{"id":8281,"date":"2016-07-22T08:08:00","date_gmt":"2016-07-22T08:08:00","guid":{"rendered":"https:\/\/kasperskydaily.com\/germany\/?p=8281"},"modified":"2017-05-18T10:54:27","modified_gmt":"2017-05-18T10:54:27","slug":"ashley-madison-one-year-after","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.kaspersky.de\/blog\/ashley-madison-one-year-after\/8281\/","title":{"rendered":"Auswirkung aufs Karma: Ashley Madison"},"content":{"rendered":"<p>Vor einem Jahr hatte <a href=\"https:\/\/www.kaspersky.de\/blog\/cheating-website-hacked\/5859\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">eine massive Sicherheitsschwachstelle<\/a> tiefgreifende Auswirkungen auf das Leben der bei Ashley Madison registrierten Nutzer, einer \u201eDating\u201c-Seite f\u00fcr verheiratete Personen, und zerst\u00f6rte beinahe ein florierendes, jedoch kontroverses Gesch\u00e4ft.<\/p>\n<div class=\"entry-content\">\n<p><a href=\"https:\/\/media.kasperskydaily.com\/wp-content\/uploads\/sites\/96\/2016\/07\/06134051\/ashley-madison-one-year-featured-1-1024x672.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-12655\" src=\"https:\/\/media.kasperskydaily.com\/wp-content\/uploads\/sites\/96\/2016\/07\/06134051\/ashley-madison-one-year-featured-1-1024x672.jpg\" alt=\"Ashley Madison users are still target for cybercroocks\" width=\"1280\" height=\"840\"><\/a><\/p>\n<p>Die Ashley-Madison-Hacker, die sich selbst \u201edas Impact Team\u201c nannten, enth\u00fcllten mehr als 37 Millionen Datens\u00e4tze von Nutzern aus 40 L\u00e4ndern, sowie den Quelltext der Webseite und interne Firmenkorrespondenz der Unternehmensleitung. Aufgrund der Art der Seite \u2014 die User waren verheiratete Personen, die andere verheiratete Nutzer f\u00fcr au\u00dfereheliche Aff\u00e4ren treffen m\u00f6chten \u2014 \u00e4nderte dieses Ereignis viele Leben dramatisch und erm\u00f6glichte es Cyberkriminellen, die Hacking-Opfer auf diverse Arten zu bedrohen.<\/p>\n<h3>\u201eSie sahen es voraus\u201c<\/h3>\n<p>Hacker stehlen normalerweise Daten, um sie im Darkweb weiterzuverkaufen, jedoch schienen die T\u00e4ter, die hinter dem Hackerangriff auf Ashley Madison steckten, aus Gerechtigkeit gehandelt zu haben, und nicht, um Geld zu verdienen.<\/p>\n<p>Zun\u00e4chst sendete das Impact Team eine Nachricht an das Managementteam von Avid Life Media, der Muttergesellschaft von Ashley Madison. In der Nachricht informierten sie Avid Life dar\u00fcber, dass die Gruppe die Infrastruktur des Unternehmens gehackt hatte, und forderten Avid Life Media dazu auf, drei ihrer Dating-Webseiten zu schlie\u00dfen. Wenn sie dies nicht tun w\u00fcrden, w\u00fcrden die Benutzerdatens\u00e4tze ver\u00f6ffentlicht werden. Das Unternehmen lehnte ab und 30 Tage sp\u00e4ter setzten die Erpresser <a href=\"https:\/\/www.kaspersky.de\/blog\/ashley-madison-data-finally-leaked\/5988\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">ihre Drohung in die Tat um<\/a>.<\/p>\n<p>Sobald dies geschehen war, brachen die Abonnenten in Panik aus; nicht unbedingt wegen der Gef\u00e4hrdung ihrer Kreditkarten, sondern der Aufdeckung ihrer Liebesaff\u00e4ren und privaten Fotos. Forscher setzten sich in der Zwischenzeit ans Werk und analysierten den Quelltext der Webseite, und machten bald viele kuriose Funde.