Wie sperrt man sein Smartphone am besten?

Welche Methode zur Bildschirmsperre schützt Ihr Android-Smartphone am besten: PIN-Code, Kennwort, Mustersperre, Fingerabdruck oder Gesichtserkennung?

Die neuesten Android-Smartphones bieten verschiedene Möglichkeiten zum Sperren des Bildschirms. Sie können eine Mustersperre, eine PIN oder ein Passwort einrichten bzw. mit Ihrem Fingerabdruck oder sogar Ihrem Gesicht entsperren. Eine solche Vielfalt an Optionen kann verwirrend sein. Lassen Sie uns also herausfinden, welche Methode die sicherste und welche die praktischste ist.

 

PIN-Code

Moderne Betriebssysteme verhindern effektiv, dass Eindringlinge Ihren PIN-Code zu erraten versuchen, indem sie die Anzahl der Anmeldeversuche begrenzen und die Zeit zwischen neuen Versuchen verlängern. Daher kann ein PIN-Code – insbesondere ein langer PIN-Code, der aus sechs oder acht Ziffern besteht – theoretisch eine ziemlich sichere Option zum Schutz Ihres Smartphones sein.

Aber es gibt ein paar wichtige Punkte, die es zu beachten gilt. Um maximale Sicherheit zu gewährleisten, sollte eine PIN idealerweise aus einer zufälligen Zahlenfolge bestehen. Die meisten Menschen neigen jedoch dazu, eine Kombination zu wählen, das leicht zu erraten ist – meistens basierend auf ihrem Geburtsdatum. Dies macht es viel einfacher, das Telefon zu knacken.

Zweitens muss der PIN-Code geheim gehalten werden, damit Ihr Telefon effektiv geschützt ist. Der Durchschnittsmensch entsperrt sein Smartphone sehr häufig – Hunderte Male am Tag. Wenn jemand also einen Blick auf Ihren PIN-Code werfen möchte, hat er viele Möglichkeiten.

 

Passwort

Ein komplexes Passwort – d. h. eine Kombination von Zeichen aus Zahlen und Buchstaben – ist viel sicherer als beispielsweise ein langer PIN-Code. Angesichts der Beschränkungen, die das Betriebssystem hinsichtlich der Anzahl der Anmeldeversuche auferlegt, ist es fast unmöglich, diese zu erraten. Es ist auch schwieriger, mitzulesen und sich den Code zu merken.

Es gibt jedoch ein offensichtliches Handicap: Hunderte Male am Tag ein langes Passwort einzugeben, wird sehr mühsam. Eine solche Sicherheitsmaßnahme eignet sich daher nur als Ergänzung zu einer bequemeren Methode zum Entsperren Ihres Telefons – beispielsweise mithilfe Ihres Fingerabdrucks.

 

Mustersperre

Eine Mustersperre ist wahrscheinlich die unsicherste Methode, um Ihr Smartphone zu schützen. Theoretisch gibt es auf einem Android-Gerät etwa 390.000 mögliche Sperrmuster. Einige von ihnen sind wirklich komplex. In der Praxis verwenden die meisten Menschen jedoch sehr kurze, leicht zu erratende Muster.

In etwa 50 % der Fälle beginnen die Muster in der oberen linken Ecke, d. h. der Ausgangspunkt ist sehr vorhersehbar. Und natürlich neigen die Leute dazu, einprägsame Formen für ihre Mustersperren zu verwenden. Das macht das Erraten des richtigen Musters viel einfacher, als es auf den ersten Blick erscheinen mag.

Es ist auch nicht schwer, jemanden zu beobachten, der seine Mustersperre eingibt, und sich das Muster zu merken: Auffällige Fingerbewegungen sind leichter zu verfolgen als das Berühren virtueller Tasten. Darüber hinaus hinterlässt die Eingabe von Mustern häufig Spuren auf dem Bildschirm, was die Chancen auf einen erfolgreichen Hack weiter erhöht. Vor diesem Hintergrund raten wir dringend davon ab, eine Mustersperre zum Schutz Ihres Smartphones zu verwenden.

 

Fingerabdruck

Die Technologie zum Entsperren eines Smartphones per Fingerabdruck erschien in ihrer aktuellen Form vor 10 Jahren und ist daher inzwischen gut erforscht. Natürlich hat auch diese Methode Nachteile: Es gibt mehrere Möglichkeiten, den Telefonschutz zu umgehen, indem ein gefälschter Fingerabdruck des Telefonbesitzers erstellt wird.

