein Mitarbeiter des angegriffenen Unternehmens nicht darüber nachdenkt, warum er seine geschäftlichen Anmeldedaten auf einer fremden Website eingeben sollte (die Website kann die Authentizität überhaupt nicht überprüfen), landen seine E-Mail-Adresse und das dazugehörige Passwort auf dem Server des Angreifers.

Wie kann ich mich schützen?

Moderne Phishing-Angriffe werden immer raffinierter und überzeugender. Nicht zuletzt durch den Einsatz von KI-Tools. Deshalb ist es sehr wichtig, die Mitarbeiter regelmäßig für Sicherheit zu sensibilisieren. Und damit die Mitarbeiter dieses Wissen so selten wie möglich in die Praxis benötigen, empfiehlt sich der Einsatz einer Sicherheitslösung auf Ebene eines E-Mail-Gateways. Unser Kaspersky Secure Mail Gateway erkennt diesen Phishing-Angriff, noch bevor die Angreifer mit dem eigentlichen Phishing beginnen.

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