{"id":4594,"date":"2014-12-17T10:09:35","date_gmt":"2014-12-17T10:09:35","guid":{"rendered":"http:\/\/kasperskydaily.com\/germany\/?p=4594"},"modified":"2017-09-27T15:04:48","modified_gmt":"2017-09-27T13:04:48","slug":"nie-die-kontrolle-verlieren","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.kaspersky.de\/blog\/nie-die-kontrolle-verlieren\/4594\/","title":{"rendered":"Verlieren Sie nie die Kontrolle, oder: Offline-Paranoia"},"content":{"rendered":"<p>Es war ein sch\u00f6ner Samstagabend, als ein Freund von mir pl\u00f6tzlich eine SMS erhielt, die ihm mitteilte, dass seine Kreditkarte mit 550 Euro belastet wurde\u2026 in Griechenland. \u201eWas zum\u2026?\u201c war alles, was er sagen konnte. W\u00e4hrend wir lebhaft dar\u00fcber diskutierten, rief er seine Bank an und lie\u00df die Karte sperren, doch die griechischen T\u00e4ter hatten keine Zeit verloren: Vom Konto meines Freundes waren weitere 1.200 Euro verschwunden.<\/p>\n<p>Das passierte vor sechs Monaten. Die Bank \u2013 ich werden den Namen nicht nennen, aber es handelte sich um eine sehr bekannte Bank \u2013 weigerte sich, den Schaden zu ersetzen. Die Frau meines Freundes ist Anw\u00e4ltin, daher verklagte er die Bank auf Schadensersatz, verlor allerdings \u2013 das Gericht best\u00e4tigte die Meinung der Bank.<\/p>\n<p>Die Bank argumentierte recht direkt: Die Transaktion in Griechenland wurde mit der Kreditkarte gemacht und enthielt die richtige PIN, die zur Authorisierung ausreicht. Es gab zwar genug Beweise, dass sich der eigentliche Kartenbesitzer zu diesem Zeitpunkt irgendwo am Rand Moskaus aufhielt, doch das war nicht genug.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/media.kasperskydaily.com\/wp-content\/uploads\/sites\/96\/2015\/01\/06133626\/1.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-4595\" src=\"https:\/\/media.kasperskydaily.com\/wp-content\/uploads\/sites\/96\/2015\/01\/06133626\/1.png\" alt=\"1\" width=\"1024\" height=\"767\"><\/a><\/p>\n<p>Wir alle kennen Hacker, Phisher und andere Gauner, die uns laufend das Geld aus der Tasche ziehen und unsere Daten stehlen wollen. Doch in diesem Artikel soll es nicht um das Internet gehen. Die Tatsache, dass die griechischen T\u00e4ter einen Magnetstreifen und eine PIN verwendeten zeigt, dass das Ganze offline ablief.<\/p>\n<p>Wahrscheinlich wurde die Karte kompromittiert, als meine Freunde in einem bulgarischen Skigebiet waren. Sie verwendeten die Karte, um in mehreren Restaurants zu bezahlen \u2013 die Ober gingen immer mit der Karte weg und hatten genug M\u00f6glichkeiten, sie durch einen Scanner zu ziehen. Die PIN zu sehen, wenn sie auf dem Terminal eingegeben wird, ist oft auch kein Problem: Meist ist es uns ein bisschen peinlich, unsere Code-Eingabe mit der zweiten Hand abzudecken, so als w\u00fcrden wir bef\u00fcrchten, dass man uns f\u00fcr paranoid h\u00e4lt.<\/p>\n<p>Aber was ist mit der Verschl\u00fcsselung des Kartenchips? Nun, diese Karte hatte keine Verschl\u00fcsselung, da sie keinen Chip besa\u00df. Die Bank denkt, es reicht, normale Karten mit Magnetstreifen zu verwenden, obwohl F\u00e4lschungen dadurch sogar f\u00fcr Kleinkriminelle kein Problem sind.<\/p>\n<blockquote class=\"twitter-tweet\" data-width=\"500\" data-dnt=\"true\">\n<p lang=\"en\" dir=\"ltr\">\"Five lessons I\u2019ve learned from having my credit card hacked\" <a href=\"https:\/\/t.co\/TQHBbK0Oqw\" target=\"_blank\" rel=\"noopener nofollow\">https:\/\/t.co\/TQHBbK0Oqw<\/a><\/p>\n<p>\u2014 Eugene Kaspersky (@e_kaspersky) <a href=\"https:\/\/twitter.com\/e_kaspersky\/status\/532820878699278336?ref_src=twsrc%5Etfw\" target=\"_blank\" rel=\"noopener nofollow\">November 13, 2014<\/a><\/p><\/blockquote>\n<p><script async src=\"https:\/\/platform.twitter.com\/widgets.js\" charset=\"utf-8\"><\/script><\/p>\n<p>Die zweite Geschichte passierte mir selbst. Ich war zusammen mit Freunden und Kollegen auf einer Konferenz in den USA. Wir hatten beschlossen, uns einige Zeit f\u00fcr eine kleine Tour durch Nordkalifornien zu nehmen, hei\u00dfe Quellen und Mammutb\u00e4ume zu besuchen, zu wandern und die frische Luft zu genie\u00dfen. Bei der Ankunft in San Francisco mieteten wir ein Auto und fuhren dann in Richtung Norden. Wir machten Rast in einer kleinen Stadt.<\/p>\n<p>Wir parkten das Auto einige Meter entfernt von dem Restaurant und lie\u00dfen das Gep\u00e4ck im Auto (\u201eWas kann schon passieren? Hier ist es ja \u00fcberall sicher.\u201c). Wir waren alle schon mehrmals in den USA, doch wir nahmen die Ersch\u00f6pfung vom Flug als Ausrede f\u00fcr unsere lockere Sicherheit.<\/p>\n<p>Als wir nach einer halben Stunde, satt und zufrieden, aus dem Restaurant gingen, war das Fenster des Autos eingeschlagen und unsere Rucks\u00e4cke mit Laptops, Kameras und vielen anderen wertvollen Dingen, unter anderem auch unseren P\u00e4ssen, waren weg.