{"id":7651,"date":"2016-05-17T11:39:01","date_gmt":"2016-05-17T11:39:01","guid":{"rendered":"https:\/\/kasperskydaily.com\/germany\/?p=7651"},"modified":"2017-09-27T15:31:37","modified_gmt":"2017-09-27T13:31:37","slug":"kaspersky-lab-entdeckt-neue-und-verbesserte-version-der-skimmer-malware","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.kaspersky.de\/blog\/kaspersky-lab-entdeckt-neue-und-verbesserte-version-der-skimmer-malware\/7651\/","title":{"rendered":"Kaspersky Lab entdeckt neue und verbesserte Version der Skimmer-Malware"},"content":{"rendered":"<p>Kaspersky Lab hat eine neue und verbesserte Version der f\u00fcr Angriffe auf Bankautomaten spezialisierten Malware Skimmer entdeckt. Dahinter steht mutma\u00dflich eine russischsprachige Gruppe, die mithilfe der Manipulation von Bankomaten Geld der Nutzer stiehlt. Skimmer tauchte erstmalig im Jahr 2009 auf.\u00a0Sieben Jahre sp\u00e4ter haben sich sowohl die Gauner als auch das Schadprogramm weiterentwickelt und stellen eine weltweite Bedrohung f\u00fcr Banken und ihre Kunden dar.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-7654\" src=\"https:\/\/media.kasperskydaily.com\/wp-content\/uploads\/sites\/96\/2016\/05\/06135846\/ATM.png\" alt=\"ATM\" width=\"1200\" height=\"900\"><\/p>\n<p>Obwohl die Skimmer-Gruppe und ihre Aktionen sehr schwer zu entdecken sind, konnten die Experten von Kaspersky Lab dieses kriminelle Komplott aufdecken, als sie w\u00e4hrend einer Untersuchung auf einem Bankautomaten Spuren einer verbesserten Version der Skimmer-Malware fanden. Das Besondere: Die dort eingeschleuste Malware blieb inaktiv, bis sie einen Befehl zur Aktivierung erhielt. Ein cleverer Weg, um Spuren zu verwischen.<\/p>\n<blockquote class=\"twitter-pullquote\"><p>Gefahr f\u00fcr #Geldautomaten: Kaspersky entdeckt neue und verbesserte Version der #Skimmer-Malware<\/p><a href=\"https:\/\/twitter.com\/share?url=https%3A%2F%2Fkas.pr%2FUs8P&amp;text=Gefahr+f%C3%BCr+%23Geldautomaten%3A+Kaspersky+entdeckt+neue+und+verbesserte+Version+der+%23Skimmer-Malware+\" class=\"btn btn-twhite\" data-lang=\"en\" data-count=\"0\" target=\"_blank\" rel=\"noopener nofollow\">Tweet<\/a><\/blockquote>\n<p>Die Skimmer-Gruppe startet ihre Operationen, indem sie sich Zugang zu einem Geldautomatensystem verschafft. Die Infizierung erfolgt entweder physisch oder \u00fcber das interne Netzwerk der Bank. Ist das Programm \u201eBackdoor.Win32.Skimer\u201c auf einem System installiert, infiziert es das Herzst\u00fcck des Bankautomaten: das f\u00fcr die Interaktionen der Maschine \u2013 mit der Bankinfrastruktur, der Bargeldabwicklung und den Kreditkarten \u2013 zust\u00e4ndige ausf\u00fchrende Programm.<\/p>\n<p>Anschlie\u00dfend haben die Kriminellen die komplette Kontrolle \u00fcber den infizierten Geldautomaten. Aber sie gehen vorsichtig und gekonnt vor. Anstatt einfach ein so genanntes Skimming-Ger\u00e4t zu installieren \u2013 also ein betr\u00fcgerisches Imitat \u00fcber das eigentliche Leseger\u00e4ts zu setzen \u2013, um Kartendaten abzusch\u00f6pfen, verwandeln sie den kompletten Automaten in ein Skimming-Ger\u00e4t. Denn ist ein Geldautomat mit der Malware infiziert, sind die Kriminellen in der Lage, sowohl die im Automat befindlichen Geldmittel abzuheben als auch die Kartendaten abzufangen, die am Geldautomaten genutzt werden \u2013 inklusive der Kontonummer und des PIN-Codes der Bankkunden.