Inkognito-Modus F&A

4 Mai 2017

Wenn man im Internet surft, ist es fast unmöglich, keine digitalen Spuren zu hinterlassen. Allgemein gesagt, ist eine Verfolgung im Internet für die meisten Leute nicht okay. Auch wenn ein gewisses Grad an Privatsphäre immer wichtig ist, wenn Sie online gehen, braucht man diese unbedingt, um seine Spuren auf öffentlichen oder geteilten Computern zu verwischen.

Was ist der Inkognito-Modus?

Inkognito-Modus — auch als privater Modus bekannt— ist eine Browsereinstellung, die dem Nutzer ein gewisses Maß an Privatsphäre bietet, wenn er dasselbe Gerät oder Konto mit anderen Nutzern teilt. Im Inkognito-Modus speichert ein Browser Ihren Internetverlauf, Ihre Cookies, Downloads oder Anmeldedaten nicht.

Was heißt „nicht speichern“?

Wie Sie wissen, erinnern sich Browser an alles, was Sie online tun: Was Sie gesucht haben, welche Seiten Sie aufgerufen haben, welche Videos Sie angesehen haben, was Sie über Amazon gekauft haben usw. Aber im Inkognito-Modus speichern Browser diese Art von Informationen nicht.

Man kann auch zwischen dem Inkognito-Fenster und dem normalen Browserfenster umherspringen. Man ist jedoch nur dann im Inkognito-Modus, wenn man das Inkognito-Fenster verwendet.

Wann sollte man den Inkognito-Modus verwenden?

Die einfache Antwort ist, dass Sie immer dann den Inkognito-Modus verwenden sollten, wenn Sie Ihre Internetaktivitäten <em>vor anderen Leuten, die denselben Computer oder dasselbe Gerät verwenden, </em> verbergen möchten. So z.B., wenn Sie für Ihren Ehepartner ein Geschenk kaufen möchten. Sie verwenden Ihren PC Zuhause, um nach Angeboten zu suchen. Sie schließen den Browser und schalten den PC ab, wenn Sie fertig sind.

Wenn Ihr Ehepartner den Computer benutzt, um z.B. E-Mails zu lesen oder auf Facebook zuzugreifen, könnte man eventuell sehen, wonach Sie geforscht haben, auch wenn man gar nicht danach sucht — entweder anhand des Browserverlaufs oder durch zielgerichtete Werbung. Falls Sie den Inkognito-Modus verwenden, vergisst der Browser jedoch diesen Verlauf und verdirbt Ihnen die Überraschung nicht.

Man kann sich im Inkognito-Modus auch ansehen, was man will, ohne Spuren zu hinterlassen. (Was? Mich beim Musikhören angucken, natürlich.)

Was vergisst der Inkognito-Modus zum Glück ebenfalls?

Anmeldedaten und andere Informationen von Formularen.  Im Inkognito-Modus speichert der Browser keine Nutzernamen oder Passwörter. Das heißt, dass Sie sich bei Facebook auf einem fremden Computer anmelden können und wenn Sie den Browser oder die Suchleiste schließen, abgemeldet sind und kein Autofill stattfindet, wenn Sie oder jemand anderes die Seite wieder aufrufen. Insofern ist es unmöglich, dass eine andere Person facebook.com öffnet und versehentlich (oder gewillt) von Ihrem Konto etwas postet. Auch wenn der normale Browser dieser Person so eingestellt ist, dass er die in Formulare eingegebenen Daten (wie Name, Adresse, Telefonnummer) speichert, wird das Inkognito-Fenster diese Informationen nicht speichern.

Downloadverlauf.  Falls Sie etwas inkognito heruntergeladen haben, erscheint es nicht in dem Download-Browserverlauf. Die heruntergeladenen Dateien sind jedoch für jeden zugänglich, der den PC verwendet, außer wenn Sie diese löschen. Also Vorsicht mit den „Mein kleines Pony“-Filmen.

Gibt es weitere Gründe den Inkognito-Modus zu verwenden?

Beim Inkognito-Surfen geht es vor allem, na ja, darum, inkognito sein.  Wenn man sich darüber bewusst ist, gibt es einige weitere Hinweise.