<\/p>\n<p>Zun\u00e4chst enth\u00e4lt der Quelltext von Ashley Madison viele Schwachstellen, durch die Hacker sich durch die Infrastruktur der Webseite bewegen konnten, sobald sie eine Einstiegsstelle fanden. Zudem ergab die Analyse, dass die Seite lasche Anforderungen f\u00fcr Passw\u00f6rter besa\u00df: Passw\u00f6rter mussten 5 bis 8 Zeichen enthalten, mit nur zwei unterst\u00fctzten Arten von Zeichen.<\/p>\n<p>Avid Life Media und ihre Nutzer wurden mit den Konsequenzen der massiven Schwachstellen konfrontiert \u2014 die aufgrund der Servicearten von Ashley Madison gravierender ausfielen als die Auswirkungen von Schwachstellen anderer, beliebterer Dienste.<\/p>\n<h3><strong>Unternehmensverluste: beflecktes Ansehen, zerbrochene Tr\u00e4ume<\/strong><\/h3>\n<p>Allgemein war die Reaktion der \u00d6ffentlichkeit auf die Sicherheitsl\u00fccke ein recht \u00fcberraschtes Freudengeschnatter. Viele sahen die Entdeckung als \u201eunmittelbares Karma\u201c des Unternehmens \u2013 letztendlich war das Gesch\u00e4ftsmodell von Avid Life Media auf Untreue und L\u00fcgen aufgebaut. Nachdem die Daten, einschlie\u00dflich vertraulicher Unternehmensdaten, durchgesickert waren, wurden sie von Forschern untersucht \u2013 und dann waren die Nutzer an der Reihe, sich zu \u00e4rgern.<\/p>\n<p>Forschungen zeigten, dass das Markenversprechen von Ashley Madison, mit dem der Dienst eine Kundenbasis von Millionen von Nutzern aufbauen konnte, eine dreiste L\u00fcge war. Neben anderen Funktionen, die darauf abzielten, dass die Nutzer sich bez\u00fcglich der Diskretion auf der Seite sehr wohl f\u00fchlen konnten, vermarktete Ashley Madison aktiv seine Option \u201evollst\u00e4ndig l\u00f6schen\u201c, wodurch Usern die M\u00f6glichkeit verkauft wurde, ihre Profile vollst\u00e4ndig und dauerhaft zu l\u00f6schen \u2014 ein Dienst, f\u00fcr den die Seite ganze 19$ berechnete. Die Funktion brachte Ashley Madison j\u00e4hrlich <a href=\"http:\/\/www.theverge.com\/2015\/8\/19\/9178479\/ashley-madison-full-delete-made-millions\" target=\"_blank\" rel=\"noopener nofollow\">mehr als 1,7 Million<\/a><a href=\"http:\/\/www.theverge.com\/2015\/8\/19\/9178479\/ashley-madison-full-delete-made-millions\" target=\"_blank\" rel=\"noopener nofollow\">en<\/a> Dollar ein.<\/p>\n<p>Jedoch l\u00f6schte der Dienst nur Profildaten. Die Zahlungsdaten bewahrte er auf; somit auch die Namen, Rechnungsadressen und Kreditkarteninformationen, die auf dem Unternehmensserver verblieben. Selbst wenn ein User ein Pseudonym zur Registrierung verwendete, war sein richtiger Name unausl\u00f6schlich im System.<\/p>\n<p>Weitere Nachforschungen ergaben andere interessante Leckerbissen: Die meisten koketten Damen auf Ashley Madison waren echte Chatbots, deren wahre Aufgabe es war, User, die den Dienst ausprobierten, in Unterhaltungen zu verwickeln, und sie dazu zu bringen, Geld zu zahlen, um die Unterhaltung weiterf\u00fchren zu k\u00f6nnen. Die Chatbots waren keine unschuldigen Fehler: Die T\u00e4uschung war gewollt, und umfasste sehr viel Codierung und selbst einige Analysen von Kundenpr\u00e4ferenzen: So wurden z. B. einige User mit \u201eFrauen\u201c der scheinbar gleichen Ethnie zusammengef\u00fchrt.