Die Vor- und Nachteile des neuen Anti-NSA-Handys Blackphone

10 Jul 2014

Innerhalb von nur zwei Tagen war das erste, angeblich komplett sichere Smartphone ausverkauft.

Blackphone

Silent Circles Android-basiertes Blackphone wurde so entwickelt, dass es alle Arten von Angriffen abwehren soll, inklusive – und das ist das Hauptargument der Verkäufer – die Spione der NSA.

Laut World Tech Today wurde das Blackphone im Licht von Edward Snowdens Enthüllungen zum Überwachungsprogramm der NSA entwickelt. Die NSA hat umfassende Möglichkeiten, Handys und Datenübertragungen auszuspionieren.

Das Rückgrat des Sicherheitssystems des Blackphone bilden das Android-basierte Betriebssystem PrivatOS sowie die Apps Silent Phone und Silent Text. Dabei handelt es sich um verschlüsselte Kommunikationsdienste mit gemeinsamem Adressbuch. Sie funktionieren über Breitband-Handyverbindung sowie über WLAN, und ermöglichen den Anwendern Audio- und Videoanrufe sowie SMS und Datenübertragung, ohne bei der Übertragung über einen Server gehen zu müssen, von dem Daten gestohlen werden könnten. Die PrivatOS-Plattform enthält zudem sehr genaue Erlaubniskontrollen.

Dass Apps auf dem Blackphone aus dritten Quellen installiert werden müssen, könnte eine Sicherheitslücke auf dem ansonsten sicheren Gerät erzeugen, so dass die Kaspersky-Experten empfehlen, eine mobile Sicherheitslösung zu installieren

Bei einem Verkaufspreis von etwa 460 Euro, sollte das Blackphone seinen hohen Standards aber auch genügen – und ein erster Test von Ars Technica stützt die Sicherheitsangaben des Blackphone. Die Wertung der Tester: „Das Blackphone ist verdammt sicher.“ Erste Ergebnisse zeigen also, dass das Blackphone sicher ist, doch wie gut kann man damit täglich arbeiten?

Da das Handy auf das jeweils gerade verfügbare Handy-Netz angewiesen ist, kann die Qualität von Audio- und Videoanrufen unterschiedlich ausfallen, so Ars Technica. Und da das Google-Ökosystem auf dem Gerät nicht zur Verfügung steht – und damit auch kein Zugriff auf Google Play und die darin erhältlichen Apps möglich ist –, müssen die Anwendern Apps aus anderen Quellen installieren. Ars Technica merkt dazu an, dass Apps aus dem Amazon Store gut auf dem Blackphone funktionieren.

Dass Apps auf dem Blackphone aus dritten Quellen installiert werden müssen, könnte allerdings eine Sicherheitslücke auf dem ansonsten sicheren Gerät erzeugen, so dass die Kaspersky-Experten den Anwendern empfehlen, eine mobile Sicherheitslösung auf dem Blackphone zu installieren, wenn sie schon über 400 Euro ausgeben, um die Sicherheit ihrer mobilen Kommunikation zu verbessern. Ars Technica kommt zu dem Ergebnis, dass das Handy für Privatpersonen und Firmen, die hohen Wert auf Privatsphäre legen und sich mit Technik gut auskennen, ideal ist. Technisch weniger erfahrene Anwender könnten damit aber Probleme haben. Und jeder, der das Blackphone nutzen möchte, sollte sich darauf vorbereiten, die Sicherheit des Handys noch zu verbessern, wenn er Apps von Drittanbietern installieren will.