Sichere Smartphones für Schulkinder

Tipps

Heutzutage scheinen Kinder immer früher ein eigenes Smartphone zu besitzen. Selbst Eltern, die es bevorzugen würden mit einer solchen Anschaffung zu warten, kommen oftmals in die Versuchung ihrem Kind ein Smartphone zu kaufen, um sich zu vergewisseren, dass es ihrem Liebling in ihrer Abwesenheit gut geht. Häufig spielt auch der Druck, der oftmals von Schulkameraden des Kindes ausgeht, eine große Rolle; Eltern wollen verhindern, dass ihr Kind in der Schule ausgeschlossen wird.

Dabei dürfen wir nicht vergessen, dass Smartphones kleine, kompakte und besonders amüsante Touch-Screen-Computer sind. Wenn Kinder mit den Geräten alleine auf sich gestellt sind, können Sie Stunden damit verbringen, Spiele zu spielen und Videos auf YouTube zu schauen. Darüber hinaus sind Kinder nun mal Kinder und die Wahrscheinlichkeit, dass ein Smartphone verloren geht oder ungewollt kaputt gemacht wird ist deutlich höher als bei Erwachsenen.

Es gibt aber auch gute Nachrichten! Und zwar können wir die Risiken rund ums Smartphone reduzieren. Hier ist vor allem ein wenig Zeit und Aufmerksamkeit der Eltern gefragt.

So richten Sie das Smartphone Ihres Kindes richtig ein

Die Einstellungen, die wir in diesem Beitrag ansprechen, können ganz einfach an die eigenen Bedürfnisse angepasst werden. Starten wir mit einigen Grundvoraussetzungen:

  1. Kinder spielen und das ist in Ordnung (es sollte allerdings Grenzen geben).
  2. Das Internet ist sehr verlockend, birgt aber auch viele Gefahren.
  3. Jeder hat ein Recht auf Privatsphäre.

Wählen Sie zwischen Google oder Apple

Die zwei bekanntesten mobilen Plattformen, iOS und Android, verfügen über integrierte Tools zur elterlichen Kontrolle. Dennoch können bei Android deutlich mehr Einstellungen angepasst werden als bei iOS. Abgesehen davon sind Android-Geräte um einiges preiswerter und somit auch einfacher zu ersetzen (falls das Smartphone kaputt gehen sollte).

Einige bevorzugen iOS, was für Haushalte, in denen bereits weitere Apple-Geräte vorhanden sind, die bessere Wahl sein könnte – natürlich spielt hierbei auch der Preis eine wichtige Rolle. Hier erfahren Sie, wie Sie iOS für Kinder einrichten.

Individuelle Google-Konten einrichten

Um ein Android-Smartphone nutzen zu können, ist ein Google-Konto erforderlich. In den Nutzungsbedingungen ist allerdings festgelegt, dass die Person, die ein Konto einrichten möchte, mindestens 13 Jahre alt sein muss. Wenn Sie bislang noch kein zweites Konto besitzen, das Sie für diesen Zweck nutzen können, muss zunächst ein weiteres Konto erstellt werden.

Es ist nicht notwendig, Ihrem Kind das Account-Passwort mitzuteilen. Zudem ist es empfehlenswert die Zweifaktorauthentifizierung zu aktivieren. Natürlich sollte diese mit Ihrem Smartphone verknüpft sein.

Schalten Sie das Smartphone ein und fügen Sie das neue Google-Konto im Setup-Wizard hinzu. Geben Sie die gewünschte E-Mail-Adresse, Alter und Telefonnummer ein und bestätigen Sie die Nutzungsbedingungen.

Wenn Sie das Smartphone nicht zum ersten Mal in Betrieb nehmen, können Sie das neue Konto hier einrichten: Einstellungen -> Konten -> Konto hinzufügen -> Google. Im neuen Fenster wählen Sie die Option Oder ein neues Konto erstellen.

An dieser Stelle sollte die Eingabe der Zahlungsdaten für den Google Play Store übersprungen werden. Wir werden später noch einmal auf das Thema zurückkommen, nur so viel sei gesagt: Zahlungsinformationen sollten immer mit dem Konto eines Erwachsenen verknüpft sein.