<\/p>\n<p>Ein so infizierter Automat ist kaum zu erkennen. Im Gegensatz zu bisher bekannten Skimming-Ger\u00e4ten, bei denen der aufmerksame Nutzer das Kartenleseger\u00e4timitat oftmals erkennen kann, gibt es hier keine physischen Anzeichen einer Gef\u00e4hrdung.<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<p><strong>Schlafende Zombies<\/strong><\/p>\n<p>Werden die Geldkassetten eines Automaten direkt geleert, f\u00e4llt das bei der ersten Auszahlung sofort auf, hingegen kann eine im Geldautomat befindliche Malware sicher und f\u00fcr lange Zeit Kartendaten absch\u00f6pfen. Daher wird die Skimmer-Gruppe auch nicht sofort aktiv. Sie geht sehr vorsichtig vor, um nicht entdeckt zu werden. So kann die Malware monatelang auf einem infizierten Automat operieren, ohne dass eine Aktivit\u00e4t durchgef\u00fchrt wird.<\/p>\n<p>Um einen Geldautomaten-Zombie zu aktivieren, nutzen die Kriminellen eine spezielle Karte mit bestimmten Aufzeichnungen auf dem Magnetstreifen. Beim Lesen dieser Aufzeichnungen kann Skimmer entweder einen festprogrammierten Befehl ausf\u00fchren oder einen Befehl \u00fcber ein spezielles Men\u00fc, das \u00fcber die Karte aktiviert wird, anfordern. Die grafische Benutzeroberfl\u00e4che von Skimmer erscheint nur auf dem Automatenbildschirm, nachdem die Karte ausgeworfen wurde und der Kriminelle den richtigen Sitzungsschl\u00fcssel auf der PIN-Tastatur in einer speziellen Form und in weniger als 60 Sekunden eingibt.<\/p>\n<p>Mithilfe dieses Men\u00fcs sind die Cyberkriminellen in der Lage, 21 verschiedene Befehle zu aktivieren, beispielsweise die Auszahlung von Geld (40 Banknoten von einer ausgew\u00e4hlten Kassette), das Sammeln von Daten eingef\u00fchrter Karten, die Selbstl\u00f6schung oder das Empfangen von Updates des aktualisiertes Malware-Codes, der auf dem Kartenchip enthalten ist. Auch kann Skimmer die Datei mit den gesammelten Kontendaten und PIN-Nummern auf dem Chip derselben Karten speichern oder die gesammelten Kartendetails \u00fcber die Kontoauszugsfunktion des Automaten ausdrucken.<\/p>\n<p>In den meisten F\u00e4llen warten aber die Kriminellen ab und sammeln die Daten der Bankkarten, um sp\u00e4ter Kopien dieser Karten zu erstellen. Mit diesen Kopien gehen sie zu einem anderen, nicht infizierten Automaten und heben das Geld vom entsprechenden Kundenkonto einfach ab. So kann der tats\u00e4chlich infizierte Automat nicht allzu schnell identifiziert werden.<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<p><strong>M\u00f6gliche Verbreitung von Skimmer<\/strong><\/p>\n<p>Skimmer wurde zwischen 2010 und 2013 extensiv verbreitet. Danach stieg die Anzahl der Attacken gegen Geldautomaten stark an \u2013 mit bis zu neun Kaspersky Lab bekannten Malware-Familien. Dazu geh\u00f6rt auch die Tyupkin-Familie, die im M\u00e4rz 2014 entdeckt wurde, sehr bekannt und weit verbreitet war. Jedenfalls scheint Backdoor-Win32.Skimer wieder aktiv zu sein. Kaspersky Lab kennt bis dato 49 Modifikationen der Malware, wovon es 37 auf Geldautomaten eines gro\u00dfen Herstellers abgesehen haben. Die j\u00fcngste Version der Malware wurde Anfang Mai 2016 entdeckt.