Vielfache Konten. Man kann auf vielfache Konten von einem Webservice gleichzeitig zugreifen, indem man vielfache Inkognito-Registerkarten verwendet.

Keine Add-ons. Dieser Modus blockiert automatisch Add-ons, was in einigen Situationen äußerst praktisch ist. Wenn Sie z.B. die Nachrichten lesen möchten, aber die Seite sagt: „Schalten Sie den Ad-Blocker aus, um diese Geschichte zu lesen.“ Einfach den Link im Inkognito-Modus öffnen und — fertig!

Falls Sie auch im Inkognito-Modus Add-ons verwenden möchten, klicken Sie auf die Menü-Taste (drei Punkte) oben in der rechten Ecke, wählen Sie Weitere Tools → Erweiterungen aus und markieren Sie die Felder In Inkognito zulassen für die Add-on, die sie brauchen.

Wie aktiviert man den Inkognito-Modus?

In Google Chrome: Man kann einen Tastaturkurzbefehl verwenden oder folgendes anklicken: Ctrl + Shift + N in Windows oder ⌘ + Shift + N in MacOS. Oder klicken Sie auf die drei-Punkte-Taste in der oberen rechten Ecke des Browser-Fensters und wählen Sie dann Neues Inkognito-Fenster aus. Klicken Sie hier für weitere Infos.

In Mozilla Firefox: Öffnen Sie das Menü (drei horizontale Leisten) in der oberen rechten Ecke und klicken Sie auf Neues privates Fenster. Für weitere Infos besuchen Sie diese Seite.

In Microsoft Edge: Öffnen Sie das Menü, indem Sie auf die drei Punkte in der oberen rechten Ecke klicken und Neues InPrivate Fenster auswählen. Mehr Informationen finden Sie hier.

In Chrome oder Firefox kann man ebenfalls mit der rechten Maustaste auf einen Link klicken und auswählen, ob man diesen in einem neuen Inkognito- oder privatem Fenster öffnen möchte.

Um diesen Modus zu beenden, schließen sie einfach die Registerkarte oder das Fenster. Das war es!

Wofür ist der Inkognito-Modus nicht geeignet?

Es ist immer gut, den Inkognito-Modus zu nutzen, aber Sie müssen verstehen, was dieser nicht machen kann. Die erste wichtige Tatsache, die man beachten sollte, ist, dass Sie durch den Inkognito-Modus nicht anonym surfen. Er löscht Ortungsspuren, aber Ihre IP-Adresse und andere Informationen bleiben nachvollziehbar.

Die, die Ihre Online-Aktivitäten nachvollziehen können, sind unter Anderem:

  • Ihr Service-Anbieter,
  • Ihr Chef (falls Sie einen Computer auf der Arbeit verwenden),
  • Webseiten, die Sie besuchen.

Falls Sie Spyware auf Ihrem Computer haben (einen Keylogger, zum Beispiel) kann diese ebenfalls sehen, was Sie tun. Also machen Sie keine Dummheiten oder illegalen Dinge.

Zweitens und ebenso wichtig ist, dass der Inkognito-Modus Sie nicht vor Leuten schützt, die die Daten stehlen möchten, die Sie an das Internet senden und von diesem empfangen. So ist es zum Beispiel nicht sicherer, den Inkognito-Modus anstelle des normalen Modus in Ihrem Browser beim Online-Banking, Einkaufen usw. zu nutzen. Falls Sie dies auf einem geteilten oder öffentlichen Netzwerk tun, empfehlen wir, ein VPN zu verwenden.

Letztendlich schützt Sie der Inkognito-Modus auch nicht komplett vor dem Tracking durch Online-Werber. Ihre Web-Cookies werden am Ende Ihrer Sitzung gelöscht, aber moderne zielgerichtete Werbesysteme nutzen vieles mehr, als nur Cookies. Hier können wir Ihnen auch mit unserer Private Browsing Funktion helfen.

Jetzt wissen Sie, wie man ein Geschenk kauft, ohne erwischt zu werden— Herzlichen Glückwunsch! Lassen Sie uns einkaufen gehen und furchtlos peinliche Videos angucken!