Wissen Sie, was Sie mit Google teilen?

Was weiß Google über Sie? Mit dem neuen Tool „About Me“ können Sie das herausfinden.

Es gab eine Zeit, in der Google nur eine Suchmaschine war. Zwar eine, von der wir immer schon wussten, dass sie viele Daten sammelt, um die Suchergebnisse – und entsprechende Werbung – erstellen zu können. Doch mit den Jahren kamen immer neue Dinge hinzu: Android, Gmail, Google+ (nutzt das noch jemand?), YouTube, Docs, Drive und viele, viele mehr.

Haben Sie sich schon einmal gefragt, welche Dinge und persönlichen Daten Sie mit Google teilen – und in manchen Fällen auch mit jedem, der bei Google suchen kann?

Keine Angst. Auch wenn Sie nicht alle Änderungen kennen, die Google in den letzten Jahren durchgeführt hat. Denn auch wenn es einfach ist, Häkchen zu setzen, Nutzungsbedingungen zu akzeptieren und sich nicht groß darum zu kümmern, so ist Google doch nicht wie Facebook und die Privatsphäre der Nutzer wird von dem Unternehmen bis zu einem gewissen Maß geachtet.

Um diesen Anspruch zu beweisen, führte Google Anfang der Woche ein neues Tool namens About Me ein, dass einem zeigt, was man auf der Google-Plattform alles teilt. Gehen Sie dafür auf die Seite https://aboutme.google.com und wählen Sie den Punkt „Privatsphärecheck“.

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Wenn Sie „Jetzt starten“ anklicken, gehen Sie auf eine Tour durch ihre Online-Privatsphäre und sehen, was Sie mit anderen teilen. Los geht das Ganze mit Google+. Bei jedem Schritt können Sie auswählen, welche Daten Sie mit verschiedenen Zielgruppen teilen möchten.

Je nachdem, welche Dienste Sie mit Ihrem Google-Konto nutzen, bekommen Sie Warnungen, dass es durch das Verbieten des Teilens mancher Informationen mit Google zu Problemen bei bestimmten Apps oder dem Betriebssystem kommen kann.

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Selbst wenn Sie absolut strenge Sicherheitseinstellungen haben, ist diese neue Google-Funktion recht gut, um sicherzustellen, dass Sie keine wertvollen Daten auf mehreren Plattformen allzu öffentlich teilen. Wir empfehlen, diesen Prozess zumindest vierteljährlich zu wiederholen, denn wie wir alle wissen, liest niemand beim Download einer neuen App die Nutzungsbedingungen.

Das Google-Tool ist ein guter Anfang, doch Sie sollten mehr tun, um Ihre Daten vor Werbetreibenden, App-Entwicklern oder Cookie-Verteilern zu schützen.

Was kann man tun?

Hier fünf Tipps, die Sie regelmäßig anwenden sollten (setzen Sie sich hierfür am besten einen Kalendereintrag), um ihren Schutz im Internet sicherzustellen:

  1. Es ist natürlich einfach, die Nutzungsbedingungen von Webseiten und Diensten einfach anzunehmen. Wir wollen gar nicht, dass Sie immer das ganze, riesige Dokument lesen, aber Sie sollten zumindest darin nachsehen, welche Daten Sie durch die Nutzung mit Dritten teilen.
  1. Verwenden Sie kein Single-Sign-On. Es ist zwar praktisch, sich überall ganz einfach mit Ihrer Google ID einloggen zu können, aber das ist auch einer der Hauptgründe für den Missbrauch der Privatsphäre im Internet. Wenn Sie sich mit Ihrer Google ID einloggen, stimmen Sie automatisch zu, bestimmte Daten mit Dritten zu teilen. Klar, das spart 10 Sekunden Zeit, aber wissen Sie genau, was der kleine Online-Händler mit Ihren Daten macht? Oder wie er diese Daten schützt?

  1. Wir haben Süßigkeiten. Können Sie sich an die Warnungen vor den fremden Menschen, die Kindern Süßigkeiten in ihrem Auto anbieten, erinnern, die Sie sicher in der Schule gehört haben? Falls Sie es noch nicht wissen, das Internet ist voll mit solchen schrägen Typen mit angeblichen Süßigkeiten. Ihre Daten sollten Ihnen heilig sein. Teilen Sie sie nur mit Diensten (und Personen), mit denen Sie sie teilen wollen.
  1. Einfach ist nicht immer am besten. Wie beim Hinweis zum Login, sollten Sie auch nie Akzeptieren dass Dinge auf IRGENDEINEM Netzwerk geteilt werden oder sich für so einen Dienst anmelden, selbst wenn niemand das so wie Google+ nutzt. Tatsache ist doch, dass niemand von Ihrer Liebe für die New Kids on the Block, Helene Fischer und Seifenopern wissen muss. Wenn Sie einfaches Teilen einschalten, sieht die ganze Welt und auch jede Suchmaschine, nach was Sie suchen. Das gilt vor allem für Suchmaschinen. Erst letzte Woche kam auf, dass extrem private Suchanfragen in den USA an potenziell pädophile Betrüger verkauft wurden – den Artikel sollten Sie lesen und auf sich wirken lassen.

  1. Verwenden Sie ein Privatsphäre-Tool. Sie können zum Beispiel Tor nutzen, um anonym zu bleiben (außer, das FBI kommt mit seinen Forderungen durch), aber das kann für manchen zu kompliziert sein. Daher empfehlen wir unser Tool für das Sichere Browsen, das es erlaubt, auszuwählen, was man mit Webseiten teilt. Wir als Sicherheitsunternehmen glauben an den Schutz der Privatsphäre. Die Funktion für das Sichere Browsern finden Sie in der aktuellen Version von Kaspersky Internet Security.

Mit diesen Tipps schützen Sie Ihre Privatsphäre und wir empfehlen, die About-Me-Funktion von Google so schnell wie möglich zu nutzen. Denn sogar wir als Sicherheits-Experten waren schockiert, welche Einstellungen wir dort vorfanden, für die wir uns nicht selbst entschieden hatten.

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