Weder Blumen noch Geschenke: Wie Frauen betrogen werden

Ein weiteres Fest … für Betrüger. Wie Cyberkriminelle Frauen im Vorfeld des 8. März betrügen

Die Feierlichkeiten zum Internationalen Frauentag sind auf der ganzen Welt unterschiedlich. Es ist jedoch ein Tag, an dem die Augen aller auf Frauen aus allen Gesellschaftsschichten gerichtet sind … aller – und auch die der Betrüger. Da die Hektik vor den Feiertagen eine perfekte Gelegenheit für Cyberkriminelle ist, Geld zu verdienen, werden sie doppelt und dreifach aktiv, um Links zu gefälschten Websites zu senden, unzählige gefälschte Gutscheincodes zu generieren und bei jedem Einkauf falsche Versprechen von wertvollen Geschenken abzugeben.

In diesem Artikel besprechen wir, wie Frauen sich davor schützen können, Opfer dieser Betrügereien zu werden.

Gefälschte Marketplace-Geschenke

Statistiken zufolge kaufen Frauen weitaus häufiger auf Online-Shops ein als Männer: 43 Prozent gegenüber 32 Prozent. Aus diesem Grund geraten Frauen eher ins Visier von Werbeaktionen, die vor jedem Feiertag in Schwindel erregender Zahl erscheinen. Leider sind diese Kampagnen nicht immer legal und werden im Namen von Marken durchgeführt, die angeblich unglaublich großzügige Angebote machen.

Mehrere Jahre in Folge erhalten junge Frauen kurz vor dem 8. März WhatsApp-Nachrichten, die angeblich von Amazon stammen und ein wertvolles Geschenk anbieten: „Willkommen beim Geschenk zum Weltfrauentag von Amazon! Wir haben mehr als 10.000 Gratisgeschenke!“ Um teilzunehmen, wird die Empfängerin gebeten, einem Link zu folgen, eine kurze Umfrage auszufüllen und die Nachricht anschließend mit einigen Dutzend Freundinnen zu teilen und ihre Identität per E-Mail zu bestätigen. Selbstverständlich erhalten die Befragten keine schicken Smartphones, Haartrockner oder Laptops. Stattdessen könnten laut Sicherheitsforschern die Geräte der Opfer unterwandert worden sein, indem die Betrüger Zugriff auf die Kamera, das Mikrofon, Banking-Apps, Kontakte und die Bildergalerie erhalten haben.

Tatsächlich verwenden einige Marken Instant Messaging-Dienste und E-Mail, um Werbeangebote zu verbreiten, und Amazon ist da keine Ausnahme. Wenn Du eine solche Nachricht erhältst, solltest Du sie daher zunächst sorgfältig unter die Lupe nehmen: Verdächtige Großzügigkeit, Grammatikfehler, eine seltsame Absenderadresse und der dringliche Aufruf, einem Link zu folgen, „solange er gültig ist“, können Anzeichen dafür sein, dass es sich um Betrug handelt. Beachte die Regeln für sicheres Shopping im Internet und nutze zuverlässige Sicherheitsprogramme, um sicher zu gehen, dass Du einem Link zu einer offiziellen Website folgst und nicht zu einer Fälschung.

„Blumen für unsere Stammkunden!“

Die Tradition, Frauen am 8. März Blumen zu überreichen, reicht bis ins Jahr 1946 zurück, als italienische Frauenrechtlerinnen die gelbe Mimose als Symbol für Resilienz, nachhaltiges Wachstum und Solidarität wählten. Junge Frauen bekommen immer noch jeden 8. März Blumen von ihren Freunden und ihrer Familie. Auch Betrüger nutzen dieses süße Kompliment aus.

Am Vorabend des internationalen Frauentags versprechen Betrüger Blumengrüße, für die die Empfängerin nur die Lieferung bezahlen muss. Wenn das Opfer damit einverstanden ist, erhält es einen Link zur Zahlung in einer Instant-Messaging-App. Es überrascht nicht, dass das Opfer, nachdem es alle Anweisungen befolgt hat, keine Blumen erhält und sich herausstellt, dass unter der Telefonnummer des Blumenladens niemand abhebt.

