10 biometrische Security-Codes der Zukunft

24 Dez 2012

Computer haben sich in den letzten 20 Jahren von gebäudegroßen Mainframes hin zu Smartphones entwickelt, die man in seine Hosentasche stecken kann (und sind dabei unendlich leistungsfähiger geworden). Und dennoch nutzen wir Passwörter immer noch genau so wie damals, als der erste George Bush Präsident der USA war. Und wahrscheinlich auch immer noch genau die gleichen Passwörter.

Das könnte sich in den nächsten Jahren aber endlich ändern. Biometrische Technologien wie Stimmen- und Gesichtserkennung machen langsam Boden gut (nicht nur in James-Bond-Filmen und der Fernsehserie Homeland), und Forscher und Firmen entwickeln neue Arten, wie sich Nutzer bei ihren Geräten anmelden können.

Hier stellen wir 10 biometrische Technologien vor, die gerade entwickelt werden, und gar nicht so weit hergeholt sind, wie es teilweise aussieht.

  1. Geruchstest: Im Jahr 2009 wurde beim amerikanischen Department of Homeland Security der Wunsch laut, „die Möglichkeiten zu verbessern, Individuen zu erkennen, die der Nation schaden wollen“. Daher erforschte die Behörde die Möglichkeiten, den Körpergeruch als einzigartige Identifizierungsmethode zu nutzen. Geruchsveränderungen könnten auf einen Betrug hindeuten.
  2. Gangart: Japanische Forscher haben herausgefunden, dass man mit 3D-Imaging den Gang einer Person in 90 Prozent aller Fälle dazu nutzen kann, diese zu identifizieren. Zudem kann man über die Art und Weise, wie ein nackter Fuß den Boden berührt, die entsprechende Person in 99,6 Prozent aller Fälle korrekt identifizieren. Das könnte den Sicherheitsbeamten auf Flughäfen helfen, Reisende zu identifizieren, während sie ohne Schuhe durch den Security-Check gehen.
  3. Tastenanschläge: Ihr Passwort selbst könnte nicht das einzige charakteristische Merkmal sein – denn Forscher haben herausgefunden, dass die Analyse der Tippgeschwindigkeit und des Tipprhythmus, mit denen ein Nutzer das Passwort eingibt, eine zuverlässige Authentifizierungsmethode darstellt.
  4. ‚Kognitiver Fingerabdruck‘: Wahrscheinlich hält das Merken langer alphanumerischer Passwörter niemand für so überholt, wie die Defense Advanced Research Projects Agency (DARPA) der US-Regierung. Die Agentur arbeitet an einem Konzept namens „Kognitiver Fingerabdruck“, in dem Verfahren wie Augenscans, Tastenanschläge und sogar die Analyse des Online-Surfverhaltens genutzt werden, um den Anwender fortlaufend zu identifizieren.
  5. Analyse der Adern in der Handfläche: Schulkantinen sind meist nicht gerade Vorreiter für irgendetwas, doch eine Schule in Florida ändert das nun. Hier werden zum Bezahlen des Mittagessens die Adern in den Handflächen der Schüler gescannt. Das neue System ersetzt Zahlungskarten und PINs mit Nah-Infrarot-Scannern, die keinen physikalischen Kontakt mit den Händen der Schüler benötigen. Wenn sie jetzt noch diese Hühnerpasteten-Sandwiches modernisieren könnten…
  6. Bewegungsidentifizierung: Forscher der Cornell University nutzten Reverse-Engineering bei einer Microsoft Kinect, um bestimmte Haushaltstätigkeiten wie Kochen oder Zähneputzen zu identifizieren. Ziel ist es, diese Art der Bewegungsidentifizierung in den Smart Homes oder Hilfsrobotern der Zukunft einzusetzen. Kritiker prangern dies allerdings als zu stark in die Privatsphäre eindringend an und sehen es als endgültigen Beweis, dass Videospiele zum Niedergang der Gesellschaft führen.
  7. Erkenne den Rüssel: Iris-Scans nutzen das menschliche Gesicht wahrscheinlich am besten zur Identifizierung, doch ein Forscherteam der Bath University in Großbritannien hatte da eine Idee – was ist, wenn das gar nicht stimmt? Sie verwendeten das Programm PhotoFace, um die menschliche Nase zu analysieren und teilten die Riechorgane ihrer Probanden in sechs Haupt-Nasentypen ein: Römisch, Griechisch, Nubisch, Habichtsnase, Stupsnase und Hochnäsig. Der Vorteil an der ganzen Forschung ist, dass die menschliche Nase schwerer zu verbergen ist als die Augen. Allerdings zeigte sich, dass der Rüssel-Scan viel ungenauer ist als der Iris-Scan.
  8. Hinterteil-Authentifizierung: Ein Team japanischer Forscher hat ein System entwickelt, das mit 400 Sensoren in einem Stuhl die Konturen und Druckpunkte eines menschlichen Hinterteils identifiziert. Die Gesäß-Authentifizierung, von der die Forscher sagen, dass sie zu 98 Prozent korrekt ist, könnte als Diebstahlschutz in Autos angewendet werden.
  9. Information direkt am Ohr: Das menschliche Ohr ist also doch zu mehr gut, als nur die Hör-Öffnungen im Kopf zu schützen. Forscher haben ein System entwickelt, das die Röhrenstruktur im inneren des Ohres sowie die elliptische Form der äußeren Ohres misst, um einen einzigartigen ‚Ohr-Abdruck‘ zu erhalten, der angeblich in 99,6 Prozent aller Fälle eine korrekte Identifizierung ermöglicht.
  10. DNA-Test: Ein DNA-Test ist eine nahezu narrensichere biometrische Identifizierungsmethode, aber noch kein Teil unseres täglichen Lebens, da der Prozess teuer und langwierig ist. Doch Forscher arbeiten bereits hart daran, den Prozess günstiger und schneller zu machen.