Sie benötigen ein Konto, um Kontakte und Bilder synchronisieren oder den Google Play Store nutzen zu können. Wir sprechen von Kindern im Grundschulalter; es ist also eher unwahrscheinlich, dass Ihr Kind auf ein E-Mail-Konto zugreifen muss. Ich empfehle deshalb das Konto auf dem Smartphone selbst nicht zu aktivieren. Gehen Sie dafür zu Einstellungen-> Google Kontoeinstellungen und entfernen Sie den Haken bei Sync Gmail.

Google-Konten einrichten (für Familien)

Wenn ein Elternteil ebenfalls ein Android-Gerät nutzt, ist es sinnvoll, ein Familienkonto zu erstellen, mit dem Familienmitglieder die Familienzahlungsmethode nutzen können, um bei Google Play für Käufe zu bezahlen oder In-App-Käufe zu tätigen. Zudem können Kaufgenehmigungen aktiviert werden, sodass Ihr Kind mit seinem eigenen Smartphone Artikel kaufen kann (unter der Verwendung der Zahlungsinformationen der Eltern – und nur mit ausdrücklicher Zustimmung der Eltern).

Sie können mit Ihrem eigenen Smartphone ein Familienkonto bei Google Play erstellen. Starten Sie dazu die Google-Play-App, öffnen Sie das Menü und tippen Sie auf Einstellungen -> Konto -> Familie -> Familienmitglieder verwalten. Geben Sie hier die Gmail-Adresse Ihres Partners und Ihrer Kinder ein, um diese einzuladen.

Die Einladung muss dann vom Smartphone des Familienmitgliedes angenommen werden. Nehmen Sie im Anschluss Ihr Smartphone, wechseln Sie zu den Einstellungen der Familiengruppe, öffen Sie das Profil des Kindes und wählen Sie einen der folgenden Modi für Kaufgenehmigungen: Alle Inhalte, Nur bezahlte Inhalte, Nur in-App-Käufe oder Keine Genehmigung erforderlich.

Wenn eine Genehmigung verlangt wird, müssen Sie entweder Ihr Passwort auf dem Gerät des Kindes eingeben oder diese über Ihr eigenes Gerät genehmigen.

Medien und Google-Play-Apps filtern

Sie können Ihr Kind daran hindern Spiele für Erwachsende oder Lieder mit expliziten Songtexten herunterzuladen, indem Sie Google Plays Jugendschutzeinstellungen anpassen. Dafür müssen Sie Google Play auf dem Smartphone Ihres Kindes starten, das Menü öffen und auf Einstellungen -> Jugendschutzeinstellungen tippen.

Geben Sie eine PIN ein, an die Sie sich leicht erinnern können, die allerdings für Ihr Kind schwer zu erraten ist. Nachdem Sie die PIN eingegeben haben, können Sie Altersbegrenzungen für Spiele, Filme und Musik separat auswählen.

Internetnutzung kontrollieren

Um der unaufbesichtigten Internetnutzung vorzubeugen – und eine bessere Kontrolle über die mobile Datennutzung zu erlangen – deaktivieren Sie zunächst die mobile Datennutzung in den Einstellungen des Smartphones Ihres Kindes und über die Selbstbedienungsoptionen Ihres Mobilfunkanbieters. Verbinden Sie das Smartphone mit dem WLAN-Heimnetzwerk. Nun liegt es natürlich ganz bei Ihnen, die Internetnutzung im eigenen zu Hause zu überwachen.

Durch die Deaktivierung der Datennutzung kann Ihr Kind auch tatsächlich nur zu Hause online sein. Es stimmt zwar, dass kostenloses WLAN mittlerweile fast überall zur Verfügung steht, aber darauf gehe ich später in diesem Beitrag noch ein.

Wenn Sie eine SIM-Karte für Ihr Kind kaufen, sollten Sie den Anbieter nach speziellen Plänen und Optionen für Kinder fragen – diese Pläne und Optionen beinhalten normalerweise zusätzliche Features, um Ihre Kinder zu schützen.