Die ganze Geschichte ist ein gewöhnlicher Lieferbetrug, über den wir bereits an anderer Stelle berichtet haben. Zu den Verlusten gehören in diesem Fall sowohl die „Lieferkosten“ als auch die Bankkartendaten, mit denen später viel größere Beträge gestohlen werden können. Um Betrug zu vermeiden, gilt folgende goldene Regel: Bezahle niemals für ein Geschenk. Schließlich sollte es kostenlos sein, da es ein Geschenk ist. Wenn ein Blumenladen, ein Nagelstudio oder ein Spa beschließt, Dir Blumen zu schicken, um Dir eine Freude zu machen, stelle sicher, dass Dir dies nicht in Rechnung gestellt wird.

„Alles, was Du sagst, kann gegen Dich verwendet werden“

Du hast sicherlich schon den Satz gehört: „Alles, was Sie sagen, kann gegen Sie verwendet werden“. Das gilt für das digitale genauso wie für das echte Leben. Die Rede ist von Doxern, Menschen, die alle verfügbaren Informationen über ihr potenzielles Opfer – Informationen, die das Opfer selbst veröffentlicht hat – sammeln und damit drohen, sie öffentlich zu machen. Diese Art der Bedrohung wird als Doxing bezeichnet.

Junge Frauen sind besonders wehrlos gegenüber Doxern. Ein Schadakteur kann die Daten des Opfers zum Catfishing verwenden: Er erstellt eine gefälschte Online-Identität mit dem Namen, dem Gesicht und anderen persönlichen Daten des Opfers, um weitere Betrugsversuche in sozialen Netzwerken und bei Dating-Diensten zu starten. Zumindest können sie Dich mit Textnachrichten, Telefonanrufen, gefälschten Lieferungen oder sogar mit Swatting belästigen. Die beliebte Streamerin Amouranth mit mehr als 6,3 Millionen Twitch-Followern sagt, dass sie mehrmals im Monat Opfer von Swatting wird.

Die Streamerin Wolfabelle erlebte eine andere Art von Doxing: Ein Stalker fand ihre Adresse heraus und drohte, sie zu veröffentlichen, wenn sie ihm nicht sexuell gefügig werde. Sie erhielt sogar ein Foto von ihrem Haus, das der Doxer gemacht hatte, um zu beweisen, dass er nicht bluffte.

Positiv ist, dass dies nichts ist, was Du nicht verhindern kannst. Kurz gesagt, solltest Du Folgendes tun: Vermeide die Weitergabe Deines Standorts, veröffentliche nur ein Minimum an Informationen, die bei Online-Suchen auftauchen können, oder stelle Deine sozialen Profile auf „privat“. Wenn Du bereits Opfer von Doxing geworden bist, lies bitte unseren anderen Beitrag.

Den 8. März sicher begehen

  • Halte die Augen offen, wenn Du Werbeangebote annimmst. Geschenke und Werbegeschenke sind nett, aber sobald Du dazu aufgefordert wirst, zu bezahlen oder den Link mit Deinen Freundinnen zu teilen, weißt Du, dass Du es mit Betrügern zu tun hast.
  • Vermeide es, in Instant Messages auf verdächtige Links zu klicken. Bitte lies unsere ausführlichen Anti-Phishing-Tipps und denke daran, dass Schadakteure an Feiertagen besonders aktiv sind.
  • Veröffentliche Deine persönlichen Daten nur in privaten sozialen Profilen. Dieser Life-Hack trägt zumindest dazu bei, Dich vor Doxing zu schützen. Denke daran, Follower und Freunde, die Deine Profildaten einsehen können, sorgfältig auszuwählen.
  • Verwende umfassende Sicherheit, die Dich vom Besuch von Phishing- und Betrugswebsites abhält, Deine Zahlungsdaten und persönlichen Daten schützt und Identitätsdiebstahl verhindert.

 

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