Die größte Datenkraken sind Google, Meta und Critea

Internetnutzer können sich leider nicht vollständig vor Tracking schützen, jedoch können sie die Datenmenge minimieren, die ein Unternehmen über sie sammelt.

Websites, Apps, Smart-TVs, Spielkonsolen und alle vernetzten Geräte sammeln mithilfe von Trackern, die auf Websites oder in Software installiert sind, Daten. Diese helfen Unternehmen dabei, ihre Kunden einerseits besser zu verstehen und die Produkte durch die Analyse der User Experience zu verbessern. Andererseits können die gesammelten Daten dazu genutzt werden, um Nutzerbedürfnisse vorherzusagen und möglicherweise sogar zu manipulieren.

Leider sind die Richtlinien von Unternehmen, was wie und warum gesammelt wird, selten transparent. Browser-Datenschutzeinstellungen und spezielle Erweiterungen wie Do not Track (DNT) von Kaspersky erkennen Tracking-Anfragen von Websites und blockieren diese. Dabei sammelt DNT mit Zustimmung des Nutzers anonymisierte Daten darüber, welche Tracking-Anfragen wie häufig blockiert werden.

Kaspersky-Experten haben sich diese Daten nun genauer angesehen und ausgewertet. Das Ergebnis: Sechs Tracking-Dienste schafften es in allen betrachteten Regionen in die TOP-25-Platzierungen. Vier davon gehören Google (Google Analytics, Google AdSense, Google Marketing Platform und YouTube Analytics). Die restlichen zwei gehören Meta und Criteo. [Detaillierte Informationen s. unten]

Anna Larkina, Sicherheitsexpertin bei Kaspersky, kommentiert das Tracking der Anbieter wie folgt:

„Es gibt nur wenige globale Unternehmen, die Nutzerdaten in allen Teilen der Welt sammeln. Dies sind die allgemein bekannten Google und Meta sowie der Werbegigant Criteo, der Nutzern für gewöhnlich wenig bekannt ist. Je unverwechselbarer die Region oder das Land sprachlich, wirtschaftlich und technologisch ist, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass lokale Unternehmen eine gewisse Präsenz auf dem Markt haben und mit den globalen Playern konkurrieren können. Diese Mitbewerber gehen in der Regel über Werbung und Marketing hinaus und sind Anbieter verschiedener Online-Dienste auf ihren Heimatmärkten – von E-Mail und Instant Messaging bis hin zur Lieferung von Lebensmitteln. Beim Sammeln und Analysieren von Nutzerdaten verfolgen sie aber natürlich die gleichen Ziele wie die globalen Player. Leider können sich Nutzer vor Tracking nicht vollständig schützen – sie können nur die Datenmenge minimieren, die ein Unternehmen über sie sammelt.“

Kaspersky-Empfehlungen für weniger Tracking

  • Nutzung eines VPN-Dienstes, der die IP-Adresse ändert und so bis zu einem gewissen Grad das digitale Profil, das Marketingunternehmen erstellen möchten, verzerrt.
  • Installation von Anti-Tracking-Browsererweiterungen wie DNT. Sie blockieren Tracker, während man im Internet surft, und verhindern, dass Unternehmen herausfinden, welche Websites verwendet werden.
  • Nur der Sammlung von Daten zustimmen, die genutzte Dienste zum Funktionieren benötigen.

Im Detail sammelten die von Do not Track erkannten Dienste wie folgt:

Google:

  • Google Marketing Platform (ex-DoubleClick) hatte die größten Anteile in den TOP-25-Rankings für Südasien (33 Prozent) und dem Nahen Osten (33 Prozent), gefolgt von Afrika und Lateinamerika (jeweils 25 Prozent).
  • Google Analytics sammelt Daten über Website-Besucher und stellt Kunden detaillierte Statistiken zur Verfügung. Auch dieser Dienst macht weltweit einen großen Anteil der DNT-Erkennungen aus. Ein Blick auf den Anteil von Google Analytics in verschiedenen Regionen zeigt ein ähnliches Muster wie bei der Google Marketing Platform. Google Analytics erhielt die größten Erkennungsanteile in Südasien (18 Prozent), Lateinamerika (18 Prozent), Afrika (17 Prozent) und dem Nahen Osten (16 Prozent).
  • Google AdSense hatte seine höchsten Prozentsätze ebenfalls im Nahen Osten (5 Prozent), Afrika (5 Prozent), Lateinamerika (4 Prozent) und Südasien (4 Prozent).
  • YouTube Analytics liefert YouTube-Bloggern Daten über ihr Publikum, die durch seine Tracker gesammelt und analysiert wurden. Der Nahe Osten (8 Prozent), Südasien (8 Prozent), Afrika (6 Prozent) und Lateinamerika (5 Prozent) verzeichneten erneut die höchsten Anteile.

Meta:

  • Facebook Custom Audiences by Meta, das zielgerichtete Werbedienste anbietet, war zusammen mit den Tracking-Diensten von Google in jeder der Regionen präsent. Solche Dienste sammeln verschiedene Arten von Benutzerdaten, analysieren diese und segmentieren die Zielgruppe, um eine bessere Ausrichtung der Werbung zu gewährleisten. In Bezug auf die Präsenz zeigen die Daten, dass Meta in allen Regionen der Welt an zweiter Stelle hinter Google rangiert. Facebook Custom Audiences hatte die größten Anteile in Lateinamerika (9 Prozent) und Ozeanien (8 Prozent) und die geringsten in der Gemeinschaft Unabhängiger Staaten (GUS) (2 Prozent).

Criteo:

  • Der letzte auf der Liste der Tracking-Dienste, die überall auf der Welt entdeckt wurden, war Criteo. Obwohl Criteo ein weniger bekannter Name als Google oder Facebook ist, ist es eigentlich ein großes französisches Werbeunternehmen. Dieses bietet eine Reihe von Dienstleistungen an, die von der Erfassung und Analyse von Benutzerdaten bis hin zur Werbung selbst reichen. Criteo-Tracker wurden am häufigsten in Europa (7 Prozent), Ostasien (6 Prozent) und Lateinamerika (5 Prozent) entdeckt.
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