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-7657\" src=\"https:\/\/media.kasperskydaily.com\/wp-content\/uploads\/sites\/96\/2016\/05\/06135843\/Kaspesrky_Bild_Entry_point_in_SpiService.exe_after_infection.png\" alt=\"Kaspesrky_Bild_Entry_point_in_SpiService.exe_after_infection\" width=\"1115\" height=\"289\"><\/p>\n<p>Mit der Hilfe von bei VirusTotal eingereichten Malware-Samples zeigt sich die geographische Verbreitung potentiell infizierter Geldautomaten. Die j\u00fcngsten 20 Samples der Skimmer-Familie wurden von mehr als zehn Orten weltweit hochgeladen, dazu geh\u00f6ren Deutschland, die Vereinigten Arabischen Emirate, Frankreich, die USA, Russland, Macau, die Philippinen, Spanien, Georgien, Polen, Brasilien und die Tschechische Republik.<\/p>\n<p>Das bedeutet nicht, dass auch in allen der genannten L\u00e4nder infizierte Geldautomaten stehen. Die bei VirusTotal hochgeladenen Samples k\u00f6nnten auch von Sicherheitsforschern oder Systemadministratoren stammen. Es ist nicht nachzuvollziehen, woher die Samples stammen, von einem infizierten Geldautomaten oder beispielsweise einem Forum. Gleichzeitig legt eine derart weite Verbreitung nahe, dass die Malware an Cyberkriminelle in verschiedenen L\u00e4ndern verkauft wurde.<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<p><strong>Technische Gegenma\u00dfnahmen; Kaspersky Lab stellt Banken Aktivierungscodes von Skimmer zur Verf\u00fcgung<\/strong><\/p>\n<p>Um sich vor dieser Gefahr zu sch\u00fctzen, empfiehlt Kaspersky Lab bei Bankautomaten folgende Ma\u00dfnahmen durchzuf\u00fchren:<\/p>\n<ul>\n<li>regul\u00e4rer Antivirus-Scan,<\/li>\n<li>Einsatz von Whitelisting-Technologien,<\/li>\n<li>entsprechende Device-Management-Richtlinien,<\/li>\n<li>Full-Disk-Verschl\u00fcsselung,<\/li>\n<li>Passwortschutz des Geldautomatenbetriebssystems,<\/li>\n<li>Konfiguration des BIOS zum ausschlie\u00dflichen Bootvorgangs von der\u00a0internen Festplatte<\/li>\n<li>sowie die Isolierung des Geldautomatennetzwerks von allen anderen\u00a0internen Netzwerken der Bank.<\/li>\n<\/ul>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-7655\" src=\"https:\/\/media.kasperskydaily.com\/wp-content\/uploads\/sites\/96\/2016\/05\/06135844\/Sergey_Golovanov_Kaspersky-Lab_.jpg\" alt=\"Sergey_Golovanov_Kaspersky Lab_\" width=\"180\" height=\"213\"><br>\n\u201eEs gibt eine wichtige zus\u00e4tzliche Gegenma\u00dfnahme, die in diesem speziellen Fall anzuwenden ist: Backdoor.Win32.Skimer wird durch bestimmte Informationen, neun spezielle Nummern, die auf dem Magnetstreifen einer Karte gespeichert sind, aktiviert. Wir haben die Aktivierungscodes, die von der Malware genutzt werden, entdeckt und stellen sie Banken frei zur Verf\u00fcgung. Ist eine Bank im Besitz dieser Nummern, kann sie proaktiv in ihrem Verarbeitungssystem nach ihnen suchen, potentiell infizierte Automaten und ,Money Mules\u2018 aufsp\u00fcren oder jegliche Angriffsversuche zur Aktivierung der Malware blockieren\u201c, so Sergey Golovanov, Principal Security Researcher bei Kaspersky Lab.<\/p>\n<p>Die L\u00f6sungen von Kaspersky Lab erkennen den Sch\u00e4dling unter dem Namen \u201eBackdoor.Win32.Skimer\u201c.<\/p>\n<p>Weitere technische Informationen \u00fcber Skimmer stellt Kaspersky Lab in einem Blogbeitrag unter <a href=\"https:\/\/de.securelist.com\/blog\/71489\/atm-infector\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener nofollow\">https:\/\/de.securelist.com\/blog\/71489\/atm-infector\/<\/a> zur Verf\u00fcgung.<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Kaspersky Lab hat eine neue und verbesserte Version der f\u00fcr Angriffe auf Bankautomaten spezialisierten Malware Skimmer entdeckt. 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