{"id":3616,"date":"2014-07-17T12:43:56","date_gmt":"2014-07-17T12:43:56","guid":{"rendered":"http:\/\/kasperskydaily.com\/germany\/?p=3616"},"modified":"2022-05-05T14:18:16","modified_gmt":"2022-05-05T12:18:16","slug":"vom-tonband-zu-facebook","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.kaspersky.de\/blog\/vom-tonband-zu-facebook\/3616\/","title":{"rendered":"Eine Geschichte \u00fcber Facebook, Tonb\u00e4nder und Sicherheit"},"content":{"rendered":"<p>Halten Sie die Welt der Sozialen Netzwerk f\u00fcr bereits erwachsen? \u00dcberlegen Sie es sich gut. Soziale Netzwerke sind eigentlich noch in ihrer fr\u00fchen Kindheit. Und sie haben all die typischen Probleme, die es bei allen jungen Produkten und Services gibt. Das bedeutet, dass neben dem fehlenden letzten Schliff und der Komplexit\u00e4t auch die Kosten menschlicher Fehler sehr hoch sein k\u00f6nnen, vor allem wenn es um die Sicherheit geht. Glauben Sie mir, ich wei\u00df einiges \u00fcber teure Sicherheitsfehler und auch einiges \u00fcber meine eigene Kindheit \u2013 mein Vater hat auch eine interessante Geschichte erz\u00e4hlt<\/p>\n<p><strong>Der Sicherheitsvorfall<\/strong><\/p>\n<p>Es war das Jahr 1980 und mein Vater hatte einen Junggesellenabschied, ein paar Tage vor der Hochzeit mit meiner Mutter. Er hatte viele Freunde in seine Wohnung eingeladen, irgendwo in Russland. Eigentlich war es damals noch die Sowjetunion, und er konnte die Freunde nicht in ein Restaurant einladen, denn\u2026 nun ja\u2026 es gab dort drau\u00dfen kein Restaurant. Die Party war laut, und am n\u00e4chsten Tag musste er feststellen, dass etwa die H\u00e4lfte seiner wertvollen Musiksammlung auf <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Tonband\" target=\"_blank\" rel=\"noopener nofollow\">Tonb\u00e4ndern<\/a> einfach verschwunden war.<\/p>\n<div id=\"attachment_3618\" style=\"width: 810px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"https:\/\/media.kasperskydaily.com\/wp-content\/uploads\/sites\/96\/2014\/07\/06142718\/facebook-2.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-3618\" class=\"wp-image-3618 size-full\" src=\"https:\/\/media.kasperskydaily.com\/wp-content\/uploads\/sites\/96\/2014\/07\/06142718\/facebook-2.png\" alt=\"facebook 2\" width=\"800\" height=\"512\"><\/a><p id=\"caption-attachment-3618\" class=\"wp-caption-text\"><em>Was f\u00fcr ein pathetischer Versto\u00df gegen die Sicherheit!<\/em><\/p><\/div>\n<p>Lassen Sie mich f\u00fcr alle, die die Zeit der Sowjetunion nicht so gut kennen, sagen, dass die Sammlung von etwa 600 Alben ein Verm\u00f6gen wert war. Denn sie konnte nicht einfach ersetzt werden. Neben den finanziellen Kosten (f\u00fcr ein durchschnittliches Monatsgehalt bekam man gerade einmal 15 <strong>leere<\/strong> Tonb\u00e4nder), ging es auch um eine riesige Investition in Zeit und M\u00fche.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/media.kasperskydaily.com\/wp-content\/uploads\/sites\/96\/2014\/07\/06142717\/facebook-3.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-3619\" src=\"https:\/\/media.kasperskydaily.com\/wp-content\/uploads\/sites\/96\/2014\/07\/06142717\/facebook-3.jpg\" alt=\"facebook 3\" width=\"800\" height=\"623\"><\/a>Man musste das 25 Kilo schwere Tonbandger\u00e4t in die nahe Stadt schleppen und nette Menschen finden, die mit ausl\u00e4ndischen Platten handelten oder tauschten, die von Seeleuten ins Land gebracht worden waren, die das Gl\u00fcck hatten, in fremde L\u00e4nder zu kommen. Musik aus dem Ausland war nicht gesetzlich verboten, aber das Anh\u00f6ren solcher Musik wurde auch nicht gerade gern gesehen. Also musste man sich arrangieren. Neue Leute kennenlernen und deren Vertrauen gewinnen. Und ein paar Tage damit verbringen, rund um die Uhr Platten zu kopieren. Dann musste das Ganze heimgebracht werden und erst dann konnte man endlich die Songs von Deep Purple, ZZ Top oder Queen anh\u00f6ren.