{"id":7387,"date":"2016-04-12T16:31:07","date_gmt":"2016-04-12T16:31:07","guid":{"rendered":"https:\/\/kasperskydaily.com\/germany\/?p=7387"},"modified":"2020-06-30T17:12:59","modified_gmt":"2020-06-30T15:12:59","slug":"panama-papers-communication","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.kaspersky.de\/blog\/panama-papers-communication\/7387\/","title":{"rendered":"Wie Big Data und ein bisschen Paranoia die Panama Papers zum Leben erweckten"},"content":{"rendered":"<p>Die gr\u00f6\u00dfte Panne in der Geschichte der Datenschutzverletzung ereignete sich, als Unterlagen von Mossack Fonseca <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Panama_Papers\" target=\"_blank\" rel=\"noopener nofollow\">in die H\u00e4nde deutscher Journalisten fielen<\/a>. Hierbei sickerte ein Archiv in der Gr\u00f6\u00dfe von 2,6 Terabytes durch, das 11,5 Millionen Dokumente enthielt \u2014 <strong>dies ist drei Mal so gro\u00df<\/strong> wie der skandal\u00f6se Cablegate-Bericht, der 2010 von WikiLeaks initiiert wurde.<\/p>\n<p>https:\/\/media.kasperskydaily.com\/wp-content\/uploads\/sites\/96\/2020\/06\/30171256\/panama-papers-featured.jpg<\/p>\n<p>Es ist nicht das erste Mal, dass es Kundendaten von Mossack Fonseca in die Schlagzeilen schafften: vor einigen Jahren wurde von unbekannter Quelle ein Teil der Datenbank an deutsche Beh\u00f6rden verkauft. Dieser enthielt Informationen \u00fcber einige Hunderte Offshoregesellschaften. Der Vorfall der Panama Papers hat ein wesentlich gr\u00f6\u00dferes Ausma\u00df: dieser enth\u00fcllte Daten von 240.000 Unternehmen, die ihren Sitz in Steuerparadiesen haben.<\/p>\n<p>Das ist eine riesige Datenmenge. Diese war <a href=\"http:\/\/www.wired.com\/2016\/04\/reporters-pulled-off-panama-papers-biggest-leak-whistleblower-history\" target=\"_blank\" rel=\"noopener nofollow\">\u00fcber ein Jahr hinweg analysiert<\/a> worden, wobei es im Laufe der Zeit sicherlich noch zu weiteren Enth\u00fcllungen kommt. Unter strenger Geheimhaltung waren die Daten von Journalisten auf der ganzen Welt analysiert worden, ohne dass jemand au\u00dferhalb dieser Gruppe von den Ermittlungen erfahren hatte. Wir werden nun darauf eingehen, wie der ganze Ablauf organisiert war.<\/p>\n<blockquote class=\"twitter-tweet\" data-width=\"500\" data-dnt=\"true\">\n<p lang=\"en\" dir=\"ltr\">How reporters pulled off the Panama Papers, the biggest leak in whistleblower history <a href=\"https:\/\/t.co\/OZDCfgzLeN\" target=\"_blank\" rel=\"noopener nofollow\">https:\/\/t.co\/OZDCfgzLeN<\/a><\/p>\n<p>\u2014 WIRED (@WIRED) <a href=\"https:\/\/twitter.com\/WIRED\/status\/716978928771063809?ref_src=twsrc%5Etfw\" target=\"_blank\" rel=\"noopener nofollow\">April 4, 2016<\/a><\/p><\/blockquote>\n<p><script async src=\"https:\/\/platform.twitter.com\/widgets.js\" charset=\"utf-8\"><\/script><\/p>\n<p>Die Geschichte der Panama Papers begann Ende 2014, als ein anonymer Informant Bastian Obermayer kontaktierte, einen deutschen Journalisten der S\u00fcddeutschen Zeitung. Der Informant bot an, Daten aufzudecken, die Kriminelle kompromittieren k\u00f6nnten.<\/p>\n<p>Der Informant des Journalisten stellte die Dokumente zu Verf\u00fcgung und verlangte als Gegenleistung nichts au\u00dfer absolute Anonymit\u00e4t. Diese Person war nicht gewillt, denselben Lebensweg wie Edward Snowden zu beschreiten, der sein Zuhause verlassen musste und nicht darauf hoffen kann, seine Familie und Freunde wiederzusehen. Aus Angst um sein Leben bestand der Informant auf die Nutzung von sicheren Onlinekommunikationskan\u00e4len und lehnte es ab, den Journalisten pers\u00f6nlich zu treffen.