{"id":29065,"date":"2022-07-22T13:55:40","date_gmt":"2022-07-22T11:55:40","guid":{"rendered":"https:\/\/www.kaspersky.de\/blog\/?p=29065"},"modified":"2022-07-22T13:55:40","modified_gmt":"2022-07-22T11:55:40","slug":"odor-based-authentication","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.kaspersky.de\/blog\/odor-based-authentication\/29065\/","title":{"rendered":"Einmal pusten, bitte! Ungew\u00f6hnliche geruchsbasierte Biometrie"},"content":{"rendered":"<p>Eine Forschergruppe diverser japanischer Universit\u00e4ten hat k\u00fcrzlich eine <a href=\"https:\/\/pubs.rsc.org\/en\/content\/articlelanding\/2022\/CC\/D1CC06384G\" target=\"_blank\" rel=\"noopener nofollow\">interessante Studie<\/a> ver\u00f6ffentlicht, in der eine v\u00f6llig neue Form der biometrischen Authentifizierung beschrieben wird: die Atemanalyse. Die Idee \u00e4hnelt der Atemalkohol-Messtechnik, der Autofahrer oftmals unterzogen werden und der sich Berufskraftfahrer und Menschen anderer gef\u00e4hrlicher Berufsgruppen regelm\u00e4\u00dfig stellen.<\/p>\n<blockquote class=\"twitter-pullquote\"><p>Japanische Wissenschaftler erforschen die geruchsbasierte Authentifizierung. Wie funktioniert sie? Wie zuverl\u00e4ssig ist sie? Und wann werden wir anfangen, in unsere Smartphones zu pusten?<\/p><a href=\"https:\/\/twitter.com\/share?url=https%3A%2F%2Fkas.pr%2F2o9d&amp;text=Japanische+Wissenschaftler+erforschen+die+geruchsbasierte+Authentifizierung.+Wie+funktioniert+sie%3F+Wie+zuverl%C3%A4ssig+ist+sie%3F+Und+wann+werden+wir+anfangen%2C+in+unsere+Smartphones+zu+pusten%3F\" class=\"btn btn-twhite\" data-lang=\"en\" data-count=\"0\" target=\"_blank\" rel=\"noopener nofollow\">Tweet<\/a><\/blockquote>\n<p>Die in der Studie vorgeschlagene Methode ist jedoch deutlich komplizierter als die herk\u00f6mmliche Atemalkohol-Messung. Zun\u00e4chst muss sie nicht nur eine, sondern mehrere verschiedene chemische Verbindungen in der Atemluft identifizieren. Dar\u00fcber hinaus muss das Verfahren nicht nur die Konzentration bestimmter Stoffe bestimmen, sondern auch eine Person anhand ihres chemischen \u201eAtemabdrucks\u201c von einer anderen unterscheiden.<\/p>\n<h2>Aber\u2026warum?<\/h2>\n<p>Insgesamt gilt die Atemanalyse als topaktuelles Forschungsgebiet. Durch maschinelle Lernalgorithmen zur Datenverarbeitung wurden in diesem Bereich bereits bedeutende Durchbr\u00fcche erzielt \u2013 zum Beispiel bei der <a href=\"https:\/\/www.researchgate.net\/publication\/341693985_Medical_diagnosis_by_breath_analysis_odor_sensors\" target=\"_blank\" rel=\"noopener nofollow\">Diagnose von Atemwegserkrankungen<\/a>. Wenn also die Analysesysteme und Lernalgorithmen bereits verf\u00fcgbar sind, warum sollte man dann nicht die M\u00f6glichkeit der Authentifizierung genauer unter die Lupe nehmen?<\/p>\n<h2>Wie funktioniert die atembasierte Authentifizierung?<\/h2>\n<p>In der ersten Phase wird die Luft gesammelt, die die Testpersonen ausatmen. Anschlie\u00dfend wird diese Luft durch ein 16-Kanal-Analyseger\u00e4t geleitet (die Forscher versuchten, Daten mit einer geringeren Anzahl von Sensoren zu erfassen, was jedoch die Wirksamkeit der Methode sofort beeintr\u00e4chtigte).<\/p>\n<p>Jeder Kanal erkennt eine bestimmte chemische Verbindung in der Luft. Das Analyseger\u00e4t zeichnet nicht nur die Intensit\u00e4t des Signals der Sensoren auf, sondern auch, wie sich diese Intensit\u00e4t im Laufe der Zeit ver\u00e4ndert.<\/p>\n<div id=\"attachment_29066\" style=\"width: 1606px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-29066\" class=\"size-full wp-image-29066\" src=\"https:\/\/media.kasperskydaily.com\/wp-content\/uploads\/sites\/96\/2022\/07\/22135121\/odor-based-authentication-1.png\" alt=\"So funktioniert das atembasierte Authentifizierungssystem aktuell\" width=\"1596\" height=\"961\"><p id=\"caption-attachment-29066\" class=\"wp-caption-text\">So funktioniert das atembasierte Authentifizierungssystem aktuell <a>Quelle<\/a><\/p><\/div>\n<p>\u00a0<\/p>\n<p>Dabei wird eine gro\u00dfe Menge an Daten gesammelt, die im Anschluss mithilfe maschineller Lernalgorithmen verarbeitet werden. Nachdem die Testdaten eingespeist wurden, kann der Algorithmus eine Person ziemlich genau anhand ihres Atems identifizieren.