Du öffnest eine Website. Dein Browser zeigt keine Warnungen an, das Design sieht absolut seriös aus, die Verbindung ist sicher und es gibt keine offensichtlichen Anzeichen für Phishing. Bedeutet das, dass die Website sicher ist? Leider fallen viele Websites in eine Grauzone: Nicht ganz Betrug, auf den man hinweisen und Phishing nennen könnte, aber so riskant, dass die Interaktion mit ihnen immer noch Geld oder Daten kosten kann.
In diesem Beitrag erfährst du, woran du betrügerische Websites erkennst, die dein Browser für sicher hält, und wie du deine Daten schützen kannst.
Wie Websites in Grauzonen Benutzer täuschen
Klassische Phishing-Sites tarnen sich in der Regel als bekannte Dienste, um Geld, persönliche Daten oder Kontodaten von Benutzern zu stehlen. Websites in dieser unsicheren Grauzone funktionieren jedoch tendenziell anders: Sie sind keine echten Fälschungen – sie sind nur nicht vertrauenswürdig. Sie können Benutzern Dienste in Rechnung stellen, die nicht existieren oder nicht die in der Werbung angegebene Qualität aufweisen, Angebote anbieten, die zu gut aussehen, um wahr zu sein, und die Bedingungen später stillschweigend ändern, oder zwielichtige Finanzpläne fördern.
Darüber hinaus verstoßen diese Websites nicht immer gegen das Gesetz. Manchmal suchen ihre Betreiber bewusst nach Schlupflöchern in Vorschriften oder verstecken die eigentlichen Nutzungsbedingungen so, dass die Benutzer sie nicht bemerken.
Im Folgenden betrachten wir die Arten von Websites und Webdiensten, die am häufigsten in diesen Graubereich fallen.
Abonnement-Aggregatoren
Zu den häufigsten Arten von Grauzonen-Websites gehören diejenigen, die günstige Abonnements für alle Arten von Diensten verkaufen: Streaming-Plattformen, Persönlichkeitstests, Online-Kurse, was auch immer. Das Opfer schließt ein Abonnement fast zum Nullkostentarif – manchmal buchstäblich für einen Dollar – ab, um eine Woche später festzustellen, dass die Verlängerung einen erschreckend hohen Betrag kostet. Technisch gesehen gab es eine Warnung, aber sie war in dem mikroskopisch kleinen Absatz ganz unten auf der Seite verborgen. Manchmal gehen Betrüger sogar noch einen Schritt weiter: Sie fügen den Nutzungsbedingungen eine Zeile hinzu, die besagt, dass die Gebühren für Abonnements nicht erstattungsfähig sind. Es überrascht nicht, dass der Benutzer dann alle möglichen Klimmzüge machen muss, um das Abonnement zu kündigen.
Online-Stores
Die klassischen Websites für Betrug. Die tollen Angebote, die sie bewerben, können dem Käufer einen Imitat oder, schlimmer noch, ein gedrucktes Foto des Artikels oder eine winzige Version davon anstelle des Originals verschaffen. Und das unter der Annahme, dass überhaupt etwas kommt, da der Preis anfangs verdächtig niedrig war.
Und leider fangen mit diesem Fehlkauf die Probleme erst an. Betrügerische Online-Shops sind auch auf der Suche nach persönlichen Informationen: Um die Lieferung zu veranlassen, muss der Benutzer in der Regel seinen richtigen Namen, seine Adresse, seine Telefonnummer und seine E-Mail-Adresse angeben. Und wenn der Besucher die Bestellung bezahlt, kann eine nicht vertrauenswürdige Website auch seine Kartendaten stehlen. Anschließend zeigen die Kriminellen dann ihr wahres Gesicht und verkaufen all diese wertvollen Informationen im Darknet, verwenden sie für den Versand von Spam oder für gezielte Phishing-Angriffe.
Online-Handelsplattformen und Börsen
Krypto-Börsen und Websites, die Anlagemöglichkeiten anbieten, verdienen eine gesonderte Erwähnung. Sie alle versprechen eine schnelle Rendite oder einen verdächtig guten Wechselkurs, aber sobald sich das Opfer zu einer Investition entschließt, wird klar, dass damit keine Gewinne zu machen sind. Im Gegenteil: Die gesamte Investition geht verloren.