<\/p>\n<blockquote class=\"twitter-tweet\" data-width=\"500\" data-dnt=\"true\">\n<p lang=\"en\" dir=\"ltr\">9 mobile and Internet messaging services offering strong <a href=\"https:\/\/twitter.com\/hashtag\/security?src=hash&amp;ref_src=twsrc%5Etfw\" target=\"_blank\" rel=\"noopener nofollow\">#security<\/a> and <a href=\"https:\/\/twitter.com\/hashtag\/privacy?src=hash&amp;ref_src=twsrc%5Etfw\" target=\"_blank\" rel=\"noopener nofollow\">#privacy<\/a> controls <a href=\"https:\/\/t.co\/30xBpa0kSb\" target=\"_blank\" rel=\"noopener nofollow\">https:\/\/t.co\/30xBpa0kSb<\/a> <a href=\"http:\/\/t.co\/GWm1XtGFs3\" target=\"_blank\" rel=\"noopener nofollow\">pic.twitter.com\/GWm1XtGFs3<\/a><\/p>\n<p>\u2014 Kaspersky (@kaspersky) <a href=\"https:\/\/twitter.com\/kaspersky\/status\/533667115019296771?ref_src=twsrc%5Etfw\" target=\"_blank\" rel=\"noopener nofollow\">November 15, 2014<\/a><\/p><\/blockquote>\n<p><script async src=\"https:\/\/platform.twitter.com\/widgets.js\" charset=\"utf-8\"><\/script><\/p>\n<p>Obermayer stimmte zu. Sie standen also \u00fcber verschl\u00fcsselte Kommunikationskan\u00e4le in Kontakt und wechselten diese regelm\u00e4\u00dfig. Der Journalist weigerte sich, die verwendeten Apps und Technologien preiszugeben und zu erl\u00e4utern wie dieses gigantische Datenarchiv, das mehr als 2 Tb umfasst, transferiert wurde. Dem Magazin Wired verriet er lediglich: \u201eIch habe eine Menge \u00fcber den sicheren Datentransfer von gro\u00dfen Archiven gelernt\u201c.<\/p>\n<p>Die Nachforschungen lehrten Obermayer ausgesprochen vorsichtig zu sein. Als der gesamte Informationsaustausch vor\u00fcber war, vernichtete der Journalist sein Telefon und die Festplatte seines Laptops, da diese Ger\u00e4te benutzt worden waren, um in Kontakt zu bleiben. \u201eDas mag etwas \u00fcbertrieben gewirkt haben\u201c, merkte er Wired gegen\u00fcber an, \u201eaber Vorsicht ist besser als Nachsicht\u201c.<\/p>\n<blockquote class=\"twitter-tweet\" data-width=\"500\" data-dnt=\"true\">\n<p lang=\"en\" dir=\"ltr\">Minutes after <a href=\"https:\/\/twitter.com\/hashtag\/PanamaPapers?src=hash&amp;ref_src=twsrc%5Etfw\" target=\"_blank\" rel=\"noopener nofollow\">#PanamaPapers<\/a> story broke there was a Wikipedia article. Six hours later there 286 edits &amp; 10 sources. <a href=\"https:\/\/t.co\/WrDM4lU1l6\" target=\"_blank\" rel=\"noopener nofollow\">https:\/\/t.co\/WrDM4lU1l6<\/a><\/p>\n<p>\u2014 Wikipedia (@Wikipedia) <a href=\"https:\/\/twitter.com\/Wikipedia\/status\/717196308377776128?ref_src=twsrc%5Etfw\" target=\"_blank\" rel=\"noopener nofollow\">April 5, 2016<\/a><\/p><\/blockquote>\n<p><script async src=\"https:\/\/platform.twitter.com\/widgets.js\" charset=\"utf-8\"><\/script><\/p>\n<p>Als die S\u00fcddeutsche Zeitung ihre umfassenden Ermittlungen bez\u00fcglich des ersten Teils der Dokumente abgeschlossen hatte, trat sie an das International Consortium of Investigative Journalists (ICIJ \u2013 ) heran. Dieses Team verf\u00fcgt \u00fcber spezifische Erfahrung im Bereich der Analyse gro\u00dfer Datenpannen, weshalb Experten des ICIJ die Koordination der Ermittlungen \u00fcbernahmen.<\/p>\n<p>Es wurden Ordner f\u00fcr jede einzelne Offshoregesellschaft erstellt, die E-Mails, PDFs, Kopien von Dokumenten und Kontaktdaten sowie weitere Unterlagen beinhalteten. Um die Textsuche zu erm\u00f6glichen, wurden einige Unterlagen, mithilfe eines Buchstabenerkennungssystems von Bild- in Textformat umgewandelt.<\/p>\n<blockquote class=\"twitter-pullquote\"><p>Wie Big Data und ein bisschen Paranoia die #PanamaPapers\u00a0zum\u00a0Leben\u00a0erweckten<\/p><a href=\"https:\/\/twitter.com\/share?url=https%3A%2F%2Fkas.pr%2F5fKY&amp;text=Wie+Big+Data+und+ein+bisschen+Paranoia+die+%23PanamaPapers%C2%A0zum%C2%A0Leben%C2%A0erweckten\" class=\"btn btn-twhite\" data-lang=\"en\" data-count=\"0\" target=\"_blank\" rel=\"noopener nofollow\">Tweet<\/a><\/blockquote>\n<p>Das ICIJ kreierte ein eigenes Suchsystem, das allen beteiligten Parteien Zugriff gew\u00e4hrte und die Kommunikation und die gemeinsame Zusammenarbeit erm\u00f6glichte. Dutzende der gr\u00f6\u00dften Zeitungen der ganzen Welt beteiligten sich an den Nachforschungen: ungef\u00e4hr 400 Journalisten aus insgesamt 80 L\u00e4ndern arbeiteten an den Panama Papers.