Schlechte Vorbilder: Über die Hälfte der Eltern in Deutschland greift im Auto zum Smartphone

Eine weltweit durchgeführte Kaspersky-Studie offenbart, wie Eltern und ihre Kinder die Nutzung digitaler Geräte innerhalb der Familie organisieren – und woran sie (noch) scheitern.

Ob am Esstisch, im Auto oder während einer Unterhaltung – der Griff zum Smartphone immer und überall scheint mittlerweile für viele Nutzer dazuzugehören. Eine Herausforderung, vor der laut unserer Umfrage insbesondere Familien stehen. So geben 61 Prozent der in Deutschland befragten Eltern zu, die selbst gesetzten Regeln für die Nutzung digitaler Geräte selbst nicht immer stringent zu befolgen. So greifen 58 Prozent der befragten Erziehungsberechtigen während der Mahlzeiten zu Smartphone und Co., doch nur zehn Prozent erlauben dies ihren Kindern. Des Weiteren texten 63 Prozent der Eltern während einer Unterhaltung mit einer anderen Person am Handy, obwohl nur 12 Prozent dieses Verhalten ihren Kids erlauben würden. Auch telefoniert und texten 53 Prozent der Befragten, während sie selbst Auto fahren.

Die tägliche Nutzungsdauer von digitalen Geräten bei Kindern in Deutschland liegt – zumindest laut den befragten Eltern – bei der Hälfte (49 Prozent) der Sieben- bis 12-Jährigen bei maximal zwei Stunden täglich. 70 Prozent der befragten Eltern sehen diese Zeitdauer auch als erstrebenswertes Ziel. Sie selbst sitzen jedoch mehrheitlich (62 Prozent) deutlich länger als zwei Stunden pro Tag vor ihrem Smartphone und Co.

Dr. Michael Littger, Geschäftsführer von Deutschland sicher im Netz e.V., sagt: „Sicheres Internetverhalten beginnt in der Familie. Das Onlineverhalten der Eltern entscheidet maßgeblich darüber, wie Kinder sich im Internet bewegen. Zudem geht es um die technische Unterstützung bei der Auswahl kindergerechter Geräte und Apps und klare Regelungen. Wir appellieren an alle Eltern, bestehende Hilfsangebote von DsiN und weiteren Initiativen für Familien in Anspruch zu nehmen.“

 

Der beste Kinderschutz: Vorbild sein und Grenzen setzen

Exakt die Hälfte (50 Prozent) der befragten Eltern in Deutschland vertraut darauf, dass ihre Kinder die Geräte überwiegend dafür nutzt, wozu sie gedacht sind; doch 63 Prozent der Kinder in Deutschland (weltweit nur 49 Prozent) sind dabei fast immer unbeaufsichtigt.

Andererseits setzen 96 Prozent ihren Kindern zeitliche oder inhaltliche Grenzen für die Gerätenutzung. In 93 Prozent der Familien in Deutschland gibt es Regeln für den alltäglichen Umgang mit elektronischen Geräten, die in etwa der Hälfte (49 Prozent) für alle Familienmitglieder gelten. Zudem weiß die große Mehrheit der Eltern in Deutschland (86 Prozent) wie die Kindersicherung der Geräte aktiviert werden kann und ist zudem in der Lage, die von den Kindern besuchten Websites (96 Prozent) nachzuvollziehen.

Heute geben immer mehr Eltern ihren Kindern Regeln für das richtige Verhalten in der digitalen Welt mit auf den Weg, so wie etwa für die Ernährung oder einen geregelten Tagesablauf. Doch diese digitalen Regeln sind noch nicht wirklich etabliert. Gleichzeitig geben in unserer Studie die Befragten zu, dass sie ihre Vorbildrolle nicht immer erfüllen und Regeln, die ihre Kinder befolgen sollen, selbst gelegentlich verletzen. Dabei stehen Eltern für das gesunde Aufwachsen ihrer Kinder in der digitalen Welt eine Auswahl an unterstützenden Techniken und hilfreichen Tools zur Verfügung. Dazu gehören Rollenspiele, Games oder auch eher technische Ansätze und Lösungen wie Apps, die die Bildschirmzeit kontrollieren oder zeigen, wo sich die Kinder gerade aufhalten.

 

Kaspersky-Tipps für mehr Kindersicherheit im Internet

  • Gemeinsam surfen und lernen: Je mehr Zeit Eltern mit ihren Kindern online verbringen, desto geringer sind die Gefahren.
  • Apps zur Kindersicherung wie Kaspersky Safe Kids nutzen. Eltern sollten mit ihren Kindern sprechen und erklären, wie Kindersicherungs-Apps funktionieren und warum sie notwendig sind.
  • Bei allen Online-Aktivitäten sollten Eltern ihren Kindern so früh wie möglich zur Seite stehen. So wird auch diese Form der Betreuung ein natürlicher Bestandteil der Erziehung.

Die Kaspersky-Studie „Raising the smartphone generation“ ist verfügbar unter https://www.kaspersky.com/blog/digital-habits-report-2021/ 

Tipps

Mehr Sicherheit für Privatanwender

Sicherheitsunternehmen bieten intelligente Technologien – in erster Linie Kameras – an, um dein Zuhause vor Einbruch, Feuer und anderen Zwischenfällen zu schützen. Aber wie wäre es, diese Sicherheitssysteme selbst vor Eindringlingen zu schützen? Das ist eine Lücke, die wir füllen.