<\/p>\n<p>Schlie\u00dflich war Avid Life Media unbekannten und unerbittlichen Hackern ausgesetzt, und das kostete das Unternehmen sehr viel. Es setzte ein paar Monate nach dem Hackerangriff einen B\u00f6rsengang\u00a0an, aber als die H\u00f6lle losbrach, war ein B\u00f6rsengang sinnlos geworden; es gab keine M\u00f6glichkeit, die vorausgesehenen 200 Millionen Dollar vom anf\u00e4nglichen Aktienkauf aufzubringen. Stattdessen wurde Avid Life Media mit Klagen, Anh\u00f6rungen und dem R\u00fccktritt des Gesch\u00e4ftsf\u00fchrers Noel Biderman konfrontiert.<\/p>\n<p>Der Vorfall zwang Ashley Madison dazu, seine Marke umzugestalten: Ein Jahr nach dem Vorfall \u00e4nderte Ashley Madison sein Hauptangebot und seine Devise. Der provokante Slogan \u201eDas Leben ist kurz. Haben Sie eine Aff\u00e4re.\u201c verschwand. Nun sehen Besucher der Seite den Slogan: \u201eDas Leben ist kurz. Finden Sie Ihren Moment.\u201c Der Dienst lie\u00df das Bild einer Seitensprung-Webseite hinter sich und bezeichnet sich selbst als \u201eden besten Ort, um reale und diskrete Beziehungen mit aufgeschlossenen Erwachsenen zu finden.\u201c<\/p>\n<blockquote class=\"twitter-tweet\" data-width=\"500\" data-dnt=\"true\">\n<p lang=\"en\" dir=\"ltr\">Ashley Madison pitches relaunch under new management, new strategy \u2013 CBC.ca <a href=\"https:\/\/t.co\/hyBq2FZasn\" target=\"_blank\" rel=\"noopener nofollow\">https:\/\/t.co\/hyBq2FZasn<\/a> <a href=\"https:\/\/twitter.com\/hashtag\/branding?src=hash&amp;ref_src=twsrc%5Etfw\" target=\"_blank\" rel=\"noopener nofollow\">#branding<\/a> <a href=\"https:\/\/twitter.com\/hashtag\/marketing?src=hash&amp;ref_src=twsrc%5Etfw\" target=\"_blank\" rel=\"noopener nofollow\">#marketing<\/a><\/p>\n<p>\u2014 Marketing Strategy (@innov_marketing) <a href=\"https:\/\/twitter.com\/innov_marketing\/status\/754239853554917376?ref_src=twsrc%5Etfw\" target=\"_blank\" rel=\"noopener nofollow\">July 16, 2016<\/a><\/p><\/blockquote>\n<p><script async src=\"https:\/\/platform.twitter.com\/widgets.js\" charset=\"utf-8\"><\/script><\/p>\n<h3><strong>Strafe f\u00fcr Nutzer: Scheidung, Scham, Verzweiflung<\/strong><\/h3>\n<p>W\u00e4hrend Avid Life Media verzweifelt versuchte, die Auswirkungen der Sicherheitsl\u00fccke zu mindern, indem sie eine Pr\u00e4mie von 500.000$ f\u00fcr jegliche brauchbare Informationen zu den Hackern anbot, konnten sich Nutzer nur auf harte Zeiten einstellen. In den Wochen nach der Ver\u00f6ffentlichung stoppte der Kundendienst von Avid Life Media eine informative Beantwortung der Tausenden von entsetzten Anfragen, und \u00fcberlies die Kunden so sich selbst.<\/p>\n<p>Unz\u00e4hlige Ehen standen kurz vor der Scheidung, und Opfer hatten Angst davor, ihren Partnern ein Gest\u00e4ndnis zu machen, was in einigen F\u00e4llen zu beunruhigenden und selbst <a href=\"http:\/\/money.cnn.com\/2015\/09\/08\/technology\/ashley-madison-suicide\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener nofollow\">tragischen<\/a> Entscheidungen f\u00fchrte.