{"id":824,"date":"2013-03-19T15:30:38","date_gmt":"2013-03-19T15:30:38","guid":{"rendered":"http:\/\/kasperskydaily.com\/germany\/?p=824"},"modified":"2022-05-26T17:51:39","modified_gmt":"2022-05-26T15:51:39","slug":"zehn-grose-cybercrime-festnahmen-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.kaspersky.de\/blog\/zehn-grose-cybercrime-festnahmen-2\/824\/","title":{"rendered":"Zehn gro\u00dfe Cybercrime-Festnahmen"},"content":{"rendered":"<p>Politiker, Sicherheitsforscher und andere am Kampf gegen Cyberkriminalit\u00e4t Beteiligte, vergleichen die Situation oft mit den Bem\u00fchungen im Kampf gegen herk\u00f6mmliches organisiertes Verbrechen. Manche der kriminellen Tricks und Taktiken sind vergleichbar, und auch die Motive sind \u00e4hnlich. Doch es gibt einen gro\u00dfen Unterschied zwischen den beiden Bereichen: Cyberkriminelle haben kaum Angst, erwischt zu werden. Die Chance, dass ein Cyberkrimineller festgenommen wird und eine Haftstrafe verb\u00fc\u00dfen muss, ist wahnsinnig gering. Vor allem verglichen mit der Masse an cyberkriminellen Aktivit\u00e4ten.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright\" src=\"https:\/\/media.kasperskydaily.com\/wp-content\/uploads\/sites\/96\/2022\/03\/14191218\/ryan_naraine_2.jpg\" alt=\"\" width=\"100\" height=\"99\">\u201eDas Fehlen staaten\u00fcbergreifender Vereinbarungen kombiniert mit den schwachen Anti-Cybercrime-Gesetzen mancher L\u00e4nder, macht es fast unm\u00f6glich, Online-Kriminalit\u00e4t einzud\u00e4mmen. Die Rechtsprechung kann \u00fcberall nur schwer mit dieser Gefahr umgehen, selbst wenn Ermittlungen cyberkriminelle Straft\u00e4ter aufsp\u00fcren\u201c, so Ryan Naraine, Senior Security Evangelist bei Kaspersky Lab.<\/p>\n<p>Wenn die Strafverfolgungsbeh\u00f6rden jemanden festnehmen, kommt das normalerweise in die Nachrichten \u2013 selbst wenn das verglichen mit dem Gesamtbild nicht so bedeutend wirkt. Im letzten Jahr gab es einige gro\u00dfe Festnahmen und die Cyberkriminellen wurden rund um den Globus bei Ihrer \u201eArbeit\u201c gest\u00f6rt. Hier ein kleiner \u00dcberblick \u00fcber die wichtigsten und effektivsten Festnahmen der letzten Monate:<\/p>\n<ul>\n<li><b>Anonymous ist nicht mehr anonym:<\/b> Die Hackergemeinschaft, die als Anonymous bekannt wurde, hat in den letzten Jahren zahlreiche Angriffe auf ausgew\u00e4hlte kommerzielle und politische Ziele durchgef\u00fchrt. Die Strafverfolgungsbeh\u00f6rden hatten sehr zu k\u00e4mpfen, um einen Einblick in das Kollektiv zu bekommen und es auszuheben. Ein erster Erfolg waren die Festnahmen von Anonymus-Mitgliedern in verschiedenen L\u00e4ndern. Den Verhafteten wurde vorgeworfen, Attacken gegen Webseiten in Chile, Kolumbien und anderen L\u00e4ndern organisiert zu haben.<\/li>\n<li><b>Beh\u00f6rden schnappen Sabu:<\/b> Der M\u00e4rz 2012 brachte f\u00fcr die Strafverfolgungsbeh\u00f6rden den bisher wahrscheinlich gr\u00f6\u00dften Erfolg gegen Anonymous, als Sabu, ein mutma\u00dflicher Anf\u00fchrer des Anonymous-Ablegers LulzSec, verhaftet wurde. Die Verhaftung von Sabu war ein Schock f\u00fcr den Untergrund und damit begann auch die langsame Aufl\u00f6sung der Gruppe. Sabu, dessen echter Name Hector Xavier Monsegur lautet, hat anschlie\u00dfend mit dem FBI kooperiert, seine Haftstrafe wurde mehrmals verz\u00f6gert, zuletzt im Februar.<\/li>\n<li><b>Mutma\u00dflicher ZeuS-Botmaster hat 100 Millionen Dollar gestohlen:<\/b> Der <a href=\"https:\/\/threatpost.com\/en_us\/blogs\/zeus-source-code-leaked-051011\" target=\"_blank\" rel=\"noopener nofollow\">ZeuS-Sch\u00e4dling <\/a>\u00a0hat in den letzten Jahren wahrscheinlich mehr Schaden und finanzielle Verluste verursacht, als jede andere Malware, und die Beh\u00f6rden haben seinen Weg zur\u00fcckverfolgt, um den Programmierer oder die Kriminellen, die ZeuS-Botnetze betreiben aufzusp\u00fcren. Im Januar hat die Polizei in Malaysia einen Mann namens Hamza Bendelladj festgenommen, der der Betreiber eines der gr\u00f6\u00dften ZeuS-Botnetze sein soll. Er soll f\u00fcr den Diebstahl von 100 Millionen US-Dollar von verschiedenen US-Banken verantwortlich sein.