{"id":33805,"date":"2026-08-21T11:13:35","date_gmt":"2026-08-21T09:13:35","guid":{"rendered":"https:\/\/www.kaspersky.de\/blog\/?p=33805"},"modified":"2026-08-21T11:13:35","modified_gmt":"2026-08-21T09:13:35","slug":"adform-compromise-malicious-ads-cryptocurrency-theft","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.kaspersky.de\/blog\/adform-compromise-malicious-ads-cryptocurrency-theft\/33805\/","title":{"rendered":"Eine Milliarde riskanter Impressionen: Lehren aus dem Adform-Hack"},"content":{"rendered":"<p>Adform, eine gro\u00dfe Plattform f\u00fcr Werbung, blieb vom 26. Juli bis zum Abend des 27. Juli etwa 24 Stunden lang kompromittiert, nachdem unbekannte Angreifer den Anbieter gehackt hatten. Nur wenige Branchenfremde kennen den Namen, doch Adform <a href=\"https:\/\/web.archive.org\/web\/20260801102947\/https:\/site.adform.com\/media\/zwkpcmh5\/adform-annual-report-2025.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener nofollow\">stellt t\u00e4glich rund 1,5 Milliarden Anzeigenimpressionen<\/a> auf Zehntausenden von Websites bereit. Das bedeutet, dass jeder, der eine Website besucht, die Adform-Anzeigen schaltet, angegriffen werden k\u00f6nnte.<\/p>\n<p>Die Angreifer versuchten nicht, Malware zu installieren. Stattdessen f\u00fchrten sie im Browser des Opfers ein Skript aus, das alle drei Sekunden die Zwischenablage \u00fcberpr\u00fcfte und, wenn festgestellt wurde, dass die Adresse einer Krypto-Wallet kopiert wurde, diese gegen die Wallet-Adresse der Angreifer austauschte. Wenn also jemand eine Website mit der b\u00f6sartigen Anzeige in einem Browser-Tab ge\u00f6ffnet hatte und eine Krypto-Transaktion in einem anderen Tab oder in einer speziellen App vornahm, k\u00f6nnte das Geld stattdessen in den Taschen der Angreifer gelandet sein. Die Inhaber von Adform haben den Angriff erkannt und das Problem behoben. Es kann jedoch nicht garantiert werden, dass sich ein \u00e4hnlicher Vorfall nicht wiederholt \u2013 deshalb sollte jeder Benutzer sich <a href=\"https:\/\/www.kaspersky.de\/premium?icid=de_bb2022-kdplacehd_acq_ona_smm__onl_b2c_kdaily_lnk_sm-team___kprem___\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">vor \"Malvertising\" (Schadwerbung) sch\u00fctzen<\/a>. Lies unsere Tipps am Ende dieses Beitrags.<\/p>\n<h2>Was wir \u00fcber den Angriff auf Adform wissen<\/h2>\n<p>Es gibt nicht viele Informationen, da <a href=\"https:\/\/web.archive.org\/web\/20260807222617\/https:\/site.adform.com\/resources\/newsroom\/security-incident-company-update\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener nofollow\">die offizielle Erkl\u00e4rung des Unternehmens<\/a> nur das Ereignis und den Zeitpunkt des Vorfalls beschreibt, ohne die Ursache des Vorfalls zu benennen. <a href=\"https:\/\/doublepulsar.com\/adform-compromised-to-serve-crypto-stealer-via-supply-chain-attack-2f1ec024f33e?gi=47d6680b0ff6\" target=\"_blank\" rel=\"noopener nofollow\">Unabh\u00e4ngige Forscher<\/a> haben technische Details gefunden, die zeigen, wie normale Benutzer ins Visier genommen wurden. Dies erkl\u00e4rt aber nicht, wie Adform selbst \u00fcberhaupt gehackt wurde.<\/p>\n<p>Fest steht, dass die Angreifer ihren eigenen Code in das JavaScript-Snippet einschleusten, das auf jeder Website mit Adform-Anzeigen geladen wurde. Immer wenn eine Anzeige angezeigt werden sollte, lud das Skript vom Adform-Server die richtige Anzeige herunter und zeigte sie an \u2013 doch die Angreifer hatten eine Reihe b\u00f6sartiger Funktionen hinzugef\u00fcgt: Die Skript \u00fcberwachte die Zwischenablage, sendete Daten \u00fcber die Website, die aufgerufen wurde, sowie die IP-Adresse des Opfers an den eigenen Server zur\u00fcck und tauschte die Adressen von Bitcoin-, Ethereum- und Tron-Wallets aus.<\/p>\n<p>Es gen\u00fcgte, wenn eine beliebige Website mit von Adform geschalteten Anzeigen in einem Browser-Tab ge\u00f6ffnet war, damit dies funktionierte. Dabei spielte es keine Rolle, um welche Art von Website es sich handelte, wie die Werbung aussah oder zu welchem Werbetreibenden sie geh\u00f6rte. Wichtig war nur, ob die Website \u00fcber HTTP oder HTTPS lief. Laut Adform konnte der Angriff auf einer \u00fcber HTTPS geladenen Website nicht erfolgreich sein, da in diesem Fall die Verbindung zum Server der Angreifer blockiert wurde.