Manchmal halten Betrüger die Illusion aufrecht, indem sie dem Benutzer zeigen, wie das Guthaben auf dem Konto wächst. Aber wer versucht, sein Geld abzuheben, muss feststellen, dass er zuerst eine „Gebühr“ oder eine „Steuer“ entrichten muss, wodurch er am Ende noch mehr verliert.

Eine betrügerische Website lädt ihre Besucher dazu ein, innerhalb von ein oder zwei Tagen eine Anlagechance zu nutzen, die eine verdächtig hohe Rendite verspricht. Investiere zwischen 100 und 500 US-Dollar, behaupten die Betrüger, und sichere dir einen Gewinn von fast 5.000 US-Dollar!
Geld zu verlieren ist hier nicht das einzige Risiko. Unter den Websites, die wir gefunden haben, stahlen einige private Schlüssel und Krypto-Wallet-Konten, während andere die Benutzer auf Phishing-Seiten weiterleiteten oder ihre Browser-Sitzungen kaperten.
Denke immer daran: Wenn eine Website nur Zahlungen in Kryptowährung, Banküberweisung oder über einen Drittanbieter akzeptiert, ist dies ein ernstes Warnsignal. Zahlungen wie diese sind oft nur schwer oder gar nicht anfechtbar oder rückgängig zu machen. Und für Besitzer von Kryptowährungen gibt es noch eine Regel, die es zu beachten gilt: Gib deine Seed-Phrase (den eindeutigen Hauptschlüssel für dein Krypto-Wallet) niemals an Dritte weiter.
Vermittlerdienste
Auch Sites in der Grauzone geben sich oft als Vermittler aus und verlangen Geld für Dienste, die woanders tatsächlich viel billiger oder sogar völlig kostenlos sind.
Im Jahr 2025 kamen mehrere betrügerische Websites ans Licht, die Hilfe bei der Beantragung der elektronischen Reisegenehmigung ETA für das Vereinigte Königreich boten. Während die offizielle Gebühr nur 16 £ beträgt, berechneten einige dieser Vermittler den Antragstellern bis zu 200 € – obwohl sie den Antrag nur an die Behörde weitergeleitet hatten.
Manche Maschen sind demgegenüber wesentlich gefährlicher. Betrüger können sich als Immobilienmakler oder Anwälte für Einwanderungsfragen ausgeben, persönliche Informationen von Kunden einfordern und dann Zahlungen für die angebliche Bearbeitung von Dokumenten verlangen. Wer sich an einen dieser angeblichen Vermittler wendet, riskiert nicht nur, zu viel zu bezahlen ohne Gegenleistung: Diese Kunden geben möglicherweise auch sensible persönliche Daten direkt aus ihren Dokumenten ab.
Erschwerend kommt hinzu, dass einige dieser Informationen, z. B. die Steuernummer oder die Sozialversicherungsnummer, nicht problemlos und manchmal sogar überhaupt nicht geändert werden können. Kriminelle können diese Daten verwenden, um im Namen des Opfers Kredite aufzunehmen oder in staatliche Online-Dienste einzudringen und deren Konten zu kapern.
Gefälschte Sicherheitserweiterungen
Besondere Aufmerksamkeit verdienen gefälschte Browser-Erweiterungen. Sie tarnen sich als Anti-Virus-Tools, Werbeblocker, Suchmaschinen-Add-Ons oder Dienste zum besseren Schutz der Privatsphäre. Laut unseren Experten gehören diese Erweiterungen zu den am häufigsten verwendeten Arten von Ressourcen in Grauzonen.
Nach der Installation kann einer dieser gefälschten Beschützer die Browser- und Suchmaschineneinstellungen des Opfers ändern, den Browserverlauf und die Suchanfragen extrahieren und das Opfer auf eine Phishing-Seite umleiten. Einige dieser Erweiterungen fangen auch Cookies (einschließlich Sitzungscookies) ab, die Betrügern helfen können, die Konten des Opfers zu kapern.