<\/p>\n<h2>Wie zuverl\u00e4ssig ist die Methode?<\/h2>\n<p>Die japanischen Forscher waren in der Lage, eine Person in 97% der F\u00e4lle anhand ihres Atems genau zu identifizieren. Kann das als Erfolg gewertet werden? Die Daten in dieser Studie sind nicht ausreichend, um diese Frage vollst\u00e4ndig zu beantworten.<\/p>\n<p>Wir k\u00f6nnen die Gesamtleistung mit Daten aus einer <a href=\"https:\/\/www.researchgate.net\/publication\/306072438_Review_Paper_on_Applications_of_Principal_Component_Analysis_in_Multimodal_Biometrics_System\" target=\"_blank\" rel=\"noopener nofollow\">Studie<\/a> aus dem Jahr 2016 vergleichen, in der unter anderem die Merkmale der Bewertung biometrischer Systeme untersucht wurden. Oberfl\u00e4chlich betrachtet ist die Atemmethode genauso zuverl\u00e4ssig wie ein herk\u00f6mmlicher Fingerabdruckscanner und \u00fcbertrifft in Bezug auf die Genauigkeit sogar leicht die Technologien zur Gesichtserkennung.<\/p>\n<div id=\"attachment_29067\" style=\"width: 1672px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-29067\" class=\"wp-image-29067 size-full\" src=\"https:\/\/media.kasperskydaily.com\/wp-content\/uploads\/sites\/96\/2022\/07\/22135129\/odor-based-authentication-2.png\" alt=\"Genauigkeit der verschiedenen biometrischen Authentifizierungstechnologien\" width=\"1662\" height=\"427\"><p id=\"caption-attachment-29067\" class=\"wp-caption-text\">Genauigkeit der verschiedenen biometrischen Authentifizierungstechnologien. <a>Quelle<\/a><\/p><\/div>\n<p>\u00a0<\/p>\n<p>Es ist jedoch wichtig, das Verh\u00e4ltnis zwischen falsch-negativ- (nicht erkannte registrierte Nutzer) und falsch-positiv-Rate (f\u00e4lschliche Authentifizierung) zu ber\u00fccksichtigen. Mit dem Problem falsch-negativer Ergebnisse werden wir so gut wie jeden Tag konfrontiert. Beispielsweise dann, wenn wir nicht von unserem Smartphone erkannt werden. Falsch-positive Meldungen hingegen sind unangenehm und sollten priorit\u00e4r behandelt werden. Allerdings enth\u00e4lt diese Studie nicht gen\u00fcgend detaillierte Informationen dar\u00fcber, wie die geruchsbasierte Authentifizierung in dieser Hinsicht abschneidet.<\/p>\n<p>Interessanterweise verwiesen die Forscher bei der Atemanalyse auch auf fr\u00fchere Studien \u2013 einschlie\u00dflich ihrer eigenen \u2013 und hielten die Fortschritte fest, z. B. im Vergleich mit der chemischen Analyse des menschlichen Schwei\u00dfes. (Ja, auch die Authentifizierung \u00fcber Schwei\u00df wurde erforscht!)<\/p>\n<h2>Wie praktisch ist die Methode?<\/h2>\n<p>Die Forscher verwendeten teure Laborger\u00e4te, die man nicht einfach an einen Laptop, ein Telefon oder sogar ein Auto anschlie\u00dfen kann. Obwohl Alkohol-Z\u00fcndschlosssperren bereits existieren und das Autofahren unter Alkoholeinfluss verhindern sollen, ist das Equipment, das f\u00fcr die atembasierte Authentifizierung erforderlich ist, wesentlich anspruchsvoller und teurer.<\/p>\n<p>Schaut man sich die Studie genauer an, st\u00f6\u00dft man \u00fcbrigens auf noch mehr Gr\u00fcnde, warum wir in absehbarer Zeit nicht in unsere Smartphones pusten werden, um diese zu entsperren: Wie bereits erw\u00e4hnt, haben die Forscher zur Steigerung der Genauigkeit auch die Zerfallszeit bestimmter chemischer Verbindungen gemessen \u2013 was bis zu 40 Minuten dauerte!<\/p>\n<p>Und damit nicht genug: Die Versuchspersonen durften vor dem Experiment sechs Stunden lang nichts essen. Denn dadurch sowie durch die in der Atemluft gefundenen Verbindungen, die eine Reihe von Krankheiten begleiten, kann die Genauigkeit der Ergebnisse beeintr\u00e4chtigt werden. Der leichte Geruch von Alkohol oder eine einfache Erk\u00e4ltung k\u00f6nnten den Test verf\u00e4lschen.