<\/p>\n<p>Das Unternehmen machte keine Angaben dazu, wie viele Benutzer betroffen waren und wie viele Websites ihre Inhalte und Anzeigen noch immer \u00fcber HTTP schalten.<\/p>\n<h2>Sch\u00e4dliche Werbung geh\u00f6rt zum Alltag<\/h2>\n<p>Gef\u00e4hrliche Online-Werbung ist leider zu einem systemischen Problem geworden. Und wir sprechen hier nicht nur von dubiosen Anzeigen f\u00fcr Nahrungserg\u00e4nzungsmittel oder Gl\u00fccksspiel-Werbung \u2013 wir meinen damit auch Anzeigen, die Malware verbreiten oder auf Websites f\u00fchren, die Zahlungsinformationen und andere wertvolle Daten stehlen sollen. Angreifer haben daf\u00fcr eine Infrastruktur im industriellen Ma\u00dfstab aufgebaut und verwenden verschiedene Ans\u00e4tze.<\/p>\n<ul>\n<li><strong>Hacking und Kompromittierung von Ad-Servern.<\/strong> Adform ist kein Einzelfall: Angreifer haben unter anderem bereits <a href=\"https:\/\/arstechnica.com\/information-technology\/2021\/04\/malvertisers-use-120-hacked-ad-servers-to-target-millions-of-web-surfers\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener nofollow\">die Ad-Server von Revive gehackt<\/a> und Malware <a href=\"https:\/\/www.kaspersky.de\/blog\/pornhub-malvertising\/14937\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">\u00fcber Anzeigen auf PornHub<\/a> verbreitet.<\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.kaspersky.de\/blog\/cyberattacks-on-your-marketing\/30976\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><strong>Diebstahl der Werbekonten<\/strong><\/a> <strong>legitimer, seri\u00f6ser Marken.<\/strong> Es gen\u00fcgt, ein Passwort von jemandem im Marketing zu stehlen. Anschlie\u00dfend schalten die Cyberkriminellen Anzeigen, in denen sie sich als das von ihnen gehackte Unternehmen ausgeben, und verbreiten gef\u00e4lschte App-Updates, gef\u00e4lschte Werbeaktionen und \u00e4hnliche Betr\u00fcgereien. In den schlimmsten F\u00e4llen \u2013 wie bei den <a href=\"https:\/\/www.pcworld.com\/article\/431667\/malicious-advertisements-on-major-sites-compromised-many-computers.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener nofollow\">gehackten Konten bei adtech.de und adxpansion.com<\/a> \u2013 gelang es den Angreifern, Anzeigen zu schalten, die die Opfer direkt zu automatischen Malware-Installationen (<a href=\"https:\/\/www.kaspersky.de\/blog\/bad-rabbit-ransomware\/15081\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Drive-by-Downloads<\/a>) weiterleiteten.<\/li>\n<li><strong>Anzeigen direkt kaufen.<\/strong> Richtig gelesen: Angreifer richten einfach ihre eigenen Werbekonten ein und schalten wie jedes andere Unternehmen, das im Internet pr\u00e4sent ist, Anzeigen f\u00fcr ihre Phishing-Websites und Malware.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Da Werbung praktisch \u00fcberall geschaltet wird \u2013 auf Websites, in Apps und in Social Media \u2013 k\u00f6nnen diese Bedrohungen in so ziemlich jedem Kontext auftauchen. Variationen dieser Bedrohung finden sich sowohl auf Computern als auch auf Mobilger\u00e4ten.<\/p>\n<h2>So sch\u00fctzt du dich vor b\u00f6sartiger Werbung<\/h2>\n<p>Die einzige M\u00f6glichkeit, dein Risiko ernsthaft zu senken, besteht darin, so viel Werbung wie m\u00f6glich zu blockieren und dies mit einem <a href=\"https:\/\/www.kaspersky.de\/home-security?icid=de_kdailyplacehold_acq_ona_smm__onl_b2c_blo_lnk_sm-team______\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Schutz vor Cyberangriffen auf all deinen Ger\u00e4ten<\/a>\u00a0zu kombinieren:<\/p>\n<ul>\n<li>Verwende einen sicheren DNS-Dienst mit integrierter Inhaltsfilterung. Die Filterung blockiert die meisten bekannten Werbenetzwerke effektiv. Das Prinzip ist ganz einfach: Immer wenn dein Ger\u00e4t versucht, eine Verbindung zu einem Server herzustellen, blockiert der DNS-Dienst Anfragen an bekannte Werbedomains. Dadurch wird die Werbung \u00fcberall gleichzeitig deaktiviert: auf Smart-TVs, in jedem Browser und in mobilen Apps. Einige Internetanbieter bieten dies als Service an, aber eine sauberere und universellere L\u00f6sung besteht darin, <a href=\"https:\/\/www.kaspersky.de\/blog\/secure-dns-private-dns-benefits\/29824\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">sicheres DNS auf deinem Heimrouter selbst einzurichten, indem du unserer Anleitung folgst<\/a>.