Verhaftet! Die wichtigsten Fälle im Juni

Der Sommeranfang bringt uns neue Meldungen des ewigen Kampfes zwischen Justizbehörden und Cyberkriminellen. Hier die Verhaftungen des vergangenen Monats.

Busted

Der Sommeranfang bringt uns neue Meldungen des ewigen Kampfes zwischen Justizbehörden und Cyberkriminellen. Hier die Verhaftungen des vergangenen Monats:

Guccifer muss für mehrere Jahre ins Gefängnis

Guccifer

Der berüchtigte rumänische Hacker Marcel Lazăr Lehel, auch bekannt unter dem Namen „Guccifer“, der Anfang des Jahres in Rumänien geschnappt worden ist, stand nun vor Gericht: Mitte Juni wurde er zu vier Jahren Gefängnis verurteilt. In den letzten Jahren hackte sich Lehel in mehrere private Internetkonten, inklusive E-Mail-Konten der Bush-Familie, des ehemaligen US-Außenministers Colin Powell und des Chefs des rumänischen Geheimdienstes, George Maior. Wie der Staatsanwalt sagte, hat der Hacker verschiedene Methoden dabei angewandt, um Zugriff auf die Konten zu erhalten, unter anderem auch das Erraten der Antworten zu Sicherheitsfragen. Insgesamt muss er sogar für sieben Jahre hinter Gitter, da er auch eine frühere, dreijährige Bewährungsstrafe absitzen muss.

Vier Jahre für den Diebstahl von iCloud-Zugangsdaten

iOSransom

Vor einigen Monaten machte die steigende Zahl von Apple-Nutzern Schlagzeilen, deren Geräte von Betrügern gesperrt wurden, die für die Freigabe der Smartphones, Tablets und Computer Lösegeld verlangten. Das Problem tauchte in einigen Ländern auf, inklusive Russland, wo die Polizei schließlich die Betrüger ausfindig machte: Anfang Juni wurden zwei Moskauer im Alter von 16 und 23 Jahren verhaftet, da sie mehrere Konten gehackt haben sollen. Die Kriminellen verwendeten zwei Maschen: Zum einen hackten sie die E-Mail-Konten der Anwender und erstellten Phishing-Seiten, um an die Apple ID der Opfer zu gelangen. Zum zweiten beschränkten sie angeblich Geräte auf bestimmte Konten und nutzten „verschiedene Internet-Ressourcen, um Anzeigen zu erstellen“. Diese Anzeigen versprachen Zugriff auf Apple-ID-Konten, die „viele Mediendateien“ enthielten. Sobald jemand auf das Angebot einging und sein Gerät mit dem Konto verknüpfte, konnten die Angreifer das Gerät übernehmen. Doch nun müssen die beiden Cyberkriminellen mit bis zu fünf Jahren Gefängnis rechnen.

Zehn Jahre für Internetbetrug

Der letzte Monat scheint für die russischen Behörden sehr gut gewesen zu sein, denn wir haben noch mehr Neuigkeiten von dort. Mit der Hilfe von Kaspersky Lab hat die Polizei eine Gruppe aufgespürt, die Millionen von Dollar von privaten und Firmenbankkonten gestohlen haben soll. Die Kriminellen sollen dabei ein spezielles Schadprogramm verwendet haben, mit dem sie die Computer der Opfer infiziert haben, um sich in das Online-Banking einhacken zu können. Nach dem Einbruch konnten sie Geld auf Scheinkonten überweisen, von denen Sie es dann an Geldautomaten in verschiedenen Städten abheben konnten. Die Hacker müssen nun mit bis zu zehn Jahren Gefängnis rechnen.

Das FBI hat Jewgeni Bogatschew als mutmaßlichen Hintermann der GameOver-Zeus-Operation benannt

FBI und europäische Behörden zerschlagen GameOver-Zeus-Botnetz

Evgeniy-Bogachev

Justizbehörden in Europa und den USA, inklusive Europol und FBI, haben gemeinsam das GameOver-Zeus-Botnetz zerschlagen, dessen Server übernommen und damit die Botnetz-Aktivitäten gestört. Laut Behördeninformationen ist das Botnetz für die Verbreitung der Ransomware CryptoLocker verantwortlich. Gesucht wird nun ein 30 Jahre alter Russe, der mit dem Aufbau und Betrieb des Botnetzes in Verbindung stehen soll. Am 30. Mai bereits übernahmen die Behörden, die über das European Cybercrime Center (EC3) und zusammen mit verschiedenen Sicherheitsfirmen und -Forschern an der Zerschlagung des Botnetzes arbeiteten, dessen Server. Die Shadowserver Foundation, Abuse.ch, CrowdStrike, Microsoft und einige weitere Firmen haben bei der Zerschlagung ebenfalls geholfen. Das FBI identifizierte Jewgeni Michailovitsch Bogatschew als mutmaßlichen Betreiber von GameOver Zeus. Das Justizministerium klagt Bogatschew im Zusammenhang mit GameOver Zeus der Verschwörung, des Betrugs, Computer-Hackings, Bankbetrugs und der Geldwäsche an. Die Behörden gehen auch davon aus, dass er für die CryptoLocker-Infrastruktur, eine äußerst profitable Epressungs-Operation, verantwortlich ist.

Tipps

Router-Schutz für MikroTik-Benutzer

Aktualisieren Sie RouterOS des MikroTik-Routers und überprüfen Sie die Einstellungen, um sich vor dem Botnet Mēris zu schützen und ggf. Malware von einem bereits infizierten Router zu entfernen.