Wie mit Big Data Kriminelle gefasst werden

Big Data hilft dabei, Diebe, Drogendealer und Terroristen zu fassen. Und angeblich wurde sogar Osama bin Laden mithilfe von Big Data gefunden.

Big-Data-Methoden werden für die Lösung verschiedenster Probleme eingesetzt: von der Heilung seltener Krankheiten über das Fangen von Wilderern in Indien bis zum Finden des besten Zeitpunkts, um Bäume in New York zu fällen. Versicherungen nutzen Big Data, um Preise besser festlegen zu können. Banken, Fabriken und Handelsketten verwenden Big Data, um Produktion und Verkauf zu verbessern; Polizei und Sicherheitsspezialisten fassen damit Kriminelle. Und genau darum geht es in diesem Artikel.

Kriminalisten sind sich sicher, dass das Verbrechen sein eigenes Muster hat, genau wie jede andere menschliche Aktivität. Und auch wenn es recht schwer ist, das individuelle Verhalten von Personen vorherzusagen, so können Analysen doch die Reaktion einzelner Gruppen ziemlich genau voraussagen.

Normalen Anwendern ist das große Potenzial von Big Data kaum bewusst, sie diskutieren allenfalls darüber oder haben Angst vor einer Big-Brother-Überwachung. Doch das Thema wird in Analysen genau beobachtet, um falsche Signale von echten Bedrohungen unterscheiden und zum Beispiel Finanzverbrechen verhindern zu können.

Manchmal verwendet die Polizei Big Data, um bereits bekannte Informationen besser verarbeiten zu können, zum Beispiel wenn es um das Entdecken der gefährlichsten Stadtbereiche geht. Ein Beispiel dafür ist die folgende Karte von London, auf der die Gefahrenherde rot markiert sind:

Ähnliche Sicherheitslösungen werden bereits von der Polizei in Seattle, New York und Los Angeles eingesetzt. Die Polizei von Los Angeles berichtete bereits über eine dadurch verbesserte Leistungsfähigkeit, durch die Diebstähle um 33 Prozent, Gewaltverbrechen um 21 Prozent und Einbrüche um 12 Prozent gesunken sind.

Hochtechnologie hilft der Polizei, bereits Maßnahmen zu ergreifen, bevor jemand die Notrufnummer anruft. Alle Daten sind dabei wertvoll: Fotos, Updates, Check-In-Statusmeldungen auf Facebook und anderen Sozialen Netzwerken, Schulschwänzer-Statistiken lokaler Schulen, medizinische Entdeckungen, Einkaufsdaten, Daten öffentlicher Überwachungskameras, usw.

Davon abgesehen können Datenanalysen offiziellen Stellen helfen, verschiedene Trends zu bestimmen, etwa die Tatsache, dass Kriminelle Waffen und Munition wie eine Art Währung verwenden. Soziale Netzwerke, auf denen Kriminelle selbst wichtige Daten hochladen, werden zu einer wertvollen Informationsquelle, vor allem Facebook und Instagram.

Experten gehen davon aus, dass Analysesysteme erfolgreich Straßenkriminalität voraussagen können, etwa Autodiebstähle und Tötungsdelikte. Sie sind auch ganz gut zur Voraussage von Unruhen und terroristischen Aktivitäten.

Forensische Logik half der Polizei auch bereits beim Aufspüren flüchtiger Krimineller. Firmenexperten haben Daten aus Datenbanken von 80 Städten innerhalb des Los Angeles County verknüpft und herausgefunden, dass sich Kriminelle beim Untertauchen von einem Polizeibezirk in den nächsten bewegen.

Experten des Department of Criminology der University of Pennsylvania haben basierend auf verschiedenen Daten, etwa lokalen Polizeiberichten, einen Algorithmus entwickelt, mit dem bei Mordfällen potenzielle Opfer entdeckt werden können. Polizeibehörden verwenden diese Daten, um gefährdete Personen zu warnen.

Die wahrscheinlich bekannteste Firma, die Lösungen für die Verbrechensvorhersage entwickelt, ist Palantir. Das Unternehmen machte kürzlich den Schritt aus dem Schatten der Behördendienste auf den kommerziellen Markt.

Die Software von Palantir kann mit einer großen Menge chaotischer Daten umgehen: DNA-Daten, Audio- und Videoaufnahmen verschiedener Quellen (inklusive Aufnahmen von öffentlichen Überwachungskameras), registrierten Nummernschildern zur Überwachung von Autoverkäufen und noch viel mehr globalen Dingen.

Diese Lösung wurde in mehreren Ländern auch bereits zur Terrorismusvorbeugung eingesetzt. In Afghanistan wurde sie verwendet, um Angriffe vorauszusagen. Zudem hat diese Software bereits erfolgreich Mitglieder des mexikanischen Drogenkartells aufgespürt, die einen amerikanischen Zollbeamten ermordet hatten.

Und sie löste zahlreiche andere Fälle. So lokalisierte sie Hacker, die Spyware auf dem PC des Dalai Lama installiert hatten. Ein anderer, weniger pompöser, aber dennoch sehr wichtiger Fall: Palantir half auch, innerhalb einer Stunde nach dem Verbrechen, einen Kindesmisshandler zu fassen. Die Software entdeckte ihn auf Videoaufzeichnungen, die von öffentlichen Überwachungskameras in New York gemacht wurden.

Laut einem Artikel in Forbes schätzt Palantier-CEO Alex Carp die Privatsphäre, doch mittlerweile hat er keine andere Wahl, als sich überall von einem muskulösen Bodyguard namens Mike begleiten zu lassen. Mike schützt Carp vor Extremisten, die ihm bereits Todesdrohungen geschickt haben, und vor radikalen Verschwörungstheoretikern und anderen aufdringlichen Personen. Das ist der Preis für den Erfolg, unter anderem einen recht großen Erfolg: Angeblich hat Palantier den Behörden auch geholfen, Osama bin Laden aufzuspüren.

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