Hört Google Sie wirklich ab?

Ein unlängst veröffentlichter Bericht lässt darauf schließen, dass Google Ihre Gespräche und Diskussionen aufnimmt. Stimmt das tatsächlich?

Ein unlängst veröffentlichter Bericht lässt darauf schließen, dass Google Ihre Gespräche und Diskussionen aufnimmt. Stimmt das tatsächlich? Zwar hat das seine Vorteile, allerdings bringt es auch Probleme mit sich.

Google nimmt Stimmen auf, das ist eindeutig wahr. Jedoch geschieht das nur zur Spracherkennung – und Apple macht das ebenfalls. Beide nehmen die Sprachsuchverläufe auf, damit ihre Apps (OK Google und Siri) die Stimme besser erkennen können. Ein weiterer Punkt ist, dass Google nur bei Android-Geräten aufnimmt, nicht bei Apple-Produkten (außer Sie haben die Google-App auf Ihrem iPhone installiert).

Auf der anderen Seite operiert Google weltweit, mit Ausnahme von wenigen Ländern und es ist unschwer zu erkennen, dass mit so etwas Missbrauch getrieben werden kann, um sich zu bereichern. Die entscheidende Frage ist: warum speichert Google diese Aufnahmen? Die Sprachaufnahmen vorübergehend zu verwenden, um Ihre Suchanfragen zu verstehen ist verständlich, aber warum sollten sie diese speichern?

Nun, es werden Ihre Suchverläufe, all Ihre E-Mails, Ihre Office-Dokumente, Ihre Standortdaten, Ihre Bilder und wer weiß was noch alles gespeichert, warum sollten sie dann also eine Ausnahme bei Ihren Sprachaufnahmen machen? Die eigentliche Frage ist: wofür werden all diese Daten verwendet?

Langfristig speist Google die Daten in seine gigantische Cloud-Plattform ein, um die Suchprogramme des Unternehmens zu entwickeln. Kurzfristig werden die Daten dazu genutzt, um passendere Suchergebnisse zu erhalten und um Werbung effektiver zu gestalten. Falls Sie es nicht wussten: Google verdient beeindruckende 17,5 Milliarden Euro pro Quartal, fast ausschließlich mit Werbung.

Diese Werbung ist der Grund, warum Google Ihnen all diese großartigen Apps und Services „kostenlos“ bietet. Sie bezahlen mit Ihren Daten und mit den Werbeanzeigen, die Sie sehen.

Noch etwas Angsteinflößendes, dass Sie berücksichtigen sollten: wenn jemand Ihren Account hackt, wird er sehr viel über Sie erfahren.

Glücklicherweise ist die Datenspeicherung (bis jetzt) freiwillig, allerdings als Standardeinstellung konfiguriert. Wenn Sie nicht Teil dieser Dateneinspeisung und des Datenspeichergeschäfts sein möchten, ist das Beste was Sie machen können, alle Einstellungen, die Sie unter Google Tracking Settings finden, zu deaktivieren („pausieren“).

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Aktualisieren Sie RouterOS des MikroTik-Routers und überprüfen Sie die Einstellungen, um sich vor dem Botnet Mēris zu schützen und ggf. Malware von einem bereits infizierten Router zu entfernen.