Erteile Erweiterungen nicht voreilig Zugriff, auch wenn sie Schutz oder mehr Privatsphäre versprechen. Leider sind begeisterte Kritiken und hohe Downloadzahlen kein verlässliches Zeichen dafür, dass eine Erweiterung tatsächlich sicher ist. Installiere stattdessen eine unserer Sicherheitslösungen: Sie bieten nicht nur einen umfassenden Geräteschutz, sondern auch die Browser-Erweiterung Kaspersky Protection. Diese Erweiterung, die mit allen gängigen Browsern funktioniert, erkennt und blockiert Versuche, Daten über deine Online-Aktivitäten zu sammeln, sucht und blockiert Pop-up-Anzeigen auf Websites und verhindert, dass du auf Phishing-Websites gelangst oder deine Daten abgehört werden. Darüber hinaus öffnet die Erweiterung die Website bei jeder Online-Zahlung im sicheren Browser-Modus, um die Sicherheit deiner Finanzdaten und Transaktionen zu erhöhen.
So erkennst du, ob eine Website vertrauenswürdig ist
Achte auf Warnzeichen
- Im ganzen Internet keinerlei Informationen über die Website oder das Unternehmen. Ein seriöses Business verfügt über eine registrierte Adresse, Supportkontakte und aktive Social-Media-Konten mit einer gewissen Historie. Suche online nach Bewertungen der Website oder des Unternehmens. Wenn du nichts findest oder sich alle Rezensionen verdächtig anhören, ist dies ein Zeichen, dass du deine persönlichen Daten und dein Geld nicht dorthin weitergeben solltest.
- Du wirst zum Handeln gedrängt. Bleibe wachsam bei Pop-up-Nachrichten wie „Nur noch 2 Artikel!“, „Der Rabatt läuft in 10 Minuten ab!“, „100 Personen sehen sich das gerade an“ oder wenn auf der Seite ein Countdown läuft.
- Lasse die Finger von Angeboten, die zu schön sind, um wahr zu sein. Wenn dir jemand schnelles Geld in wenigen Tagen oder ein Produkt zu einem unglaublich niedrigen Preis verspricht, ist das ein guter Grund, sich zu fragen, ob du betrogen werden sollst.
- Schlampiges Website-Design. In Eile zusammengestellte Websites enthalten oft schiefe Seitenelemente, Tippfehler, schlecht übersetzten Text oder Schaltflächen und Links, die einfach nicht funktionieren. Allerdings ist ein schickes Seitendesign auch kein Beweis für Vertrauenswürdigkeit: Heutzutage können Betrüger KI verwenden, um eine überzeugende Website von Grund auf neu zu erstellen.
- Seltsam aussehende Produktfotos. Unseriöse Online-Shops verwenden oft verschwommene oder verpixelte Fotos oder KI-generierte Bilder.
- Kopieren bekannter Unternehmen und Marken. Gefälschte Websites kopieren Logos, Farben, Fotos und das gesamte Design in der Hoffnung, dass Besucher sie für echt halten.
Installiere eine robuste Sicherheitslösung
Kaspersky Premium filtert in der Standardeinstellung automatisch Websites mit niedriger Vertrauensstufe heraus. Sie überprüft mehrere Eigenschaften der Site gleichzeitig: den Domänennamen und die Registrierungsdauer, die Reputation der IP-Adresse, die Stabilität der Infrastruktur, die DNS-Einstellungen, die Sicherheits-Header und das Zertifikat. Wenn genügend dieser Attribute insgesamt verdächtig erscheinen, zeigt die Sicherheitslösung eine Warnung an, anstatt die Site sofort zu öffnen.
Darüber hinaus blockiert Kaspersky Premium sie Versuche, mit denen du dazu gebracht werden sollst, Logins, Passwörter oder Zahlungsinformationen auf gefälschten Seiten preiszugeben. Sie erkennt und neutralisiert außerdem schädliche Software auf deinem Gerät.
Weitere Informationen zu Phishing und Betrug:
Betrug

Tipps