Moment mal… — mein Mac kann infiziert werden?

Auch wenn gemeinhin angenommen wird, dass Macs virensicher seien, handelt es sich hierbei um einen Mythos. Diese Computer können ebenfalls von Viren und Ransomware befallen werden.

Bitte unterbrechen Sie mich, falls Sie das schon mal gehört haben: „Ich brauche keine Sicherheitslösung für meinen Mac. — Macs sind supersicher und können keine Viren kriegen.“

Glauben Sie das wirklich? Wenn das der Fall ist, dann tut es mir leid Sie eines Besseren belehren zu müssen, aber das ist nichts weiter als ein Mythos. Bereits im Jahr 2005 haben die Experten von Kasperskys globalem Recherche- und Analyseteam (GReAT) über Sicherheitslücken und Schwachstellen von Macs berichtet.

Auf der RSA-Konferenz letzte Woche habe ich mir eine Gesprächsrunde angehört, in der es um Hackerangriffe auf Macs ging. Diskussionsgrundlage war, dass ein Angreifer einen Mac hacken kann, angesichts der Tatsache, dass viele Nutzer Software installieren, die nicht aus dem offiziellen App-Store oder von einer anderen vertrauenserweckenden Plattform kommt. Diese Art von Social Engineering kratzt am Ego jedes „technikversierten“ Mac-Nutzers.

Der Exploit kann in Form einer gefälschten E-Mail, einer Datenfreigabe oder jeder anderen Methode kommen, die üblicherweise genutzt wird, um PC-Nutzer hereinzulegen. Auch wenn es sich hier nur um einen Konzeptnachweis handelt — wenn es dann plötzlich tatsächlich zu einem Malwareangriff kommt, wird offensichtlich, dass dies — entgegen des Mythos vom sicheren Mac — ein durchaus plausibles Szenario ist.

Falls Sie die gestrigen Nachrichten mitverfolgt haben, haben Sie vermutlich gehört, dass jetzt auch Macs mit Ransomware infiziert sind. Auch wenn vermutet wird, dass KeRanger kurzlebig sein könnte, sind das alarmierende Neuigkeiten. Ransomware ist derzeit eine regelrechte Internetplage, von der Einzelpersonen und Unternehmen gleichermaßen betroffen sind.

Das Problem ist, dass es unter denjenigen, die keine regelmäßigen Back-ups vorgenommen haben, einige geben wird, die bezahlen, um wieder auf ihre Daten zugreifen zu können. Zwar legen wir es niemandem nahe, Kriminelle zu bezahlen, aber manchmal haben Betroffene keine andere Wahl. Kürzlich hat sogar ein Krankenhaus das eingeforderte Ransom-Geld aufgebracht, um wieder Zugriff auf seine Daten zu erhalten. Wenn man bedenkt, dass Mac-Nutzer üblicherweise als finanziell bessergestellt angesehen werden, könnte es durchaus sein, dass Onlinekriminelle das Apple-Betriebssystem zukünftig vermehrt angreifen werden.

Wir geben Ihnen keine Schuld, wenn Sie zu denjenigen gehört haben, die Macs für absolut sicher hielten. Wir geben dem Internet die Schuld und den Medien, die diesen Hype angeheizt haben. Und Werbespots von Apple, wie diesem hier:

Wir hoffen, dass angesichts des Medieninteresses, wenigstens erste Zweifel aufkommen an diesem langjährigen Mythos und dies dazu betragen wird, ihn aus der Welt zu schaffen.

Wenn Sie zu denjenigen gehören, die jetzt möglicherweise denken „ok, und wie kann ich meinen teuren Apple-Computer schützen?“, fürchten Sie nicht — wir können helfen.

Der wahrscheinlich einfachste erste Schritt, den Sie unternehmen können, besteht darin, nur Anwendungen vom App-Store und anderen verifizierten Seiten zu installieren. Wie aus dem Beispiel der RSA-Konferenz hervorgeht, kann eine gefälschte App Ihnen eine Menge Probleme einhandeln.

Im nächsten Schritt sollten Sie einen Antivirenschutz für Ihren Mac installieren, wie Kaspersky Internet Security for Mac.

Und wenn Sie sich dafür entscheiden sollten, keine Sicherheitsmaßnahmen zu ergreifen, sagen Sie nicht, wir hätten Sie nicht gewarnt.

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