Darüber hinaus haben Forscher kürzlich eine Reihe von Schwachstellen im Zusammenhang mit dieser Authentifizierungsmethode entdeckt. Es gab einen Angriff namens BrutePrint, der diese Schwachstellen ausnutzt. Dabei gelang es Hackern, den Mechanismus zur Erkennung von Fingerabdrücken mit Brute Force--Methoden auszuhebeln.

Dies sind jedoch alles ausgeklügelte Techniken, die ein ziemlich hohes Maß an Fachwissen erfordern, sowie eine spezielle Ausrüstung und die Motivation, viel Zeit und Mühe für das Hacking aufzubringen. Daher bleibt die Authentifizierung per Fingerabdruck für die überwiegende Mehrheit der Android-Benutzer eine sichere Option.

Wenn Ihr Telefon streng vertrauliche Informationen enthält, müssen Sie möglicherweise derart ausgeklügelte Angriffe in Ihrem persönlichen Bedrohungsmodus berücksichtigen. In diesem Fall empfehlen wir, nur ein langes Kennwort zu verwenden und es so selten und so geheim wie möglich einzugeben, damit niemand es sehen kann. Aber für alle anderen ist die beste Option zum Entsperren von Android-Smartphones immer noch ein Fingerabdruck, der durch einen langen PIN-Code oder, noch besser, ein komplexes Passwort als Backup-Methode ergänzt werden kann.

 

Gesichtserkennung

Leider gibt es für Android keine vollwertige Entsprechung zur bereits etablierten Face ID-Technologie, wie sie in iPhones verwendet wird. Android-Smartphones verwenden die Frontkamera zur Gesichtserkennung. Dabei handelt sich um eine wesentlich unsicherere Methode, die viel einfacher auszutricksen ist.

Google spricht selbst recht offen darüber. Als am wenigsten sicher bezeichnet das Unternehmen bisher die Funktion Face Unlock. Aus diesem Grund können Sie ab Pixel 7 nur noch die Gesichtserkennung verwenden, um den Bildschirm zu entsperren, aber Sie können keine Zahlungen bestätigen oder sich bei Programmen anmelden:

„Sie können Face Unlock auf Pixel 7 oder höher nicht verwenden, um sich in Apps anzumelden oder Zahlungen zu tätigen. Für diese Aktivitäten können Sie stattdessen die Funktion zum Entsperren per Fingerabdruck und/oder sichere Passwörter, Muster oder PINs verwenden.“

Selbst wenn Sie ein anderes Android-Smartphone verwenden, auf dem Sie Zahlungen mit dem Gesicht bestätigen können, ist die darauf basierende Technologie wahrscheinlich nicht sicherer. Meiner Meinung nach sollten alle Besitzer von Android-Smartphones den Rat von Google beherzigen: Es ist besser, die Gesichtserkennung zum Entsperren des Telefons zu vermeiden.

 

So schützen Sie Ihr Android-Gerät wirksam vor Fremden

Zusammenfassend lässt sich sagen: Die perfekte Sicherheitskombination für Android-Handys ist ein Fingerabdruck zum täglichen Entsperren sowie ein langer PIN-Code – oder noch besser ein sicheres Passwort – als Rückfalloption.

Sie werden Ihren PIN-Code oder Ihr Passwort sehr selten eingeben, daher können Sie bei der Zeichenlänge großzügig sein. Bewahren Sie Ihr Kennwort oder Ihren PIN-Code jedoch an einem sicheren Ort auf, falls Sie es vergessen sollten, beispielsweise in einer verschlüsselten Notiz in Kaspersky Password Manager.

 

Ein paar abschließende Tipps:

  • Stellen Sie den Bildschirm so ein, dass er nach kurzer Inaktivität automatisch gesperrt wird. Dies trägt dazu bei, Ihr Smartphone vor Fremden zu schützen, falls Sie vergessen, es zu sperren.
  • Bei einigen Android-Smartphones (z. B. Samsung) können Sie das Zurücksetzen des Geräts nach einer bestimmten Anzahl erfolgloser Anmeldeversuche aktivieren. Wenn Sie besonders wichtige Daten auf Ihrem Telefon speichern, sollten Sie diese Option in Betracht ziehen.
  • Schützen Sie alle Programme, bei denen dies möglich ist, mit einem separaten PIN-Code oder Passwort. Übrigens, mit der App-Sperre, die in der kostenpflichtigen Version von Kaspersky für Android verfügbar ist, können Sie für jedes Programm einen PIN-Code festlegen.

 

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