{"id":919,"date":"2013-04-12T09:13:45","date_gmt":"2013-04-12T09:13:45","guid":{"rendered":"http:\/\/kasperskydaily.com\/germany\/?p=919"},"modified":"2020-02-26T18:21:37","modified_gmt":"2020-02-26T16:21:37","slug":"computer-im-weltall","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.kaspersky.de\/blog\/computer-im-weltall\/919\/","title":{"rendered":"Computer im Weltall!"},"content":{"rendered":"<p>Am 12. April war \u201eInternationaler Tag der bemannten Raumfahrt\u201c. Deshalb m\u00f6chten wir ein bisschen \u00fcber Computer im Weltall sprechen: Wie sie aussehen, was sie machen und warum sie gesch\u00fctzt werden m\u00fcssen.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/media.kasperskydaily.com\/wp-content\/uploads\/sites\/96\/2013\/04\/06145715\/computers_in_space_gp_DE.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-920\" alt=\"computers_in_space_gp_DE\" src=\"https:\/\/media.kasperskydaily.com\/wp-content\/uploads\/sites\/96\/2013\/04\/06145715\/computers_in_space_gp_DE.png\" width=\"498\" height=\"356\"><\/a><\/p>\n<p>Der Einsatz von Computern in der Raumfahrt w\u00e4chst immer st\u00e4rker an, genau wie in allen anderen Teilen unseres t\u00e4glichen Lebens. Gro\u00dfe, blinkende Kontrollkonsolen wurden von Laptops ersetzt, die von \u00fcberall in der International Space Station (ISS) mit einem Mainframe verbunden werden k\u00f6nnen. Sie erm\u00f6glichen den Astronauten Zugriff auf alle wichtigen Daten oder auch die Eingabe von Befehlen. Nat\u00fcrlich sind das keine \u00fcblichen Laptops und Bordcomputer, und auch wenn heute immer \u00f6fter normale Standard-Computer verwendet werden, haben diese hier doch einige interessante Funktionen.<\/p>\n<p><b>Design<\/b><\/p>\n<p>Ein Au\u00dfenstehender w\u00e4re von den Kontrolleinheiten moderner Raumschiffe ziemlich beeindruckt; wenn man genau dar\u00fcber nachdenkt, w\u00e4re er von den alten genau so beeindruckt. Man sieht eine einfache Metallbox mit ein paar farbigen Anschl\u00fcssen. Das war\u2019s. Kein USB-Anschluss, kein Display, manchmal nicht mal eine Tastatur. Eigentlich sieht das Ganze eher altmodisch aus. Das liegt an der Ausfallsicherheit, die oberste Priorit\u00e4t hat.<\/p>\n<p>Dank dem modularen Aufbau kann jede Einheit, egal ob es sich um einen Prozessor, einen Speicherchip oder ein Input-Output-System handelt, ganz einfach herausgenommen und durch ein neues Modul ersetzt werde. Das erm\u00f6glicht schnelle und einfache Wartung, die im Raumschiff enorm wichtig ist, da die Weltraumstrahlung die Elektronik beeinflusst und Fehlfunktionen ausl\u00f6sen kann.<\/p>\n<p>Auf der ISS gibt es viele Computer. Manche sind sogar an der Au\u00dfenh\u00fclle angebracht, und um sie zu reparieren m\u00fcssen die Astronauten drau\u00dfen im Weltraum arbeiten. Pro Jahr m\u00fcssen etwa 20 Computer repariert werden.<\/p>\n<p><b>Performance<\/b><\/p>\n<p>Die am meisten auf der ISS verwendete Hardware ist zur Zeit der Intel 80386SX, der vor zwanzig Jahren in vielen PCs eingesetzt wurde. Verglichen mit aktuellen Prozessoren ist seine Leistung recht unspektakul\u00e4r. Aber das ist kein Argument, denn die heutige riesige Rechenpower wird vor allem f\u00fcr erstaunliche Spielegrafiken und Bedienoberfl\u00e4chen ben\u00f6tigt. Die grundlegenden Aufgaben im Weltraum k\u00f6nnen mit einfachen Mitteln erledigt werden. Immerhin haben die Menschen auch schon vor langer Zeit Mondmissionen planen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Der Hauptgrund, warum die Weltraumcomputer \u201everaltet\u201c sind, ist die enorm lange Zeit, die man ben\u00f6tigt, um einen zu bauen. Manchmal dauert das Jahrzehnte. Die Ziele f\u00fcr zuk\u00fcnftige Missionen werden zusammen mit den entsprechenden technischen Anforderungen f\u00fcr den Computer erarbeitetet; das wird mit dem Gedanken an moderne und bew\u00e4hrte Technologien gemacht. \u00c4ltere CPUs haben aber noch einen weiteren Vorteil \u2013 sie brauchen nicht viel Strom, denn jedes Watt z\u00e4hlt.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter\" alt=\"\" src=\"https:\/\/media.kasperskydaily.com\/wp-content\/uploads\/sites\/96\/2013\/04\/06133130\/iss-2.jpeg\" width=\"640\" height=\"427\"><\/p>\n<p><b>Je einfacher, desto besser<\/b><\/p>\n<p>Auch wenn ein Raumschiff selbst eine sehr komplexe und anspruchsvolle Maschine ist, so ist sein Kontrollsystem doch recht einfach und besteht aus Basis-Einheiten, die eine begrenzte Anzahl von Operationen durchf\u00fchren k\u00f6nnen. Je weniger ein Computermodul machen kann, desto stabiler und ausfallsicherer l\u00e4uft es. Und es ist einfacher, auftauchende Probleme zu l\u00f6sen, wenn das \u00fcberhaupt n\u00f6tig ist.