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Zeit und Inhalte begrenzen

Natürlich sind die auf dem Smartphone Ihres Kindes installierten Spiele für Kinder geeignet; dennoch sollten Sie die Augen offen halten. Kinder können sich stundenlang damit beschäftigen in Minen nach Rohstoffen zu graben oder verärgerte Vögel auf Schweine zu schießen. Die Spielzeit mit Androids integrierten Tools zu limitieren ist eher problematisch; deshalb sollten Sie einen Blick auf spezielle Apps wie Kaspersky Safe Kids werfen.

Zu den vielen Features der Safe-Kids-App gehören Standort- und Sozialnetz-Steuerelemente. In diesem Beitrag sind wir jedoch hauptsächlich daran interessiert, Einschränkungen beim Starten von Apps zu definieren und das Internet sicher zu nutzen. Installieren Sie Safe Kids auf dem Smartphone eines Elternteils und des Kindes und stellen Sie den Kindermodus für das Smartphone des Kindes und den Elternmodus für Ihr Smartphone ein.

Um die Appeinstellungen Ihres Kindes müssen Sie sich so gut wie keine Sorgen machen – installieren Sie die App gemäß den Anweisungen und gewähren Sie ihr Administratorrechte.

Auf Ihrem eigenen Smartphone müssen Sie hingegen etwas mehr für die App tun – Sie müssen einen PIN für Safe Kids einrichten, die Einstellungen überprüfen und Optionen aktivieren. Die wichtigsten Optionen sind hierbei die Möglichkeit, unerwünschte Websites und App-Einschränkungen nach Kategorie und Alter zu filtern, die sich jeweils in den Untergruppen Internet und Anwendungen befinden.

Sie können die Zeit, die Ihr Kind vor dem Bildschirm verbringt zum Beispiel auf 15 Minuten, 1 Stunde, 2 Stunden oder mehr begrenzen. Nachdem die Zeit abgelaufen ist können mit dem Smarphone weiterhin Anrufe getätigt und erhalten werden; alle anderen Apps werden hingegen mit einer Benachrichtigung, dass das Gerät jetzt geblockt ist, blockiert. Der mögliche Nachteil hier könnte sein, dass es dem Kind nicht möglich ist SMS zu verschicken oder Fotos zu machen.

Wenn Ihr Kind nicht dazu tendiert viel Zeit mit Bildern oder SMS-Nachrichten zu verbringen, kann auch die Zeit festgelegt werden, die in bestimmten Apps verbracht werden darf. Gleichzeitig kann der Zugriff auf bestimmte Apps und Browser, abgesehen von Google Chrome und Androids integriertem Browser (der vom Safe Kids Inhaltsfilter geschützt ist), komplett blockiert werden.

Zusätzliche Sicherheit einrichten

Safe Kids bietet eine umfassende elterliche Kontrolle; zudem wurde durch das vor Kurzem veröffentlichte Update ein weiteres nützliches Feature integriert: der Zugriff auf die Einstellungen des Smartphones selbst können eingeschränkt werden. Diese Beschränkung ist empfehlenswert, um sicherzustellen, dass Ihr Kind keine Verbindungen zu unbekannten WLAN-Netzwerken herstellen, die Systemzeit zurücksetzen oder an den Einstellungen herumspielen kann.

Ich persönlich habe zu diesem Zweck bislang eine zusätzliche App namens Smart Applock empfohlen. Da Safe Kids allerdings seit Neuestem über eben diese Funktion verfügt, ist es nicht mehr notwendig eine zusätzliche Software zu installieren.

Eine letzte Einstellung: der Sperrbildschirm. Aktiveren Sie einen Sperrbildschirm, um das Smartphone vor Mitschülern, oder anderen, die es finden könnten, zu schützen. Dies können Sie über Einstellungen -> Sicherheit oder Einstellungen -> Sperrbildschirm tun. Üben Sie gemeinsam mit Ihrem Kind die PIN, mit der das Smartphone entsperrt wird, richtig einzugeben.

Softwares und Einstellungen sind kein Ersatz für stetige elterliche Anleitung. Zeigen Sie Interesse an der Smartphonenutzung Ihres Kindes und sprechen Sie mit den Kleinsten der Familie über das Surfen im Internet, Spieleinschränkungen, usw.