Nein, Ihr Facebook-Account wurde nicht gehackt

11 Okt 2018

Wenn der Weg zur Hölle mit guten Vorsätzen gepflastert ist, war es noch nie so einfach, diesen Weg mit Steinen zu versperren. Im heutigen Zeitalter der Social-Media-Dominanz ist es das reinste Kinderspiel eine Nachricht mit scheinbar guten Absichten zu verbreiten. Das konnten wir auch kürzlich am Beispiel Facebook beobachten, als Nutzer plötzlich anfingen, ihren Freunden Nachrichten zu übermitteln, in denen sie darüber informierten, dass ihre Konten gehackt wurden.

Das Ganze sieht in etwa so aus:

1) Alice erhält eine Nachricht mit ungefähr folgendem Inhalt:

„Hi, ich habe gestern eine neue Freundschaftsanfrage von dir erhalten, die ich ignoriert habe. Vielleicht solltest du die Gelegenheit nutzen und dein Konto überprüfen. Halte die Nachricht so lange gedrückt, bis der „Weiterleiten“-Button erscheint, und leite die Nachricht dann an deine Freunde weiter. Ich musste die Nachricht individuell an alle ausgewählten Freunde senden. Viel Glück!“

2) Alice entscheidet sich dazu, das vermutlich Richtige zu tun und leitet die Nachricht an Bob, Joe und Jane weiter.

3) Bob liest die Nachricht und leitet sie – mit guten Absichten – an Bill, Donald und George weiter.

4) Und auf diese Weise werden die News immer weiter verbreitet. So funktionieren Falschmeldungen.

Ja, das ist die neueste Falschmeldung, die auf Facebook die Runde macht: Ihr Account wurde nicht gehackt, es besteht keine Notwendigkeit, Ihre Freunde zu informieren, und wahrscheinlich hat es gestern nie „eine neue Freundschaftsanfrage“ von Ihnen gegeben; Tatsache ist, dass jemand beschlossen hat, diese Nachricht zu verbreiten – mehr nicht. Zwar wurden, der Washington Post zufolge, die Accounts einiger Nutzer tatsächlich geklont, sodass der Fall einer „neuen Anfrage von Ihrem Konto“ tatsächlich für einige User eintreffen könnte, aber selbst in diesen Fällen gibt es keine Notwendigkeit die oben genannte Nachricht weiterzuleiten.

Erinnern Sie sich noch an Jayden K. Smith, den Hacker, der bei Annahme seiner Freundschaftsanfrage angeblich auf Ihren Facebook Account zugreifen konnte? Auch das war nichts weiter als heiße Luft und hatte absolut nichts mit der Realität zu tun. Oder erinnern Sie sich noch an den BFF-Kettenbrief, bei dem man lediglich das Wort „BFF“ unter einen Kommentar schreiben sollte, um herauszufinden, ob der eigene Account gehackt wurde oder nicht? Eine weitere Scherzmeldung.

Der jüngste Vorfall dieser Art war wahrscheinlich der Facebook-Hoax „Following me“, bei dem viele Nutzer zufällige Konten blockierten, weil sie dachten, dass diese Konten ihnen aus irgendwelchen verdächtigen Gründen folgten (was natürlich nicht der Fall war).

Wir schlagen vor, dass Sie, anstatt in Panik zu geraten, diesen Beitrag als kleine Erinnerung daran sehen, Ihr Facebook-Konto tatsächlich zu schützen. Die gute Nachricht ist, das Facebook über viele Sicherheitsmaßnahmen verfügt, die dazu beitragen, Ihr Konto weniger anfällig für Hackerangriffe zu machen. Folgende Tipps möchten wir Ihnen trotzdem mit auf den Weg geben:

  1. Der Grundstein Ihrer Kontosicherheit ist das Passwort. Verwenden Sie ein starkes Passwort, dass mindestens 12 Zeichen lang ist – je länger, desto besser.
  2. Aktivieren Sie die 2FA. So können Sie das Risiko eines Hacks deutlich reduzieren, besonders dann, wenn es um Angreifer geht, die lediglich auf der Suche nach leichter Beute sind.
  3. Denken Sie darüber nach, übermäßige Präsenz auf sozialen Netzwerken einzuschränken: Facebook verfügt über zahlreiche Privatsphäreeinstellungen. Wenn Sie diese richtig anwenden, wird Ihr Account deutlich unattraktiver für Hacker, Betrüger, usw.
  4. Installieren Sie eine gute AV-Lösung auf Ihren Geräten, einschließlich Smartphones und Tablets.