<\/li>\n<li><b>Schmetterlings-Botnetz mit gestutzten Fl\u00fcgeln:<\/b> Botnetze, wie die von den ZeuS-Betreibern, sind die wichtigsten Werkzeuge im cyberkriminellen Waffenarsenal. Sie werden f\u00fcr den Spam-Versand, DDoS-Attacken und Bankbetrug eingesetzt, und es ist schwer, ihre Betreiber festzunageln. Ein denkw\u00fcrdiger, gemeinsamer Erfolg gelang den Beh\u00f6rden in Neuseeland, den USA, Gro\u00dfbritannien und einigen anderen L\u00e4ndern. In der Gemeinschaftsaktion wurden 10 Personen verhaftet, die am Butterfly-Botnetz beteiligt gewesen sein sollen. Das Botnetz nutzte die Yahos-Malware, um Nutzer auf Facebook zu infizieren. Die Beh\u00f6rden sagten, die Angreifer h\u00e4tten \u00fcber die Jahre etwa eine Milliarde US-Dollar gestohlen.<\/li>\n<li><b>Carberp-Gang verhaftet:<\/b> Bank-Trojaner wie <a href=\"https:\/\/threatpost.com\/en_us\/blogs\/carberp-trojan-evolves-and-advances-012111\" target=\"_blank\" rel=\"noopener nofollow\">Carberp<\/a> gibt es wie Sand am Meer. Das bedeutet aber nicht, dass die Strafverfolgungsbeh\u00f6rden die Angreifer hinter diesen Schadprogrammen nicht verfolgen. Der Erfolg kam langsam, doch im Jahr 2012 verhafteten russische Beh\u00f6rden sieben M\u00e4nner, die an <a href=\"https:\/\/threatpost.com\/en_us\/blogs\/russian-agencies-take-down-carberp-gang-032012\" target=\"_blank\" rel=\"noopener nofollow\">Carberp<\/a> beteiligt gewesen sein sollen. Der illegale Gewinn der Carberp-Gang war relativ gering \u2013 zwei Millionen US-Dollar. Doch jede Verhaftung in diesem Bereich schw\u00e4cht die weltweite Cyberkriminalit\u00e4t.<\/li>\n<li><b>Das SpyEye, das mich liebte:<\/b> Neben ZeuS ist SpyEye heute einer der beliebtesten Bank-Trojaner, und die beiden Schadprogramme sind im Grunde nahe Verwandte. Im Juli 2012 wurden der 28-j\u00e4hrige Litauer Pavel Cyganok und der 26-j\u00e4hrige Estl\u00e4nder Ilja Zakrevski verhaftet, da sie mit <a href=\"https:\/\/threatpost.com\/en_us\/blogs\/three-baltic-men-jailed-after-using-spyeye-malware-070212\" target=\"_blank\" rel=\"noopener nofollow\">SpyEye die Online-Banking-Daten ihrer Opfer ausspioniert haben sollen<\/a>. Sie wurden schlie\u00dflich von der E-Crime-Abteilung der britischen Metropolitan Police aufgrund des englischen Computer Misuse Acts angeklagt. Zwischenzeitlich wurde im Zuge der Ermittlungen ein dritter Beteiligter, der 45-j\u00e4hrige Lette Aldis Krummins, der Geldw\u00e4sche schuldig gesprochen.<\/li>\n<li><b>Mega-Razzia bei MegaUpload:<\/b> Cyberkriminalit\u00e4t hat viele Formen, und nicht immer geht es um offensichtliche rechtliche Verst\u00f6\u00dfe wie die Nutzung einer Schadsoftware oder Identit\u00e4tsdiebstahl. Im Januar 2012 arbeiteten die Beh\u00f6rden der USA und Neuseelands zusammen, um den <a href=\"https:\/\/threatpost.com\/en_us\/blogs\/us-shuts-down-megaupload-file-sharing-site-anonymous-retaliates-ddos-attacks-012012\" target=\"_blank\" rel=\"noopener nofollow\">File-Sharing-Service MegaUpload zu zerschlagen<\/a>, und f\u00fchrten dabei auch eine dramatische Razzia im Haus von Kim Dotcom, dem Gr\u00fcnder von MegaUpload, durch. Sp\u00e4ter entschuldigten sich Vertreter der Neuseel\u00e4ndischen Regierung bei Dotcom, und gaben zu, dass sie \u00fcber das Ziel hinausgeschossen seien und auch illegalerweise seine gesamte Kommunikation abgeh\u00f6rt hatten. \u00dcber ein Jahr sp\u00e4ter ist der Gro\u00dfteil des Falls immer noch ungel\u00f6st.