<\/p>\n<p>Das ICIJ wird nicht allen Interessenten Zugriff auf die Panama Papers gew\u00e4hren. Gerald Ryle, der Leiter der Organisation, ist der Meinung, dass gesetzestreue Klienten von Mossack Fonseca andernfalls Schaden nehmen k\u00f6nnten.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wie schafften es Journalisten und ihre Informanten, das bisher gr\u00f6\u00dfte Datenleck geheim zu halten?<\/p>\n","protected":false},"author":1654,"featured_media":7391,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"footnotes":""},"categories":[6],"tags":[442,1979,329,1522,1978,1976,1977,1653],"class_list":{"0":"post-7387","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-news","8":"tag-datenleck","9":"tag-decodierung","10":"tag-internet","11":"tag-kommunikation","12":"tag-mossack-fonseca","13":"tag-panama","14":"tag-panamapapers","15":"tag-security"},"hreflang":[{"hreflang":"de","url":"https:\/\/www.kaspersky.de\/blog\/panama-papers-communication\/7387\/"},{"hreflang":"en-ae","url":"https:\/\/me-en.kaspersky.com\/blog\/panama-papers-communication\/5412\/"},{"hreflang":"en-us","url":"https:\/\/usa.kaspersky.com\/blog\/panama-papers-communication\/7014\/"},{"hreflang":"en-gb","url":"https:\/\/www.kaspersky.co.uk\/blog\/panama-papers-communication\/7041\/"},{"hreflang":"es-mx","url":"https:\/\/latam.kaspersky.com\/blog\/panama-papers-communication\/6973\/"},{"hreflang":"es","url":"https:\/\/www.kaspersky.es\/blog\/panama-papers-communication\/8124\/"},{"hreflang":"it","url":"https:\/\/www.kaspersky.it\/blog\/panama-papers-communication\/7955\/"},{"hreflang":"ru","url":"https:\/\/www.kaspersky.ru\/blog\/panama-papers-communication\/11580\/"},{"hreflang":"x-default","url":"https:\/\/www.kaspersky.com\/blog\/panama-papers-communication\/11823\/"},{"hreflang":"fr","url":"https:\/\/www.kaspersky.fr\/blog\/panama-papers-communication\/5536\/"},{"hreflang":"pt-br","url":"https:\/\/www.kaspersky.com.br\/blog\/panama-papers-communication\/6182\/"},{"hreflang":"ja","url":"https:\/\/blog.kaspersky.co.jp\/panama-papers-communication\/11008\/"},{"hreflang":"ru-kz","url":"https:\/\/blog.kaspersky.kz\/panama-papers-communication\/11580\/"},{"hreflang":"en-au","url":"https:\/\/www.kaspersky.com.au\/blog\/panama-papers-communication\/11823\/"},{"hreflang":"en-za","url":"https:\/\/www.kaspersky.co.za\/blog\/panama-papers-communication\/11823\/"}],"acf":[],"banners":"","maintag":{"url":"https:\/\/www.kaspersky.de\/blog\/tag\/datenleck\/","name":"Datenleck"},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.kaspersky.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/7387","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.kaspersky.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.kaspersky.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.kaspersky.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1654"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.kaspersky.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=7387"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/www.kaspersky.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/7387\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":24438,"href":"https:\/\/www.kaspersky.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/7387\/revisions\/24438"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.kaspersky.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media\/7391"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.kaspersky.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=7387"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.kaspersky.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=7387"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.kaspersky.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=7387"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}