<\/p>\n<p>Zusammenfassend l\u00e4sst sich sagen, dass es im Hier und Jetzt noch keinen gro\u00dfen praktischen Nutzen f\u00fcr diese Technologie gibt. Aber es handelt sich eindeutig um ein interessantes Forschungsgebiet, das in Zukunft weiterentwickelt werden k\u00f6nnte \u2013 vor allem in Hinblick auf verbesserte medizinische Diagnosesysteme.<\/p>\n<input type=\"hidden\" class=\"category_for_banner\" value=\"earth-2050\">\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wir werfen einen Blick auf eine aktuelle Studie zur biometrischen Authentifizierung mit Hilfe der Atemanalyse.<\/p>\n","protected":false},"author":665,"featured_media":29068,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"footnotes":""},"categories":[2287],"tags":[1617,230,645],"class_list":{"0":"post-29065","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-technology","8":"tag-2fa","9":"tag-authentifizierung","10":"tag-technologie"},"hreflang":[{"hreflang":"de","url":"https:\/\/www.kaspersky.de\/blog\/odor-based-authentication\/29065\/"},{"hreflang":"en-in","url":"https:\/\/www.kaspersky.co.in\/blog\/odor-based-authentication\/24391\/"},{"hreflang":"en-ae","url":"https:\/\/me-en.kaspersky.com\/blog\/odor-based-authentication\/19857\/"},{"hreflang":"en-us","url":"https:\/\/usa.kaspersky.com\/blog\/odor-based-authentication\/26781\/"},{"hreflang":"en-gb","url":"https:\/\/www.kaspersky.co.uk\/blog\/odor-based-authentication\/24690\/"},{"hreflang":"es-mx","url":"https:\/\/latam.kaspersky.com\/blog\/odor-based-authentication\/25078\/"},{"hreflang":"es","url":"https:\/\/www.kaspersky.es\/blog\/odor-based-authentication\/27427\/"},{"hreflang":"it","url":"https:\/\/www.kaspersky.it\/blog\/odor-based-authentication\/27097\/"},{"hreflang":"ru","url":"https:\/\/www.kaspersky.ru\/blog\/odor-based-authentication\/33531\/"},{"hreflang":"tr","url":"https:\/\/www.kaspersky.com.tr\/blog\/odor-based-authentication\/10860\/"},{"hreflang":"x-default","url":"https:\/\/www.kaspersky.com\/blog\/odor-based-authentication\/44945\/"},{"hreflang":"fr","url":"https:\/\/www.kaspersky.fr\/blog\/odor-based-authentication\/19198\/"},{"hreflang":"pt-br","url":"https:\/\/www.kaspersky.com.br\/blog\/odor-based-authentication\/19756\/"},{"hreflang":"ru-kz","url":"https:\/\/blog.kaspersky.kz\/odor-based-authentication\/25263\/"},{"hreflang":"en-au","url":"https:\/\/www.kaspersky.com.au\/blog\/odor-based-authentication\/30756\/"},{"hreflang":"en-za","url":"https:\/\/www.kaspersky.co.za\/blog\/odor-based-authentication\/30503\/"}],"acf":[],"banners":"","maintag":{"url":"https:\/\/www.kaspersky.de\/blog\/tag\/2fa\/","name":"2FA"},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.kaspersky.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/29065","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.kaspersky.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.kaspersky.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.kaspersky.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/665"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.kaspersky.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=29065"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/www.kaspersky.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/29065\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":29070,"href":"https:\/\/www.kaspersky.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/29065\/revisions\/29070"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.kaspersky.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media\/29068"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.kaspersky.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=29065"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.kaspersky.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=29065"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.kaspersky.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=29065"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}