<\/li>\n<li><b>Japan greift bei sch\u00e4dlichen Android-Apps hart durch:<\/b> Da die Anwender immer mehr ihrer t\u00e4glichen T\u00e4tigkeiten vom Computer auf mobile Ger\u00e4te verlagern, folgen nat\u00fcrlich auch die Cyberkriminellen diesem Trend. Im Oktober 2012 wurde in Japan eine Gruppe von f\u00fcnf Android-Entwicklern verhaftet, denen vorgeworfen wird, einen Spionage-Virus programmiert und diesen in einer angeblich legitimen Android-App versteckt zu haben. Der Virus soll sich auf etwa 90.000 Ger\u00e4te verbreitet haben, von denen er \u00fcber 10 Millionen Dateien mit privaten Informationen gestohlen haben soll.<\/li>\n<li><b>Spanien sagt \u201eNo Mas\u201c zu Ransomware:<\/b> Spanien z\u00e4hlt f\u00fcr Cyberkriminelle zu den gef\u00e4hrlichsten L\u00e4ndern. Hier wurden in den letzten Jahren zahlreiche Malware-Gruppen, Carder und andere Cyberkriminelle festgenommen. Im Februar verhafteten die Beh\u00f6rden in einer gemeinsamen Operation der spanischen Polizei und von Europol elf mutma\u00dfliche Cyberkriminelle in Spanien und den Vereinigten Arabischen Emiraten. Die Verd\u00e4chtigen sollen den Polizei-Virus programmiert und genutzt haben, einen Erpressungs-Trojaner, der die infizierten Computer sperrte, die Opfer beschuldigte, Verbrechen begangen zu haben, und f\u00fcr das Entsperren die Zahlung von 100 Euro verlangte. Zudem hat das Schadprogramm Daten gestohlen. Insgesamt soll die Gruppe damit j\u00e4hrlich \u00fcber eine Million Euro verdient haben.<\/li>\n<li><b>Das Stromnetz gehackt:<\/b> Im Juni 2012 wurde ein Mann in Pennsylvania verhaftet, nachdem ein Gericht in Massachusetts eine Anklage mit vier Punkten erhoben hatte. Ihm wird vorgeworfen, <a href=\"https:\/\/threatpost.com\/en_us\/blogs\/pennsylvania-man-indicted-hack-department-energy-network-061512\" target=\"_blank\" rel=\"noopener nofollow\">sich in das Netzwerk des U.S. Department of Energy (DoE) und die University of Massachusetts gehackt zu haben<\/a>, und versucht zu haben, den Zugriff auf die Supercomputer des DoE f\u00fcr 50.000 US-Dollar an einen Undercover-Agenten des FBI zu verkaufen.<\/li>\n<\/ul>\n<p>W\u00e4hrend das Cybercrime-Problem immer noch sehr gro\u00df ist, zeigen diese Beispiele dennoch, dass die weltweiten Strafverfolgungsbeh\u00f6rden Fortschritte machen.<\/p>\n<p>\u201eJeder Staat hat Interesse daran, effektive Ma\u00dfnahmen zu ergreifen, um Cyberkriminalit\u00e4t einzud\u00e4mmen. Allerdings ist das nur erfolgreich, wenn die staatlichen Kr\u00e4fte mit denen privater Unternehmen kombiniert werden, etwa Telekommunikationsanbietern, Internet-Service-Provider, Antivirus-Hersteller, Anbieter elektronischer Zahlungssysteme usw.\u201c, so Igor Chekunov, Chief Legal Officer bei Kaspersky Lab. \u201eDenn diese Firmen haben die M\u00f6glichkeiten und die Expertise, die Strafverfolgungsbeh\u00f6rden bei ihren Cybercrime-Ermittlungen zu unterst\u00fctzen. Als Firma mit einzigartigem Wissen und viel Erfahrung in diesem Bereich, unterst\u00fctzt Kaspersky Lab die Beh\u00f6rden verschiedener L\u00e4nder bei solchen Ermittlungen. Die gute Zusammenarbeit zwischen Beh\u00f6rden und privaten Firmen sollte sich aber nicht nur auf die Ermittlung in bereits geschehenen F\u00e4llen von Cyberkriminalit\u00e4t beschr\u00e4nken; es sollten auch Ma\u00dfnahmen entworfen und eingef\u00fchrt werden, die Cyberkriminalit\u00e4t verhindern.\u201c<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Politiker, Sicherheitsforscher und andere am Kampf gegen Cyberkriminalit\u00e4t Beteiligte, vergleichen die Situation oft mit den Bem\u00fchungen im Kampf gegen herk\u00f6mmliches organisiertes Verbrechen. 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