<\/p>\n<p>In der Zwischenzeit nahmen Onlineanw\u00e4lte die Mitglieder der Seite weiterhin gnadenlos unter Beschuss. Ein Moderator eines australischen Radiosenders teilte einer Frau live mit, dass ihr Ehemann auf Ashley Madison registriert war, und eine Zeitung aus Georgien ver\u00f6ffentlichte alle aufgedeckten Namen.<\/p>\n<p>Die bevorstehende Bedrohung hing \u00fcber tausenden von Milit\u00e4roffizieren, Geistlichen, Prominenten, Politikern und anderen Personen der \u00d6ffentlichkeit. Die Preisgabe der Namen w\u00fcrde ihrem Ansehen extremen Schaden zuf\u00fcgen.<\/p>\n<p>Einige Medien berichteten davon, dass viele Milit\u00e4roffiziere oder Angestellte von Regierungsbeh\u00f6rden ihre gesch\u00e4ftliche E-Mail-Adresse verwendeten, um sich bei Ashley Madison zu registrieren. Obwohl der Bericht nicht best\u00e4tigt wurde, legten die Ger\u00fcchte einen Schatten \u00fcber viele hochrangige Einrichtungen, einschlie\u00dflich der <a href=\"https:\/\/www.kaspersky.de\/blog\/ashley-madison-data-finally-leaked\/5988\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Kanzlei des britischen Premierministers<\/a>.<\/p>\n<h3><strong>M\u00f6glichkeiten f\u00fcr Kriminelle: Erpressung, Spam, Phishing<\/strong><\/h3>\n<p>Die Kriminellen hinter dem Hackerangriff waren nicht die \u00fcblichen Verd\u00e4chtigen, die Benutzerdaten stehlen, um Geld zu verdienen. Aber sobald das Impact Team die T\u00fcr einmal ge\u00f6ffnet hatte, verschwendeten andere Cybergangs keine Zeit.<\/p>\n<p><span style=\"line-height: 1.5\">Zun\u00e4chst waren die betroffenen User einfache Beute f\u00fcr einen Kreditkartenbetrug. Obwohl sich viele User auf Ashley Madison unter einem falschen Namen registrierten, mussten sie ihren wahren Namen bei der Zahlung offenlegen. Die Datenbank <a href=\"http:\/\/motherboard.vice.com\/read\/why-you-cant-buy-ashley-madison-credit-card-data-on-the-dark-web\" target=\"_blank\" rel=\"noopener nofollow\">enthielt scheinbar keine vollst\u00e4ndigen Kreditkarteninformationen<\/a>, aber in einigen F\u00e4llen war es Kriminellen m\u00f6glich, die letzten vier Ziffern zu verwenden, um die vollst\u00e4ndige Kreditkartennummer zu erhalten. Und damit konnten sie Geld von Bankkonten stehlen oder Onlineeink\u00e4ufe durchf\u00fchren.<\/span><\/p>\n<p>Aber im Fall von Ashley Madison war Kreditkartenbetrug nicht der einzige Weg, um die Nutzerdaten zu verwenden. Mit den pers\u00f6nlichen Daten <a href=\"http:\/\/www.nj.com\/business\/index.ssf\/2016\/01\/bamboozled_are_ashley_madison_customers_getting_sc.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener nofollow\">stellten<\/a> Erpresser Kontakt mit den Opfern her und drohten damit, ihre Familien und Angestellten \u00fcber die Aff\u00e4ren zu informieren, und sehr pers\u00f6nliche Fotos und Unterhaltungen mit den Facebook-Freunden und LinkedIn-Verbindungen der Opfer zu teilen. Da sie einer unertr\u00e4glichen Preisgabe gegen\u00fcberstanden, zahlten einige Opfer das L\u00f6segeld, ohne jeglichen Beweis daf\u00fcr, dass sie die Erpresser danach in Frieden lassen w\u00fcrden. Jedoch schien es keine Option, die Polizei \u00fcber die Erpresser zu informieren.<\/p>\n<p>Solche Machenschaften sind noch immer aktuell. Ein Kunde aus New Jersey <a href=\"http:\/\/www.nj.com\/business\/index.ssf\/2016\/01\/bamboozled_are_ashley_madison_customers_getting_sc.