Gesichtserkennung zum Entsperren Ihres Smartphones nicht die beste Wahl

25 Mrz 2018

Das Smartphone mithilfe der integrierten Gesichtserkennung zu entsperren, scheint heutzutage für viele relativ normal und vor allem praktisch zu sein; denn Sie wollten ja so oder so einen Blick auf Ihr Smartphone werfen, nicht wahr?

Die Smartphone-Branche scheint dem Ganzen zuzustimmen. Apple war zwar nicht das erste Unternehmen, das auf die Idee kam, Smartphone per Gesichtserkennung zu entsperren, aber nachdem Apple die Methode offiziell mit dem iPhone X auf den Markt brachte, tut es dem Unternehmen (wie so oft) die gesamte Smartphone-Industrie gleich. Nahezu jedes Smartphone, das auf dem Mobile World Congress 2018 vorgestellt wurde, ist mit dem trendigen Feature ausgestattet. Warum von diesem Trend abzuraten ist, erzählen wir Ihnen in diesem Beitrag!

Im Grunde genommen bin ich nicht der Meinung, dass die Gesichtserkennung per se schlecht ist. Ganz im Gegenteil – richtig gemacht, ist diese Methode wahrscheinlich um einiges besser als die Authentifizierung mithilfe von Fingerabdrücken oder PIN-Codes. Aber wie so oft, stecken die Probleme bei der Entsperrung via Gesichtserkennung im Detail.

In unserem Bericht über die genaue Funktionsweise der Face ID haben wir unter anderem die Komplexität des Erkennungssystems erwähnt: Es ist mit einer normalen sowie einer Infrarotkamera, einem Punktprojektor sowie maschinellen Lernalgorithmen, sicherer Speicherung und Verarbeitung ausgestattet. Apple hat viel Mühe und Geld investiert, um das System schnell, sicherer und zuverlässig zu machen – und verlangt dafür stolze 999 US-Dollar pro iPhone X.

Dieser Preisfaktor verursacht ein Dilemma für andere Smartphone-Hersteller, die ihre Geräte in der Regel deutlich günstiger verkaufen, aber dennoch mit den von Apple gebotenen Features mithalten müssen. Aus diesem Grund fangen sie damit an, Dinge von ihrer (eigentlich obligatorischen) Liste zu streichen, die man selbst als Nutzer wahrscheinlich nicht gleich auf den ersten Blick bemerkt: ein billigerer Lautsprecher hier, ein langsamer Speicher dort. Vielleicht wird sogar die Infrarotkamera und der Punkprojektor aus dem Face-Unlock-Modul gestrichen und lediglich die Funktion an sich beibehalten; denn mittlerweile handelt es sich bei dem Feature Gesichtserkennung um ein Verkaufsargument.

Die Möglichkeit, Ihr Gesicht zum Entsperren des Smartphones zu verwenden, wird zwar oft und gerne zu Marketingzwecken genutzt, auf die genaue Funktionsweise und Methode der Gesichtserkennung wird allerdings nie genau eingegangen. Das könnte unter anderem daran liegen, dass diese Unternehmen nicht besonders detailliert darauf eingehen möchten, wie sie die Gesichtserkennung ihrer Smartphones in ein Feature verwandeln, das in Sachen Sicherheit, Zuverlässigkeit und Fortschritt deutlich zu wünschen übrig lässt.

In den meisten Fällen beruht die Gesichtserkennung eines preiswerten Smartphones auf der Frontkamera und einigen nicht besonders weit entwickelten Algorithmen. Leider kann eine normale 2-D-Kamera ohne IR-Sensor oder Punktprojekter leicht durch auf Papier gedruckte oder über einen Bildschirm angezeigte Fotos (z. B. von einem Social-Media-Profil) getäuscht werden. Selbst einige der besseren Smartphones sind wahrscheinlich immer noch anfällig für Täuschungen mit Masken, die aus dem 3D-Drucker stammen. Selbst Apples Face ID wurde durch einen Maskenangriff von einem „bösen Zwilling“ getäuscht. Smartphones, die sich lediglich auf simple Fotos verlassen, sind für Kriminelle leichte Beute.

Unser Fazit

Die weitverbreitete Verwendung der Gesichtserkennung ohne angemessene Hardware führt bei modernen Smartphones insgesamt zu einer geringeren Sicherheit. Glücklicherweise handelt es sich hierbei nicht um die standardmäßige Methode zur Authentifizierung – Benutzer entscheiden sich noch immer vermehrt dafür ihr Smartphone via Fingerabdruck oder PIN-Code zu entsperren.

Dennoch liegt die Gesichtserkennung bei Smartphones im Trend und ich gehe davon aus, dass nach und nach immer mehr Nutzer billiger Android-Handys auf diese Methode umsteigen werden.

Wir empfehlen Ihnen dringend, die Details zur Gesichtserkennungsmethode Ihres Smartphones sorgfältig zu überprüfen, bevor Sie diese aktivieren. Sie muss wirklich sicher sein und darf unter keinen Umständen auf Fotos oder täuschend echte Masken hereinfallen, geschweige denn Ihre Daten leaken oder unsicher verarbeiten. Auch die Authentifizierung per Fingerabdruck ist natürlich nicht unfehlbar, aber zum jetzigen Zeitpunkt deutlich sicherer – ein sechsstelliger PIN-Code ist in diesem Fall aber wahrscheinlich immer noch die beste Wahl.

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