Das Geheimleben der Apps

Moderne Android-Nutzer haben durchschnittlich 66 Apps auf ihren Geräten installiert. Die meisten dieser Apps funktionieren, ohne dass der Nutzer diese gestartet hätte.

Modern Smartphones haben viel mehr Speicherplatz als Desktop-Computer es vor einem Jahrzehnt hatten. Der Speicherplatz ist voll? Warum sich damit herumärgern, irgendetwas zu löschen, wenn man die alte 64GB-Speicherkarte einfach gegen eine neue, glänzende 128GB-Karte austauschen kann? Das ist nicht teuer.

Meistens ist eine kostengünstige Speicherkapazität eine gute Sache, aber es gibt auch Nachteile: Mit so viel Speicherplatz ist es uns mittlerweile egal, wie viele Dateien und Programme wir auf dem Speicher unsere Geräte ansammeln. Nach unserer Forschung haben moderne Android-Nutzer durchschnittlich 66 Apps auf ihren Smartphones oder Tablets installiert. Außerdem installieren wir ungefähr zwölf neue Apps um Monat, löschen aber nur zehn, wodurch die Anzahl an Apps jeden Monat um zwei ansteigt.

Das wirkliche Problem ist, dass man keine Kontrolle darüber hat, was all dieses Apps machen. Nach den Angaben vom Kaspersky Security Network funktionieren 96 von 100 Android-Apps, ohne dass der Nutzer diese startet. 83 von 100 Apps haben Zugang zu sensiblen Nutzerdaten wie Kontakte, Nachrichten, Anruflisten, gespeicherte Dateien usw.

Wir haben ein Experiment gestartet, um zu überprüfen, wie die weltweit bekanntesten Apps sich verhalten. Wir luden 66 der bei Android-Nutzern beliebtesten Apps herunter und installierten sie auf verschiedenen sauberen Geräten. Was fanden wir heraus? Von 66 Apps liefen 54 und verbrauchten 22MB an Daten am Tag — ohne dass der Nutzer mit ihnen überhaupt interagierte.

Android-Betriebssysteme sind tatsächlich mit der Funktion ausgestattet, die Daten, auf die Apps zugreifen können, zu bestimmen. Das sogenannte Berechtigungssystem für Apps. Aber die meisten Leute ignorieren dieses leistungsstarke Tool:  Nur 40% der Nutzer passen die Berechtigungseinstellungen für jede App an.

Ein anderes Problem der Speicherung von vielen unnötigen Apps sind die Schwachstellen. Allgemein sind Leute nicht sehr gut darin, auf ihren Geräten installierte Programme zu aktualisieren: Nur 65% aller Nutzer aktualisieren Apps auf ihren Smartphones sobald es eine neue Version gibt, und 24% tun dies, wenn sie dazu gezwungen werden. Umso mehr Apps Sie haben, umso komplizierter ist es, dass Sie alle sofort aktualisieren— trotz den Bemühungen von Google dauert das Aktualisieren immer noch einige Zeit und ein paar Klicks.

Es sind nicht nur die Nutzer, die sich der Sorglosigkeit schuldig machen; Entwickler tun dies gleichermaßen. Unsere Forschung zeigte, dass 88 der weltweiten Top-300 Android-Apps nie aktualisiert werden, wodurch die Nutzer den Risiken einer Ausbeutung durch Cyber-Kriminelle ausgesetzt sind.

  • Allgemein müssen Sie die Herde Ihrer Apps hüten. Bezogen darauf haben wir einige Tipps:
  • Installieren Sie nicht grundlos einen Haufen an Apps. Bevor man eine neue App von Google Play herunterlädt, denken Sie kurz nach— brauchen Sie diese App wirklich?
  • Löschen Sie Apps, die Sie nicht mehr verwenden. Machen Sie es sich zur Gewohnheit, ihre installierte App-Liste zum Beispiel einmal im Monat zu reinigen. Ok, lassen Sie uns realistisch sein: Tun sie dies zumindest alle zwei Monate.
  • Aktualisieren Sie die Apps und installieren Sie Updates, sobald diese zur Verfügung stehen. Neuere Versionen beinhalten oft Sicherheitslösungen. Google Play hat eine gute automatische Aktualisierungsfunktion für alle Apps, die man von dort herunterlädt. Hierbei handelt es sich um eine praktische Funktion, deren Anwendung wir empfehlen.
  • Passen Sie die App-Berechtigungseinstellungen an. Es ist wichtig, darauf zu achten, welche Apps Zugang zu sensiblen Daten haben. Hier haben wir einen kompletten Leitfaden über Android Berechtigungen.
  • Eine Sicherheits-App zu haben tut nicht weh— Antivirus für Android — dass hilft Ihnen dabei zu kontrollieren, ob eine der vielen Apps, die Sie installiert haben, bösartig ist.
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