<\/li>\n<li>Aktiviere die Werbe- und Tracker-Blocker in deiner <a href=\"https:\/\/www.kaspersky.de\/home-security?icid=de_kdailyplacehold_acq_ona_smm__onl_b2c_blo_lnk_sm-team______\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">All-in-One-L\u00f6sung f\u00fcr Cybersicherheit<\/a>. Wir empfehlen <a href=\"https:\/\/www.kaspersky.de\/premium?icid=de_bb2022-kdplacehd_acq_ona_smm__onl_b2c_kdaily_lnk_sm-team___kprem___\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Kaspersky Premium<\/a>. Dort wird diese Funktion als <a href=\"https:\/\/support.kaspersky.com\/de\/kaspersky-for-windows\/21.26\/settings\/15982#block1\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Anti-Banner<\/a> bezeichnet. Diese Art von Schutz ist besonders auf Reisen wichtig, da sicheres DNS manchmal zu Verbindungsproblemen in Hotels, Restaurants und an Flugh\u00e4fen f\u00fchren kann.<\/li>\n<li>Verwende den Browser-Schutz. Einfache Sicherheitssoftware kann zwar das Herunterladen und Ausf\u00fchren von Malware verhindern, aber ein kleines Stealer-Skript wie das, was beim Adform-Angriff zum Einsatz kam, kann dennoch unbemerkt eindringen. Um dies zu verhindern, verwende einen Schutz, der die Vorg\u00e4nge in deinem Browser analysieren kann. In <a href=\"https:\/\/www.kaspersky.de\/premium?icid=de_bb2022-kdplacehd_acq_ona_smm__onl_b2c_kdaily_lnk_sm-team___kprem___\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Kaspersky Premium<\/a>\u00a0wird diese Funktion durch die <a href=\"https:\/\/support.kaspersky.com\/de\/kaspersky-for-windows\/21.26\/settings\/15472\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Kaspersky Protection-Browsererweiterung<\/a> bereitgestellt. Sie sch\u00fctzt vor dem Sammeln von Daten zu deinen Online-Aktivit\u00e4ten, blockiert Werbebanner, sichert deine Zahlungen, sch\u00fctzt deine Tastatureingaben und blockiert Phishing.<\/li>\n<\/ul>\n<blockquote><p>M\u00f6chtest du wissen, welche anderen Risiken in Online-Werbung lauern und wie du dich sch\u00fctzen kannst? Mehr dazu findest du in diesen Beitr\u00e4gen:<\/p>\n<ul>\n<li><a href=\"https:\/\/www.kaspersky.de\/blog\/disable-rtb-ad-tracking-law-enforcement-spy-agencies\/31208\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><strong>Werbung im Dienste von\u2026 Geheimdiensten<\/strong><\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.kaspersky.de\/blog\/how-to-remove-yourself-from-data-brokers-people-search-sites\/32620\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><strong>Warum Datenbroker Dossiers \u00fcber dich erstellen und was du dagegen tun kannst<\/strong><\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.kaspersky.de\/blog\/disable-mobile-app-ad-tracking\/31984\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><strong>Smartphone-Daten liefern dein Benutzerprofil<\/strong><\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.kaspersky.de\/blog\/web-beacons-explained-and-how-to-stop-them\/29844\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><strong>Tracking im Web: Wer Sie \u00fcberwacht &amp; wie<\/strong><\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.kaspersky.de\/blog\/deleting-digital-footprints\/32818\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><strong>So verschwindest du aus dem Internet<\/strong><\/a><\/li>\n<\/ul>\n<\/blockquote>\n<input type=\"hidden\" class=\"category_for_banner\" value=\"premium-generic\">\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wer eine bekannte Website besucht, k\u00f6nnte sich \u00fcber den \u00fcblichen Werbebanner ein Skript einfangen, das Kryptow\u00e4hrungen stiehlt. 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