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener nofollow\">teilte<\/a> k\u00fcrzlich seine Geschichte zu Ashley Madison unter der Bedingung, dass er anonym bleiben wolle. \u201eMr. Smith\u201c, geschieden und ehemals mit seinem richtigen Namen und seiner Kreditkarte auf Ashley Madison registriert. Nach kurzer Zeit erhielt er einen Brief von Erpressern, die behaupteten, seine Privatadresse, Bankinformationen, etc. zu haben.<\/p>\n<p><em>\u201eWir haben auch Zugriff auf Ihre Facebook-Seite. Wenn Sie nicht wollen, dass ich diese schmutzigen Informationen mit all Ihren Freunden, Familienmitgliedern und Ihrem Ehepartner teile, m\u00fcssen Sie mir genau 5 Bitcoins (BTC) an die folgende BTC-Adresse schicken\u2026Die Frist\u00a0endet in den n\u00e4chsten 24 Stunden,\u201c hie\u00df es in der E-Mail. \u201eBeachten Sie, wie teuer ein Scheidungsanwalt ist. Wenn Sie sich nicht l\u00e4nger in einer festen Beziehung befinden, sollten Sie dar\u00fcber nachdenken, wie dies Ihren sozialen Status in Ihrer Familie und unter Ihren Freunden beeinflussen wird. Was werden Ihre Freunde und Ihre Familie dar\u00fcber denken\u2026\u201c<\/em>.<\/p>\n<p>Smith denkt nicht, dass er etwas Besch\u00e4mendes getan hat, also entschied er sich dazu, diese Informationen mit der Welt zu teilen, statt der Zahlung eines L\u00f6segelds nachzugehen. Wie andere Opfer darauf geantwortet h\u00e4tten, wissen nur sie.<\/p>\n<p>https:\/\/twitter.com\/ChangeCU\/status\/755973027049766912<\/p>\n<p>Berichte zum Hackerangriff der \u201eSeitensprung-Webseite\u201c brachten schnell eine neue Art von Phishing-Seiten hervor. Personen, die darum besorgt waren, ob ihre Partner ihnen untreu gewesen waren, wurden so einfach wie eigentliche Nutzer von Ashley Madison zu Webseiten weitergeleitet, um eine E-Mail-Adresse auf der ver\u00f6ffentlichten Datenbank von Ashley Madison zu \u00fcberpr\u00fcfen.<\/p>\n<p>Jedoch waren Nutzer, die eine E-Mail-Adresse an solche Seiten weiterleiteten, gef\u00e4hrdet, Opfer von Spam- oder Phishing-Angriffen zu werden. Cyberkriminelle erstellten eine falsche Webseite, um reale E-Mail-Adressen zu sammeln und verwendeten sie dann f\u00fcr Spam- oder Phishing-Zwecke. Sobald eine Adresse eingegeben wurde, w\u00fcrde sie ungesch\u00fctzt an Kriminelle weitergeleitet werden, die sie dann f\u00fcr einen Betrug nutzen w\u00fcrden.<\/p>\n<h3>Post mortem<\/h3>\n<p>Seit dem Vorfall von Ashley Madison ist ein Jahr vergangen und wir haben von erschreckend vielen massiven Sicherheitsschw\u00e4chen und ihren Konsequenzen erfahren. Jedoch hatte der Hackerangriff auf Ashley Madison andere Folgen, pers\u00f6nlicher und tiefgehender als Kreditkartennummern und Passw\u00f6rter aus sozialen Medien. Es ging um private Geschichten, die andernfalls nicht ans Licht gekommen w\u00e4ren, und die weltweit zur Schau gestellt wurden.<\/p>\n<p><span style=\"line-height: 1.5\">Einige Schwachstellen k\u00f6nnen langanhaltende Auswirkungen f\u00fcr den betroffenen Dienst und dessen Nutzer haben. So kann man z. B. nur erahnen, was passiert w\u00e4re, wenn Kriminelle ein Tool entwickelt h\u00e4tten, um Daten vom Ashley-Madison-Dump mit denen eines anderen Hacker-Gro\u00dfangriffs zu vergleichen \u2014 den auf das United States Office of Personnel Management. Diese Schwachstelle gef\u00e4hrdete pers\u00f6nliche Daten von Millionen von Angestellten der US-Regierung, einschlie\u00dflich derer, die Zugriff auf geheime Informationen hatten.