{"id":33095,"date":"2026-01-27T13:03:41","date_gmt":"2026-01-27T11:03:41","guid":{"rendered":"https:\/\/www.kaspersky.de\/blog\/?p=33095"},"modified":"2026-01-26T13:04:01","modified_gmt":"2026-01-26T11:04:01","slug":"brand-impersonation-spoofed-websites-risk-mitigation","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.kaspersky.de\/blog\/brand-impersonation-spoofed-websites-risk-mitigation\/33095\/","title":{"rendered":"B\u00f6se digitale Zwillinge \u2013 Unternehmen aufgepasst!"},"content":{"rendered":"<p>Der Identit\u00e4tsdiebstahl von Marken, Websites und Unternehmens-Mailings wird von Cyberkriminellen immer h\u00e4ufiger eingesetzt. Die Weltorganisation f\u00fcr geistiges Eigentum (WIPO) meldete f\u00fcr das Jahr 2025 einen steilen <a href=\"https:\/\/www.ashurst.com\/en\/insights\/a-rise-in-malicious-domain-name-activity\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener nofollow\">Anstieg<\/a> solcher Vorf\u00e4lle. Obwohl Technologieunternehmen und Verbrauchermarken die h\u00e4ufigsten Ziele sind, sind alle Branchen in beliebigen L\u00e4ndern gef\u00e4hrdet. Unterschiede gibt es nur in der Art und Weise, wie Betr\u00fcger die F\u00e4lschungen ausnutzen. In der Praxis sind die folgenden Angriffsszenarien am h\u00e4ufigsten:<\/p>\n<ul>\n<li><strong>Kunden und K\u00e4ufer werden auf eine gef\u00e4lschte Website gelockt<\/strong>, um Zugangsdaten f\u00fcr den echten Online-Shop zu stehlen oder Zahlungsdaten f\u00fcr einen direkten Diebstahl abzugreifen.<\/li>\n<li><strong>Mitarbeiter und Gesch\u00e4ftspartner<\/strong> werden auf eine gef\u00e4lschte Anmeldeseite gelockt, die dem Original t\u00e4uschend \u00e4hnlich sieht. Dort stehlen die Betr\u00fcger legitime Anmeldedaten, um das Unternehmensnetzwerk zu infiltrieren.<\/li>\n<li><strong>Kunden und K\u00e4ufer<\/strong> werden unter verschiedenen Vorw\u00e4nden aufgefordert, die Betr\u00fcger zu kontaktieren: Kontakt zum technischen Support, Antrag auf R\u00fcckerstattung, Teilnahme an einer Verlosung oder eine Spesenabrechnung f\u00fcr \u00f6ffentliche Veranstaltungen, die mit der Marke zusammenh\u00e4ngen. Ziel ist es, den Opfern m\u00f6glichst viel Geld abzukn\u00f6pfen.<\/li>\n<li><strong>Gesch\u00e4ftspartner und Mitarbeiter<\/strong> werden auf speziell erstellte Seiten gelockt, die interne Unternehmenssysteme imitieren. Dort sollen die Opfer eine Zahlung genehmigen oder eine legitime \u00dcberweisung an die Betr\u00fcger weiterleiten.<\/li>\n<li><strong>Kunden, Gesch\u00e4ftspartner und Mitarbeiter<\/strong> werden aufgefordert, als Unternehmenssoftware getarnte Malware (<a href=\"https:\/\/www.kaspersky.com\/blog\/infostealers-targeted-attacks-business\/52772\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener nofollow\">meist einen Infostealer<\/a>) von einer gef\u00e4lschten Unternehmens-Website herunterzuladen.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Die Begriffe \u201elocken\u201c und \u201eauffordern\u201c stehen hier f\u00fcr eine Vielzahl von Taktiken: E-Mails, Messenger-Nachrichten, offizielle wirkende Social-Media-Beitr\u00e4ge, SEO-optimierte Doppelg\u00e4nger-Websites und sogar bezahlte Anzeigen.<\/p>\n<p>Alle Schemata haben zwei Dinge gemeinsam. Erstens: Die Angreifer nutzen die Unternehmensmarke aus und versuchen, die offizielle Website, den Dom\u00e4nennamen und den Unternehmensstil von E-Mails, Anzeigen und Beitr\u00e4gen in sozialen Medien nachzuahmen. Dabei muss die F\u00e4lschung gar nicht einwandfrei sein. Hauptsache, einige Gesch\u00e4ftspartner und Kunden tappen in die Falle. Zweitens: Das Unternehmen und seine Online-Ressourcen werden zwar nicht direkt angegriffen, trotzdem sind die Auswirkungen enorm.