<\/p>\n<p><strong>Die Evolution<\/strong><\/p>\n<p>Trotz des \u201eVorfalls\u201c bei der Junggesellenfeier, war die Hochzeit selbst gro\u00dfartig und einige Zeit sp\u00e4ter kam ich auf die Welt. Kein Wunder, dass auch ich Musik liebe. In meiner Jugend war es dann schon viel einfacher, an neue Musik zu kommen. Aber immer noch nicht so einfach wie heute. Zun\u00e4chst waren da die Kassetten, dann kamen CDs und sp\u00e4ter die Computer-basierten MP3s.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/media.kasperskydaily.com\/wp-content\/uploads\/sites\/96\/2014\/07\/06142716\/facebook-4.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-3620\" src=\"https:\/\/media.kasperskydaily.com\/wp-content\/uploads\/sites\/96\/2014\/07\/06142716\/facebook-4.jpg\" alt=\"facebook 4\" width=\"800\" height=\"521\"><\/a><\/p>\n<p>Dann wurde alles laufend besser. iTunes, Google Play Music, Spotify und Pandora, HDTracks-Speicher f\u00fcr hochaufl\u00f6sende Audiodateien und Bandcamp f\u00fcr Independent-Ver\u00f6ffentlichungen. Dank all diesen Diensten ist es kein Problem f\u00fcr Musikliebhaber, neue und inspirierende Musik zu entdecken. Und man muss keine schweren Tonbandger\u00e4te mehr durch die Gegend schleppen. Trotzdem ist meine Musiksammlung eine wilde Mischung aus alten Platten, Kassetten und reinen Digitalver\u00f6ffentlichungen mit unterschiedlicher Qualit\u00e4t.<\/p>\n<p>Und da kommen die <strong>Sozialen Netzwerke<\/strong> ins Spiel. Fragen Sie sich, was die damit zu tun haben? Nun, jede neue Technologie ist kurz nach ihrer Geburt recht kompliziert und wird mit der Zeit einfacher und praktischer. Deshalb haben Facebook, die alte Art, Musik zu sammeln, Sicherheit und Technologie einiges gemeinsam:<\/p>\n<ul>\n<li>Das Einkaufen in Plattenl\u00e4den, das Tauschen von Platten und das Schreiben langer Briefe an Musikmagazine waren in den 1970ern die Alternative zu den heutigen Sozialen Netzwerken. Es ging ganz einfach <em>um Kommunikation<\/em>.<\/li>\n<li>Technologie trug viel zur Musikindustrie bei. Manchmal erfolgreich (CDs, Kassetten, Schallplatten), manchmal weniger erfolgreich (Super-Audio-CDs, Achtspur-Kassetten, Microsoft Zune). Doch die Technologie wurde erwachsen und etwa 100 Jahre nach <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Wachswalze\" target=\"_blank\" rel=\"noopener nofollow\">Edisons Wachszylindern<\/a> ist sie so praktisch, dass man sich um die Technologie selbst eigentlich keine Gedanken mehr macht. Man benutzt sie einfach. Tja, zumindest sind wir fast soweit.<\/li>\n<li>Das Ziel all dieser Technologien war, eine bessere Klangqualit\u00e4t zu erreichen und den ganzen Prozess des Kaufens und Anh\u00f6rens von Musik bequemer zu machen (und nat\u00fcrlich Geld zu verdienen!). Sicherheit war dabei kein Ziel, was manchmal zu Vorf\u00e4llen wie beim Jungessellenabschied f\u00fchrte.<\/li>\n<\/ul>\n<blockquote class=\"twitter-pullquote\"><p>Wie traditionelle Musikmedien, wurden auch Soziale Netzwerke nicht mit Blick auf die Sicherheit entwickelt.<\/p><a href=\"https:\/\/twitter.com\/share?url=https%3A%2F%2Fkas.pr%2Fe4ur&amp;text=Wie+traditionelle+Musikmedien%2C+wurden+auch+Soziale+Netzwerke+nicht+mit+Blick+auf+die+Sicherheit+entwickelt.\" class=\"btn btn-twhite\" data-lang=\"en\" data-count=\"0\" target=\"_blank\" rel=\"noopener nofollow\">Tweet<\/a><\/blockquote>\n<p>Zur\u00fcck zu den Sozialen Netzwerken: Die Internetbranche entwickelte neue Technologien wie Twitter und Foursquare. Sie sollen den Menschen dabei helfen, sich online zu unterhalten (\u00fcber alle m\u00f6glichen Themen \u2013 egal ob Musik, Filme oder Politik) und das so bequem wie m\u00f6glich (und sie sollen den Entwicklern Geld bringen!). Wie Musikmedien auch, sind Soziale Netzwerke manchmal recht komplex. MySpace (erinnern Sie sich daran?) war unpraktisch, wenn man Fotos von s\u00fc\u00dfen Katzen teilen wollte, und ist daher einen fr\u00fchen Tod gestorben! Und Facebook? Ist einfach zu bedienen, aber man muss immer noch \u00fcber Dinge wie \u201ewill ich meine Adresse mit allen teilen, oder nur mit meinen Freunden, oder Freunden von Freunden, oder nahen Verwandten, oder nur meiner Frau und meiner Mutter?