Zu selbstbewusst und zu exponiert? Sind Kinder im Internet sicher?

Kinder und junge Erwachsene sind technisch versierter als ihre Eltern, aber überträgt sich diese Kompetenz auf die digitale Sicherheit?

Man hört es überall: Kinder und junge Erwachsene seien „Digital Natives“ und würden die Älteren in puncto neue Technologien in den Schatten stellen. 

Kaspersky hat kürzlich eine Umfrage durchgeführt, um herauszufinden, wie technisch versiert Kinder und junge Erwachsene in Bezug auf digitalen Betrug und Scams wirklich sind. Es stellte sich heraus, dass junge Erwachsene und Kinder zwar in vielen Fällen tatsächlich technisch versierter sind als ihre Eltern, dass sie aber genauso wie ältere Generationen auf Betrug und Phishing-Links hereinfallen. 

Übermäßiges Selbstvertrauen? 

In der Umfrage wurden Jugendlichen und Erwachsenen in ganz Europa Fragen zum Thema Betrug und Phishing gestellt, insbesondere, ob sie schon einmal Opfer eines Internet-Betrugs geworden sind. Zudem wurde überprüft, ob sie eine gefälschte Website oder E-Mail durch einen Vergleich mit einer echten Version erkennen können. 

  

Überraschenderweise gaben etwa drei von zehn Kindern bzw. Jugendlichen an, schon einmal Opfer eines Phishing-Betrugs geworden zu sein; mehr als ein Drittel sagte sogar, sie wüssten, dass sie einmal oder öfter im Monat Opfer eines solchen Betrugs geworden seien.  Noch überraschender und gleichzeitig besorgniserregender ist, dass mehr als zwei von fünf der jungen Generation, die sich selbst als „sachkundig“ bei Online-Sicherheit einschätzen, schon einmal Opfer von Phishing geworden sind.  

Lehrreiche Momente? 

Während es leicht ist, mit dem Finger auf andere zu zeigen, ist es schwieriger, diese zu verstehen und anzuleiten. Ältere Generationen, die oft als anfälliger für Online-Betrügereien gelten, bringen Jüngeren nicht bei, wie sich die Gefahren der realen Welt ins Internet übertragen oder dort in digitaler Weise wiederholen, denn nur zwei von fünf Erwachsenen geben an, dass sie ihren Kindern helfen, Phishing-Betrug zu erkennen.  Vielleicht liegt dies auch mitunter daran, dass einige Erwachsene (28 %) nach eigener Aussage selbst wenig über Online- und digitale Sicherheit wissen. Es scheint, als führten Blinde Blinde. Dabei könnte eine Synergie zwischen dem technischen Know-how der Jugendlichen und dem ausgeprägteren Bewusstsein der älteren Generationen für die Gefahren der realen Welt eine perfekte Sicherheitskombination ergeben.  

Wie geht es also weiter? 

Sicher ist, dass sich junge Menschen heutzutage im Umgang mit Computern und digitaler Technologie viel wohler fühlen als jede der ihnen vorangegangenen Generation. Dieser natürliche Herangang und die damit verbundene Selbstverständlichkeit können jedoch leicht zu einer gefährlichen Selbstgefälligkeit führen, die sich Angreifer und Betrüger gerne zunutze machen.  

David Emm, Sicherheitsforscher bei Kaspersky, fasst dies treffend zusammen: „Das Problem, das wir sehen, ist, dass die junge Generation zwar über die Fähigkeiten verfügt, die ihr gebotenen Technologien zu nutzen, aber nicht unbedingt über die Ausbildung, um mit der komplexeren Seite, in diesem Fall der Online-Sicherheit, umzugehen.“  

Der beste Schutz vor Betrügern und Phishing-Websites besteht oft darin, Websites und Links zu überprüfen, bevor man darauf klickt oder Informationen weitergibt – und eine gute Sicherheitslösung einzusetzen. 

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