<\/p>\n<p>Auch die Software sollte vorhersehbar sein. Es werden Echtzeit-Betriebssysteme verwendet, die nicht viel \u201eSpekulation\u201c zulassen. Das stellt sofortige Reaktion des Systems und seine Funktionsf\u00e4higkeit sicher. W\u00e4hrend Windows dazu tendiert, f\u00fcr einige Zeit \u201enachzudenken\u201c, verschwendet das Weltraum-Echtzeit-OS keine Zeit zum Puffern. Die spezielle Raumschiff-Software ist ebenfalls so programmiert, dass sie keine System-Ressourcen verschwendet, weder den RAM-Speicher, noch die CPU-Last.<\/p>\n<p><b>Patches, Updates und Fehlersuche<\/b><\/p>\n<p>Nat\u00fcrlich gibt es so etwas wie eine perfekte Software nicht, und ein Programmfehler kann durch zahlreiche Pr\u00fcfungen schl\u00fcpfen. Der entsprechende Computer kann dann Tausende \u2013 oder im Falle von Weltraumsonden \u2013 Millionen Meilen entfernt sein, was die Fehlerbehebung nicht gerade einfach macht. Deshalb ist es das Beste, eine Simulation der Software auf einem kompletten Nachbau des Weltraumcomputers hier auf der Erde laufen zu lassen. Erst k\u00fcrzlich wurde diese Methode verwendet, um die Weltraumsonde Voyager 2 neu zu \u201ebooten\u201c, die vor 40 Jahren gestartet wurde und mittlerweile das Sonnensystem verlassen haben m\u00fcsste.<\/p>\n<p>Im letzten Jahr hat sie aufgrund von Hardware-Fehlfunktionen zuf\u00e4llige Signale statt zusammenh\u00e4ngender Daten gesendet. Gl\u00fccklicherweise steht ein zweites Modell des Computers im Voyager-2-Labor der NASA; die NASA-Spezialisten simulierten dort das Problem und bemerkten, dass es durch einen schadhaften Speichersektor verursacht wurde. Also wurde ein Patch (ein Software-Update, das die Probleme behebt) per Funk an Voyager gesendet. Damit war die Sonde repariert und nahm ihre \u00dcbertragungen aus den Tiefen des Weltalls wieder auf. Und das k\u00f6nnte sie auch noch die n\u00e4chsten 40 Jahre machen, bis sie die Signalgrenze erreicht. Oder bis sie von Aliens aufgegriffen wird.<\/p>\n<p>Der Mars-Rover Spirit w\u00fcrde k\u00fcrzlich \u00e4hnlich behandelt. Denn nicht nur Ihr privater Computer braucht hin und wieder eine Reparatur und regelm\u00e4\u00dfige Updates.<\/p>\n<p><b>Informationen, die nicht verloren gehen sollten<\/b><\/p>\n<p>Die Erforschung des Weltalls ist kostspielig, egal ob sie unbemannt oder bemannt vorgenommen wird. Sie braucht viel Zeit, Geld und Vorbereitung. Die kleinste St\u00f6rung, die einen Datenverlust hervorruft, bedeutet, dass all diese Anstrengungen umsonst waren. Um solche Probleme zu verhindern, ben\u00f6tigen die Weltraumcomputer zahlreiche Backup-Systeme. Oft werden daf\u00fcr verschiedene Speicher-Typen benutzt. Etwa Flash-Speicher neben Magnetb\u00e4ndern, so dass zumindest ein Backup \u00fcberlebt. Das System ist nicht so viel anders, wie <a href=\"https:\/\/www.kaspersky.com\/blog\/call-for-backup\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener nofollow\">Backups<\/a>, die zum Speichern Ihrer Lieblings-Songs oder Urlaubsbilder genutzt werden, die zwar gro\u00dfen ideellen Wert haben, aber nicht ganz so teuer sind, wie die Daten, die im Weltraum gesammelt werden.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter\" alt=\"\" src=\"https:\/\/media.kasperskydaily.com\/wp-content\/uploads\/sites\/96\/2013\/04\/06133129\/iss-1.jpeg\" width=\"425\" height=\"333\"><\/p>\n<p><b>Moderne Zeiten<\/b><\/p>\n<p>Jedes Mitglied der ISS-Mannschaft hat einen Lenovo-ThinkPad-Laptop, der \u00fcber einen speziellen Bus an die verschiedenen Systeme der Station angeschlossen werden kann.<\/p>\n<p>Dank moderner Technologien k\u00f6nnen die Astronauten heute im Web surfen und mit Ihren Familien auf der Erde sprechen. Der Kommunikationskanal ist gesch\u00fctzt und es gibt einen speziellen Schutz-Puffer, um die Astronauten vor den Gefahren des Webs zu sch\u00fctzen. Au\u00dferdem wird f\u00fcr die Kommunikation ein separater Computer genutzt, der nicht mit den lebenswichtigen Ger\u00e4ten der ISS verbunden ist. Diese Sicherheitsma\u00dfnahmen haben sich bereits als sinnvoll erwiesen: Bei einem Flug im Jahr 2007 wurde auf dem Laptop eines Astronauten das Schadprogramm \u201eGammima\u201c entdeckt. Die Laptops waren nicht durch eine <a href=\"https:\/\/www.kaspersky.com\/de\/anti-virus\" target=\"_blank\" rel=\"noopener nofollow\">Antiviren-L\u00f6sung<\/a> gesch\u00fctzt, doch die NASA hat nach diesem Vorfall angefangen, \u00fcber so einen Schutz nachzudenken.<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Am 12. April war \u201eInternationaler Tag der bemannten Raumfahrt\u201c. 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