\u201c. Diese Art Technologie steckt immer noch in den Kinderschuhen.<\/p>\n<p>Wie Musikmedien, wurden auch Soziale Netzwerke \u2013 und Computer generell \u2013 nicht mit Blick auf die Sicherheit entwickelt. Als das alles losging war das noch gar kein Thema! Doch mein Google-, Facebook- oder iTunes-Konto ist mittlerweile ein wichtiger, digitaler Teil von mir! Eines dieser Konten zu verlieren, ist so etwas wie die moderne Version des \u201eJunggesellenabschied-Vorfalls\u201c, allerdings mit viel schlimmeren Konsequenzen. Allein der Gedanke, dass jemand meine zehn Jahre alte E-Mail-Datenbank anfasst oder meine Last.fm-Statistiken l\u00f6scht, jagt mir Angst ein.<\/p>\n<p>Allerdings ist es auch nicht richtig, die Technologiefirmen komplett f\u00fcr die Sicherheit verantwortlich zu machen. Ja, die Tonb\u00e4nder meines Vaters hatten keinen Diebstahlschutz. Doch wenn jemand Platten aus Ihrem Haus stiehlt, k\u00f6nnen Sie kaum die Plattenfirma oder den Hersteller des Plattenspielers die Verantwortung in die Schuhe schieben, richtig? Manchmal ist das bei Online-Diensten genauso. Sagen wir einmal, es g\u00e4be eine zehnprozentige Chance, dass Ihre digitale Identit\u00e4t von Facebook direkt gestohlen wird (ehrlich gesagt, ist diese Wahrscheinlichkeit viel kleiner als ein Prozent, aber das ist auch nur ein Beispiel). Die Chance, dass die gleichen Informationen von Ihrem Laptop oder Smartphone gestohlen werden, liegt dagegen bei 80 Prozent. Die restlichen Prozent sind die M\u00f6glichkeit, dass Ihr Passwort irgendwo dazwischen gestohlen wird. Um Ihre Musiksammlung zu sch\u00fctzen, sollten Sie besser Schl\u00f6sser installieren und ein Alarmsystem einrichten. Aber passen Sie auch genau auf, wen Sie zu Ihrer Party einladen. In der digitalen Welt k\u00f6nnen 99 Prozent der Bedrohungen durch eine <a href=\"https:\/\/www.kaspersky.com\/de\/multi-device-security\" target=\"_blank\" rel=\"noopener nofollow\">zuverl\u00e4ssige Sicherheitsl\u00f6sung<\/a> abgewehrt werden, der Rest ben\u00f6tigt Ihre Zeit, Ihre Aufmerksamkeit und Ihr Wissen (und wir geben hier in unserem Blog viel Wissen weiter!).<\/p>\n<blockquote class=\"twitter-pullquote\"><p>Der Gedanke, dass jemand meine zehn Jahre alte Mail-Datenbank anfasst, jagt mir Angst ein<\/p><a href=\"https:\/\/twitter.com\/share?url=https%3A%2F%2Fkas.pr%2Fe4ur&amp;text=Der+Gedanke%2C+dass+jemand+meine+zehn+Jahre+alte+Mail-Datenbank+anfasst%2C+jagt+mir+Angst+ein\" class=\"btn btn-twhite\" data-lang=\"en\" data-count=\"0\" target=\"_blank\" rel=\"noopener nofollow\">Tweet<\/a><\/blockquote>\n<p>Zu guter Letzt noch eine Beobachtung: Meine Plattensammlung (manche Exemplare sind \u00fcber 60 Jahre alt) ist toll-toll-toll. Die Tonb\u00e4nder meines Vaters sind auch ganz ok (zumindest das, was noch von ihnen \u00fcbrig ist). Meine Kassetten klingen genauso schrecklich wie schon Anfang der 1990er. Das Einzige, das weg ist, sind meine E-Mails, Fotos, Geschichten und Dokumente der sp\u00e4ten 1990er und fr\u00fchen 2000er Jahre. Nein, sie wurden nicht von einem Virus zerst\u00f6rt. Ich habe sie selbst verloren, denn ich habe das Wort \u201eSicherungskopie\u201c erst kennen gelernt, als ich das Wort \u201eMP3\u201c gelernt hatte. Und das ist ein gutes Thema f\u00fcr den n\u00e4chsten Blog-Beitrag.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Jeder neuen Technologie fehlt zun\u00e4chst der letzte Schliff. 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