<\/p>\n<h2>Gesch\u00e4ftlicher Schaden durch Markennachahmung<\/h2>\n<p>Wenn F\u00e4lschungen gezielt gegen Mitarbeiter eingesetzt werden, kann ein Angriff direkte finanzielle Verluste verursachen. Ein Mitarbeiter kann sich dazu verleiten lassen, Unternehmensgelder zu \u00fcberweisen. Oder seine Anmeldedaten werden eingesetzt, um vertrauliche Informationen zu stehlen oder Ransomware-Angriffe zu starten.<\/p>\n<p>Angriffe auf Kunden bedeuten in der Regel keinen direkten finanziellen Schaden f\u00fcr das Unternehmen. Allerdings f\u00fchren sie in den folgenden Bereichen zu erheblichen indirekten Sch\u00e4den:<\/p>\n<ul>\n<li><strong>Belastung des Kundensupports.<\/strong> Kunden, die ein Produkt auf einer Fake-Website \u201egekauft\u201c haben, wenden sich mit ihren Problemen wahrscheinlich an den Kundenservice des echten Unternehmens. Die Support-Mitarbeiter ben\u00f6tigen viel Zeit, um den Betrugsopfern die Situation zu erkl\u00e4ren.<\/li>\n<li><strong>Reputationsschaden. <\/strong>Betrogene Kunden machen oft das echte Unternehmen daf\u00fcr verantwortlich, dass sie nicht rechtzeitig gewarnt wurden. Manchmal erwarten sie sogar eine Entsch\u00e4digung. Laut einer Umfrage in mehreren europ\u00e4ischen L\u00e4ndern <a href=\"https:\/\/www.techmonitor.ai\/technology\/cybersecurity\/phishing-scams-can-destroy-consumer-trust\" target=\"_blank\" rel=\"noopener nofollow\">erwartet etwa die H\u00e4lfte der betroffenen K\u00e4ufer eine Kompensation<\/a> und nutzt die Dienste des Unternehmens m\u00f6glicherweise nicht mehr. H\u00e4ufig werden negative Erfahrungen auch in sozialen Medien geteilt. Die Folgen k\u00f6nnen besonders schwer sein, wenn es um Prominente oder um Personen mit vielen Abonnenten geht.<\/li>\n<li><strong>Unerwartete Reaktionskosten<\/strong>. Je nach Art und Ausma\u00df eines Angriffs ben\u00f6tigt ein betroffenes Unternehmen m\u00f6glicherweise <a href=\"https:\/\/www.kaspersky.de\/enterprise-security\/incident-response?icid=de_kdailyplacehold_acq_ona_smm__onl_b2b_kasperskydaily_wpplaceholder_______\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">DFIR-Dienste (Digitale Forensik und Reaktion auf Vorf\u00e4lle)<\/a> sowie spezielle Beratung in Bereichen wie Verbraucherrecht, geistiges Eigentum, Cybersicherheit und Krisen-PR.<\/li>\n<li><strong>Erh\u00f6hte Versicherungspr\u00e4mien.<\/strong> Versicherungen f\u00fcr gesch\u00e4ftliche Cyber-Vorf\u00e4lle ber\u00fccksichtigen die Folgen eines konkreten Identit\u00e4tsdiebstahls. Durch ein erh\u00f6htes Risiko k\u00f6nnen die Versicherungsbeitr\u00e4ge f\u00fcr das betroffene Unternehmen steigen.<\/li>\n<li><strong>Verminderte Website-Leistung und steigende Werbeausgaben. <\/strong>Wenn Kriminelle bezahlte Anzeigen mit einem echten Markennamen schalten, lenken sie den Datenverkehr von der offiziellen Website ab. Aufgrund des versch\u00e4rften Wettbewerbs steigen die Kosten pro Klick f\u00fcr das Unternehmen. Besonders akut ist dieses Problem f\u00fcr IT-Unternehmen, die Online-Dienste verkaufen, aber auch f\u00fcr Handelsmarken ist es relevant.<\/li>\n<li><strong>R\u00fcckl\u00e4ufige langfristige Kennzahlen<\/strong>. Dazu z\u00e4hlt ein R\u00fcckgang des Verkaufsvolumens, des Marktanteils und der Marktkapitalisierung. Ursache: Nach gr\u00f6\u00dferen Vorf\u00e4llen sinkt das Vertrauen von Kunden und Gesch\u00e4ftspartnern.