Wenn es in der Liebe plötzlich nicht mehr rund läuft

22 Feb 2018

Wir berichten oft darüber, wie wichtig es ist, persönliche Daten vor anderen zu schützen. Moderne Technologien eignen sich ideal, um beliebige Dinge mit der Außenwelt zu teilen; aber wie so oft gibt es auch hier eine Kehrseite der Medaille: Beispielsweise wird es zunehmend schwieriger Geheimnisse für sich zu bewahren.

Eine aktuelle globale Studie von Kaspersky Lab und dem Forschungsunternehmen Toluna ergab, dass 8 von 10 Personen der Meinung sind, dass es wichtig ist seinen persönlichen Freiraum zu haben; dennoch neigen viele dazu, zu viele ihrer privaten Informationen zu teilen und nicht aufmerksam genug mit ihnen umzugehen.

Besonders in Liebesbeziehungen gibt es keine klaren Grenzen in Sachen Intimsphäre. Unsere Studie zeigt, dass etwa die Hälfte aller Paare Passwörter und PIN-Codes für Konten und Geräte teilt; sogar ein Viertel aller Befragten kann die Geräte des Partners mit dem eigenen Fingerabdruck freischalten. Zudem glaubt eine solide Mehrheit (70%), dass die Beziehung an sich wichtiger ist als die eigene Privatsphäre. Ist das tatsächlich so? In diesem Beitrag verraten wir Ihnen, wohin übermäßige „Informationsintimität“ führen kann.

Privatsphäre für zwei

Blauäugige Paare lassen den Partner auf ihre Geräte zugreifen, um ihm zu zeigen, dass sie nichts zu verbergen haben. Eine gute Möglichkeit, Vertrauen aufzubauen, nicht wahr? Aber was, wenn Ihr Liebster auf einmal ein nicht ganz so nettes Gespräch über ihn zwischen Ihnen und Ihren Freundinnen entdeckt? Wie ärgerlich wäre es für beide Partner, wenn der jeweils andere im Vorfeld von einer eigentlich geheimen Valentinsüberraschung erfährt? Kann ein Fotograf seiner Liebsten überzeugend erklären, dass ein Album voller gut aussehender weiblicher Fotomodelle lediglich für die Arbeit, und nicht zum eigenen Vergnügen gedacht ist? Und könnte sie ihren Partner davon überzeugen, dass sie keine Gefühle für einen ehemaligen Klassenkameraden hat, mit dem sie sich morgen auf einen Kaffee treffen möchte?

Unsere Studie zeigt, dass rund ein Drittel der Befragten ab und zu einen (klitzekleinen) Blick in das virtuelle Leben der besseren Hälfte wirft. Die Hälfte aller Personen, die bereits erste Zweifel an der Zukunft ihrer Beziehung haben, betreiben sogar richtige Spionage.

Selbst ernannte Detektive werden gelegentlich auf frischer Tat ertappt; oftmals führt das zu verbalen Auseinandersetzungen. Viele stellen ihren Partner auch gleich zur Rede, nachdem sie über kompromittierende „Materialien“ gestolpert sind. Ein Drittel der Befragten gab zu, eine Auseinandersetzung mit demPartner gehabt zu haben, nachdem dieser zufällig über Informationen gestolpert war, die eigentlich nicht für ihn bestimmt waren.

Was passiert, wenn nicht alles rund läuft?

Wie Sie sehen, tragen verschwommene oder nicht vorhandene Grenzen in Sachen Privatsphäre nicht zu einer harmonischen Beziehung bei. Ein kleines Missverständnis kann so sogar im Beziehungsaus enden. Unsere Studie zeigte, dass zudem jeder Vierte intime Dinge (Nachrichten, Fotos, Videos) auf seinem oder dem Gerät des jeweils anderen gespeichert hat; viele vertrauen ihrem Partner sogar finanzielle und geschäftliche Daten an. Sollte es zu einer Trennung kommen, kann der Ex-Partner vermutlich auch weiterhin auf all diese Informationen zugreifen.

Ein verlassener Liebhaber könnte bereits Rachepläne schmieden. Folglich machen 12% der Befragten die privaten Informationen ihres Partners (bzw. ehemaligen Partners) publik, oder haben bereits darüber nachgedacht. Nach einer Trennung spioniert etwa jeder Fünfte die Social-Media-Konten seines Ex-Partners weiterhin aus – Vergesslichkeit oder die eigene Faulheit erhöhen die Wahrscheinlichkeit, dass Passwörter der Konten noch nicht geändert wurden. 10% der Befragten gaben sogar zu, das Geld ihres Ex-Partners online ausgegeben zu haben.

Interessanterweise sind es meist Männer, die Rache an der ehemaligen Partnerin üben wollen. Rund 17% veröffentlichen nach einer Trennung private Details über die Ex-Partnerin und ungefähr die gleiche Anzahl versucht, von den persönlichen Daten der verflossenen Liebe zu profitieren. Bei den Frauen sind es vergleichsweise nur 7% bzw. 8%. Dafür neigen Frauen (etwas) häufiger dazu, ihre ehemalige bessere Hälfte nach einer Trennung auszuspionieren; ein Drittel der Befragten gab zu, dies zu tun. Bei den Männern waren es rund 28 %.

Das können Sie tun

Sowohl Männern als auch Frauen wird geraten, beim Teilen persönlicher Informationen vorsichtiger zu sein. Denken Sie daran, dass Liebe nicht bedeutet, alles mit dem Partner teilen zu müssen; besonders dann, wenn es sich um vertrauliche Informationen handelt. Frisch Verliebten raten wir dazu, einige einfache Regeln zu befolgen:

  • Setzen Sie die Grenzen Ihres persönlichen Freiraums von Anfang an fest. Ihr Partner muss nicht alles mit Ihnen teilen (und umgekehrt).
  • Überlegen Sie genau, welche Passwörter Sie mit Ihrer besseren Hälfte teilen möchten und welche nicht. Vergessen Sie im Falle einer Trennung nicht, die Kennwörter zu ändern, die Ihr Partner kennt. Die Verwaltung von Passwörtern ist mit Hilfe eines Passwort-Managers – wie zum Beispiel Kaspersky Password Manager – wesentlich einfacher.
  • Hinterlassen Sie keine kompromittierenden Informationen auf den Geräten Ihres Partners. Sollte die Beziehung in die Brüche gehen, stellen Sie sicher, dass Dateien gelöscht werden und nutzen Sie den File Shredder unserer Lösung Kaspersky Total Security, damit Dateien nicht wiederhergestellt und gegen Sie verwendet werden können.