<\/span><\/p>\n<blockquote class=\"twitter-pullquote\"><p>Nutzer von Ashley Madison sind noch immer Ziel von Cyberkriminellen<\/p><a href=\"https:\/\/twitter.com\/share?url=https%3A%2F%2Fkas.pr%2FL6c5&amp;text=+Nutzer+von+Ashley+Madison+sind+noch+immer+Ziel+von+Cyberkriminellen+\" class=\"btn btn-twhite\" data-lang=\"en\" data-count=\"0\" target=\"_blank\" rel=\"noopener nofollow\">Tweet<\/a><\/blockquote>\n<\/div>\n<p>Zurzeit wissen wir von drei publik gemachten Prozessen gegen Avid Life Media. Jedoch wurden viele Scheidungen ohne Aufsehen vollzogen. Millionen leben noch immer mit der Angst, dass ihre Untreue aufgedeckt wird. Und Avid Life Media, ein bis Mitte 2015 vielversprechendes Unternehmen, wurde dazu gezwungen, seine Entwicklungsstrategie zu \u00fcberdenken. Das Unternehmen wird mit den Konsequenzen der Sicherheitsschwachstelle in den n\u00e4chsten Jahren leben m\u00fcssen.<\/p>\n<p>Ehe und Treue sind nicht unser Gesch\u00e4ft; sie sind pers\u00f6nliche Entscheidungen und es ist nicht unsere Aufgabe, Nutzern eine Lektion zu erteilen. Aber wir befinden uns in der unangenehmen Position, Nutzer zu warnen, die diese intimen Entscheidungen online treffen. Gebundene und alleinstehende Personen, die sich Online-Aff\u00e4ren oder Sexting hingeben, erh\u00f6hen das Risikoniveau. Ihre pers\u00f6nlichen Daten und Ihr Ansehen stehen auf dem Spiel. Und die Art dieser privaten Informationen machen sie zu einfacher und anf\u00e4lliger Beute f\u00fcr Cyberkriminelle, die die schmutzigsten Tricks verwenden \u2014 wie z. B. Erpressung.<\/p>\n<blockquote class=\"twitter-tweet\" data-width=\"500\" data-dnt=\"true\">\n<p lang=\"en\" dir=\"ltr\">Securing intimate activities: Don\u2019t let your spicy stories leak online \u2013 <a href=\"https:\/\/t.co\/He4AOM43ur\" target=\"_blank\" rel=\"noopener nofollow\">https:\/\/t.co\/He4AOM43ur<\/a> <a href=\"https:\/\/twitter.com\/hashtag\/privacy?src=hash&amp;ref_src=twsrc%5Etfw\" target=\"_blank\" rel=\"noopener nofollow\">#privacy<\/a> <a href=\"http:\/\/t.co\/s9xz7k1fdS\" target=\"_blank\" rel=\"noopener nofollow\">pic.twitter.com\/s9xz7k1fdS<\/a><\/p>\n<p>\u2014 Kaspersky (@kaspersky) <a href=\"https:\/\/twitter.com\/kaspersky\/status\/639434049052913664?ref_src=twsrc%5Etfw\" target=\"_blank\" rel=\"noopener nofollow\">September 3, 2015<\/a><\/p><\/blockquote>\n<p><script async src=\"https:\/\/platform.twitter.com\/widgets.js\" charset=\"utf-8\"><\/script><\/p>\n<div class=\"SandboxRoot env-bp-350\">Wenn Sie noch immer die gef\u00e4hrlichen Gew\u00e4sser des Onlinedatings ergr\u00fcnden m\u00f6chten, behalten Sie ein paar <a href=\"https:\/\/www.kaspersky.de\/blog\/securing-intimate-activities\/6081\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">einfache Tipps<\/a> im Hinterkopf, die Ihnen helfen k\u00f6nnen, das Risiko f\u00fcr potentielle Sicherheitsl\u00fccken zu mindern:<\/div>\n<ul>\n<li>Achten Sie auf Ihre eigene Sicherheit \u2014 erwarten Sie nicht, dass das die Webseite f\u00fcr Sie \u00fcbernimmt. Versuchen Sie Kreditkartenzahlungen zu vermeiden; verwenden Sie, wenn m\u00f6glich, Gutscheine, und verwenden Sie einen falschen Namen und eine falsche Adresse auf Ihrem Profil.