<\/p>\n<div class=\"pullquote\">Was uns am meisten schockierte war, dass niemand von uns Wertsachen in Moskau im Auto lassen w\u00fcrde, vor allem keine wichtigen Dokumente: Jeder wei\u00df, dass das gef\u00e4hrlich ist.<\/div>\n<p>Wir riefen die Notrufnummer 911 an und die Dame sagte uns, dass wir online ein entsprechendes Formular ausf\u00fcllen k\u00f6nnen (klar, ohne unsere Laptops). Wir haben uns den Film der \u00dcberwachungskamera des Restaurants zeigen lassen (leider umsonst). Wir sind herumgewandert, in der Hoffnung, dass der Dieb unben\u00f6tigte Dinge weggeschmissen hat. Wir fuhren durch die Stadt und suchten nach Hinweisen (im Dunkel der Nacht war das ebenfalls sinnlos).<\/p>\n<p>Wir versuchten sogar, ein Polizeiauto anzuhalten. Wir sprachen mit den Polizisten, die uns entschuldigend sagten, dass sie uns nicht helfen k\u00f6nnten: Die Gegend war gef\u00e4hrlich und solche Dinge passierten t\u00e4glich. Wir stellten uns vor, wie nervig es sein w\u00fcrde, am n\u00e4chsten Tag nach San Francisco zur\u00fcckfahren und zum Konsulat gehen zu m\u00fcssen, um unsere Dokumente neu ausstellen zu lassen, um \u00fcberhaupt heimfliegen zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Doch wir hatten Gl\u00fcck. Am n\u00e4chsten Morgen wurden vom Manager eines nahen Hotels die P\u00e4sse und leerger\u00e4umten Rucks\u00e4cke gefunden. Da er auch Buchungsbest\u00e4tigungen unseres Motels fand, rief er dort an\u2026 Gott sei dank gibt es \u00fcberall auch solche Menschen.<\/p>\n<p>Aber nat\u00fcrlich waren alle Wertsachen weg, inklusive teurer Carl-Zeiss-Linsen im Wert von \u00fcber 10.000 Euro. Wir sind dennoch weitergefahren, konnten die unglaublich sch\u00f6nen Landschaften aber nur noch mit den mittelm\u00e4\u00dfigen Kameras unserer Smartphones fotografieren.<\/p>\n<blockquote class=\"twitter-pullquote\"><p>Ein klein wenig Paranoia schadet nicht, vor allem nicht im Urlaub.<\/p><a href=\"https:\/\/twitter.com\/share?url=https%3A%2F%2Fkas.pr%2Fk96g&amp;text=Ein+klein+wenig+Paranoia+schadet+nicht%2C+vor+allem+nicht+im+Urlaub.\" class=\"btn btn-twhite\" data-lang=\"en\" data-count=\"0\" target=\"_blank\" rel=\"noopener nofollow\">Tweet<\/a><\/blockquote>\n<p>Was uns am meisten schockierte war, dass niemand von uns Wertsachen in Moskau im Auto lassen w\u00fcrde, vor allem keine wichtigen Dokumente: Jeder wei\u00df, dass das gef\u00e4hrlich ist und niemand findet die verlorenen Dinge wieder, wenn etwas passiert.<\/p>\n<p>Was lernen wir also daraus?<\/p>\n<p>Der Weihnachtsurlaub steht vor der T\u00fcr. Manche werden verreisen, manche werden zu Hause bleiben. Doch egal, was Sie machen, Sie wollen etwas ausspannen und die \u00fcblichen Gedanken und Probleme f\u00fcr einige Zeit vergessen.<\/p>\n<p>Tun Sie das, doch ein klein wenig Paranoia schadet nicht, vor allem nicht im Urlaub.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Jeder hat Angst vor Hackern, Phishern und anderen Cyberkriminellen. Doch heute geht es nicht um die Online-Welt, sondern das echte Leben, in dem man ebenfalls wachsam bleiben sollte.<\/p>\n","protected":false},"author":521,"featured_media":4595,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"footnotes":""},"categories":[2711],"tags":[604,1261,1260,1166,1653,495],"class_list":{"0":"post-4594","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-threats","8":"tag-kreditkarten","9":"tag-offline","10":"tag-online-zahlungen","11":"tag-reisen","12":"tag-security","13":"tag-urlaub"},"hreflang":[{"hreflang":"de","url":"https:\/\/www.kaspersky.de\/blog\/nie-die-kontrolle-verlieren\/4594\/"}],"acf":[],"banners":"","maintag":{"url":"https:\/\/www.kaspersky.de\/blog\/tag\/kreditkarten\/","name":"Kreditkarten"},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.kaspersky.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/4594","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.kaspersky.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.kaspersky.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.kaspersky.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/521"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.kaspersky.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=4594"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/www.kaspersky.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/4594\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":11524,"href":"https:\/\/www.kaspersky.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/4594\/revisions\/11524"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.kaspersky.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media\/4595"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.kaspersky.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=4594"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.kaspersky.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=4594"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.kaspersky.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=4594"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}