Überleben in einer Welt mit „digitaler Amnesie“

1 Jul 2015

Vernetzte Geräte geben uns Zugriff auf eine unerschöpfliche Quelle mit Informationen – das Internet. Und sie dienen als Ersatzspeicher für vergessliche Besitzer. Heute kann man aber den Großteil der Smartphone-Nutzer als „vergesslich“ bezeichnen — zumindest wenn man diese mit ihren Vorfahren vergleicht, die noch keine Handys hatten.

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Da Informationen mit einer Fingerbewegung zur Verfügung stehen, wird es ganz normal, sich auf digitale Geräte zu verlassen. In unserer immer hyper-vernetzteren Welt haben die Menschen einfach zu viele Telefonnummern, Adressen, Aufgaben, Termine im Kalender, Kontonamen, Passwörter, PINs und so weiter. Selbst wenn wir wollten, könnten wir uns nicht an alles erinnern, aber wir können die Informationen über ein vernetztes Gerät abrufen, wenn wir sie brauchen.

Kaspersky Lab hat nun eine weltweite Studie durchgeführt, um zu analysieren, wie digitale Geräte und das Internet die Art und Weise beeinflussen, wie sich Menschen heute an Informationen erinnern und wie sie diese nutzen – und was sie dafür tun, diese Informationen zu schützen, falls sie das überhaupt tun.

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Wie viele Forscher sagen, ermutigen wir unser Gehirn, Informationen zu löschen, sobald wir diese extern (zum Beispiel auf einem Handy) speichern. Laut Wissenschaftlern ist das Vergessen auch überhaupt nichts Schlechtes: Unsere Gehirne haben ein Kapazitätslimit bei den abrufbaren Informationen.

Wenn wir uns nicht an alte Dinge erinnern, verblasst die Information langsam, bis wir sie vergessen. Ein Gehirn kann auch irrelevante Daten mit aktuelleren Fakten und Erinnerungen überschreiben.

In der Studie konnten sich über die Hälfte der befragten europäischen Erwachsenen nicht an die Telefonnummer ihrer Kinder oder ihres Büros erinnern, ohne auf ihren Handys nachzusehen. Etwa ein Drittel konnte sich nicht an die Nummer des Partners erinnern.

In der Studie gaben auch 91 Prozent der befragten Amerikaner ihre Abhängigkeit vom Internet und von digitalen Geräten als Gedächtniserweiterung zu. Und auch 79,5 Prozent der europäischen Befragten gaben zu, das Internet als universelles Nachschlagewerk zu verwenden.

All die Informationen, die wir uns früher merken mussten oder die wir irgendwo suchen mussten, sind heute nur noch ein paar Klicks entfernt. Und das Ganze ist keine Frage der Bequemlichkeit, sondern der Notwendigkeit: 61 Prozent der europäischen Befragten sagten, sie bräuchten Antworten schnell und einfach, und hätten keine Zeit, in Bibliotheken oder Büchern danach zu suchen.

Smartphones sind bei vielen von uns immer dabei. Sie sind zu einer echten Erweiterung des Gehirns geworden; und genau wie das Gehirn müssen auch sie geschützt werden. Motorradfahrer setzen Helme auf, aber nur wenige Menschen schützen Ihre Handys mit einer Sicherheitslösung.

Die Studie von Kaspersky Lab zeigt, dass vor allem die Amerikaner ihre Geräte nicht schützen: 28 Prozent der Befragten in den USA gaben an, KEINES ihrer Geräte zu schützen, nur einer von drei (30,5%) hat auf seinem Smartphone eine Sicherheitslösung installiert und nur einer von fünf (20,5%) schützt sein Tablet. Eine frühere Kaspersky-Studie zeigt zudem, dass Frauen ihre Geräte oft seltener schützen als Männer.

Von den weltweit befragten, gaben 51 Prozent der Amerikaner und 40 Prozent der Europäer (vor allem Frauen und jüngere Teilnehmer) an, dass der Verlust von auf ihren digitalen Geräten (vor allem dem Smartphone) gespeicherten Daten für sie sehr schlimm wäre. Und 25 Prozent der in beiden Regionen befragten Frauen sowie etwa über 34 Prozent der jüngeren Befragten sagten, sie würden in Panik geraten, wenn sie ihre Geräte verlieren würden, da diese Geräte die einzigen Speicherorte für Fotos, Nachrichten und Kontaktinformationen seien.

Moderne Sicherheitslösungen schützen Ihre Geräte vor Schadprogrammen und anderen Internet-Bedrohungen. Und sogar im Fall des Verlierens oder Diebstahls eines Geräts können Sie die Sicherheitslösung verwenden, um das Gerät aus der Ferne zu sperren und persönliche Daten zu schützen. Es ist nie schön, ein wertvolles Gerät zu verlieren, aber noch schlimmer ist es, wenn die darauf gespeicherten Daten in die falschen Hände fallen.

Machen Sie mit bei unserem Quiz zur digitalen Amnesie: Erinnern Sie sich an Dinge oder ist Ihr Smartphone bereits zum einzigen Speicherort all Ihrer vertraulichen Informationen geworden?