Hier klicken, um zu akzeptieren: Das Rätsel der Allgemeinen Geschäftsbedingungen

27 Nov 2012

Einer der kleinen Kompromisse, die wir alle eingehen mussten, um die Vorteile mobiler Apps nutzen zu können, ist das blinde Akzeptieren der Allgemeinen Geschäftsbedingungen des App-Stores. Seitenlange Dokumente, gefüllt mit Juristendeutsch, das die meisten nicht richtig entziffern könnten, wenn sie es lesen würden.

Es überrascht nicht, dass die meisten gar nicht so weit kommen. Der Großteil klickt einfach auf „annehmen“ und macht weiter. Eine aktuelle Umfrage auf der Facebook-Seite von Kaspersky Lab zeigt, dass 35 Prozent der Teilnehmer nie die Allgemeinen Geschäftsbedingungen des Apple iTunes Store, von Google Play oder des Windows Live Store gelesen haben. Wenn man bedenkt, wie unübersichtlich und wortreich diese Bedingungen aussehen, ist es nicht überraschend, dass sie so wenige Menschen auch nur flüchtig lesen.

Alleine die Länge dieser Dokumente schreckt die Nutzer ab. So sagten 31 Prozent, dass sie die Allgemeinen Geschäftsbedingungen gerne lesen würden, von der Seitenzahl aber eingeschüchtert sind. Verbraucher haben sich schon oft über die Länge ähnlicher Dokumente beschwert, inklusive Endanwender-Lizenzverträgen für Software, die oft über Dutzende Seiten gehen und so viele voneinander abhängige Bestimmungen und Wenn-Dann-Aussagen enthalten, dass sie den Leser nur verwirren.

Und 22 Prozent der Umfrageteilnehmer sind sogar der Meinung, dass das Lesen der Allgemeinen Geschäftsbedingungen sowieso Zeitverschwendung sei. Denn selbst wenn sie eine Klausel darin finden, die sie ablehnen würden, haben sie ja keine Wahl. Wenn ein Nutzer den Bedingungen widerspricht, darf er die Apps aus dem Store nicht herunterladen. Und für iPhone-Nutzer ist der App-Store die einzig legitime App-Quelle und das Gerät wird keine anderen Apps zulassen, solange es nicht mit einem Jailbreak gehackt wurde. Android-Nutzer können dagegen Apps auch in alternativen App-Stores von Drittanbietern finden. Doch diese sind dafür oft mit Schadprogrammen verseucht.

Es scheint also, dass man die Allgemeinen Geschäftsbedingungen und ähnliche Dokumente immer auf die ein oder andere Art annehmen wird, egal ob man sie gelesen hat oder nicht. Zumindest, wenn man sein Smartphone auch wirklich benutzen will.