<\/li>\n<\/ul>\n<h2>Deckt eine Versicherung den Schaden ab?<\/h2>\n<p>Bekannte Cyber-Risiko-Versicherungen decken in der Regel nur direkte Kosten f\u00fcr Vorf\u00e4lle ab, die in der Police ausdr\u00fccklich genannt sind. Dies sind etwa Datenverlust, Betriebsunterbrechung und Kompromittierung von IT-Systemen. Gef\u00e4lschte Dom\u00e4nen und Webseiten besch\u00e4digen die IT-Systeme eines Unternehmens nicht direkt und fallen daher gew\u00f6hnlich nicht unter eine Standardversicherung. Reputationssch\u00e4den und der eigentliche Identit\u00e4tsdiebstahl sind separate Versicherungsrisiken und erfordern einen erweiterten Versicherungsschutz speziell f\u00fcr diese Szenarien.<\/p>\n<p>Von den oben genannten indirekten Sch\u00e4den deckt die Standardversicherung m\u00f6glicherweise die DFIR-Kosten und in einigen F\u00e4llen auch Zusatzkosten f\u00fcr den Kundensupport ab (sofern der Vorfall als versichertes Ereignis anerkannt wird). Freiwillige Entsch\u00e4digungen an Kunden, entgangene Verk\u00e4ufe und Rufsch\u00e4den sind h\u00f6chstwahrscheinlich nicht gedeckt.<\/p>\n<h2>Angriff der Klone\u00a0\u2013 was kann ein Unternehmen tun?<\/h2>\n<p>Wenn du feststellst, dass Betr\u00fcger deinen Markennamen verwenden, solltest du schnell reagieren:<\/p>\n<ul>\n<li>Sende leicht verst\u00e4ndliche Benachrichtigungen an deine Kunden: Informiere sie \u00fcber den Vorfall und die ergriffenen Ma\u00dfnahmen. Erkl\u00e4re, wie sie die Authentizit\u00e4t von offiziellen Websites, E-Mails und anderen Nachrichten \u00fcberpr\u00fcfen k\u00f6nnen.<\/li>\n<li>Erstelle eine einfache Seite, auf der deine offiziellen Dom\u00e4nen, Social-Media-Accounts, App-Store-Links und Support-Kontakte aufgef\u00fchrt sind. Diese Seite sollte leicht zu finden und immer auf dem neuesten Stand sein.<\/li>\n<li>\u00dcberwache die Neuregistrierung von Social-Media-Seiten und Dom\u00e4nennamen, die deine Markennamen enthalten. Dadurch kannst du Klone identifizieren, bevor ein Angriff beginnt.<\/li>\n<li>Verwende ein Deaktivierungsverfahren. Zum Takedown geh\u00f6ren das Sammeln von Beweisen, Beschwerden bei Domain-Registraren, Hosting-Providern und Administratoren sozialer Medien sowie die Status\u00fcberwachung, bis die F\u00e4lschungen vollst\u00e4ndig entfernt wurden. Damit Verst\u00f6\u00dfe vollst\u00e4ndig und korrekt dokumentiert werden k\u00f6nnen, solltest du URLs, Screenshots und Metadaten aufbewahren und das Datum und die Uhrzeit der Entdeckung notieren. Idealerweise sollte auch der Quellcode der gef\u00e4lschten Seiten untersucht werden. Er enth\u00e4lt oft Hinweise auf weitere Komponenten der kriminellen Machenschaften.<\/li>\n<li>F\u00fcge deiner offiziellen Website und\/oder der App deiner Marke ein einfaches Formular hinzu, mit dem Kunden verd\u00e4chtige Websites melden und Kontakt aufnehmen k\u00f6nnen. Dadurch k\u00f6nnen Probleme fr\u00fchzeitig erkannt werden.<\/li>\n<li>K\u00fcmmere dich darum, dass die Teams, die in deinem Unternehmen f\u00fcr rechtliche Fragen, Cybersicherheit und Marketing verantwortlich sind, miteinander kooperieren. Dies sorgt f\u00fcr konsistente, einheitliche und effektive Reaktionen.<\/li>\n<\/ul>\n<h2>So sch\u00fctzt du dich vor Angriffen mit Markendiebstahl<\/h2>\n<p>Die Offenheit des Internets und die Besonderheiten dieser Angriffe machen eine Pr\u00e4vention quasi unm\u00f6glich. Ein Unternehmen kann aber neue F\u00e4lschungen im Auge behalten und passende Abwehrwerkzeuge vorbereiten.