<\/li>\n<li>Teilen Sie keine Nacktfotos, selbst \u2014 oder besonders \u2014 wenn Sie dazu aufgefordert werden. Sie k\u00f6nnen vielleicht Ihrem Chatpartner vertrauen, aber heutzutage ist niemand vor Datenraub sicher, also seien Sie f\u00fcr den schlimmsten Fall gewappnet.<\/li>\n<li>Nutzen Sie niemals Ihre gesch\u00e4ftliche E-Mail-Adresse, um sich einzuloggen. Ein Hacker, der Sie mit Ihrem Arbeitgeber in Verbindung bringt, sieht darin eine h\u00f6here Erpressungsm\u00f6glichkeit \u2014 es k\u00f6nnte sogar einen Social-Engineering-Angriff erm\u00f6glichen und die Sicherheit Ihres Unternehmens gef\u00e4hrden.<\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.kaspersky.de\/blog\/schutz-primaerer-webmail-konten\/4121\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Verwenden Sie f\u00fcr Online-Dating eine private E-Mail-Adresse, aber nicht Ihre Hauptadresse<\/a>.<\/li>\n<li>Verwenden Sie einen falschen Namen. F\u00fcr maximale Sicherheit, registrieren Sie sich nicht unter Ihrem wirklichen Namen und geben Sie nat\u00fcrlich keine Erlaubnis zum Zugriff auf Ihre Social-Media-Konten. Je mehr Informationen ein Betr\u00fcger oder Erpresser \u00fcber Sie hat, desto leichter kann er Ihnen schaden.<\/li>\n<li>Wenn eine Sicherheitsl\u00fccke f\u00fcr Sie Folgen hat, erwerben Sie keine Angebote, um Ihre Informationen in der Datenbank zu \u00fcberpr\u00fcfen; es k\u00f6nnte sich um eine Falle handeln. Wenn Sie einen Sicherheitscheck durchf\u00fchren wollen, k\u00f6nnen Sie <a href=\"https:\/\/haveibeenpwned.com\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener nofollow\">HaveIBeenPwned?<\/a> ausprobieren, eine von einem White-Hat-Hacker und dem Sicherheitsforscher Troy Hunt entwickelte Seite.<\/li>\n<li>Wenn Ihre Daten gef\u00e4hrdet sind, stellen Sie sicher, dass Sie die Passw\u00f6rter in anderen Onlinediensten \u00e4ndern, in denen Sie \u00e4hnliche oder identische Passw\u00f6rter verwendet haben: Hacker wissen genau, dass Nutzer dazu neigen, ihre <a href=\"https:\/\/www.kaspersky.de\/blog\/change-passwords-now\/7913\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Passw\u00f6rter erneut zu verwenden<\/a>. Sollten Sie z\u00f6gern, k\u00f6nnten die T\u00e4ter Ihren Facebook- und LinkedIn-Account hacken\u2014 oder schlimmer, Ihren E-Mail-Account. Sie m\u00fcssen vielleicht sogar neue Kreditkarten beantragen.<\/li>\n<li>Vielleicht ist der wichtigste Tipp, stets im Hinterkopf zu behalten, dass Ihr Benutzerkonto zu jeder Zeit gehackt werden kann. Leider ist es heutzutage keine Frage des \u201eOb\u201c, sondern des \u201eWann\u201c.<\/li>\n<\/ul>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Als die kanadische Ehebruchseite Ashley Madison gehackt wurde, verschwendeten Cyberkriminelle keine Zeit, um davon Gebrauch zu Machen. Selbst jetzt, ein Jahr sp\u00e4ter, werden Nutzer noch immer mit Ihren Daten erpresst. 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