Weshalb Sie Stalkerware-Programme nicht unterschätzen sollten

Stalkerware ist vebreiteter als man denkt; sie läuft im Hintergrund, ohne dass die Betroffenen etwas davon mitbekommen.

Am 26. Dezember 2019 startet die zweite Staffel von „You – Du wirst mich lieben“ auf Netflix. Im Mittelpunkt: der Buchhändler Joe Goldberg, der eine exzessive Besessenheit gegenüber seiner Kundin Guinevere Beck entwickelt, sie auf jegliche denkbare Art und Weise stalkt und am Ende sogar tötet. Was in der Realität ein Alptraum wäre, ließ bei der ersten Staffel die Herzen mancher Frauen höherschlagen.

Jedoch ist Stalking ein ernstzunehmendes Problem, das zunehmend auch digital um sich greift. Sogenannte Stalkerware-Programme – Spionage-Software, die heimlich auf einem Smartphone des Opfers installiert wird – ermöglichen Dritten in das Privatleben einer anderen Person einzudringen. Stalkerware kann offiziell käuflich erworben werden und ihr Einsatz steigt: im Zeitraum Januar bis August 2019 gab es Kaspersky-Analysen zufolge in Deutschland eine Zunahme um 79 Prozent von versuchten Installationen von Stalkerware.

David Emm, Principal Security Researcher bei Kaspersky, kommentiert die aufsteigende Gefahr wie folgt:

„Stalkerware“ ist verbreiteter als man denkt; sie läuft im Hintergrund, ohne dass die Betroffenen etwas davon mitbekommen. Nach erfolgreicher Installation kann der Täter auf Nachrichten, Fotos, soziale Medien, Geolokalisierungsdaten sowie Audio- oder Kameraaufnahmen zugreifen – in einigen Fällen sogar in Echtzeit. Was mit einem attraktiven Schauspieler im Gewand einer spannenden TV-Serie in den Bann zieht, ist im wirklichen Leben ein ernstzunehmendes Problem und eine reale Bedrohung für viele Frauen, aber auch Männer. Daher kooperieren wir seit kurzem mit zahlreichen Partnern im Rahmen der Initiative „Coalition Against Stalkerware“, um auf die Gefahr von Stalkerware aufmerksam zu machen und den Betroffenen zu helfen.“

Koalition gegen Stalkerware nimmt Arbeit auf

Bisher haben sich neben Kaspersky neun weitere renommierte Unternehmen und Verbände, darunter Avira, die Electronic Frontier Foundation, das European Network for the Work with Perpetrators of Domestic Violence, G DATA CyberDefense, Malwarebytes, National Network to End Domestic Violence, NortonLifeLock, Operation Safe Escape und der Weißer Ring der globalen Initiative „Coalition Against Stalkerware“ zum Schutz vor Spionage-Software angeschlossen. Diese neue, weltweit tätige Arbeitsgruppe wird zukünftig ihre Expertisen in den Bereichen Opferhilfe und Cybersicherheit bündeln, um von Stalkerware betroffenen Nutzern bestmöglich zu helfen.

Kaspersky: Wie man sich gegen Stalkerware schützt

  • Blockieren der Installation von Programmen aus unbekannten Quellen in der Einstellung des Smartphones. Dies kann über die Geräteeinstellungen vorgenommen werden.
  • Niemals das Passwort oder den Passcode des eigenen Smartphones an Dritte weitergeben, auch nicht, wenn es sich um Vertrauenspersonen handelt.
  • Niemals unbekannte Dateien oder Anwendungen auf dem Gerät speichern, da diese die Privatsphäre beeinträchtigen könnten.
  • Alle Sicherheitseinstellungen auf allen Geräten umgehend ändern, sobald eine Beziehung zu Ende gegangen ist. Ex-Partner könnten versuchen, persönliche Daten zu stehlen, um die Besitzer damit zu manipulieren.
  • Alle auf dem Gerät genutzten Anwendungen prüfen, um festzustellen, ob verdächtige Programme ohne Zustimmung installiert wurden.
  • Eine zuverlässige Sicherheitslösung wie zum Beispiel Kaspersky Internet Security for Android verwenden, die Anwender bei einer versuchten Installation kommerzieller Spyware-Programme sofort informiert.
  • Betroffene von Stalking oder diesbezüglich Hilfesuchende sollten sich an relevante Organisationen wenden, um professionelle Unterstützung zu erhalten.
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