<\/p>\n<ul>\n<li>Kontinuierliche \u00dcberwachung auf verd\u00e4chtige \u00f6ffentliche Aktivit\u00e4ten mithilfe spezieller Monitoring-Dienste. Ein offensichtlicher Hinweis ist die Registrierung von Dom\u00e4nen, die deinem Markennamen \u00e4hneln. Ein anderes Warnsignal kann sein, dass im Dark Web jemand Datenbanken kauft, die mit deinem Unternehmen zusammenh\u00e4ngen. Die umfassende \u00dcberwachung aller Plattformen \u00fcberl\u00e4sst du am besten einem professionellen Dienstleister. Eine gute Option ist <a href=\"https:\/\/dfi.kaspersky.com\/de?icid=de_kdailyplacehold_acq_ona_smm__onl_b2b_kasperskydaily_wpplaceholder_______\" target=\"_blank\" rel=\"noopener nofollow\">Kaspersky Digital Footprint Intelligence (DFI)<\/a>.<\/li>\n<li>Der schnellste und einfachste Weg, eine gef\u00e4lschte Website oder ein Fake-Profil in sozialen Medien zu l\u00f6schen, ist eine Beschwerde wegen Markenrechtsverletzung. Wappne dich rechtzeitig: Stelle sicher, dass das Portfolio f\u00fcr deine eingetragenen Marken ausreichend ist, um im Rahmen eines <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/UDRP\" target=\"_blank\" rel=\"noopener nofollow\">UDRP<\/a>-Verfahrens Beschwerden einzureichen.<\/li>\n<li>Wenn du F\u00e4lschungen entdeckst, leite m\u00f6glichst schnell ein UDRP-Verfahren ein, um die gef\u00e4lschten Dom\u00e4nen \u00fcbertragen oder entfernen zu lassen. F\u00fcr soziale Medien gibt es meist ein spezielles Vorgehen f\u00fcr die jeweilige Plattform. Suche einfach nach Begriffen wie \u201e[social media name] Markenrechtsverletzung\u201c (oder z.\u00a0B. \u201eMarkenzeichenrichtlinie <a href=\"https:\/\/www.linkedin.com\/help\/linkedin\/answer\/a1337296\" target=\"_blank\" rel=\"noopener nofollow\">LinkedIn<\/a>\u201e). Die \u00dcbertragung der Dom\u00e4ne an den rechtm\u00e4\u00dfigen Eigent\u00fcmer ist einer L\u00f6schung vorzuziehen. Dann k\u00f6nnen die Betr\u00fcger die Dom\u00e4ne nicht einfach erneut registrieren. Viele Dienste zur kontinuierlichen \u00dcberwachung (z. B. <a href=\"https:\/\/dfi.kaspersky.com\/de?icid=de_kdailyplacehold_acq_ona_smm__onl_b2b_kasperskydaily_wpplaceholder_______\" target=\"_blank\" rel=\"noopener nofollow\">Kaspersky Digital Footprint Intelligence<\/a>) bieten auch einen Deaktivierungsservice an und reichen Beschwerden im Namen der gesch\u00fctzten Marke ein.<\/li>\n<li>Blockiere gef\u00e4lschte Dom\u00e4nen m\u00f6glichst schnell in deinen Unternehmenssystemen. Dies sch\u00fctzt zwar weder Partner noch Kunden, aber Angriffe, die auf deine eigenen Mitarbeiter abzielen, werden dadurch erschwert.<\/li>\n<li>Denk dar\u00fcber nach, die Website deines Unternehmens und g\u00e4ngige Varianten (z.\u00a0B. mit und ohne Bindestrich) proaktiv in allen wichtigen Top-Level-Domains (beispielsweise .com und lokalen Dom\u00e4nen) zu registrieren. Dies tr\u00e4gt dazu bei, Partner und Kunden vor h\u00e4ufigen Tippfehlern und Fake-Websites zu sch\u00fctzen.<\/li>\n<\/ul>\n<input type=\"hidden\" class=\"category_for_banner\" value=\"mdr\"><input type=\"hidden\" class=\"placeholder_for_banner\" data-cat_id=\"mdr\" value=\"30529\">\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Gauner ahmen deine Marke nach und greifen deine Kunden, Partner und Mitarbeiter an. 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